Experten für Kariologie: Kariesdiagnostik, Prävention & Therapie

Akademische Expertise in der Kariologie – von der Biofilmforschung über moderne Diagnostik bis zur minimalinvasiven Kariesentfernung und Präventionsstrategien.

Kariesätiologie
Diagnostik & ICDAS
Präventive Zahnmedizin
Promovierte Zahnmediziner
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Grundlagen der Kariologie

Die Kariologie ist die Wissenschaft von der Zahnkaries – ihrer Entstehung, Diagnostik, Prävention und Therapie. Sie bildet eine Kernkompetenz der Zahnmedizin und hat sich von einer rein restaurativen zu einer präventiv-minimalinvasiven Disziplin entwickelt. Für anspruchsvolle wissenschaftliche Arbeiten in diesem Fachgebiet stehen Ihnen unsere erfahrenen Zahnmedizin-Ghostwriter zur Seite.

Definition der Karies

Zahnkaries ist eine multifaktorielle, biofilmvermittelte, dynamische Erkrankung, die durch ein Ungleichgewicht zwischen De- und Remineralisation der Zahnhartsubstanz gekennzeichnet ist. Sie führt zu einem Nettomineralverlust, der bei Progression in einer Kavitation resultiert.

Paradigmenwechsel in der Kariologie

❌ Altes Paradigma

  • Karies = Loch im Zahn
  • Spezifische Infektion (S. mutans)
  • Therapie = Exkavation + Füllung
  • "Extension for prevention"
  • GV Black: "Remove all caries"

✅ Neues Paradigma

  • Karies = Dynamischer Prozess
  • Dysbiose des Biofilms
  • Prävention > Restauration
  • Minimalinvasive Zahnmedizin
  • "Seal, heal, or restore"
💡 Wissenschaftlicher Hinweis: Die Kariologie bietet aktuelle Forschungsfelder: Biofilm-Forschung, Speicheldiagnostik, Remineralisationsstrategien, neue Diagnostikmethoden, minimalinvasive Exkavationskonzepte, Kariesimpfstoffe, Probiotika. Für Ihre Dissertation bieten wir aktuelle Themenvorschläge aus der Zahnmedizin.

Kariesätiologie & Pathogenese

Karies entsteht durch das Zusammenspiel von Wirt (Zahn, Speichel), Mikroorganismen (Biofilm), Substrat (Kohlenhydrate) und Zeit. Die ökologische Plaque-Hypothese erklärt die Verschiebung zu einem kariogenen Biofilm.

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Biofilm & Mikrobiom

Dentaler Biofilm (Plaque) ist eine komplexe mikrobielle Gemeinschaft. Karies ist keine klassische Infektion, sondern eine Dysbiose.

Schlüsselorganismen:

  • Streptococcus mutans: Klassischer Leitkeim, säureproduktiv, säuretolerant, Glucan-Synthese
  • Lactobacillus spp.: Progressionsmarker, Dentinkaries
  • Bifidobacterium spp.: Tiefe Dentinkaries
  • Actinomyces spp.: Wurzelkaries
  • Scardovia wiggsiae: Early Childhood Caries

Ökologische Plaque-Hypothese (Marsh):

Häufige Zuckerzufuhr → Niedriger pH → Selektion säuretoleranter Spezies → Dysbiose → Karies

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Substrat & Ernährung

Fermentierbare Kohlenhydrate, insbesondere Zucker, sind das Substrat für die bakterielle Säureproduktion.

Kariogenität:

  • Saccharose: Höchste Kariogenität (Glucan-Synthese)
  • Glukose, Fruktose: Hoch kariogen
  • Stärke: Niedrig (wenn nicht aufgeschlossen)
  • Zuckeralkohole (Xylit): Nicht kariogen, antikariogen

Stephan-Kurve:

pH-Abfall nach Zuckerzufuhr unter kritischen pH 5,5 (Schmelz) bzw. 6,2–6,7 (Dentin). Erholung durch Speichelpufferung in 20–40 min.

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Wirt: Speichel

Speichel ist der wichtigste protektive Faktor. Er ermöglicht Clearance, Pufferung und Remineralisation.

