Kieferorthopädie: Brackets, Aligner & Dysgnathiechirurgie

Akademische Expertise in der Kieferorthopädie – von der Angle-Klassifikation über biomechanische Prinzipien bis zur kombiniert kieferorthopädisch-kieferchirurgischen Therapie.

Festsitzende Apparaturen
Aligner-Therapie
Skelettale Verankerung
Promovierte Zahnmediziner
Unverbindlich anfragen

Grundlagen der Kieferorthopädie

Die Kieferorthopädie befasst sich mit der Diagnose, Prävention und Behandlung von Zahn- und Kieferfehlstellungen (Dysgnathien). Sie umfasst die dentale, skelettale und funktionelle Analyse sowie die Therapie mit herausnehmbaren und festsitzenden Apparaturen. In enger Zusammenarbeit mit Ghostwriter für zahnmedizinische Arbeiten unterstützen wir Sie bei wissenschaftlichen Projekten in diesem Spezialgebiet.

Angle-Klassifikation

Die Angle-Klassifikation (1899) beschreibt die sagittale Relation der ersten Molaren und bleibt trotz Limitationen der Goldstandard für die Bissklassifikation.

Klasse I (Neutralbiss)

Mesiobukkalhöcker des oberen 6ers greift in die Fissur des unteren 6ers. Normale sagittale Molarenrelation, Abweichungen nur dental.

Klasse II (Distalbiss)

Unterkiefer relativ zum Oberkiefer distal. Klasse II/1: Protrusion OK-Front. Klasse II/2: Retrusion OK-Front, Tiefbiss.

Klasse III (Mesialbiss)

Unterkiefer relativ zum Oberkiefer mesial. Progenie, häufig mit umgekehrtem Overjet (frontaler Kreuzbiss).

Ätiologie von Dysgnathien

Zahn- und Kieferfehlstellungen haben multifaktorielle Ursachen: Genetik (70–80% bei skelettalen Anomalien), Habits (Daumenlutschen, Mundatmung, Zungenpressen), Frühzeitiger Milchzahnverlust, Anomalien (Lippen-Kiefer-Gaumenspalten, Syndrome), Trauma. Die Unterscheidung zwischen dentoalveolärer und skelettaler Komponente ist therapieentscheidend.

💡 Wissenschaftlicher Hinweis: Die Kieferorthopädie bietet vielfältige Forschungsansätze: Biomechanik, Materialwissenschaften (Drähte, Brackets), Aligner-Effektivität, 3D-Diagnostik und -Planung, Wachstumsprädiktion, Langzeitstabilität, kieferorthopädisch induzierte Wurzelresorptionen. Themenvorschläge für Ihre Dissertation finden Sie in unserer Übersicht zu Promotionsthemen der Zahnmedizin.

Kieferorthopädische Diagnostik

Die systematische kieferorthopädische Diagnostik umfasst klinische Untersuchung, Modellanalyse, Röntgendiagnostik und Fotodokumentation als Grundlage für Diagnose und Behandlungsplanung.

👤

Klinische Untersuchung

Systematische extraorale und intraorale Befunderhebung zur Erfassung des Ist-Zustands.

Extraoral

Gesichtsproportionen (Drittelung), Symmetrie, Profil (konvex/gerade/konkav), Lippentreppe, Lippenschluss, Kinnposition.

Intraoral

Okklusion, Overjet, Overbite, Mittellinienverschiebung, Kreuzbiss, Engstand/Lücken, Zahnstatus, Habits.

Funktionsanalyse

Mundöffnung, Kiefergelenkgeräusche, Deviation/Deflexion, Muskulaturpalpation, Zungenposition/-funktion.

📐

Modellanalyse

Vermessung der Studienmodelle zur Quantifizierung von Platzverhältnissen und Okklusionsbeziehungen.

Platzanalyse

Platzbedarf (Zahnbreiten) vs. Platzangebot (Zahnbogen). Engstand negativ, Lücken positiv.

