Fazit Bachelorarbeit schreiben: So gelingt der perfekte Abschluss

Das Fazit ist die Krönung Ihrer Bachelorarbeit! Hier erfahren Sie, wie Sie ein überzeugendes Fazit schreiben: Aufbau, Länge, Formulierungshilfen und häufige Fehler – damit Sie stark abschließen.

Aufbau & Struktur
Formulierungshilfen
Beispiele
Häufige Fehler

1. Was ist das Fazit einer Bachelorarbeit?

Das Fazit (auch: Schlussfolgerung, Zusammenfassung, Schluss, Resümee) ist das letzte Kapitel Ihrer Bachelorarbeit. Es fasst die wichtigsten Erkenntnisse zusammen und beantwortet Ihre Forschungsfrage abschließend.

Funktion des Fazits

Das Fazit hat 4 Hauptaufgaben:

  1. Zusammenfassen: Was haben Sie untersucht? Wie sind Sie vorgegangen?
  2. Beantworten: Was ist die Antwort auf Ihre Forschungsfrage?
  3. Einordnen: Was bedeuten Ihre Ergebnisse? Welche Bedeutung haben sie?
  4. Ausblick geben: Welche Fragen bleiben offen? Was sollte noch erforscht werden?

💡 Wichtig: Fazit ≠ Zusammenfassung

Viele verwechseln das! Das Fazit ist MEHR als nur eine Zusammenfassung:

  • Zusammenfassung: "Ich habe X untersucht und Y herausgefunden."
  • Fazit: "Ich habe X untersucht und Y herausgefunden. Das bedeutet Z für Wissenschaft/Praxis. Es bleiben folgende Fragen offen: [...]"

Das Fazit interpretiert und ordnet ein – es fasst nicht nur zusammen!

Unterschied: Fazit vs. Abstract vs. Diskussion

Kapitel Funktion Zeitpunkt
Abstract Kurze Zusammenfassung der gesamten Arbeit (200-300 Wörter) Am Anfang (nach Titelblatt)
Diskussion Interpretation der Ergebnisse, Einordnung in Forschung, Limitationen Vor dem Fazit (Kapitel 5)
Fazit Abschließende Zusammenfassung + Beantwortung Forschungsfrage + Ausblick Letztes Kapitel (Kapitel 6)

Abstract schreiben | Diskussion schreiben

2. Aufbau & Struktur des Fazits

Ein gutes Fazit folgt einer klaren Struktur. So bauen Sie Ihr Fazit auf:

1

Einleitungssatz

Kurze Hinführung: Was war das Thema?

Was Sie schreiben:

  • 1-2 Sätze zur Einordnung
  • "Diese Arbeit hat...", "Die vorliegende Arbeit..."
  • Thema in einem Satz nennen

Beispiel: "Die vorliegende Arbeit hat den Einfluss von Social Media auf das Kaufverhalten junger Konsumenten untersucht."

2

Zusammenfassung Vorgehen

Wie sind Sie vorgegangen?

Was Sie schreiben:

  • Methodik kurz erwähnen (quantitativ/qualitativ)
  • Theoretischer Rahmen
  • Datenerhebung

Beispiel: "Mittels einer quantitativen Online-Umfrage mit 350 Probanden im Alter von 18-30 Jahren wurden Kaufentscheidungen analysiert."

3

Zusammenfassung Hauptergebnisse

Was haben Sie herausgefunden?

Was Sie schreiben:

  • Die 3-5 wichtigsten Ergebnisse
  • Kurz & prägnant
  • KEINE Details oder Zahlen
  • Fokus auf Haupterkenntnisse

Beispiel: "Die Ergebnisse zeigen, dass Instagram-Werbung die Kaufbereitschaft um 34% erhöht, während Facebook-Werbung nur 18% Zuwachs bringt."

