Böschungsbruchberechnungen nach DIN 4084 durchführen, Baugrundmodelle aus Bohrprofilen ableiten, Setzungsberechnungen für Flachgründungen erstellen oder Naturgefahren-Karten für Hangrutschungen produzieren – Ingenieurgeologie steht an der Schnittstelle von Geowissenschaften und Bauingenieurwesen. Unsere Ingenieurgeologen beherrschen sowohl die geologische Erkundung als auch die normenkonforme Berechnung nach Eurocode 7 und DIN-Reihe.
| Teilgebiet | Typische Arbeitsform | Schwerpunkt |
|---|---|---|
| Bodenmechanik & Gründung | Bachelorarbeit, Projektarbeit | Scherfestigkeit, Konsolidierung, Setzungsberechnung |
| Felsmechanik & Tunnelbau | Masterarbeit | Gebirgsklassifikation (RMR, Q-System), Vortriebsverfahren |
| Hangstabilität & Rutschungen | Bachelorarbeit, Masterarbeit | Böschungsbruch, Standsicherheitsberechnung, Monitoring |
| Naturgefahren & Risiko | Masterarbeit, Projektarbeit | Erdbeben, Muren, Steinschlag, Gefahrenkartierung |
| Baugrunderkundung | Bachelorarbeit, Praktikum | Bohrprofile, SPT, CPT, Laborversuche (Atterberg, Proctor) |
Ingenieurgeologie ist das Fach, in dem geologisches Wissen direkt in bauliche Entscheidungen übersetzt wird: Ist der Baugrund tragfähig genug für eine Flachgründung, oder braucht es Pfähle? Wie reagiert der Boden auf Wasserzutritt? Wie standsicher ist eine Böschung nach Starkregen? Die Antworten erfordern geologische Erkundung (Bohrungen, Sondierungen, Aufschlüsse), Laborversuche (Korngrößenverteilung, Atterberg-Grenzen, Triaxialversuch) und normenkonforme Berechnungen nach Eurocode 7 (EC 7) und den DIN-Normen 1054, 4017, 4019, 4084.
Im Vergleich zur klassischen Geologie denkt die Ingenieurgeologie nicht in Millionen Jahren, sondern in Lastabtragung, Sicherheitsfaktoren und Verformungsprognosen. Im Vergleich zur reinen Geotechnik (Bauingenieurwesen) liegt der Fokus stärker auf der geologischen Beurteilung des Untergrunds – nicht nur auf der Berechnung, sondern auf der Frage, ob das geologische Modell stimmt, das der Berechnung zugrunde liegt.
Die häufigste Ursache für Baugrundprobleme ist nicht ein Rechenfehler – sondern ein falsches geologisches Modell. Wer den Untergrund nicht versteht, rechnet am Kern des Problems vorbei.
Bodenklassifikation (DIN 18196, USCS), Scherfestigkeit (Mohr-Coulomb: c', φ'), Konsolidierungstheorie (Terzaghi), Setzungsberechnung nach DIN 4019, Grundbruchtragfähigkeit nach DIN 4017 / EC 7. Gründungsvarianten: Einzel-, Streifen-, Plattenfundament, Pfahl- und Tiefgründungen. In Bachelorarbeiten häufig: Vergleich verschiedener Gründungsoptionen für ein Fallbeispiel.
Gebirgsklassifikation (Rock Mass Rating nach Bieniawski, Q-System nach Barton, GSI nach Hoek-Brown), Diskontinuitätsanalyse (Kluft-Raumstellung, Stereonetz), Hoek-Brown-Versagenskriterium, Vortriebsverfahren (NÖT/konventionell, TBM), Ausbruchsicherung (Spritzbeton, Anker, Stahlbögen). In Masterarbeiten häufig: Geomechanische Modellierung eines Tunnelquerschnitts mit FLAC oder PLAXIS.
Böschungsbruch-Analyse nach DIN 4084 (Lamellenverfahren: Bishop, Janbu, Morgenstern-Price), Standsicherheitsnachweis (η ≥ 1,0 nach EC 7), Monitoring (Inklinometer, Piezometer, InSAR). Ursachen: Porenwasserüberdruck, ungünstige Schichtlagerung, Entfestigung, Erschütterung. Verbindung zur Hydrogeologie bei Porenwasserdruck-Modellierung.
Erdbebengefahren (Seismische Mikrozonierung, Antwortspektren nach EC 8), Muren und Steinschlag (Trajektorien-Simulation: Rocfall, RAMMS), Senkungsgebiete (Bergbau, Karst), Gefahrenkartierung (Intensitäts-/Wahrscheinlichkeits-Matrizen). GIS-gestütztes Hazard Mapping: Hangneigungsklassen, geologische Disposition, historische Ereignisse. Praxisnah und behördlich relevant.
