Akademische Expertise in der Kieferorthopädie – von der Angle-Klassifikation über biomechanische Prinzipien bis zur kombiniert kieferorthopädisch-kieferchirurgischen Therapie.
Die Kieferorthopädie befasst sich mit der Diagnose, Prävention und Behandlung von Zahn- und Kieferfehlstellungen (Dysgnathien). Sie umfasst die dentale, skelettale und funktionelle Analyse sowie die Therapie mit herausnehmbaren und festsitzenden Apparaturen. In enger Zusammenarbeit mit Ghostwriter für zahnmedizinische Arbeiten unterstützen wir Sie bei wissenschaftlichen Projekten in diesem Spezialgebiet.
Die Angle-Klassifikation (1899) beschreibt die sagittale Relation der ersten Molaren und bleibt trotz Limitationen der Goldstandard für die Bissklassifikation.
Mesiobukkalhöcker des oberen 6ers greift in die Fissur des unteren 6ers. Normale sagittale Molarenrelation, Abweichungen nur dental.
Unterkiefer relativ zum Oberkiefer distal. Klasse II/1: Protrusion OK-Front. Klasse II/2: Retrusion OK-Front, Tiefbiss.
Unterkiefer relativ zum Oberkiefer mesial. Progenie, häufig mit umgekehrtem Overjet (frontaler Kreuzbiss).
Zahn- und Kieferfehlstellungen haben multifaktorielle Ursachen: Genetik (70–80% bei skelettalen Anomalien), Habits (Daumenlutschen, Mundatmung, Zungenpressen), Frühzeitiger Milchzahnverlust, Anomalien (Lippen-Kiefer-Gaumenspalten, Syndrome), Trauma. Die Unterscheidung zwischen dentoalveolärer und skelettaler Komponente ist therapieentscheidend.
Die systematische kieferorthopädische Diagnostik umfasst klinische Untersuchung, Modellanalyse, Röntgendiagnostik und Fotodokumentation als Grundlage für Diagnose und Behandlungsplanung.
Systematische extraorale und intraorale Befunderhebung zur Erfassung des Ist-Zustands.
Gesichtsproportionen (Drittelung), Symmetrie, Profil (konvex/gerade/konkav), Lippentreppe, Lippenschluss, Kinnposition.
Okklusion, Overjet, Overbite, Mittellinienverschiebung, Kreuzbiss, Engstand/Lücken, Zahnstatus, Habits.
Mundöffnung, Kiefergelenkgeräusche, Deviation/Deflexion, Muskulaturpalpation, Zungenposition/-funktion.
Vermessung der Studienmodelle zur Quantifizierung von Platzverhältnissen und Okklusionsbeziehungen.
Platzbedarf (Zahnbreiten) vs. Platzangebot (Zahnbogen). Engstand negativ, Lücken positiv.
Verhältnis OK-/UK-Zahnbreiten. Anterior Ratio 77,2%, Overall Ratio 91,3%. Diskrepanz beeinflusst Okklusion.
Relation Schneidezahnbreite zu Zahnbogenbreite. Transversale Analyse, Indikation für Dehnung.
Bildgebende Verfahren zur Analyse von Skelett, Zähnen und Weichteilen.
Übersicht Gebiss, Zahnanlagen, Retentionen, Wurzeln, Kiefergelenke. Screening-Standard.
Kephalometrische Analyse. Skelettale und dentale Relationen, Weichteilprofil.
3D-Diagnostik bei impaktierten Zähnen, skelettaler Asymmetrie, Kiefergelenken, Atemwegen.
Vermessung des FRS zur quantitativen Analyse skelettaler und dentaler Relationen.
Das KIG-System (Deutschland) klassifiziert den Behandlungsbedarf nach Schweregrad. Stufen 1–2: keine Kassenleistung. Stufen 3–5: Kassenleistung.
Das Verständnis der Biomechanik ist essentiell für die vorhersagbare Zahnbewegung. Kraft, Drehmoment und Verankerung bestimmen das Behandlungsergebnis.
Kieferorthopädische Kräfte induzieren Knochenumbau durch Osteoklasten- (Druckseite) und Osteoblastenaktivität (Zugseite).
Einfachste Bewegung. Unkontrolliert oder kontrolliert. Rotationszentrum im Wurzelbereich.
Parallele Bewegung von Krone und Wurzel. Erfordert Kraft + Drehmoment (Torque). Aufwändig.
Krone stationär, Wurzel bewegt. Torque-betont. Für Aufrichtung gekippter Zähne.
Drehung um Zahnachse. Hohe Rezidivneigung ohne Retention.
Vertikale Bewegung. Intrusion schwierig (Wurzelresorptionsrisiko), Extrusion einfacher.
Optimale Kräfte ermöglichen physiologischen Knochenumbau. Zu hohe Kräfte verursachen Hyalinisierung und Wurzelresorption.