4

Beantwortung der Forschungsfrage

Die zentrale Frage direkt beantworten

Was Sie schreiben:

  • Forschungsfrage explizit aufgreifen
  • Klare, direkte Antwort geben
  • Keine Ausflüchte ("könnte sein", "möglicherweise")

Beispiel: "Die Forschungsfrage, ob Social Media das Kaufverhalten junger Konsumenten beeinflusst, kann eindeutig mit JA beantwortet werden."

5

Einordnung & Bedeutung

Was bedeuten die Ergebnisse?

Was Sie schreiben:

  • Theoretische Bedeutung (Beitrag zur Wissenschaft)
  • Praktische Bedeutung (Relevanz für Unternehmen/Praxis)
  • Einordnung in bestehende Forschung

Beispiel: "Diese Erkenntnisse bestätigen die Theorie des Social Proof und zeigen Unternehmen, dass Instagram-Marketing höhere ROI liefert."

6

Limitationen

Grenzen der Arbeit benennen

Was Sie schreiben:

  • 2-3 Limitationen nennen
  • Ehrlich, aber nicht selbstzerstörerisch
  • Z.B. kleine Stichprobe, regionale Begrenzung, Zeitpunkt

Beispiel: "Die Studie beschränkt sich auf 18-30-Jährige in Deutschland und kann nicht auf andere Altersgruppen generalisiert werden."

7

Ausblick & Forschungsbedarf

Was sollte noch erforscht werden?

Was Sie schreiben:

  • 2-3 konkrete Vorschläge für weitere Forschung
  • Welche Fragen bleiben offen?
  • Was könnte man anders/besser machen?

Beispiel: "Zukünftige Studien sollten auch TikTok einbeziehen und längerfristige Kaufverhaltensmuster untersuchen."

8

Schlusssatz

Starker Abschluss

Was Sie schreiben:

  • Letzter Satz sollte stark sein
  • Keine neuen Infos mehr
  • Runder Abschluss

Beispiel: "Social Media ist somit kein Trend, sondern ein zentraler Treiber modernen Konsumverhaltens."

⚠️ Wichtig: Keine neuen Informationen!

Das Fazit darf KEINE neuen Argumente, Quellen oder Daten enthalten! Alles, was Sie im Fazit schreiben, muss bereits im Hauptteil besprochen worden sein.

3. Länge & Umfang: Wie lang sollte das Fazit sein?

Die Länge des Fazits hängt von der Gesamtlänge Ihrer Arbeit ab:

📏 Faustregel: 5-10% der Gesamtarbeit

Fazit = 5-10% der Arbeit

Beispiel: Bei 40 Seiten → Fazit 2-4 Seiten
Bei 60 Seiten → Fazit 3-6 Seiten

Konkrete Richtwerte

Arbeit Gesamtlänge Fazit-Länge
Hausarbeit 10-15 Seiten 0,5-1,5 Seiten
Seminararbeit 15-20 Seiten 1-2 Seiten
Bachelorarbeit 30-60 Seiten 2-6 Seiten
Masterarbeit 60-100 Seiten 3-10 Seiten
Doktorarbeit 150-300 Seiten 8-30 Seiten

Fazit Hausarbeit | Fazit Seminararbeit | Fazit Masterarbeit

Wie viele Wörter/Zeichen?

Umrechnung Seiten → Wörter:

  • 1 Seite ≈ 250-300 Wörter
  • 1 Seite ≈ 1.500-1.800 Zeichen (mit Leerzeichen)

Beispiel Bachelorarbeit (40 Seiten):

  • Fazit: 2-4 Seiten
  • = 500-1.200 Wörter
  • = 3.000-7.200 Zeichen

⚠️ Nicht zu kurz, nicht zu lang!

Zu kurz (< 2 Seiten bei Bachelorarbeit): Wirkt hastig, oberflächlich, als hätten Sie sich keine Mühe gegeben.

Zu lang (> 6 Seiten bei Bachelorarbeit): Wirkt redundant, Sie wiederholen sich zu viel.