Protektive Funktionen:

  • Clearance: Mechanische Spülung, Verdünnung
  • Pufferung: Bikarbonat-, Phosphat-, Proteinpuffer
  • Remineralisation: Kalzium, Phosphat, Fluorid
  • Antimikrobiell: Lysozym, Lactoferrin, IgA
  • Pellikel: Schutzschicht auf Schmelz

Hyposalivation:

Speichelflussrate <0,1 ml/min (unstimuliert) oder <0,5 (stimuliert). ursachen: medikamente, sjögren, radiatio. drastisch erhöhtes kariesrisiko.

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Wirt: Zahnstruktur

Die Zusammensetzung und Morphologie der Zahnhartsubstanz beeinflusst die Kariesanfälligkeit.

Schmelz:

96% anorganisch (Hydroxylapatit). Kritischer pH 5,5. Initialkaries reversibel (White Spot).

Dentin:

70% anorganisch, 20% organisch. Kritischer pH 6,2–6,7. Tubuläre Struktur → schnellere Progression.

Prädilektionsstellen:

  • Fissuren und Grübchen
  • Approximalflächen (unterhalb Kontaktpunkt)
  • Glattflächen zervikal (bei Rezession)
  • Restaurationsränder

⚖️ De- und Remineralisation

Karies ist ein dynamisches Gleichgewicht. Jede Säureattacke führt zu Demineralisation, die durch Speichel und Fluorid ausgeglichen werden kann.

Demineralisation ⬇️

  • Niedriger pH (<5,5)
  • Häufige Zuckerzufuhr
  • Langer Biofilm-Kontakt
  • Hyposalivation

Remineralisation ⬆️

  • Neutraler/alkalischer pH
  • Fluorid
  • Kalzium, Phosphat im Speichel
  • Ausreichend Speichelfluss

Kariesdiagnostik

Die moderne Kariesdiagnostik zielt auf die frühzeitige Erkennung initialer, noch reversibler Läsionen. Neben visuell-taktilen Methoden kommen apparative Verfahren zum Einsatz.

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Visuell-taktile Diagnostik

Goldstandard der klinischen Kariesdiagnostik. Erfordert saubere, trockene Zahnoberflächen und gute Beleuchtung.

Technik:

  • Professionelle Zahnreinigung vor Diagnostik
  • Trocknung mit Luftbläser (5 sec)
  • Gute Beleuchtung, Lupenbrille/Mikroskop
  • Sonde nur zur Texturprüfung (nicht stechen!)

Befunde:

  • White Spot: Opake Verfärbung nach Trocknung (Initialkaries)
  • Brown Spot: Inaktive, remineralisierte Läsion
  • Kavitation: Einbruch der Oberfläche
  • Verfärbung: Unter intaktem Schmelz (hidden caries)
📊

ICDAS (International Caries Detection and Assessment System)

Standardisiertes visuelles Scoring-System für Kariesläsionen. Ermöglicht reproduzierbare Befundung und Verlaufskontrolle.

Code Beschreibung
0 Gesund
1 Erste sichtbare Veränderung im Schmelz (nach Trocknung)
2 Deutliche Veränderung im Schmelz (ohne Trocknung sichtbar)
3 Lokalisierter Schmelzeinbruch (ohne Dentinexposition)
4 Schatten im Dentin (unter Schmelz)
5 Deutliche Kavität mit Dentinexposition
6 Ausgedehnte Kavität mit Dentinexposition
📷

Röntgendiagnostik

Unverzichtbar für die Diagnostik approximaler Läsionen. Erst ab 30–40% Mineralverlust röntgenologisch sichtbar.

Bissflügelaufnahmen (BW):

Goldstandard für Approximalkaries und sekundärkaries. 2× (rechts/links) = Standard.

Befunde:

  • E1: Äußere Schmelzhälfte
  • E2: Innere Schmelzhälfte
  • D1: Äußeres Dentindrittel
  • D2: Mittleres Dentindrittel
  • D3: Inneres Dentindrittel (pulpanah)

Wichtig:

Röntgenologische Ausdehnung unterschätzt klinische Ausdehnung um ca. eine Stufe!