Feldversuche: Kernbohrung (Bohrkernbeschreibung nach DIN EN ISO 14689), Standard Penetration Test (SPT), Cone Penetration Test (CPT/CPTu), Flügelsondierung. Labor: Korngrößenanalyse (Sieb + Sedimentationsanalyse), Atterberg-Grenzen (Fließ-/Ausrollgrenze), Proctorversuch (optimaler Wassergehalt), Triaxialversuch (CU, CD, UU). In vielen Bachelorarbeiten der geotechnische Praxisteil.
| Arbeitstyp | Themenbeispiel |
|---|---|
| Bachelorarbeit | Baugrundbeurteilung für ein Wohngebäude in der Rheinaue: Bohrprofil-Auswertung, Laborversuche und Gründungsempfehlung nach EC 7 |
| Bachelorarbeit | Standsicherheitsnachweis einer Straßenböschung im Rheinischen Schiefergebirge: Lamellenverfahren nach Bishop und Parameterstudie |
| Masterarbeit | Geomechanische 2D-Modellierung eines Tunnelvortriebs im Gipskeuper: PLAXIS-Simulation, Setzungsprognose und Vergleich mit Monitoring-Daten |
| Masterarbeit | Steinschlag-Risikobewertung an einer Bundesstraße im Bayerischen Oberland: Trajektorien-Simulation mit Rocfall und Maßnahmenplanung |
| Projektarbeit | Geotechnischer Vergleich von Flach- und Tiefgründung für ein Industriegebäude auf weichem Seeton: Setzungsberechnung und Wirtschaftlichkeitsanalyse |
EC 7 / DIN 1054 (Geotechnische Bemessung), DIN 4017 (Grundbruch), DIN 4019 (Setzung), DIN 4084 (Böschungsbruch), DIN EN ISO 14688/14689 (Boden-/Felsbeschreibung), DIN 18196 (Bodenklassifikation). Berechnungen: analytisch (Handrechnung nach Normenverfahren) und numerisch (FEM). Gutachter erwarten korrekte Teilsicherheitsbeiwerte (γ-Verfahren) und vollständige Nachweisführung.
PLAXIS 2D/3D (FEM für Boden und Fels), GGU-Software (Böschungsbruch, Grundbruch, Setzung – DIN-konform), FLAC/FLAC3D (Differenzenverfahren, Felsmechanik), Slide/Slide2 (Rocscience – Böschungsstabilität), Rocfall (Steinschlag-Trajektorien), RAMMS (Mursimulation). Für einfache Berechnungen: Excel-Sheets mit Normenbezug. Verbindung zur Mathematik bei numerischen Verfahren (FEM-Grundlagen).
1. Teilsicherheitsbeiwerte (γ) nicht oder falsch angesetzt – Verwechslung von EC 7 Design Approach 1/2/3 (in Deutschland: DA 2*). 2. Baugrundmodell erstellt, aber die geologische Unsicherheit (Schichtwechsel zwischen Bohrungen) nicht diskutiert. 3. Bodenparameter aus dem Labor verwendet, aber nicht auf charakteristische Werte (xk) nach EC 7 Anhang A umgerechnet. 4. Böschungsbruch-Berechnung ohne Angabe der Lamellenanzahl, des Suchverfahrens für den kritischen Gleitkreis oder der Porenwasserdruck-Annahme. 5. PLAXIS-Modell erstellt, aber Netzkonvergenz-Studie und Randbedingungen nicht dokumentiert.
Ingenieurgeologische Abschlussarbeit oder Projektarbeit?
Baugrundgutachten, Standsicherheitsberechnung, FEM-Modellierung oder Naturgefahren-Analyse – wir liefern DIN-konforme Ergebnisse.Ja – normengerechte geotechnische Berechnungen gehören zu unserem Kerngeschäft. Wir führen Grundbruch-, Setzungs- und Standsicherheitsnachweise nach EC 7 / DIN 1054, 4017, 4019, 4084 durch, setzen Teilsicherheitsbeiwerte korrekt an und dokumentieren die Nachweisführung in der Form, die Ihr Prüfer erwartet. Auf Wunsch mit Excel-Berechnungsblatt zum Nachrechnen.
Ja. Wir erstellen PLAXIS-2D/3D-Modelle (Stoffmodelle: Mohr-Coulomb, Hardening Soil, Soft Soil), dokumentieren Randbedingungen, Vernetzung und Konvergenzstudie und liefern den zugehörigen Methoden- und Ergebnistext. Für einfachere Standsicherheitsnachweise arbeiten wir mit GGU-Stability oder Slide2 (Rocscience).
Ja. Sie liefern Ihre Schichtenverzeichnisse (nach DIN EN ISO 14689), SPT-/CPT-Daten und Laborprotokolle. Wir erstellen das Baugrundmodell (Profilschnitt, Homogenbereiche, Kennwertableitung), leiten charakteristische Bodenparameter ab und schreiben den geotechnischen Bericht. Die geologische Interpretation – wo sind Schichtwechsel wahrscheinlich, wo sind Daten unsicher – ist dabei der Mehrwert gegenüber reiner Rechentechnik.
Projektarbeiten mit Baugrundbeurteilung: 15–22 Werktage. Bachelorarbeiten mit Standsicherheitsnachweis oder Laborauswertung: 25–35 Werktage. Masterarbeiten mit FEM-Modellierung (PLAXIS) oder Naturgefahren-Simulation: 40–55 Werktage. Bei komplexen Modellen empfehlen wir, früh Kontakt aufzunehmen.
Baugrundmodell, Böschungsbruch, Tunnelbau-Modellierung oder Naturgefahren-Kartierung – teilen Sie uns Thema und Deadline mit.
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