Bolton-Analyse

Verhältnis OK-/UK-Zahnbreiten. Anterior Ratio 77,2%, Overall Ratio 91,3%. Diskrepanz beeinflusst Okklusion.

Pont-Index

Relation Schneidezahnbreite zu Zahnbogenbreite. Transversale Analyse, Indikation für Dehnung.

📷

Röntgendiagnostik

Bildgebende Verfahren zur Analyse von Skelett, Zähnen und Weichteilen.

OPG (Orthopantomogramm)

Übersicht Gebiss, Zahnanlagen, Retentionen, Wurzeln, Kiefergelenke. Screening-Standard.

FRS (Fernröntgenseitenbild)

Kephalometrische Analyse. Skelettale und dentale Relationen, Weichteilprofil.

DVT/CBCT

3D-Diagnostik bei impaktierten Zähnen, skelettaler Asymmetrie, Kiefergelenken, Atemwegen.

📊

Kephalometrie

Vermessung des FRS zur quantitativen Analyse skelettaler und dentaler Relationen.

Wichtige Winkel & Strecken:

  • SNA: Oberkieferposition zur Schädelbasis (82° ± 2°)
  • SNB: Unterkieferposition zur Schädelbasis (80° ± 2°)
  • ANB: Sagittale Kieferrelation (2° ± 2°)
  • Wits-Appraisal: Skelettale Relation auf Okklusionsebene
  • ML-NL: Interbasiswinkel, vertikales Wachstumsmuster
  • Interinzisalwinkel: Achsenstellung der Frontzähne

🏥 KIG (Kieferorthopädische Indikationsgruppen)

Das KIG-System (Deutschland) klassifiziert den Behandlungsbedarf nach Schweregrad. Stufen 1–2: keine Kassenleistung. Stufen 3–5: Kassenleistung.

D Distalbiss (Overjet)
M Mesialbiss (umgekehrter Overjet)
O Offener Biss
T Tiefbiss
B Transversale Abweichung
K Kreuzbiss
E Engstand
P Platzmangel

Biomechanische Grundlagen

Das Verständnis der Biomechanik ist essentiell für die vorhersagbare Zahnbewegung. Kraft, Drehmoment und Verankerung bestimmen das Behandlungsergebnis.

⚡ Zahnbewegung

Kieferorthopädische Kräfte induzieren Knochenumbau durch Osteoklasten- (Druckseite) und Osteoblastenaktivität (Zugseite).

Kippung (Tipping)

Einfachste Bewegung. Unkontrolliert oder kontrolliert. Rotationszentrum im Wurzelbereich.

Translation (Körperliche Bewegung)

Parallele Bewegung von Krone und Wurzel. Erfordert Kraft + Drehmoment (Torque). Aufwändig.

Wurzelbewegung (Root Movement)

Krone stationär, Wurzel bewegt. Torque-betont. Für Aufrichtung gekippter Zähne.

Rotation

Drehung um Zahnachse. Hohe Rezidivneigung ohne Retention.

Intrusion/Extrusion

Vertikale Bewegung. Intrusion schwierig (Wurzelresorptionsrisiko), Extrusion einfacher.

💪 Kraftapplikation

Optimale Kräfte ermöglichen physiologischen Knochenumbau. Zu hohe Kräfte verursachen Hyalinisierung und Wurzelresorption.

Optimale Kräfte:

Kippung 35–60 g (0,35–0,6 N)
Translation 70–120 g (0,7–1,2 N)
Wurzelbewegung 50–100 g
Intrusion 10–20 g pro Zahn
Extrusion 35–60 g
Rotation 35–60 g

⚓ Verankerung

Verankerung ist der Widerstand gegen unerwünschte Zahnbewegung. Nach Newton wirkt jede Kraft in beiden Richtungen.

Minimale Verankerung

Gleiche Bewegung beider Einheiten akzeptabel (50:50).

