Biophysik und Medizinische Physik stehen an der Schnittstelle von Physik, Biologie und Medizin: MRT-Sequenzoptimierung, Strahlungsphysik in der Onkologie, Membranbiophysik, Ionenkanal-Modellierung. An der HU Adlershof und in Kooperation mit der Charité entsteht hier Forschung auf Weltniveau – und Abschlussarbeiten, die physikalische Methoden auf biomedizinische Probleme anwenden.
| Teilgebiet | Typische Arbeitsform | Schlüsselthemen |
|---|---|---|
| Medizinische Bildgebung | Bachelorarbeit, Masterarbeit | MRT (Relaxationszeiten, Pulssequenzen), CT (Rekonstruktion, Dosisoptimierung), PET, Ultraschall |
| Strahlenphysik & Dosimetrie | Masterarbeit | Wechselwirkung Strahlung-Materie, Dosisberechnung, Bestrahlungsplanung, Monte-Carlo-Simulation |
| Membranbiophysik | Bachelorarbeit, Masterarbeit | Lipiddoppelschicht, Ionenkanäle, Nernst-Gleichung, Hodgkin-Huxley-Modell |
| Molekulare Biophysik | Masterarbeit | Proteinfaltung, Einzelmolekülspektroskopie, FRET, Kraftspektroskopie (AFM) |
| Neurophysik | Masterarbeit | EEG/MEG-Analyse, neuronale Netzwerke (biologisch), Signalverarbeitung |
Biophysik wendet physikalische Prinzipien und Methoden auf biologische Systeme an: Wie transportiert eine Zellmembran Ionen? Wie faltet sich ein Protein? Wie entsteht ein MRT-Bild? Die Medizinische Physik geht einen Schritt weiter und überträgt physikalische Methoden in die klinische Praxis – Bildgebung, Strahlentherapie, Dosimetrie.
An der HU Berlin ist Biophysik am Institut für Physik (Adlershof) und in enger Kooperation mit dem Max-Delbrück-Centrum (MDC) und der Charité angesiedelt. An der TU Berlin gibt es Anknüpfungspunkte über die Biotechnologie und die Biomedizinische Technik. In Berlin ist Biophysik nie nur Physik – sie ist immer auch Medizin, Biologie oder Chemie. Das macht die Arbeiten interdisziplinär anspruchsvoll: Prüfer erwarten, dass Sie die Physik und die biologische/medizinische Fragestellung beherrschen.
In der Biophysik reicht es nicht, die Bloch-Gleichungen zu lösen – Sie müssen auch erklären, was das für die klinische MRT-Bildgebung bedeutet. Die Physik ist das Werkzeug; die Frage kommt aus der Biologie oder der Medizin.
MRT: Kernspinresonanz, Bloch-Gleichungen, T1/T2-Relaxation, Pulssequenzen (Spin-Echo, Gradientenecho, EPI), k-Raum-Abtastung, Bildrekonstruktion (Fourier-Transformation). CT: Röntgenabsorption, Radon-Transformation, gefilterte Rückprojektion, iterative Rekonstruktion, Dosisoptimierung. PET: Positronen-Annihilation, Koinzidenzdetektion, Tracer-Kinetik. Verbindung zur Radiologie bei klinischen Fragestellungen und zur Computational Physics bei Rekonstruktionsalgorithmen.
Wechselwirkung ionisierender Strahlung mit Materie (Photoeffekt, Compton-Streuung, Paarbildung), Dosisbegriffe (Energiedosis, Äquivalentdosis, effektive Dosis), Bestrahlungsplanung (IMRT, VMAT), Monte-Carlo-Simulation der Dosisverteilung (Geant4, FLUKA, EGSnrc), Qualitätssicherung in der Strahlentherapie. Verbindung zur Onkologie und zur Charité – viele Masterarbeiten entstehen in der Klinik für Strahlentherapie.
Lipiddoppelschicht (Flüssig-Mosaik-Modell), Ionentransport (Nernst-Gleichung, Goldman-Gleichung), Ionenkanäle (Patch-Clamp-Technik), Hodgkin-Huxley-Modell (Aktionspotential), Elektrodiffusion. Verbindung zur Zellbiologie und Neurobiologie. In Bachelorarbeiten häufig: Numerische Lösung des Hodgkin-Huxley-Modells und Parameterstudien.