Optimal: Genau so lang, dass alle Punkte (siehe Aufbau) sauber abgedeckt sind – nicht mehr, nicht weniger!

4. Was gehört ins Fazit?

Diese Elemente MÜSSEN im Fazit enthalten sein:

✅ 1. Zusammenfassung Thema & Vorgehen

  • Was haben Sie untersucht?
  • Welche Forschungsfrage?
  • Welche Methode?
  • Welcher theoretische Rahmen?

Umfang: 2-3 Sätze

✅ 2. Hauptergebnisse

  • Die 3-5 wichtigsten Erkenntnisse
  • Kurz & prägnant
  • Ohne Details
  • Fokus auf das Wesentliche

Umfang: 1 Absatz

✅ 3. Beantwortung Forschungsfrage

  • Direkte, klare Antwort
  • Forschungsfrage explizit aufgreifen
  • Keine vagen Formulierungen
  • JA/NEIN oder differenzierte Antwort

Umfang: 2-3 Sätze

✅ 4. Einordnung & Bedeutung

  • Was bedeuten die Ergebnisse?
  • Theoretische Relevanz
  • Praktische Relevanz
  • Beitrag zur Forschung

Umfang: 1 Absatz

✅ 5. Limitationen

  • Grenzen der Studie
  • 2-3 konkrete Limitationen
  • Ehrlich, aber nicht selbstzerstörerisch
  • Z.B. Stichprobe, Zeitraum, Methode

Umfang: 2-4 Sätze

✅ 6. Ausblick & Forschungsbedarf

  • Was sollte noch erforscht werden?
  • 2-3 konkrete Vorschläge
  • Offene Fragen
  • Verbesserungsvorschläge

Umfang: 1 Absatz

✓ Checkliste: Ist mein Fazit vollständig?

  • Thema & Forschungsfrage kurz zusammengefasst
  • Vorgehen/Methode erwähnt
  • 3-5 Hauptergebnisse präsentiert
  • Forschungsfrage direkt beantwortet
  • Theoretische Bedeutung erklärt
  • Praktische Relevanz aufgezeigt
  • 2-3 Limitationen genannt
  • Ausblick auf weitere Forschung gegeben
  • Starker Schlusssatz
  • Keine neuen Informationen/Quellen

5. Was gehört NICHT ins Fazit?

Diese Dinge sollten Sie im Fazit vermeiden:

❌ 1. Neue Argumente oder Quellen

Das Fazit darf KEINE neuen Informationen enthalten!

  • Keine neuen Theorien
  • Keine neuen Studien zitieren
  • Keine neuen Argumente
  • Nur das zusammenfassen, was vorher da war

❌ 2. Detaillierte Ergebnisse

Keine Zahlen, Tabellen oder detaillierte Statistiken!

  • Nur Haupterkenntnisse
  • Keine p-Werte, Korrelationen, etc.
  • Keine Tabellen oder Grafiken
  • Details gehören ins Ergebniskapitel

❌ 3. Lange Wiederholungen

Nicht die gesamte Arbeit nochmal erzählen!

  • Nicht jedes Kapitel zusammenfassen
  • Fokus auf Hauptaussagen
  • Kurz & prägnant bleiben
  • Copy-Paste aus Einleitung/Diskussion vermeiden

❌ 4. Persönliche Meinungen

Keine subjektiven Ansichten ohne wissenschaftliche Basis!

  • Nicht: "Ich finde...", "Meiner Meinung nach..."
  • Sondern: "Die Ergebnisse zeigen...", "Laut Studie..."
  • Objektiv bleiben
  • Wissenschaftliche Sprache verwenden

❌ 5. Entschuldigungen

Keine Selbstkritik à la "Diese Arbeit ist unvollständig"!

  • Nicht: "Leider konnte ich nicht..."
  • Nicht: "Die Arbeit hat viele Schwächen..."
  • Limitationen sachlich benennen, nicht entschuldigen
  • Selbstbewusst bleiben

❌ 6. Offene Fragen zur Forschungsfrage

Die Forschungsfrage MUSS beantwortet werden!

