Dünnschliffe mikroskopisch beschreiben, geologische Profile zeichnen, stratigraphische Korrelationen argumentieren oder Lagerstättenmodelle entwickeln – Geologie und Mineralogie bilden das Fundament der Geowissenschaften. Unsere Geologen kennen Geländearbeit, Polarisationsmikroskop und geologische Kartierung aus eigener Forschungspraxis und begleiten Kartierberichte, Bachelorarbeiten und Masterarbeiten von der Probenahme bis zur Interpretation.
| Teilgebiet | Typische Arbeitsform | Schwerpunkt |
|---|---|---|
| Petrologie & Petrographie | Bachelorarbeit, Kartierarbeit | Gesteinsklassifikation, Dünnschliff-Analyse, Mineralbestimmung |
| Stratigraphie & Sedimentologie | Bachelorarbeit, Masterarbeit | Schichtenfolgen, Faziesanalyse, Ablagerungsmilieus |
| Tektonik & Strukturgeologie | Masterarbeit, Kartierarbeit | Störungssysteme, Faltengeometrie, Spannungsfelder |
| Mineralogie & Kristallographie | Bachelorarbeit, Laborbericht | Mineralchemie, Röntgendiffraktometrie (XRD), Kristallstrukturen |
| Lagerstättenkunde | Bachelorarbeit, Masterarbeit | Erz- und Rohstoffgenese, Exploration, Ressourcenbewertung |
| Geochemie | Masterarbeit, Projektarbeit | Haupt-/Spurenelement-Analytik (RFA, ICP-MS), Isotopengeochemie |
Geologie ist eines der wenigen Fächer, in dem Geländearbeit nicht optional, sondern prüfungsrelevant ist. Geologische Kartierungen – das Zeichnen geologischer Karten auf Basis eigener Geländebegehungen – gehören an den meisten Universitäten zu den Pflichtleistungen im Bachelor. Dazu kommen Dünnschliff-Übungen am Polarisationsmikroskop, geochemische Laborpraktika und die stratigraphische Auswertung von Aufschlüssen. Das Ergebnis: Geologiestudierende müssen gleichzeitig im Gelände kartieren, im Labor analysieren und am Schreibtisch interpretieren.
Für Abschlussarbeiten bedeutet das einen doppelten Anspruch: Der Geländeteil (Profilaufnahme, Kartierung, Probenahme) muss reproduzierbar dokumentiert sein, und der Analyseteil (Dünnschliff, Geochemie, Strukturmessungen) muss methodisch korrekt dargestellt und geologisch interpretiert werden. Genau an dieser Verbindung – Feld zu Labor zu Text – scheitern viele Arbeiten.
In der Geologie entscheidet nicht das Mikroskop über die Note, sondern die Fähigkeit, einen Dünnschliff-Befund in die regionale Geologie einzuordnen – vom Mineral zum Gestein zum tektonischen Kontext.
Magmatische, sedimentäre und metamorphe Gesteine: Klassifikation (QAPF-Diagramm, Streckeisen), Dünnschliff-Mikroskopie (Mineralbestimmung unter gekreuzten Polarisatoren, Interferenzfarben, Gefügeanalyse), P-T-Pfade metamorpher Gesteine. In Bachelorarbeiten dominiert die petrographische Beschreibung regionaler Gesteinsvorkommen.
Litho-, Bio- und Chronostratigraphie, Faziesmodelle (Walther'sches Gesetz), Sequenzstratigraphie, sedimentäre Strukturen (Schräg-, Kreuz-, Gradierte Schichtung), Korngrößenanalyse. Arbeiten erfordern Profilzeichnungen mit genormter Symbolik und eine nachvollziehbare Korrelation zwischen Aufschlüssen.
Falten (Geometrie, Vergenz, Achsenebene), Störungen (Abschiebung, Aufschiebung, Blattverschiebung), Scherzonen, Kluftanalyse, paläomagnetische Daten. Darstellung: Stereonetz-Projektionen (Schmidt-Netz), Querschnitte mit Deformationsgeschichte, Spannungstensor-Rekonstruktion. In Masterarbeiten häufig mit GPS-Geodäsie oder Seismik kombiniert.
Mineralbestimmung (optische Eigenschaften, Härte, Spaltbarkeit, Kristallsystem), Röntgendiffraktometrie (XRD) für Phasenidentifikation, Elektronenstrahlmikrosonde (EMS) für Mineralchemie, Raman-Spektroskopie. Laborberichte zur Mineralidentifikation sind einer der häufigsten Auftragstypen.
