Mediator- & Moderatoranalyse
mit Hayes PROCESS Macro

Das PROCESS Macro von Andrew Hayes ist in der Psychologie allgegenwärtig – aber die Koeffizienten werden von den meisten Studierenden falsch interpretiert. Unsere promovierten Ghostwriter erklären Mediations- und Moderationsanalysen Schritt für Schritt: von der Hypothesenformulierung bis zum APA-konformen Ergebnisbericht.

Indirekte Effekte
Bootstrapping
Modell 4 vs. 7
Interaktionsinterpretation
APA 7 Reporting

Die Hayes-Analyse ist das Verfahren, bei dem wir die meisten Überarbeitungsaufträge erhalten – und das aus gutem Grund: Modellwahl, Bootstrap-Interpretation und APA-Reporting verlangen ein Zusammenspiel aus statistischem Verständnis und psychologischer Theorie, das in Methodenseminaren selten ausreichend vermittelt wird. Die promovierten Psychologen und Statistiker bei Business And Science arbeiten täglich mit PROCESS in SPSS und R und haben in über 12.000 Projekten seit 2012 Mediations-, Moderations- und moderierte Mediationsanalysen für Masterarbeiten und Dissertationen durchgeführt.

1. Mediation vs. Moderation: Der entscheidende Unterschied

Bevor Sie das PROCESS Macro öffnen, muss die inhaltliche Frage klar sein. Die häufigste Verwechslung in Psychologie-Abschlussarbeiten: Mediator und Moderator werden konzeptuell vertauscht – mit fatalen Folgen für die Hypothesenformulierung.

🔗 Mediator: Warum / Wie?

Ein Mediator erklärt den Mechanismus zwischen UV und AV. Er liegt im kausalen Pfad zwischen beiden Variablen. Die Frage: Durch welchen Prozess wirkt X auf Y?

Beispiel

Stress (X) → emotionale Erschöpfung (M) → Burnout (Y). Die emotionale Erschöpfung vermittelt den Effekt von Stress auf Burnout.

⚙️ Moderator: Für wen / Wann?

Ein Moderator verändert die Stärke oder Richtung des Effekts zwischen UV und AV. Er interagiert mit der UV. Die Frage: Unter welchen Bedingungen wirkt X stärker oder schwächer auf Y?

Beispiel

Stress (X) → Burnout (Y), moderiert durch soziale Unterstützung (W). Bei hoher Unterstützung ist der Stress-Burnout-Zusammenhang schwächer.

Pfaddiagramme im Vergleich

Mediation X (UV) M (Mediator) Y (AV) indirekter Effekt (a×b) Moderation X (UV) W (Moderator) Y (AV) Interaktion X×W

⚠️ Die häufigste Verwechslung

„Soziale Unterstützung könnte die Beziehung zwischen Stress und Burnout erklären" – das klingt nach Mediation, meint aber oft Moderation. Prüfen Sie: Liegt die Variable im Kausalweg zwischen X und Y (→ Mediator) oder verändert sie die Stärke des Zusammenhangs (→ Moderator)? Beides ist inhaltlich zu begründen, nicht statistisch zu entscheiden.

2. Hayes PROCESS Modelle im Überblick

PROCESS bietet über 90 vorgefertigte Modelle für unterschiedliche Kombinationen aus Mediatoren, Moderatoren und Kovariaten. In der Psychologie sind folgende am gebräuchlichsten:

1

Einfache Moderation

X → Y, moderiert durch W. Interaktionsterm X×W.

4

Einfache Mediation

X → M → Y. Indirekter Effekt a×b via Bootstrapping.

6

Serielle Mediation

X → M1 → M2 → Y. Zwei Mediatoren in Reihe.

7

Moderierte Mediation (a-Pfad)

W moderiert den a-Pfad (X→M). Indirekte Effekte konditionell.

14

Moderierte Mediation (b-Pfad)

W moderiert den b-Pfad (M→Y). Indirekte Effekte konditionell.