  • Nicht: "Das kann nicht eindeutig beantwortet werden"
  • Auch bei teilweiser Beantwortung: Klarheit schaffen
  • Begründen, wenn Frage nur teilweise beantwortet
  • Aber: Forschungsfrage ist zentral!

6. Fazit schreiben: Schritt-für-Schritt Anleitung

So schreiben Sie Ihr Fazit systematisch:

1

Einleitung nochmal lesen

Was haben Sie am Anfang versprochen?

  • Lesen Sie Ihre Einleitung komplett durch
  • Notieren Sie: Forschungsfrage, Zielsetzung, Aufbau
  • Das Fazit muss die Einleitung "schließen"
2

Hauptergebnisse sammeln

Was sind die 3-5 wichtigsten Erkenntnisse?

  • Gehen Sie durch Ihre Arbeit (Ergebnisse, Diskussion)
  • Listen Sie die Top 3-5 Erkenntnisse auf
  • Priorisieren: Was ist wirklich wichtig?
3

Forschungsfrage beantworten

Formulieren Sie die Antwort klar & direkt

  • Schreiben Sie die Antwort in 2-3 Sätzen auf
  • Greifen Sie die Forschungsfrage explizit auf
  • Keine Ausflüchte – klare Aussage!
4

Limitationen überlegen

Was waren die Grenzen Ihrer Arbeit?

  • Notieren Sie 5-10 mögliche Limitationen
  • Wählen Sie die 2-3 wichtigsten aus
  • Formulieren Sie sachlich (nicht entschuldigend!)
5

Ausblick entwickeln

Was sollte noch erforscht werden?

  • Welche Fragen bleiben offen?
  • Was könnten Folgestudien untersuchen?
  • 2-3 konkrete Vorschläge formulieren
6

Rohfassung schreiben

Jetzt alles zusammenfügen

  • Folgen Sie der 8-Punkte-Struktur (siehe Aufbau)
  • Erst mal runter schreiben, nicht perfektionieren
  • 2-4 Seiten anpeilen
7

Überarbeiten & kürzen

Jetzt geht es an den Feinschliff

  • Streichen Sie Wiederholungen
  • Kürzen Sie zu lange Sätze
  • Prüfen Sie: Alle Punkte aus Checkliste drin?
  • Lesen Sie laut vor – klingt es rund?

7. Formulierungshilfen: Satzanfänge für Ihr Fazit

Diese Formulierungen helfen Ihnen beim Schreiben:

📝 Einleitung ins Fazit

  • "Die vorliegende Arbeit hat untersucht, wie/ob/inwieweit..."
  • "Ziel dieser Arbeit war es, die Frage zu beantworten, ob..."
  • "Im Rahmen dieser Bachelorarbeit wurde analysiert, wie..."
  • "Diese Arbeit setzte sich mit der Frage auseinander, ob..."
  • "Die zentrale Forschungsfrage lautete: [...]"

📝 Zusammenfassung Vorgehen

  • "Zur Beantwortung dieser Frage wurde eine quantitative/qualitative Studie durchgeführt."
  • "Mittels einer empirischen Untersuchung mit X Probanden wurden..."
  • "Auf Basis einer Literaturanalyse von X Studien konnte gezeigt werden, dass..."
  • "Die theoretische Grundlage bildete die [Theorie], die durch [Methode] operationalisiert wurde."
  • "Es wurden X Experteninterviews/Umfragen durchgeführt und mittels [Methode] ausgewertet."

📝 Präsentation Hauptergebnisse

  • "Die Ergebnisse zeigen, dass..."
  • "Die Analyse ergab, dass..."
  • "Es konnte nachgewiesen werden, dass..."
  • "Die Studie belegt, dass..."
  • "Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass..."
  • "Die zentralen Erkenntnisse sind: Erstens..., zweitens..., drittens..."