Verankerung ist der Widerstand gegen unerwünschte Zahnbewegung. Nach Newton wirkt jede Kraft in beiden Richtungen.
Gleiche Bewegung beider Einheiten akzeptabel (50:50).
Mehrere Zähne als Verankerungseinheit (Nance, TPA).
Keine Verankerungsverlust erwünscht. Skelettale Verankerung (TADs).
Das Verhältnis von Drehmoment zu Kraft bestimmt den Bewegungstyp und das Rotationszentrum.
Die Multibracket-Apparatur (MBA) ermöglicht präzise dreidimensionale Zahnbewegungen durch die Kombination von Brackets, Bögen und Hilfselementen. Sie ist die Standardtherapie für komplexe Korrekturen.
Brackets übertragen die Kraft des Bogens auf den Zahn. Die Bracketprescription (Angulation, Torque, In/Out) bestimmt die Zielposition.
Ligaturen fixieren Bogen im Slot. Mehr Friktion, mehr Kontrolle.
Clip verschließt Slot. Weniger Friktion, schnellerer Bogenwechsel. Passiv (Damon) vs. aktiv (In-Ovation).
An Zahninnenseite. Ästhetisch, aber technisch anspruchsvoll. Individualisiert (Incognito, WIN).
Zahnfarben, ästhetisch. Höhere Friktion, Schmelzschäden beim Debonding möglich.
Der Bogen ist das aktive Element und bestimmt die Kraftabgabe. Verschiedene Materialien und Querschnitte für verschiedene Behandlungsphasen.
Superelastisch, Memory-Effekt. Niedrige, konstante Kraft. Initial für Nivellierung.
Kraft temperaturabhängig. Aktivierung bei Mundtemperatur.
Hohe Steifigkeit, präzise Biegungen möglich. Für Finishing, Detailing, Lückenschluss.
Mittlere Steifigkeit, gute Formbarkeit. Zwischen NiTi und Stahl.
.014 NiTi → .016 NiTi → .016×.022 NiTi → .017×.025 NiTi → .019×.025 SS
Klasse II/III-Elastics, Vertikale, Kreuzzug. Für intermaxilläre Korrekturen.
Lückenöffnung (open) oder Lückenschluss (closed). NiTi oder Stahl.
Elastische Kette für Lückenschluss. Schnelle Kraftabnahme.
Zusätzlicher Torque für einzelne Zähne.
Ausgleich vertikaler Diskrepanzen, Auflösung von Engstand. Runde NiTi-Bögen.
Sagittale und transversale Korrekturen. Lückenschluss, Molarenkorrektur. Rechteckbögen.
Feinadjustierung Okklusion, Torque, Achsenstellung. Stahlbögen, Biegungen.
Stabilisierung des Ergebnisses. Herausnehmbare oder festsitzende Retainer.
Herausnehmbare Geräte werden v.a. im Wechselgebiss zur Wachstumsmodifikation und einfachen dentalen Korrekturen eingesetzt. Sie erfordern gute Patientencompliance.
Aligner (Clear Aligner Therapy, CAT) sind transparente, herausnehmbare Kunststoffschienen, die sequenziell Zahnbewegungen durchführen. Sie bieten eine ästhetische Alternative zur festsitzenden Behandlung.
Jeder Aligner wird für eine definierte Zahnposition gefertigt und trägt sich nach 1–2 Wochen. Die sequenziellen Schienen bewegen die Zähne schrittweise zur Zielposition.
Zahnfarbene Kompositaufbauten verbessern die Retention und ermöglichen komplexere Bewegungen.
Marktführer. SmartTrack-Material, ClinCheck-Software. Umfangreichste Studienlage.
Dentsply Sirona. Robotisch gebogene Drähte und Aligner.
Ormco. TruGEN-Material, stärkere Retention.
Praxiseigene Herstellung mit 3D-Drucker. Kostengünstig, flexibel.
Temporäre Verankerungsvorrichtungen (TADs: Temporary Anchorage Devices) ermöglichen absolute Verankerung ohne unerwünschte Zahnbewegungen und erweitern die Behandlungsmöglichkeiten erheblich.
Kleine Titanschrauben (Ø 1,2–2,0 mm, Länge 6–12 mm) zur temporären skelettalen Verankerung.
Mukosal oder transgingival. Lokalanästhesie. Selbstbohrend oder mit Pilotbohrung. Drehmoment 5–10 Ncm.
80–95% abhängig von Insertionsort, Patientenfaktoren, Belastungsprotokoll.
Chirurgisch inserierte Platten mit Knochenankern. Für höhere Kräfte und spezifische Vektoren.
En-masse-Retraktion ohne Verankerungsverlust. Absolute Verankerung.