58

Moderierte Mediation (c-Pfad)

W moderiert den direkten Pfad (X→Y) und den indirekten.

Modell 4 vs. Modell 7: Wann welches?

Die Wahl hängt von Ihrer Theorie ab, nicht von statistischen Kennwerten:

  • Modell 4 (einfache Mediation): Sie haben einen klaren Mechanismus-Kandidaten. Kein Moderator ist theoretisch begründet. Frage: Wie wirkt X auf Y?
  • Modell 7 (moderierte Mediation): Der Mediationsmechanismus variiert in Abhängigkeit eines Moderators. Frage: Für wen gilt der Mechanismus? Häufig in klinischen Studien: Intervention → Mechanismus → Outcome, moderiert durch Schweregrad.
  • Index of Moderated Mediation: Der zentrale Kennwert in Modell 7. Ist das 95%-Bootstrapping-KI des Index exkludiert Null → moderierte Mediation bestätigt.

Welches Modell am häufigsten Probleme macht

In den Entwürfen, die uns zur Überarbeitung erreichen, ist Modell 7 (moderierte Mediation) die mit Abstand häufigste Fehlerquelle: Der Index of Moderated Mediation wird falsch interpretiert, konditionelle indirekte Effekte werden nicht berichtet, oder das Modell passt nicht zur Hypothese. Unsere promovierten Methodiker klären die Modellwahl bereits vor der Auswertung – damit der Ergebnisteil beim ersten Versuch steht.

Modellwahl unsicher?

Unsere Statistikexperten helfen bei der Hypothesenformulierung und Modellauswahl – vor der Datenerhebung
Statistik-Beratung →

3. Mediationsanalyse Schritt für Schritt (Modell 4)

Folgende Schritte gelten für eine einfache Mediationsanalyse in SPSS mit PROCESS. Voraussetzung: PROCESS Macro ist installiert (kostenloser Download auf processmacro.org).

1

Hypothese formulieren (gerichtet!)

Formulieren Sie die Hypothese inhaltlich und gerichtet: „Es wird angenommen, dass der Effekt von X auf Y durch M mediiert wird (Hypothese 2a)". Begründen Sie theoretisch, warum M im Kausalweg liegt. Ohne theoretische Basis ist jede Mediationsanalyse sinnlos.

2

Voraussetzungen prüfen

Alle beteiligten Variablen sollten metrisch skaliert sein (oder dichotom). Prüfen Sie Normalverteilung der Residuen, Ausreißer (Mahalanobis-Distanz) und Multikollinearität zwischen X und M. Stichprobengröße: Für Modell 4 werden mindestens n = 100–200 empfohlen (für zuverlässige Bootstrap-KI).

3

PROCESS in SPSS ausführen

Analyze → Regression → PROCESS v4 by Andrew F. Hayes. Y = AV, X = UV, M = Mediatorvariable(n). Modell: 4. Bootstrap-Samples: 5.000 (Minimum), besser 10.000. Konfidenzintervall: 95%. Zentrierung kontinuierlicher Variablen empfohlen.

4

Output auslesen: a-Pfad, b-Pfad, indirekter Effekt

a-Pfad: Regressionskoeffizient X → M. b-Pfad: Regressionskoeffizient M → Y (unter Kontrolle von X). c-Pfad: Totaler Effekt X → Y. c'-Pfad: Direkter Effekt X → Y (unter Kontrolle von M). Indirekter Effekt: a × b.

5

Signifikanz des indirekten Effekts prüfen

Der indirekte Effekt ist signifikant, wenn das 95%-Bootstrap-Konfidenzintervall die Null nicht einschließt. Kein p-Wert – nur das KI entscheidet. Merke: Ein signifikanter a- und b-Pfad allein beweist keine Mediation.