📝 Beantwortung Forschungsfrage

  • "Die Forschungsfrage kann somit eindeutig mit JA/NEIN beantwortet werden."
  • "Auf Basis der Ergebnisse lässt sich die Forschungsfrage wie folgt beantworten: [...]"
  • "Die Untersuchung hat gezeigt, dass die Forschungsfrage differenziert zu beantworten ist: [...]"
  • "Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass..."
  • "Die zentrale Frage, ob..., kann bejaht/verneint werden, da..."

📝 Einordnung & Bedeutung

  • "Diese Erkenntnisse bestätigen/widerlegen die Theorie von [Autor]."
  • "Die Ergebnisse tragen zur Forschung bei, indem..."
  • "Für die Praxis bedeutet dies, dass..."
  • "Die theoretische Relevanz liegt darin, dass..."
  • "Unternehmen/Die Politik sollten daraus ableiten, dass..."

📝 Limitationen

  • "Die Studie unterliegt folgenden Limitationen: [...]"
  • "Einschränkend ist anzumerken, dass..."
  • "Die Ergebnisse sind auf [Kontext] begrenzt und können nicht auf [anderer Kontext] übertragen werden."
  • "Die Stichprobe von X Probanden erlaubt keine Generalisierung auf..."
  • "Eine Limitation besteht darin, dass nur [Zeitraum/Region/Gruppe] untersucht wurde."

📝 Ausblick & Forschungsbedarf

  • "Zukünftige Forschung sollte untersuchen, ob..."
  • "Weitere Studien könnten die Frage beantworten, wie..."
  • "Es wäre interessant zu erforschen, inwiefern..."
  • "Offene Fragen betreffen vor allem [...]"
  • "Folgestudien sollten eine größere/repräsentative Stichprobe einbeziehen."
  • "Eine Längsschnittstudie könnte klären, ob..."

📝 Schlusssatz

  • "Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass [Hauptaussage]."
  • "Die Arbeit hat gezeigt, dass [zentrale Erkenntnis] und damit einen wichtigen Beitrag zu [Thema] geleistet."
  • "[Thema] ist somit nicht [X], sondern [Y]."
  • "Diese Erkenntnisse unterstreichen die Bedeutung von [Thema] für [Praxis/Wissenschaft]."

8. Beispiele: So sieht ein gutes Fazit aus

Hier sehen Sie 3 Beispiele für gelungene Fazits in verschiedenen Fächern:

Beispiel 1: BWL (Social Media Marketing) – Quantitative Studie

Die vorliegende Arbeit hat den Einfluss von Social Media Marketing auf das Kaufverhalten junger Konsumenten (18-30 Jahre) untersucht. Mittels einer quantitativen Online-Umfrage mit 350 Probanden wurde analysiert, wie verschiedene Social-Media-Plattformen die Kaufentscheidung beeinflussen.

Die Ergebnisse zeigen, dass Instagram-Werbung die Kaufbereitschaft um 34% erhöht, während Facebook-Werbung nur 18% Zuwachs bringt. TikTok hat mit 42% den stärksten Effekt. Influencer-Marketing erweist sich als effektiver als klassische Display-Werbung. Die Forschungsfrage, ob Social Media das Kaufverhalten junger Konsumenten signifikant beeinflusst, kann somit eindeutig bejaht werden.

Diese Erkenntnisse bestätigen die Theorie des Social Proof und zeigen Unternehmen, dass Instagram- und TikTok-Marketing höhere ROI liefern als Facebook-Kampagnen. Für die Praxis bedeutet dies eine strategische Neuausrichtung der Werbebudgets hin zu visuell orientierten Plattformen.

Die Studie unterliegt folgenden Limitationen: Die Stichprobe beschränkt sich auf deutsche Probanden und ist nicht repräsentativ für andere Länder. Zudem wurde nur kurzfristiges Kaufverhalten untersucht, nicht langfristige Markenloyalität.