🔬

Apparative Methoden

Laserfluoreszenz (DIAGNOdent)

Fluoreszenz kariösen Dentins. Hilfsmittel für Okklusalflächen. Falsch-positiv bei Verfärbungen, Zahnstein.

FOTI/DIFOTI (Transillumination)

Durchleuchtung mit Licht. Approximalkaries als Schatten. Kein Strahlenrisiko.

Quantitative Lichtfluoreszenz (QLF)

Fluoreszenzbildgebung für Forschung und Monitoring. Quantifizierung des Mineralverlusts.

Elektrische Widerstandsmessung (ECM)

Porosität demineralisierter Schmelz = erhöhte Leitfähigkeit. Wenig verbreitet.

Kariesrisikoassessment

Die individuelle Risikoeinschätzung ist Grundlage für risikoadaptierte Prävention und Recallintervalle. Sie berücksichtigt Karieserfahrung, biologische und soziale Faktoren.

📈 Risikofaktoren

Klinische Faktoren

  • Karieserfahrung (DMF-T/dmf-t) – stärkster Prädiktor!
  • Aktive Läsionen (ICDAS 1–2)
  • Sichtbare Plaque
  • Gingivitis/Blutung
  • Freiliegende Wurzeloberflächen

Speichelfaktoren

  • Hyposalivation
  • Niedrige Pufferkapazität
  • Hohe S. mutans / Lactobacillus-Zahl

Verhaltens-/Soziale Faktoren

  • Häufiger Zuckerkonsum
  • Unzureichende Mundhygiene
  • Keine Fluoridexposition
  • Niedriger sozioökonomischer Status
  • Unregelmäßige Zahnarztbesuche

Medizinische Faktoren

  • Xerostomie (Medikamente, Radiatio)
  • Kieferorthopädische Apparaturen
  • Behinderung (eingeschränkte Mundhygiene)
  • Gastroösophagealer Reflux

🛡️ Protektive Faktoren

  • Regelmäßige Fluoridexposition (Zahnpasta, professionell)
  • Normaler Speichelfluss und Pufferkapazität
  • Gute Mundhygiene (Plaque-Kontrolle)
  • Regelmäßige Zahnarztbesuche
  • Fissurenversiegelung
  • Zuckerarme Ernährung
  • Xylit-Kaugummi

📊 Cariogram

Software-basiertes Risiko-Modell zur Visualisierung des individuellen Kariesrisikos. Zeigt Chance zur Kariesvermeidung als Tortendiagramm.

Einbezogene Faktoren:

  • Karieserfahrung
  • Systemische Erkrankungen
  • Ernährungsinhalt und -frequenz
  • Plaqueindex
  • S. mutans-Zahl
  • Fluoridprogramm
  • Speichelmenge und Pufferkapazität
  • Klinische Bewertung

🎯 CAMBRA

Caries Management by Risk Assessment. Amerikanisches evidenzbasiertes Protokoll für Risikoeinschätzung und -basierte Therapie.

Risikogruppen:

Low

Keine aktiven Läsionen, geringe Risikofaktoren

Moderate

1–2 kariöse Läsionen/3 Jahre, moderate Faktoren

High

≥3 Läsionen/3 Jahre oder Hochrisikofaktoren

Extreme

Hyposalivation, Radiatio, multiple Läsionen

Kariesprophylaxe

Prävention ist der Eckpfeiler moderner Kariologie. Sie umfasst Fluoridanwendung, Versiegelung, Ernährungsberatung und Mundhygieneinstruktion.

💎 Fluoridierung

Fluorid ist der wirksamste präventive Faktor gegen Karies. Es hemmt die Demineralisation und fördert die Remineralisation.

Wirkmechanismen:

  • Hemmung der bakteriellen Säureproduktion (Enolase)
  • Förderung der Remineralisation
  • Bildung von Fluorapatit (säureresistenter)
  • Hemmung der Demineralisation

Fluoridanwendung:

Anwendung Konzentration Frequenz
Zahnpasta (Kinder <6j) 1.000 ppm 2×/Tag
Zahnpasta (ab 6J, Erwachsene) 1.450 ppm 2×/Tag
Mundspülung 0,05% NaF 1×/Tag
Gel (Elmex) 12.500 ppm 1×/Woche
Professioneller Lack 22.600 ppm 2–4×/Jahr

🔒 Fissurenversiegelung

Versiegelung retentiver Fissuren mit Kunststoff. Hocheffektive Prävention bei Molaren (bis 80% Kariesreduktion).