Elongierte Molaren vor Prothetik. Posteriore Intrusion bei offenem Biss.
Gummy Smile-Korrektur. Deep Bite.
Einseitige Kräfte für Mittellinienkorrektur.
Retraktion der Frontzähne mit maximaler Verankerung.
Miniscrew-Assisted Rapid Palatal Expansion für skelettale Expansion auch bei Erwachsenen.
Knochenverankerte Hyrax-Apparatur mit 4 Minischrauben paramedian. Öffnung der Sutura palatina mediana möglich auch nach Wachstumsabschluss.
Bei ausgeprägten skelettalen Diskrepanzen nach Wachstumsabschluss ist die kombiniert kieferorthopädisch-kieferchirurgische Behandlung erforderlich. Die Umstellungsosteotomie korrigiert die Kieferposition.
Horizontale Osteotomie oberhalb der Zahnwurzeln. Vor-/Rückverlagerung, Impaction, Rotation möglich.
Standardosteotomie UK nach Obwegeser/Dal Pont. Vor-/Rückverlagerung, Rotation.
Isolierte Kinnosteotomie. Vor-/Rückverlagerung, Verkürzung, Verlängerung.
Anteriore/posteriore Segmente isoliert verschieben.
Dekompensation, Ausformung der Zahnbögen. Dauer 12–24 Monate. Beseitigung dentaler Kompensationen.
3D-Planung (CBCT + Intraoralscan). Modell-OP, Splintherstellung. Simulation des Ergebnisses.
Stationär, Intubationsnarkose. Osteotomie, Verlagerung, Osteosynthese (Titanplatten). Dauer 2–6 h.
Feineinstellung der Okklusion. Dauer 6–12 Monate. Elastics für Settling.
Modernes Konzept ohne/mit minimaler präoperativer Kieferorthopädie. OP zu Behandlungsbeginn, Dekompensation postoperativ.
Von der Biomechanik-Analyse bis zur klinischen Studie – unsere Ghostwriter mit kieferorthopädischer Spezialisierung stehen Ihnen zur Seite.
Die Kieferorthopädie bietet vielfältige Dissertationsthemen: Biomechanische Analysen (FEM, Kraftmessung), Materialforschung (Drähte, Brackets, Aligner), Aligner-Effektivität und -Tracking, 3D-Diagnostik und -Planung (CBCT, Intraoralscan), TADs-Erfolgsraten, kieferorthopädisch induzierte Wurzelresorptionen, Langzeitstabilität und Rezidiv, Patientenzufriedenheit.
Aligner sind ästhetisch und herausnehmbar, erfordern aber hohe Compliance (20–22 h/Tag) und haben Limitationen bei komplexen Bewegungen (Rotation, Intrusion, skelettale Korrekturen). Festsitzende Brackets ermöglichen präzisere 3D-Kontrolle, sind für komplexe Fälle geeignet und compliance-unabhängig, aber ästhetisch auffälliger. Die Wahl hängt von Indikation, Patientenwunsch und Komplexität ab.
TADs (Temporary Anchorage Devices) sind kleine Titanschrauben, die temporär in den Kiefer inseriert werden und absolute skelettale Verankerung bieten. Einsatzgebiete: Molarendistalisation ohne Verankerungsverlust, Intrusion, Asymmetriekorrektur, maximale Verankerung bei Extraktionsfällen. Nach Behandlung werden sie einfach entfernt.
Eine orthognathe Chirurgie ist indiziert bei ausgeprägten skelettalen Diskrepanzen nach Wachstumsabschluss, die kieferorthopädisch allein nicht korrigierbar sind: schwere Klasse II/III, skelettaler offener Biss, ausgeprägte Asymmetrien, OSAS. Die kombinierte kieferorthopädisch-kieferchirurgische Behandlung dauert typischerweise 2–3 Jahre.
Die Kephalometrie vermisst das Fernröntgenseitenbild (FRS) zur Quantifizierung skelettaler und dentaler Relationen. Referenzpunkte werden identifiziert und Winkel/Strecken gemessen (z.B. SNA, SNB, ANB, Wits, Interinzisalwinkel). Der Vergleich mit Normwerten erlaubt die Klassifikation der Dysgnathie und die Therapieplanung.
Ja, wir unterstützen auch technisch-biomechanische Arbeiten: Finite-Elemente-Analysen (FEM) zur Simulation von Kraftverteilung und Zahnbewegung, Kraftmessungen an Drähten und Alignern, Materialanalysen (DSC, Zugversuche), 3D-Modellierungen. Unsere Autoren haben Erfahrung mit kieferorthopädischer Grundlagenforschung.
Unsere Experten beraten Sie zu Dissertationsthemen, Studiendesigns und wissenschaftlichen Arbeiten – mit der Expertise, die die Kieferorthopädie verlangt.
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