Zukünftige Forschung sollte Längsschnittstudien durchführen, um langfristige Effekte zu erfassen. Auch interkulturelle Vergleiche wären wertvoll, um zu klären, ob die Ergebnisse auf andere Märkte übertragbar sind. Social Media ist somit kein Trend, sondern ein zentraler Treiber modernen Konsumverhaltens.

Beispiel 2: Psychologie (Depression & Smartphone-Nutzung) – Qualitative Studie

Die vorliegende Bachelorarbeit hat den Zusammenhang zwischen exzessiver Smartphone-Nutzung und depressiven Symptomen bei Studierenden untersucht. Mittels zehn leitfadengestützter Experteninterviews mit klinischen Psychologen wurde analysiert, welche Mechanismen dieser Beziehung zugrunde liegen.

Die qualitative Inhaltsanalyse ergab drei zentrale Mechanismen: Erstens führt Social-Media-Konsum zu sozialem Vergleich und Minderwertigkeit. Zweitens verdrängt Smartphone-Nutzung soziale Interaktionen im echten Leben. Drittens stört nächtliche Nutzung den Schlafrhythmus, was depressive Symptome verstärkt. Die Forschungsfrage, ob ein kausaler Zusammenhang besteht, kann differenziert beantwortet werden: Die Experten sehen eine wechselseitige Verstärkung – Depression fördert Rückzug ins Smartphone, was wiederum depressive Symptome verschlimmert.

Diese Erkenntnisse erweitern die bestehende Forschung zur Medienpsychologie und zeigen Interventionsansätze auf: Therapeuten sollten Smartphone-Nutzung in die Behandlung depressiver Patienten einbeziehen.

Einschränkend ist anzumerken, dass nur Experten befragt wurden, nicht Betroffene selbst. Zudem beschränkt sich die Studie auf Deutschland.

Zukünftige Studien sollten Betroffene direkt befragen und quantitative Längsschnittdaten erheben, um Kausalität eindeutig zu klären. Die digitale Welt birgt somit psychische Risiken, die in Prävention und Therapie stärker berücksichtigt werden müssen.

Beispiel 3: Literaturwissenschaft (Identität bei Kafka) – Theoretische Arbeit

Die vorliegende Arbeit hat die Darstellung von Identität in Franz Kafkas „Die Verwandlung" und „Der Prozess" analysiert. Auf Basis existenzialistischer und psychoanalytischer Theorien (Sartre, Freud, Lacan) wurde untersucht, wie Kafka Identitätszerfall literarisch inszeniert.

Die Textanalyse zeigt, dass Kafka Identität als fragiles, durch äußere Kräfte bestimmtes Konstrukt darstellt. In „Die Verwandlung" erfolgt Identitätsverlust durch physische Transformation, in „Der Prozess" durch bürokratische Entfremdung. Beide Protagonisten scheitern am Versuch, ihre Identität zu behaupten. Die Forschungsfrage, wie Kafka Identitätskrisen narrativ gestaltet, lässt sich wie folgt beantworten: Kafka nutzt Verfremdung, surreale Elemente und passiv-hilflose Protagonisten, um existenzielle Ohnmacht zu verdeutlichen.

Diese Interpretation ergänzt die bisherige Kafka-Forschung, die oft biografische Deutungen bevorzugt. Die Arbeit zeigt, dass Kafkas Texte philosophische Fragen nach Selbstbestimmung und Fremdbestimmung verhandeln und damit zeitlos relevant bleiben.

Die Analyse beschränkt sich auf zwei Werke und kann nicht auf Kafkas Gesamtwerk generalisiert werden. Zudem wurden andere literaturtheoretische Ansätze (z.B. Poststrukturalismus) nicht berücksichtigt.

Weitere Forschung könnte Kafkas Spätwerk einbeziehen und postkoloniale Lesarten entwickeln. Kafkas Literatur bleibt somit ein Spiegel moderner Identitätskrisen.