Moderate Verankerung

Mehrere Zähne als Verankerungseinheit (Nance, TPA).

Maximale Verankerung

Keine Verankerungsverlust erwünscht. Skelettale Verankerung (TADs).

🔄 Moment-to-Force-Ratio (M/F)

Das Verhältnis von Drehmoment zu Kraft bestimmt den Bewegungstyp und das Rotationszentrum.

M/F = 0 Unkontrollierte Kippung
M/F ≈ 7:1 Kontrollierte Kippung
M/F ≈ 10:1 Translation
M/F > 12:1 Wurzelbewegung

Festsitzende Apparaturen (Multiband/Multibracket)

Die Multibracket-Apparatur (MBA) ermöglicht präzise dreidimensionale Zahnbewegungen durch die Kombination von Brackets, Bögen und Hilfselementen. Sie ist die Standardtherapie für komplexe Korrekturen.

🔲 Brackets

Brackets übertragen die Kraft des Bogens auf den Zahn. Die Bracketprescription (Angulation, Torque, In/Out) bestimmt die Zielposition.

Konventionelle Brackets

Ligaturen fixieren Bogen im Slot. Mehr Friktion, mehr Kontrolle.

Selbstligierende Brackets

Clip verschließt Slot. Weniger Friktion, schnellerer Bogenwechsel. Passiv (Damon) vs. aktiv (In-Ovation).

Lingualbrackets

An Zahninnenseite. Ästhetisch, aber technisch anspruchsvoll. Individualisiert (Incognito, WIN).

Keramikbrackets

Zahnfarben, ästhetisch. Höhere Friktion, Schmelzschäden beim Debonding möglich.

〰️ Bögen (Archwires)

Der Bogen ist das aktive Element und bestimmt die Kraftabgabe. Verschiedene Materialien und Querschnitte für verschiedene Behandlungsphasen.

NiTi (Nickel-Titan)

Superelastisch, Memory-Effekt. Niedrige, konstante Kraft. Initial für Nivellierung.

Thermoaktives NiTi

Kraft temperaturabhängig. Aktivierung bei Mundtemperatur.

Stahl (SS)

Hohe Steifigkeit, präzise Biegungen möglich. Für Finishing, Detailing, Lückenschluss.

TMA (Titan-Molybdän-Alloy)

Mittlere Steifigkeit, gute Formbarkeit. Zwischen NiTi und Stahl.

Typische Bogensequenz:

.014 NiTi → .016 NiTi → .016×.022 NiTi → .017×.025 NiTi → .019×.025 SS

🔧 Hilfselemente

Elastics (Gummizüge)

Klasse II/III-Elastics, Vertikale, Kreuzzug. Für intermaxilläre Korrekturen.

Federn (Open/Closed Coil)

Lückenöffnung (open) oder Lückenschluss (closed). NiTi oder Stahl.

Power Chain

Elastische Kette für Lückenschluss. Schnelle Kraftabnahme.

Torque-Federn

Zusätzlicher Torque für einzelne Zähne.

📏 Behandlungsphasen

1

Nivellierung & Alignment

Ausgleich vertikaler Diskrepanzen, Auflösung von Engstand. Runde NiTi-Bögen.

2

Arbeitsphase

Sagittale und transversale Korrekturen. Lückenschluss, Molarenkorrektur. Rechteckbögen.

3

Finishing & Detailing

Feinadjustierung Okklusion, Torque, Achsenstellung. Stahlbögen, Biegungen.

4

Retention

Stabilisierung des Ergebnisses. Herausnehmbare oder festsitzende Retainer.

Herausnehmbare Apparaturen

Herausnehmbare Geräte werden v.a. im Wechselgebiss zur Wachstumsmodifikation und einfachen dentalen Korrekturen eingesetzt. Sie erfordern gute Patientencompliance.

⚙️ Aktive Platten

Kunststoffbasis mit Halte- und aktiven Elementen für gezielte Zahnbewegungen.