Proteinfaltung und -dynamik, Einzelmolekül-Fluoreszenz (smFRET), Kraftspektroskopie (optische Pinzette, AFM), Cryo-EM (Strukturbestimmung), Molekulardynamik-Simulationen. Verbindung zur Chemie (physikalische Chemie) und Molekularbiologie. In Masterarbeiten häufig: Kombination aus experimentellen Daten und MD-Simulationen.
| Arbeitstyp | Themenbeispiel |
|---|---|
| Bachelorarbeit | Numerische Simulation des Hodgkin-Huxley-Modells: Parameterabhängigkeit des Aktionspotentials und Vergleich mit experimentellen Daten |
| Bachelorarbeit | Grundlagen der MRT-Bildgebung: T1- und T2-gewichtete Sequenzen im Vergleich – Physikalische Prinzipien und klinische Anwendung |
| Masterarbeit | Optimierung einer diffusionsgewichteten MRT-Sequenz für die Schlaganfall-Diagnostik: Simulation der Signalbildung und Vergleich mit klinischen Daten (Charité) |
| Masterarbeit | Monte-Carlo-Simulation der Dosisverteilung bei IMRT-Bestrahlungsplanung: Vergleich von Geant4 und dem klinischen Planungssystem |
| Masterarbeit | Einzelmolekül-FRET-Analyse der Konformationsdynamik eines RNA-Riboswitches: Experiment und Hidden-Markov-Modellierung |
Interdisziplinäre Arbeit an der Schnittstelle Physik & Medizin/Biologie?
Unsere Autoren beherrschen die Physik und verstehen den biomedizinischen Kontext.Monte-Carlo-Simulation: Geant4, FLUKA, EGSnrc (Strahlenphysik); GROMACS, NAMD (Molekulardynamik).
Bildverarbeitung: MATLAB, Python (scipy/numpy), ImageJ/Fiji, FSL/FreeSurfer (MRT).
Signalverarbeitung: MATLAB, Python (MNE für EEG/MEG).
Bestrahlungsplanung: Eclipse, RayStation, PRIMO.
Datenanalyse: Python, R, Origin – mit vollständiger Fehlerrechnung.
LaTeX: Standard für alle Physik-Arbeiten – siunitx, amsmath, graphicx.
→ Medizin: MRT/CT-Interpretation, Strahlentherapie, klinische Studien.
→ Biologie: Zellbiologie, Neurobiologie, Molekularbiologie.
→ Chemie: Physikalische Chemie, Spektroskopie, Thermodynamik.
→ Informatik: Bildrekonstruktion, Machine Learning in der Bildgebung.
→ Computational Physics: Monte-Carlo, Molekulardynamik, numerische Methoden.
→ Theoretische Physik: Quantenmechanik (NMR-Theorie), Elektrodynamik (Wellenausbreitung).
1. Physik ohne Biologie (oder umgekehrt). Eine MRT-Arbeit, die nur die Pulssequenz beschreibt, aber die klinische Relevanz nicht diskutiert. Oder eine Membranphysik-Arbeit, die nur die Biologie erklärt, aber die physikalischen Gleichungen nicht herleitet.
2. Monte-Carlo ohne Validierung. Sie simulieren die Dosisverteilung, aber vergleichen nicht mit experimentellen Messdaten oder dem klinischen Planungssystem. Jede Simulation braucht eine Validierung.
3. Einheiten vermischt. In der Biophysik treffen SI-Einheiten (Physik) auf medizinische Einheiten (Gray, Sievert) und biologische Einheiten (mol/L, mV). Konsistenz ist Pflicht – nutzen Sie siunitx.
4. Klinische Relevanz als Nachgedanke. Die „Diskussion" besteht aus einem Satz: „Das Ergebnis ist für die Klinik relevant." Prüfer – besonders an der Charité – erwarten eine substanzielle Einordnung: Welche klinische Konsequenz hat Ihr Ergebnis? Ändert es die Diagnostik/Therapie?
Ja – unsere Biophysik-Autoren haben einen Physik-Hintergrund mit Spezialisierung in medizinischer Physik oder Biophysik. Sie kennen sowohl die physikalischen Grundlagen (Bloch-Gleichungen, Dosimetrie, Membranphysik) als auch den biomedizinischen Kontext (klinische Fragestellungen, Bildgebungsprotokolle, Strahlentherapie-Planung). Für klinische Kooperationsarbeiten an der Charité arbeiten wir bei Bedarf im Tandem: ein Physiker + ein Mediziner.
Ja – Monte-Carlo-Simulationen gehören zu unserem Kerngeschäft in der Medizinischen Physik. Wir erstellen Geant4-Geometrien, implementieren Quellmodelle, führen Dosisberechnungen durch und validieren die Ergebnisse gegen experimentelle Daten oder klinische Planungssysteme. Wir liefern den Code (C++ für Geant4, Python für die Analyse) und die vollständige methodische Dokumentation.
Ja – und das ist ein typisches Szenario in der Berliner Biophysik. Wir kennen die Anforderungen beider Seiten: die physikalische Rigorosität der HU (LaTeX, Fehlerrechnung, Theorie) und die klinische Relevanz der Charité (Ethikvotum, Patientendaten, Reporting-Guidelines). Wir navigieren diese Doppelstruktur routinemäßig.
Bachelorarbeiten: 30–45 Werktage. Masterarbeiten (mit Simulation oder klinischen Daten): 45–65 Werktage. Bei Monte-Carlo-Simulationen hängt die Dauer von der Komplexität der Geometrie ab – frühzeitig anfragen. Preise: Preisübersicht.
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