6

Vollständige vs. partielle Mediation beurteilen

Vollständige Mediation: c'-Pfad (direkt) nicht signifikant, indirekter Effekt signifikant. Partielle Mediation: Beide Pfade signifikant. Wichtig: Die Unterscheidung „vollständig vs. partiell" wird in neuerer Literatur kritisch gesehen – berichten Sie stattdessen die Effektgröße des indirekten Effekts (κ² oder ab in standardisierter Form).

Falls Sie bei der Interpretation zwischen partieller und vollständiger Mediation unsicher sind oder Ihre Gutachter konkrete Effektgrößenmaße erwarten: Unsere Methodiker formulieren die Ergebnisdarstellung so, dass sie aktuellen Publikationsstandards entspricht. Jetzt anfragen.

Beispiel-Output PROCESS Modell 4 (SPSS)

************** TOTAL EFFECT MODEL ************** Outcome: Burnout (Y) coeff se t p Stress 0.543 0.089 6.101 .000 ← c-Pfad (total) ************** MEDIATION MODEL ***************** Outcome: Emot. Erschöpfung (M) coeff se t p Stress 0.612 0.094 6.511 .000 ← a-Pfad Outcome: Burnout (Y) coeff se t p Stress 0.201 0.102 1.971 .050 ← c'-Pfad (direkt) Emot.Erschöpf. 0.558 0.091 6.132 .000 ← b-Pfad ******* INDIRECT EFFECT (Bootstrap 95% CI) ***** Effect BootLLCI BootULCI 0.342 0.198 0.501 ← KI schliesst 0 nicht ein → signifikant

4. Moderationsanalyse Schritt für Schritt (Modell 1)

Eine Moderationsanalyse prüft, ob der Effekt von X auf Y in Abhängigkeit von W (dem Moderator) variiert. Der statistische Kern: der Interaktionsterm X×W.

Vor der Analyse: Zentrierung

Zentrieren Sie X und W (Mittelwert abziehen), bevor Sie den Interaktionsterm bilden. Das reduziert Multikollinearität und erleichtert die Interpretation erheblich. PROCESS macht das automatisch, wenn Sie die Option „Mean center for products" ankreuzen.

Johnson-Neyman-Technik

Wenn der Interaktionsterm signifikant ist, zeigt die Johnson-Neyman-Technik, bei welchen Werten des Moderators der Effekt von X auf Y signifikant wird. PROCESS berechnet das automatisch – berichten Sie die Floodlight-Analyse im Ergebnisteil.

Interaktionsdiagramm erstellen und interpretieren

Ein signifikanter Interaktionsterm allein sagt wenig – Sie brauchen ein Interaktionsdiagramm (auch: „Simple Slopes Plot"). PROCESS gibt Ihnen die konditionalen Effekte bei ±1 SD des Moderators aus. Tragen Sie diese als Linien im Diagramm auf:

Was das Diagramm zeigen muss

  • X-Achse: Werte der UV (X), typischerweise –1 SD und +1 SD
  • Y-Achse: Vorhergesagte Werte der AV (Y)
  • Zwei Linien: Eine für niedrigen Moderator (–1 SD), eine für hohen Moderator (+1 SD)
  • Unterschiedliche Steigungen der Linien = Moderation vorhanden
  • Parallele Linien = kein Moderationseffekt (trotz signifikantem Interaktionsterm prüfen!)

⚠️ Häufiger Fehler: Haupteffekte bei Moderation falsch interpretieren

Bei einer Moderationsanalyse sind die Haupteffekte von X und W (ohne Interaktion) konditionelle Effekte bei Null des jeweils anderen Prädiktors – nicht marginale Effekte. Wenn Sie zentriert haben, entspricht „Null" dem Mittelwert. Interpretieren Sie Haupteffekte bei Moderationsmodellen immer im Kontext der Zentrierung.

5. Bootstrapping verstehen: Warum kein p-Wert?

Der indirekte Effekt (a×b) hat keine einfache Normalverteilung – deswegen funktioniert ein klassischer z-Test (wie der Sobel-Test) nicht gut. Bootstrap-Konfidenzintervalle sind robuster und werden heute von den meisten Journals gefordert.