9. Häufige Fehler beim Fazit vermeiden

Diese Fehler machen viele – so vermeiden Sie sie:

1

Fazit zu kurz

❌ Problem: "Zusammenfassend lässt sich sagen, dass X untersucht wurde. Die Ergebnisse zeigen Y." (½ Seite bei 40-Seiten-Arbeit)
✅ Lösung: Mindestens 2 Seiten! Alle Punkte aus der Checkliste abarbeiten.

2

Forschungsfrage nicht beantwortet

❌ Problem: Sie fassen zusammen, aber beantworten die zentrale Frage nicht direkt.
✅ Lösung: Forschungsfrage explizit aufgreifen und klar beantworten: "Die Forschungsfrage, ob..., kann mit JA beantwortet werden."

3

Neue Informationen einführen

❌ Problem: "Eine Studie von Müller (2024), die nach Abschluss dieser Arbeit erschien, zeigt..."
✅ Lösung: KEINE neuen Quellen, Argumente oder Daten im Fazit! Nur das zusammenfassen, was vorher da war.

4

Zu detailliert

❌ Problem: Sie wiederholen alle Ergebnisse mit Zahlen und Tabellen.
✅ Lösung: Nur Haupterkenntnisse, keine Details. "Die Umfrage zeigt starke Effekte" statt "p=0.003, r²=0.68".

5

Copy-Paste aus Einleitung

❌ Problem: Sie kopieren ganze Absätze aus der Einleitung.
✅ Lösung: Neu formulieren! Einleitung und Fazit sollen sich ergänzen, nicht wiederholen.

6

Zu viele Limitationen

❌ Problem: Sie zählen 10 Schwächen auf und wirken unsicher: "Leider hat diese Arbeit viele Mängel..."
✅ Lösung: 2-3 sachliche Limitationen, nicht entschuldigend formulieren!

7

Kein Ausblick

❌ Problem: Fazit endet abrupt ohne Ausblick auf weitere Forschung.
✅ Lösung: 2-3 konkrete Vorschläge für Folgestudien formulieren.

8

Persönliche Sprache

❌ Problem: "Ich habe herausgefunden...", "Meiner Meinung nach..."
✅ Lösung: Objektive Sprache: "Die Analyse zeigt...", "Die Ergebnisse belegen..."

9

Schwacher Schlusssatz

❌ Problem: "Damit ist die Arbeit abgeschlossen." (langweilig!)
✅ Lösung: Starker Schlusssatz, der Hauptaussage unterstreicht: "Social Media ist somit kein Trend, sondern ein zentraler Treiber modernen Konsumverhaltens."

10

Keine klare Struktur

❌ Problem: Fazit springt chaotisch zwischen Themen hin und her.
✅ Lösung: Folgen Sie der 8-Punkte-Struktur (siehe Aufbau)!

10. Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Wie lang sollte das Fazit einer Bachelorarbeit sein?

Faustregel: 5-10% der Gesamtarbeit. Bei einer 40-seitigen Bachelorarbeit sind das 2-4 Seiten. Zu kurz (< 2 Seiten) wirkt hastig, zu lang (> 6 Seiten) redundant. Optimal: So lang, dass alle Punkte (Zusammenfassung, Beantwortung Forschungsfrage, Einordnung, Limitationen, Ausblick) sauber abgedeckt sind.

Wann schreibe ich das Fazit?

Das Fazit schreiben Sie zum Schluss – nach allen anderen Kapiteln! Sie können es erst schreiben, wenn die Arbeit komplett ist, denn Sie müssen ja zusammenfassen, was Sie gemacht haben. Empfehlung: Fazit als vorletztes schreiben (vor dem Abstract). → Zeitplan

Was ist der Unterschied zwischen Fazit und Zusammenfassung?

Fazit > Zusammenfassung. Eine Zusammenfassung fasst nur zusammen. Ein Fazit fasst zusammen UND interpretiert UND ordnet ein UND gibt Ausblick. Das Fazit ist also umfassender als eine reine Zusammenfassung. Viele Unis verwenden die Begriffe synonym, gemeint ist aber meist ein Fazit.