Indikation:

  • Kariesfreie, tiefe/retentive Fissuren
  • Erhöhtes Kariesrisiko
  • Initiale Fissurenläsion (präventive Versiegelung)
  • Bleibende Molaren (6er, 7er)

Technik:

  1. Reinigung der Fissur
  2. Relative Trockenlegung
  3. Schmelzätzung (30–60 sec)
  4. Spülung und Trocknung
  5. Versiegler-Applikation (dünn!)
  6. Lichthärtung
  7. Okklusionskontrolle

Materialien:

Kunststoff-basiert (BisGMA), Glasionomerzement (selbstadhäsiv, Fluoridabgabe)

🍎 Ernährungsberatung

Reduktion der Zuckerfrequenz ist wichtiger als die absolute Zuckermenge. "Zuckerfreie Fenster" ermöglichen Remineralisation.

Empfehlungen:

  • Zuckerhaltige Speisen/Getränke zu Hauptmahlzeiten
  • Keine süßen Zwischenmahlzeiten
  • Wasser als Durstlöscher
  • Zuckeraustauschstoffe (Xylit, Erythrit)
  • Kaugummi nach Mahlzeiten (Speichelstimulation)
  • Käse als "Dessert" (Kalzium, Pufferung)

Ernährungstagebuch:

3–7-Tage-Protokoll zur Analyse von Zuckerfrequenz und -zeitpunkten.

🪥 Mundhygieneinstruktion

Mechanische Biofilmentfernung ist Basis der Kariesprävention. Technik und Hilfsmittel individuell anpassen.

Zahnbürste:

Weiche Borsten, kleiner Kopf. Elektrische Zahnbürsten (oszillierend-rotierend) bei eingeschränkter Motorik vorteilhaft.

Interdentalreinigung:

  • Zahnseide (enge Kontakte)
  • Interdentalbürsten (offene Interdentalräume) – effektiver als Zahnseide!

Putztechnik:

Bass-Technik (45° zum Zahnfleisch, rütteln). 2× täglich 2 min. Systematisch alle Flächen.

Fluorid-Tipp:

Nach dem Putzen nur ausspucken, nicht ausspülen ("Spit, don't rinse").

✨ Remineralisationstherapie

Initiale Schmelzläsionen (White Spots) können durch Remineralisation repariert werden. Non-invasive Behandlung vor Kavitation.

Fluorid

Fluoridlack 2–4×/Jahr. Hochdosis-Fluoridgel. Bildet Fluorapatit.

CPP-ACP (Casein-Phosphopeptid-Amorphes Calciumphosphat)

Tooth Mousse®. Liefert bioverfügbares Kalzium und Phosphat. Zusätzlich zu Fluorid.

Kariesinfiltration (Icon®)

Infiltration initialer Läsionen mit niedrigviskösem Kunststoff. Stoppt Progression, Ästhetikverbesserung.

Silberdiaminfluorid (SDF)

38% Ag(NH₃)₂F. Arrestiert Karies. Schwarzfärbung! Für Kinder, Senioren, non-invasiv.

Kariesexkavation & Therapie

Die Therapie der Karies richtet sich nach Läsionstiefe und -aktivität. Moderne Konzepte betonen die Erhaltung von Zahnhartsubstanz und Pulpavitalität.

🎯 Therapieentscheidung nach ICDAS

0–2 Non-invasiv: Remineralisation, Fluorid, Versiegelung
3 Mikro-invasiv: Infiltration oder Versiegelung
4 Minimalinvasiv: Selektive Exkavation, Restauration
5–6 Invasiv: Kariesexkavation, Restauration

🔬 Exkavationskonzepte

Selektive Exkavation (pulpanah)

Peripher vollständige Exkavation, pulpanah ledriges Dentin belassen. Erhalt der Pulpavitalität. Aktueller Standard bei tiefer Karies.