5.000Bootstrap-Samples als Mindestanzahl – besser 10.000 für stabile KI
95% KIWenn das Konfidenzintervall die Null nicht enthält → signifikanter indirekter Effekt
SobelVeraltet – nicht mehr verwenden. Bootstrapping ist der aktuelle Standard (Hayes, 2022)

💡 Was Bootstrapping macht – intuitiv erklärt

Stellen Sie sich vor, Sie ziehen aus Ihrer Stichprobe (n=200) mit Zurücklegen 5.000-mal eine neue Stichprobe derselben Größe – jedes Mal zufällig. Für jede dieser 5.000 Stichproben berechnen Sie den indirekten Effekt a×b. Am Ende haben Sie eine empirische Verteilung von 5.000 Schätzwerten. Das 2,5%- und 97,5%-Quantil dieser Verteilung bilden das 95%-KI. Dieses KI ist nicht von Normalverteilungsannahmen abhängig – daher robuster.

Reporting: „Der indirekte Effekt war signifikant (b = 0.342, 95% Bootstrap-KI [0.198, 0.501], 5.000 Bootstrap-Samples)."

6. PROCESS-Output systematisch interpretieren

KennwertWas er bedeutetSignifikanzkriterium
a-Pfad (X→M)Effekt der UV auf den Mediator. Regression M auf X.p < .05 (klassisch)
b-Pfad (M→Y)Effekt des Mediators auf AV, unter Kontrolle von X.p < .05 (klassisch)
c'-Pfad (X→Y direkt)Direkter Effekt von UV auf AV unter Kontrolle von M.p < .05 (klassisch)
c-Pfad (X→Y total)Totaler Effekt ohne Berücksichtigung des Mediators.p < .05 (klassisch)
Indirekter Effekt (a×b)Produkt aus a- und b-Pfad. Zeigt Mediationseffekt.95%-Bootstrap-KI ≠ 0
Index of Moderated MediationIn Modell 7/14: Gibt an, ob indirekter Effekt von W abhängt.95%-Bootstrap-KI ≠ 0
R² (Modell)Varianzaufklärung im Gesamtmodell.F-Test p < .05
Interaktionsterm (X×W)Bei Moderation: verändert W die X→Y-Beziehung?p < .05 (klassisch)

⚠️ Was Sie niemals schreiben sollten

  • ❌ „Der Sobel-Test zeigt, dass die Mediation signifikant ist." → Sobel-Test ist veraltet, Bootstrap verwenden.
  • ❌ „Die Mediation ist vollständig, da c' nicht signifikant ist." → Aussage inhaltlich begründen, nicht nur statistisch.
  • ❌ „Der indirekte Effekt ist mit p = .001 signifikant." → Es gibt keinen p-Wert für indirekte Effekte in PROCESS – nur Bootstrap-KI.

7. APA-konformes Berichten der Ergebnisse

Hier sind Muster-Formulierungen für die häufigsten Szenarien – an APA 7 und aktuelle Journal-Standards angepasst.

Muster: Einfache Mediation (Modell 4)

Methodenteil

„Zur Prüfung der Mediationshypothese wurde eine einfache Mediationsanalyse mit Hayes' PROCESS Macro (Modell 4, Version 4.2) in SPSS durchgeführt. Indirekte Effekte wurden mittels Bootstrapping (5.000 Bootstrap-Samples) mit 95%-Konfidenzintervallen geschätzt."

Ergebnisteil

„Stress sagte emotionale Erschöpfung positiv vorher (a = 0.61, SE = 0.09, p < .001). Emotionale Erschöpfung sagte Burnout unter Kontrolle von Stress positiv vorher (b = 0.56, SE = 0.09, p < .001). Der direkte Effekt von Stress auf Burnout war unter Kontrolle des Mediators nicht mehr signifikant (c' = 0.20, SE = 0.10, p = .050). Der indirekte Effekt war signifikant (ab = 0.34, 95% Bootstrap-KI [0.20, 0.50])."