Aktive Elemente:

  • Dehnschrauben (transversal, sagittal)
  • Labialbögen, Protrusionsfedern
  • Fingerfedern, Aufrichtfedern

Indikationen:

  • Transversale Dehnung im Wechselgebiss
  • Einfache Zahnkippungen
  • Platzhalter nach Milchzahnverlust

🔄 Funktionskieferorthopädische Geräte (FKO)

Nutzen die Muskelkraft zur skelettalen Wachstumsmodifikation. Effektiv während des pubertären Wachstumsschubes.

Aktivator (Andresen)

Bimaxillärer Monoblock. UK-Vorverlagerung bei Klasse II. Klassisches FKO-Gerät.

Bionator (Balters)

Leichterer Aktivator. Fördert Lippenschluss, Zungenfunktion. Verschiedene Typen.

Twin Block

Zweiteiliges Gerät mit okklusalen Blöcken. Gute Compliance, ganztags tragbar.

Vorschubdoppelplatte (VDP)

Zwei separate Platten mit Führungselementen. UK-Vorverlagerung.

Fränkel-Regler (FR)

Abschirmung der Muskulatur. Verschiedene Typen für Klasse I, II, III.

🎯 Extraorale Apparaturen

Extraorale Kräfte für skelettale Effekte und Verankerungsverstärkung.

Headgear

Nacken- (Cervical-Pull) oder Scheitelzug (High-Pull). OK-Wachstumshemmung, Molarendistalisation. 12–14 h/Tag.

Delaire-Maske (Gesichtsmaske)

Anteriore Kräfte auf den Oberkiefer. Protraction bei Klasse III im Wachstum.

Kinnkappe

Wachstumshemmung UK bei Klasse III. Evidenz umstritten.

🔒 Retentionsgeräte

Stabilisierung des Behandlungsergebnisses zur Vermeidung von Rezidiven.

Hawley-Retainer

Kunststoffplatte mit Labialbogen. Herausnehmbar, adjustierbar.

Essix-Retainer (Tiefziehschiene)

Transparente Schiene. Ästhetisch, Vollkontakt.

Festsitzender Retainer

Lingualbögen (3-3 oder 6-6). Dauerhaft, compliance-unabhängig. Aber Hygiene erschwert.

Aligner-Therapie

Aligner (Clear Aligner Therapy, CAT) sind transparente, herausnehmbare Kunststoffschienen, die sequenziell Zahnbewegungen durchführen. Sie bieten eine ästhetische Alternative zur festsitzenden Behandlung.

🔬 Funktionsprinzip

Jeder Aligner wird für eine definierte Zahnposition gefertigt und trägt sich nach 1–2 Wochen. Die sequenziellen Schienen bewegen die Zähne schrittweise zur Zielposition.

Workflow:

  1. Intraoralscan oder Alginat-Abdruck
  2. Digitale Behandlungsplanung (ClinCheck, Tratamiento)
  3. Staging der Zahnbewegungen (0,25–0,3 mm/Aligner)
  4. CAD/CAM-Herstellung der Schienen
  5. Tragezeit 20–22 h/Tag, Wechsel alle 1–2 Wochen

📎 Attachments

Zahnfarbene Kompositaufbauten verbessern die Retention und ermöglichen komplexere Bewegungen.

Konventionelle Attachments

Rechteckig, elliptisch, trapezoid. Für Rotation, Extrusion, Torque.

Optimierte Attachments

Bewegungsspezifische Designs. Root Control, Tiefbiss, Rotation.

Power Ridges

Eingebaute Druckpunkte im Aligner für Torque-Kontrolle.