Stepwise Excavation

Zweizeitig: Erst peripher, temporärer Verschluss (6–12 Monate), dann endgültige Exkavation. Tertiärdentinbildung. Zunehmend durch selektive Exkavation ersetzt.

Vollständige Exkavation

Entfernung aller demineralisierten Dentin. Nur bei flacher/mittlerer Karies ohne Pulparisiko.

Keine Exkavation (Sealed Caries)

Bei restaurativ erfassbarer Kavität ohne Pulpabeteiligung: dichter Verschluss ohne Exkavation. Kariesarrest unter Restauration. Forschungskonzept.

⚙️ Exkavationsmethoden

Rosenbohrer (konventionell)

Rotierende Exkavation mit Rosenbohrer (langsam). Schnell, aber wenig selektiv. Gefahr der Überexkavation.

Handexkavation

Exkavator (Löffel). Taktile Kontrolle ("kratzt" auf hartem Dentin). Goldstandard pulpanah.

Chemo-mechanisch (Carisolv)

Gel löst kariöses Dentin selektiv auf. Schonend, langsam. Kaum noch verwendet.

Polymer-Rosenbohrer

Selbstlimitierend: Entfernt nur weiches Dentin, stoppt auf hartem. Selektive Exkavation.

Laser (Er:YAG)

Selektive Ablation kariösen Dentins. Teuer, keine breite Anwendung.

🩺 Kariesindikator (Kariesdetektoren)

Färbelösungen zur Visualisierung kariösen Dentins. Kritische Bewertung nötig.

Produkte:

  • Caries Detector (Säurefuchsin 1%)
  • Caries Marker (Propylenglykol-basiert)

Kritik:

  • Färbt auch remineralisationsfähiges Dentin
  • Überexkavation möglich
  • Pulpanah nicht empfohlen

Empfehlung:

Nur an Schmelz-Dentin-Grenze zur Kontrolle vollständiger Exkavation. Pulpanah: taktile Kontrolle!

💡 Forschungsperspektive: Aktuelle Forschungsfelder umfassen selektive vs. vollständige Exkavation, Hall-Technik bei Kindern, Kariesinfiltration, Silberdiaminfluorid, Bioaktive Materialien (MTA, Biodentine) für direkte Überkappung. Wissenschaftliche Unterstützung für Ihre Arbeit bieten unsere qualifizierten Experten für zahnmedizinische Forschungsprojekte.

Restaurative Konzepte

Nach der Kariesexkavation erfolgt die Restauration des Defekts. Die Materialwahl richtet sich nach Lokalisation, Größe und funktionellen Anforderungen.

🔵 Komposite

Kunstharzbasierte Füllungsmaterialien. Aktueller Standard für direkte Restaurationen im Front- und Seitenzahnbereich.

Zusammensetzung:

Matrix (BisGMA, UDMA, TEGDMA) + Füller (Quarz, Glas, Keramik) + Verbundphase (Silan).

Vorteile:

  • Ästhetik (zahnfarben)
  • Adhäsive Befestigung (Substanzschonung)
  • Reparierbar

Nachteile:

  • Polymerisationsschrumpfung
  • Techniksensitivität
  • Sekundärkariesrisiko an Rändern

🟢 Glasionomerzemente (GIZ)

Selbstadhäsive, fluoridfreisetzende Zemente. Indikation: Milchzähne, Klasse-V, provisorisch, ART.

Vorteile:

  • Chemische Haftung an Schmelz und Dentin
  • Fluoridabgabe und -aufnahme
  • Einfache Verarbeitung
  • Biokompatibel

Nachteile:

  • Geringe Festigkeit und Abrasionsbeständigkeit
  • Ästhetik eingeschränkt
  • Feuchtigkeitsempfindlich initial

Kunststoffmodifizierte GIZ:

Verbesserte mechanische Eigenschaften, lichthärtend. Kompromiss zwischen GIZ und Komposit.

🩶 Amalgam

Quecksilberlegierung. Historisch bewährt, heute rückläufig (EU-Regulierung, Ästhetik).