Erzmineralogie (Auflichtmikroskopie), Lagerstättengenese (magmatisch, hydrothermal, sedimentär), Explorationsmethoden, Ressourcen-/Reservenschätzung. Geochemie: Haupt- und Spurenelementanalytik per RFA und ICP-MS, Isotopengeochemie (Rb-Sr, Sm-Nd, U-Pb) für Datierung und Herkunftsbestimmung. Querverbindung zur Chemie bei analytischen Methoden.
| Arbeitstyp | Themenbeispiel |
|---|---|
| Kartierarbeit | Geologische Kartierung des Blattes 1:10.000 Oberstdorf-Süd: Lithostratigraphie und Strukturgeologie der Allgäu-Decke |
| Laborbericht | Petrographische Beschreibung und Mineralbestimmung eines Granatglimmerschiefers mittels Polarisationsmikroskopie |
| Bachelorarbeit | Sedimentologie und Faziesanalyse der oberjurassischen Kalksteinabfolge im Steinbruch Solnhofen: Mikrofazies und Ablagerungsmilieu |
| Bachelorarbeit | Geochemische Charakterisierung magmatischer Gesteine im Odenwald: Haupt- und Spurenelementanalytik mittels RFA und ICP-MS |
| Masterarbeit | P-T-Pfad-Rekonstruktion eines Eklogits aus der Münchberger Masse: Thermodynamische Modellierung mit Theriak-Domino und Mineralchemie per EMS |
| Masterarbeit | Strukturgeologische Analyse des Rheinischen Schiefergebirges: Kluftanalyse, Stereonetz-Interpretation und Paläo-Spannungsfeld-Rekonstruktion |
Polarisationsmikroskop (Durchlicht: Mineralbestimmung, Gefüge; Auflicht: Erzmineralogie), Interferenzfarben (Michel-Lévy-Diagramm), Auslöschungswinkel, Doppelbrechung. Dokumentation: Mikrofotografie mit Maßstabsbalken, systematische Mineraltabelle, Gefügebeschreibung. Gutachter prüfen, ob die optischen Eigenschaften korrekt den Mineralen zugeordnet sind.
Röntgenfluoreszenzanalyse (RFA) für Hauptelemente, ICP-MS für Spurenelemente, Elektronenstrahlmikrosonde für punktgenaue Mineralchemie. Darstellung: Harker-Diagramme, Spinnendiagramme (chondritnormiert), Diskriminationsdiagramme (TAS, AFM). Datenqualität: Nachweisgrenzen, Referenzstandards und Wiederholungsmessungen dokumentieren.
Geländeaufnahme mit Kompass und Hammer, GPS-Verortung, Aufschluss-Dokumentation (Foto + Skizze + Beschreibung). Geologische Karte im Maßstab 1:10.000 oder 1:25.000, Profilschnitte mit korrekter Symbolik (DIN 4023 / FGDC). Software: QGIS, Inkscape, Adobe Illustrator. Ein sauber gezeichnetes Profil sagt mehr über geologisches Verständnis als zehn Seiten Text.
1. Mikrofotografien ohne Maßstabsbalken oder ohne Angabe, ob mit gekreuzten oder parallelen Polarisatoren aufgenommen. 2. Minerale nur benannt, aber nicht anhand optischer Eigenschaften begründet (Auslöschung, Doppelbrechung, Farbe). 3. Gefügebeschreibung fehlt – nur Einzelminerale beschrieben, nicht das Gesamtgefüge (foliiert, granoblastisch, porphyrisch). 4. Verwechslung von Quarz und Feldspat im Durchlicht (Auslöschungstyp nicht geprüft). 5. QAPF-Klassifikation ohne modale Analyse – nur geschätzt statt ausgezählt (Punktzählung).
Geologische Arbeit – von der Kartierung bis zum Dünnschliff?
Unsere Geologen verschriftlichen Geländedaten, erstellen Profile und interpretieren Analytik-Ergebnisse.Wir erstellen die Karten und Profile nicht im Gelände – die Geländearbeit ist Ihre Leistung. Was wir übernehmen: Ihre Geländedaten (Aufschlussbeschreibungen, GPS-Punkte, Fotos, Messwerte) in eine saubere geologische Karte und normgerechte Profilschnitte umsetzen, die Legende erstellen, Symbolik nach DIN-Standard prüfen und den zugehörigen Textteil (Erläuterungsbericht) formulieren. Software: QGIS oder Illustrator.
Ja. Sie liefern Ihre Mikrofotografien (mit Polarisator-Stellung und Maßstab) – wir erstellen die systematische Mineraltabelle, beschreiben das Gesamtgefüge, klassifizieren das Gestein und schreiben den petrographischen Ergebnisteil. Wenn Sie am Mikroskop unsicher sind: Wir überprüfen auch Ihre vorläufigen Mineralbestimmungen und korrigieren optische Fehlzuordnungen.
Ja. Unsere Geochemiker erstellen Harker-Diagramme, Spinnendiagramme, Diskriminationsdiagramme und interpretieren die Ergebnisse im petrogenetsichen Kontext. Für die analytische Seite (Probenaufbereitung, Messmethodik) arbeiten wir mit demselben Vokabular wie das Chemie-Team – beide Perspektiven in einer Arbeit zu vereinen ist einer unserer Schwerpunkte.
Laborberichte und Kartierberichte: 7–12 Werktage. Bachelorarbeiten mit Dünnschliff- oder Geochemie-Auswertung: 22–32 Werktage. Masterarbeiten mit thermodynamischer Modellierung oder umfangreicher Analytik: 35–50 Werktage. Wir starten, sobald Ihre Geländedaten oder Analyseergebnisse vorliegen.
Petrographie, Stratigraphie, Strukturgeologie oder Lagerstättenanalyse – nennen Sie uns Ihr Thema und Ihren Zeitrahmen. Angebot folgt am nächsten Werktag.
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