✅ Indikationen

  • Leichter bis moderater Engstand
  • Lückenstand
  • Leichte Klasse II/III (dental)
  • Rezidivbehandlung
  • Präprothetische Ausformung
  • Ästhetisch motivierte Patienten mit guter Compliance

⚠️ Limitationen

  • Skelettale Diskrepanzen
  • Schwere Extraktionsfälle
  • Ausgeprägte Rotationen (>20°)
  • Intrusion (eingeschränkt)
  • Starke Bukkalkippungen
  • Schlechte Patientencompliance

🏢 Anbieter & Systeme

Invisalign

Marktführer. SmartTrack-Material, ClinCheck-Software. Umfangreichste Studienlage.

SureSmile

Dentsply Sirona. Robotisch gebogene Drähte und Aligner.

Spark

Ormco. TruGEN-Material, stärkere Retention.

In-House-Aligner

Praxiseigene Herstellung mit 3D-Drucker. Kostengünstig, flexibel.

💡 Forschungsperspektive: Die Aligner-Therapie bietet aktuelle Forschungsfelder: Materialeigenschaften, Kraftabgabe, Attachment-Designs, Bewegungsgenauigkeit (Tracking), Vergleich zu festsitzenden Apparaturen, In-House vs. Laborfertigung. Wir verbinden Sie mit erfahrenen Wissenschaftlern für zahnmedizinische Promotionen.

Skelettale Verankerung (TADs)

Temporäre Verankerungsvorrichtungen (TADs: Temporary Anchorage Devices) ermöglichen absolute Verankerung ohne unerwünschte Zahnbewegungen und erweitern die Behandlungsmöglichkeiten erheblich.

🔩 Minischrauben (Mini-Implantate)

Kleine Titanschrauben (Ø 1,2–2,0 mm, Länge 6–12 mm) zur temporären skelettalen Verankerung.

Insertion:

Mukosal oder transgingival. Lokalanästhesie. Selbstbohrend oder mit Pilotbohrung. Drehmoment 5–10 Ncm.

Insertionsorte:

  • Interradikulär (zwischen Wurzeln)
  • Infrazygomatic crest
  • Palatal (Median, Paramedian)
  • Retromolar

Erfolgsraten:

80–95% abhängig von Insertionsort, Patientenfaktoren, Belastungsprotokoll.

🦴 Miniplatten

Chirurgisch inserierte Platten mit Knochenankern. Für höhere Kräfte und spezifische Vektoren.

Indikationen:

  • UK-Molarenprotraktion
  • Anteriore Intrusion
  • Asymmetriekorrektur
  • Klasse III-Therapie (bone-anchored maxillary protraction)

🎯 Klinische Anwendungen

Molarendistalisation

En-masse-Retraktion ohne Verankerungsverlust. Absolute Verankerung.

Molarenaufrichtung/-intrusion

Elongierte Molaren vor Prothetik. Posteriore Intrusion bei offenem Biss.

Anteriore Intrusion

Gummy Smile-Korrektur. Deep Bite.

Asymmetrie/Midline

Einseitige Kräfte für Mittellinienkorrektur.

Extraktionslückenschluss

Retraktion der Frontzähne mit maximaler Verankerung.

⚙️ Gaumenexpansion (MARPE)

Miniscrew-Assisted Rapid Palatal Expansion für skelettale Expansion auch bei Erwachsenen.

Prinzip:

Knochenverankerte Hyrax-Apparatur mit 4 Minischrauben paramedian. Öffnung der Sutura palatina mediana möglich auch nach Wachstumsabschluss.

Vorteile vs. konventionelle GNE:

  • Skelettaler Effekt auch bei Erwachsenen
  • Weniger dentale Nebenwirkungen
  • Keine Verankerungszähne nötig

Dysgnathiechirurgie (Orthognathe Chirurgie)

Bei ausgeprägten skelettalen Diskrepanzen nach Wachstumsabschluss ist die kombiniert kieferorthopädisch-kieferchirurgische Behandlung erforderlich. Die Umstellungsosteotomie korrigiert die Kieferposition.