Vorteile:

  • Langlebig (15–25 Jahre)
  • Selbstheilende Randspalten (Korrosionsprodukte)
  • Technik-unempfindlich
  • Kostengünstig

Nachteile:

  • Ästhetik (metallfarben)
  • Quecksilberfreisetzung (minimal, umstritten)
  • Keine Adhäsion (Substanzabtrag nötig)

EU-Regelung:

Verbot bei Kindern <15j, schwangeren, stillenden (seit 2018). ausstieg bis 2030 geplant.

⬜ Indirekte Restaurationen

Laborgefertigte Restaurationen für größere Defekte. Keramik oder Gold.

Typen:

  • Inlay: Innerhalb der Höcker
  • Onlay: Überdeckt ≥1 Höcker
  • Overlay/Teilkrone: Überdeckt alle Höcker

Materialien:

  • Keramik: Ästhetisch, abrasionsbeständig (Lithiumdisilikat, Feldspatkeramik)
  • Gold: Höchste Langlebigkeit, Randschluss, aber Ästhetik
  • CAD/CAM-Komposit: Chairside-Herstellung möglich

Das sagen unsere Kunden

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Häufige Fragen zum Fachbereich Kariologie

Welche Themen eignen sich für Dissertationen in der Kariologie?

Die Kariologie bietet vielfältige Forschungsthemen: Biofilm-Zusammensetzung und -Metabolismus, Speicheldiagnostik (Biomarker), Fluoridwirkung und -applikationsformen, Effizienz von Präventionsprogrammen, minimalinvasive Exkavationskonzepte (selektiv vs. vollständig), Kariesinfiltration, Silberdiaminfluorid (SDF), Kariesrisikomodelle, neue Restaurationsmaterialien.

Was ist der Unterschied zwischen ICDAS und DMF-T?

DMF-T (Decayed-Missing-Filled Teeth) erfasst nur kavitierte Karies und ist ein epidemiologischer Index. ICDAS (International Caries Detection and Assessment System) ist ein differenziertes klinisches Scoring-System, das auch initiale, nicht-kavitierte Läsionen erfasst (Codes 1–6) und damit für Früherkennung und Verlaufskontrolle geeignet ist.

Was ist selektive Kariesexkavation?

Bei der selektiven Exkavation wird peripher (an der Schmelz-Dentin-Grenze) vollständig exkaviert, pulpanah jedoch weiches, ledriges Dentin belassen. Dies vermeidet Pulpaeröffnungen bei tiefer Karies und erhält die Pulpavitalität. Die Evidenz zeigt bessere Ergebnisse als vollständige Exkavation bezüglich Pulpaerhalt.

Wie wirkt Fluorid gegen Karies?

Fluorid wirkt mehrfach: Es hemmt die bakterielle Säureproduktion (Enolase-Hemmung), fördert die Remineralisation durch Kalzium- und Phosphat-Einbau, bildet säureresistenteres Fluorapatit und hemmt direkt die Demineralisation. Der wichtigste Effekt ist die lokale, posteruptive Wirkung – deshalb ist regelmäßige Fluoridanwendung entscheidend.

Was ist die ökologische Plaque-Hypothese?

Die ökologische Plaque-Hypothese (Marsh) erklärt Karies als Folge einer Dysbiose: Häufige Zuckerzufuhr führt zu niedrigem pH im Biofilm, was säuretolerante Spezies (S. mutans, Lactobacilli) selektiert. Die Verschiebung der Mikrobiom-Zusammensetzung, nicht ein einzelner Erreger, verursacht die Karies. Dies begründet den Ansatz, den Biofilm zu modulieren statt zu eliminieren.

Werden auch In-vitro-Studien und Laborarbeiten unterstützt?

Ja, wir unterstützen alle Studientypen: In-vitro-Untersuchungen (Demineralisations-/Remineralisationsmodelle, Biofilmstudien, Materialprüfungen), klinische Studien (Präventionsprogramme, Exkavationskonzepte), epidemiologische Erhebungen und systematische Reviews. Unsere Autoren haben Erfahrung mit kariologischer Grundlagen- und klinischer Forschung.

Fragen zum Fachbereich Kariologie?

Unsere Experten beraten Sie zu Dissertationsthemen, Studiendesigns und wissenschaftlichen Arbeiten – mit der Expertise, die die Kariologie verlangt.

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