Muster: Einfache Moderation (Modell 1)

Ergebnisteil

„Zur Prüfung der Moderationshypothese wurde eine Moderationsanalyse mit PROCESS Modell 1 durchgeführt. Alle kontinuierlichen Prädiktoren wurden vor Bildung des Interaktionsterms am Mittelwert zentriert. Der Interaktionsterm Stress × soziale Unterstützung sagte Burnout signifikant vorher (b = –0.23, SE = 0.07, t = –3.29, p = .001, ΔR² = .04). Simple-Slopes-Analysen zeigten, dass der Effekt von Stress auf Burnout bei hoher sozialer Unterstützung (+1 SD) signifikant schwächer war (b = 0.31, SE = 0.08, p < .001) als bei niedriger sozialer Unterstützung (–1 SD; b = 0.71, SE = 0.09, p < .001)."

APA-konforme Ergebnisberichte mit Bootstrap-KI, Simple-Slopes-Diagrammen und korrekt benannten Pfadkoeffizienten gehören zum Kernrepertoire unserer Psychologie-Autoren. Wir haben in den letzten Jahren hunderte Hayes-Analysen für Masterarbeiten und Dissertationen geschrieben – und wissen, welche Formulierungen Gutachter erwarten.

8. Die 8 häufigsten Fehler bei Hayes-Analysen in Psychologie-Arbeiten

① Mediator ≠ Moderator verwechselt

Die Hypothese passt nicht zum gewählten Modell. Folge: Das gesamte Kapitel muss überarbeitet werden. Prüfen: Liegt die Variable kausal zwischen X und Y oder interagiert sie mit X?

② Sobel-Test statt Bootstrapping

Der Sobel-Test setzt Normalverteilung des indirekten Effekts voraus – die in der Praxis selten gilt. Aktuelle Journals akzeptieren fast ausschließlich Bootstrapping-KI.

③ Keine Zentrierung bei Moderation

Fehlende Zentrierung führt zu Multikollinearität zwischen X, W und X×W – und zu schwer interpretierbaren Haupteffekten. PROCESS-Option „Mean center" nutzen.

④ Zu wenige Bootstrap-Samples

Standard: 1.000 Bootstrap-Samples reicht nicht. Minimum: 5.000. Besser: 10.000. Die Rechenzeit erhöht sich, aber die KI sind stabiler – besonders bei kleinen Stichproben.

⑤ Kausalität aus Querschnittsdaten

Mediationsanalysen implizieren Kausalität (X wirkt auf M wirkt auf Y). Bei Querschnittsdaten ist das nicht beweisbar. Begrenzen Sie die Interpretation explizit auf korrelative Zusammenhänge.

⑥ p-Wert für indirekten Effekt angegeben

PROCESS gibt keinen p-Wert für den indirekten Effekt aus – zu Recht. Berichten Sie nur das Bootstrap-KI. Manche Studierende ergänzen trotzdem einen p-Wert aus anderen Quellen – falsch.

⑦ Kein Interaktionsdiagramm bei Moderation

Ein signifikanter Interaktionsterm ohne grafische Darstellung der Simple Slopes ist unvollständig. Gutachter erwarten das Diagramm – und eine verbale Interpretation der Linien.

⑧ Modell nicht theoretisch begründet

PROCESS läuft mit jedem Modell – aber nur eines ist inhaltlich sinnvoll. Begründen Sie im Theorieteil explizit, warum Sie Modell 4, 7 oder 14 gewählt haben. Rein datengeleitet ist kein Argument.

Die Fehler ① und ⑤ lassen sich im Nachhinein kaum reparieren – sie betreffen das Fundament der Arbeit. Deshalb empfehlen wir, die Modellwahl und Hypothesenformulierung vor der Datenerhebung mit einem Experten abzustimmen. Unsere Methodiker bieten genau das an – hier unverbindlich anfragen.