📋 Indikationen

  • Ausgeprägte Klasse II (Retrognathie UK)
  • Klasse III (Prognathie UK, Retrognathie OK)
  • Offener Biss (skelettale Komponente)
  • Gesichtsasymmetrien
  • Obstruktives Schlafapnoesyndrom (OSAS)
  • Lippen-Kiefer-Gaumenspalten

🔪 Osteotomien

Le Fort I (Oberkiefer)

Horizontale Osteotomie oberhalb der Zahnwurzeln. Vor-/Rückverlagerung, Impaction, Rotation möglich.

BSSO (Bilateral Sagittal Split Osteotomy)

Standardosteotomie UK nach Obwegeser/Dal Pont. Vor-/Rückverlagerung, Rotation.

Genioplastik

Isolierte Kinnosteotomie. Vor-/Rückverlagerung, Verkürzung, Verlängerung.

Segmentosteotomien

Anteriore/posteriore Segmente isoliert verschieben.

🔄 Behandlungsablauf

1

Präoperative Kieferorthopädie

Dekompensation, Ausformung der Zahnbögen. Dauer 12–24 Monate. Beseitigung dentaler Kompensationen.

2

Chirurgische Planung

3D-Planung (CBCT + Intraoralscan). Modell-OP, Splintherstellung. Simulation des Ergebnisses.

3

Operation

Stationär, Intubationsnarkose. Osteotomie, Verlagerung, Osteosynthese (Titanplatten). Dauer 2–6 h.

4

Postoperative Kieferorthopädie

Feineinstellung der Okklusion. Dauer 6–12 Monate. Elastics für Settling.

🆕 Surgery First

Modernes Konzept ohne/mit minimaler präoperativer Kieferorthopädie. OP zu Behandlungsbeginn, Dekompensation postoperativ.

Vorteile:

  • Schnellere Ästhetikverbesserung
  • Kürzere Gesamtbehandlungszeit
  • Regional acceleratory phenomenon (RAP)

Voraussetzungen:

  • Geringe dentale Kompensation
  • Ausreichende Zahnbogenbreite
  • Erfahrenes Team

Das sagen unsere Kunden

Ausgezeichnet
sehr kompetente und zuverlässige Abwicklung. Kein Vergleich zu den anderen Anbietern. Top Support und Abwicklung.
Es war eine gute Zusammenarbeit und sehr zuverlässig.

Ich kann die Agentur mit gutem
Gewissens empfehlen ! :)
Die Projektarbeit konnte super schnell geprüft werden. Leider kam es aufgrund technischer Probleme zu einer Überzahlung - die Erstattung habe ich Blitz schnell für die 2. Zahlung erhalten. Kann ich nur empfehlen, bin sehr glücklich!
Ich hab auf dieser Seite eine Plagiatsprüfung durchführen lassen, die sehr zu empfehlen und von anderen heraussticht, da sie auch von allen gängigen Unis benutzt wird. Im ersten Moment war ich sehr erschrocken, weil es bei mir Auffälligkeiten gab, die ich mir nicht erklären konnte. Zwei Tage vor Abgabe, habe ich diesen Scan durchlaufen lassen, meine Nerven lagen blank und ich war sehr verzweifelt. Aus der Verzweiflung heraus, habe ich den Support angeschrieben, weil ich die Ergebnisse auch nicht ein- und zuordnen konnte. Netterweise wurde mir sehr schnell geantwortet, sie haben sich die Zeit genommen, um sich meine Arbeit nochmal anzuschauen, meine Fragen beantwortet und ich wurde beruhigt, dass alles ohne zusätzliche Kosten ! Danke, Danke, Danke für diese tolle Unterstützung und den tollen herzlichen Support! Ich kann sie vom ganzem Herzen weiterempfehlen!
Ich benötigte eine umfassende Literaturrecherche für ein populäres Sachbuch. Die erfolgte sehr gründlich und wurde sogar schneller geliefert als erwartet. Die Auftragnehmerin oder der Auftragnehmer hat auch sehr gut mitgedacht. Ich war mit der Arbeit ausgesprochen zufrieden! (Über das Ghostwriting kann ich nichts sagen, für mich wurde ja nichts geschrieben.)
Sehr professionelle Abwicklung, schnelle Umsetzung der Wünsche. Die BAS ist sehr zu empfehlen.
Sehr guter Ablauf, alle Wünsche werden schnell umgesetzt!
Ein sehr guter Geschäftspartner seit vielen Jahren - kompetent und professionell! Eine tolle Zusammenarbeit, die ich sehr schätze.