Darf ich im Fazit neue Quellen zitieren?

NEIN! Absolut keine neuen Quellen im Fazit! Alles, was Sie im Fazit schreiben, muss bereits im Hauptteil besprochen worden sein. Das Fazit darf keine neuen Informationen, Argumente oder Quellen enthalten. Nur zusammenfassen und einordnen, was schon da war.

Muss ich die Forschungsfrage im Fazit nochmal nennen?

JA, unbedingt! Die Forschungsfrage sollten Sie im Fazit explizit aufgreifen und direkt beantworten. Formulierung wie: "Die Forschungsfrage, ob..., kann mit JA beantwortet werden" oder "Auf Basis der Ergebnisse lässt sich die Forschungsfrage wie folgt beantworten: [...]"

Was kommt nach dem Fazit?

Nach dem Fazit kommt nur noch: (1) Literaturverzeichnis, (2) Anhang (falls vorhanden), (3) Eidesstattliche Erklärung. Das Fazit ist das letzte inhaltliche Kapitel Ihrer Arbeit – danach nur noch formale Teile.

Unterscheidet sich das Fazit je nach Art der Arbeit?

Ja, leicht: Bei empirischen Arbeiten liegt der Fokus auf Ergebnissen und deren Bedeutung. Bei Literaturarbeiten auf Synthese verschiedener Theorien. Bei theoretischen Arbeiten auf der Entwicklung/Verfeinerung von Konzepten. Aber die Grundstruktur (Zusammenfassung, Beantwortung, Einordnung, Limitationen, Ausblick) ist gleich. → Empirische Arbeit | Literaturarbeit

Was sind gute Formulierungen für den Anfang des Fazits?

Klassische Einstiege: "Die vorliegende Arbeit hat untersucht, wie/ob/inwieweit...", "Ziel dieser Arbeit war es, die Frage zu beantworten, ob...", "Im Rahmen dieser Bachelorarbeit wurde analysiert, wie...". Wichtig: Direkt ins Thema einsteigen, keine Floskeln wie "Zum Abschluss..."

Muss ich Limitationen im Fazit nennen?

JA, das gehört zum wissenschaftlichen Arbeiten! 2-3 konkrete Limitationen nennen (z.B. kleine Stichprobe, regionale Begrenzung, kurzer Zeitraum). Aber: Sachlich formulieren, nicht entschuldigend! "Die Studie beschränkt sich auf..." statt "Leider konnte ich nur..."

Wie formuliere ich einen guten Schlusssatz?

Der Schlusssatz sollte stark sein und die Hauptaussage unterstreichen. Keine neuen Infos mehr! Beispiele: "Social Media ist somit kein Trend, sondern ein zentraler Treiber modernen Konsumverhaltens." oder "Diese Erkenntnisse unterstreichen die Bedeutung von [Thema] für [Praxis/Wissenschaft]."

Kann ich Copy-Paste aus der Einleitung verwenden?

NEIN, besser nicht! Einleitung und Fazit sollen sich ergänzen, nicht wiederholen. Die Einleitung führt hin, das Fazit schließt ab. Sie können ähnliche Gedanken aufgreifen, aber neu formulieren. Copy-Paste wirkt faul und fällt auf.

Kann ich professionelle Hilfe beim Fazit bekommen?

Ja! Wenn Sie unsicher sind, können Sie Ihr Fazit professionell überarbeiten lassen. Professionelle Ghostwriter helfen bei Strukturierung, Formulierung und Überarbeitung. Auch Lektorat ist sinnvoll, um sprachliche Fehler zu eliminieren.

Professionelle Unterstützung für Ihr Fazit

Unsicher, ob Ihr Fazit alle Anforderungen erfüllt? Unsere erfahrenen Ghostwriter & Lektoren helfen Ihnen bei Strukturierung, Formulierung und Überarbeitung – damit Ihr Fazit die Arbeit perfekt abschließt!

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