Häufige Fragen zur Hayes-Analyse in der Psychologie

Wie installiere ich das PROCESS Macro in SPSS?

Laden Sie PROCESS kostenlos von processmacro.org herunter (Registrierung erforderlich). Entpacken Sie die ZIP-Datei. In SPSS: Extras → Benutzerdefinierte Dialoge → Eigene Dialoge installieren → die Datei PROCESS v4.x for SPSS.spd auswählen. Nach der Installation finden Sie PROCESS unter Analyse → Regression → PROCESS v4 by Andrew F. Hayes. Neustart von SPSS nach der Installation empfohlen.

Wie viele Fälle brauche ich für eine Mediationsanalyse mit Hayes?

Für eine einfache Mediation (Modell 4) werden in der Literatur mindestens 100–200 Fälle empfohlen, damit Bootstrap-KI stabil sind. Bei kleinen Effektstärken oder mehreren Mediatoren steigt der Bedarf. Führen Sie vor der Datenerhebung eine Power-Analyse mit G*Power durch (für indirekte Effekte mit dem Pakemet-Ansatz von Schoemann et al., 2017 oder der Monte-Carlo-Simulation in PROCESS). Eine Stichprobe unter n=80 ist für Mediationsanalysen in der Regel nicht ausreichend.

Was ist der Unterschied zwischen vollständiger und partieller Mediation?

Bei vollständiger Mediation ist der direkte Effekt (c'-Pfad) nicht mehr signifikant, wenn der Mediator im Modell ist – der gesamte Effekt läuft über den Mediator. Bei partieller Mediation bleibt der direkte Effekt signifikant – M erklärt einen Teil, aber nicht den gesamten Effekt. Wichtig: Neuere Literatur (Hayes, 2022; Rucker et al.) empfiehlt, diese Unterscheidung zu relativieren und stattdessen die Größe des indirekten Effekts zu berichten (Verhältnis indirekter/totaler Effekt, κ²). Die Klassifikation „vollständig vs. partiell" ist zu binär und kontextabhängig.

Kann ich Hayes PROCESS auch in R verwenden?

Ja. Das PROCESS Macro ist als R-Funktion verfügbar (Download auf processmacro.org). Alternativ bietet das R-Paket mediation (Tingley et al.) ähnliche Funktionen. Für SEM-basierte Mediationsanalysen mit latenten Variablen ist lavaan die bevorzugte Lösung. Das Paket processR (Moon, 2021) ermöglicht auch die direkte Nutzung der Hayes-Modellnummern in R mit ggplot2-Integration für Visualisierungen.

Mein indirekter Effekt ist signifikant, aber a- oder b-Pfad nicht – was jetzt?

Das ist möglich und methodisch kein Fehler. Der indirekte Effekt (a×b) kann das Bootstrap-KI über Null haben, auch wenn die einzelnen Pfade für sich genommen p > .05 sind – weil das Produkt a×b eine andere Verteilung hat als die einzelnen Komponenten. Hayes selbst empfiehlt, sich auf das Bootstrap-KI des indirekten Effekts zu verlassen und nicht auf die separaten Pfad-p-Werte. Berichten Sie alle drei Werte (a, b, a×b mit KI), und interpretieren Sie die Mediation auf Basis des KI des indirekten Effekts.

Ghostwriter für Hayes-Analyse in meiner Masterarbeit – ist das möglich?

Ja. Bei Business And Science arbeiten promovierte Psychologen und Statistik-Experten, die täglich mit PROCESS Macro, SPSS und R arbeiten. Wir helfen bei der Durchführung der Analyse, der Interpretation des Outputs, der Erstellung von Interaktionsdiagrammen und dem APA-konformen Verfassen des Ergebnisteils. Ghostwriting in Deutschland ist legal. Mehr Infos zu Masterarbeit-Ghostwriting →

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