Häufige Fragen zum Fachbereich Kieferorthopädie

Welche Themen eignen sich für Dissertationen in der Kieferorthopädie?

Die Kieferorthopädie bietet vielfältige Dissertationsthemen: Biomechanische Analysen (FEM, Kraftmessung), Materialforschung (Drähte, Brackets, Aligner), Aligner-Effektivität und -Tracking, 3D-Diagnostik und -Planung (CBCT, Intraoralscan), TADs-Erfolgsraten, kieferorthopädisch induzierte Wurzelresorptionen, Langzeitstabilität und Rezidiv, Patientenzufriedenheit.

Was ist der Unterschied zwischen Aligner-Therapie und festsitzenden Brackets?

Aligner sind ästhetisch und herausnehmbar, erfordern aber hohe Compliance (20–22 h/Tag) und haben Limitationen bei komplexen Bewegungen (Rotation, Intrusion, skelettale Korrekturen). Festsitzende Brackets ermöglichen präzisere 3D-Kontrolle, sind für komplexe Fälle geeignet und compliance-unabhängig, aber ästhetisch auffälliger. Die Wahl hängt von Indikation, Patientenwunsch und Komplexität ab.

Was sind TADs und wann werden sie eingesetzt?

TADs (Temporary Anchorage Devices) sind kleine Titanschrauben, die temporär in den Kiefer inseriert werden und absolute skelettale Verankerung bieten. Einsatzgebiete: Molarendistalisation ohne Verankerungsverlust, Intrusion, Asymmetriekorrektur, maximale Verankerung bei Extraktionsfällen. Nach Behandlung werden sie einfach entfernt.

Wann ist eine Dysgnathie-Operation erforderlich?

Eine orthognathe Chirurgie ist indiziert bei ausgeprägten skelettalen Diskrepanzen nach Wachstumsabschluss, die kieferorthopädisch allein nicht korrigierbar sind: schwere Klasse II/III, skelettaler offener Biss, ausgeprägte Asymmetrien, OSAS. Die kombinierte kieferorthopädisch-kieferchirurgische Behandlung dauert typischerweise 2–3 Jahre.

Wie funktioniert die kephalometrische Analyse?

Die Kephalometrie vermisst das Fernröntgenseitenbild (FRS) zur Quantifizierung skelettaler und dentaler Relationen. Referenzpunkte werden identifiziert und Winkel/Strecken gemessen (z.B. SNA, SNB, ANB, Wits, Interinzisalwinkel). Der Vergleich mit Normwerten erlaubt die Klassifikation der Dysgnathie und die Therapieplanung.

Werden auch FEM-Analysen und biomechanische Studien unterstützt?

Ja, wir unterstützen auch technisch-biomechanische Arbeiten: Finite-Elemente-Analysen (FEM) zur Simulation von Kraftverteilung und Zahnbewegung, Kraftmessungen an Drähten und Alignern, Materialanalysen (DSC, Zugversuche), 3D-Modellierungen. Unsere Autoren haben Erfahrung mit kieferorthopädischer Grundlagenforschung.

Fragen zum Fachbereich Kieferorthopädie?

Unsere Experten beraten Sie zu Dissertationsthemen, Studiendesigns und wissenschaftlichen Arbeiten – mit der Expertise, die die Kieferorthopädie verlangt.

Unverbindlich anfragen
Promovierte Zahnmediziner
Expertise in Kieferorthopädie
Biomechanik & Materialforschung
100% diskret
crossmenu