Von der ersten Idee zur perfekten Struktur – mit Musterbeispielen, formalen Vorgaben und praxiserprobten Tipps für eine überzeugende Hausarbeit
Die Gliederung einer Hausarbeit ist die strukturierte Übersicht aller Kapitel und Unterkapitel, die zeigt, wie die Forschungsfrage systematisch beantwortet wird. Sie dient als Arbeitsplan beim Schreiben und wird später zum Inhaltsverzeichnis der fertigen Arbeit.
Die Gliederung zeigt die logische Argumentationskette von der Einleitung bis zum Fazit.
Mit fertiger Gliederung schreibst du zielgerichteter und effizienter.
Die Gliederung ist dein Kompass während des gesamten Schreibprozesses.
Frühzeitige Abstimmung mit Betreuer:in möglich.
Jede Hausarbeit folgt einer Standardstruktur aus formalen Bestandteilen und dem eigentlichen Text:
| Element | Umfang | Inhalt |
|---|---|---|
| Deckblatt | 1 Seite | Titel, Name, Studiengang, Semester, Dozent:in |
| Inhaltsverzeichnis | 1-2 Seiten | Alle Kapitel mit Seitenzahlen |
| Abkürzungsverzeichnis | 0-1 Seite | Nur bei vielen Fachbegriffen |
| Literaturverzeichnis | variabel | Alle verwendeten Quellen alphabetisch |
| Anhang | variabel | Zusatzmaterialien (Fragebögen, Transkripte) |
| Eidesstattliche Erklärung | 1 Seite | Eigenständigkeitserklärung unterschrieben |
Eine bewährte Faustregel für die Gewichtung: 10% Einleitung, 80% Hauptteil, 10% Fazit. Bei einer 15-seitigen Hausarbeit bedeutet das: 1,5 Seiten Einleitung, 12 Seiten Hauptteil, 1,5 Seiten Fazit.
So entwickelst du systematisch eine logische und überzeugende Gliederung:
Alles beginnt mit einer präzisen Forschungsfrage. Sie bestimmt die gesamte Struktur.
Beispiel: "Wie beeinflusst Instagram-Nutzung das Körperbild von Jugendlichen?"
Sammle erste Literatur und identifiziere Hauptthemen, die du behandeln musst.
Methode: Mind-Map oder Zettelkasten mit Hauptkategorien erstellen
Welche 3-5 Hauptkapitel brauchst du im Hauptteil? Überlege die logische Reihenfolge.
Typische Struktur: Theorie → Methode → Analyse → Diskussion
Unterteile jedes Hauptkapitel in 2-4 Unterkapitel. Maximal 3 Hierarchieebenen!
Regel: Wer A sagt, muss auch B sagen – mindestens 2 Unterkapitel pro Hauptkapitel
"Sprechende" Überschriften, die den Inhalt klar benennen. Nicht zu allgemein!
Schlecht: "Analyse" | Gut: "Inhaltsanalyse von 50 Instagram-Posts"
Zeige die Gliederung deiner Betreuer:in oder Kommiliton:innen. Optimiere sie iterativ.
Prüfe: Ist der rote Faden erkennbar? Ist die Gewichtung ausgewogen?
Hier sind fünf echte Gliederungsbeispiele aus verschiedenen Fachbereichen:
Titel: Einfluss von Home-Office auf die Produktivität in deutschen KMU
Gliederung:
1. Einleitung
2. Theoretische Grundlagen
2.1 Definition Home-Office und KMU
2.2 Produktivitätsmessung
2.3 Stand der Forschung
3. Methodik
3.1 Forschungsdesign
3.2 Stichprobe und Datenerhebung
3.3 Auswertungsmethoden
4. Ergebnisse
4.1 Deskriptive Statistik
4.2 Hypothesentests
4.3 Interpretation
5. Diskussion
5.1 Einordnung der Ergebnisse
5.2 Limitationen
6. Fazit
Titel: Auswirkungen von Social Media auf die psychische Gesundheit von Jugendlichen
Gliederung:
1. Einleitung
2. Begriffsdefinitionen
2.1 Social Media
2.2 Psychische Gesundheit im Jugendalter
3. Positive Effekte
3.1 Soziale Vernetzung
3.2 Identitätsentwicklung
3.3 Informationszugang
4. Negative Effekte
4.1 Social Comparison
4.2 FOMO (Fear of Missing Out)
4.3 Cybermobbing
5. Moderatoren und Mediatoren
5.1 Nutzungsdauer
5.2 Persönlichkeitsmerkmale
6. Fazit und Empfehlungen
Titel: Die Reichweite des Datenschutzes bei KI-gestützten Bewerbungsverfahren
Gliederung:
1. Einleitung
2. Rechtliche Grundlagen
2.1 DSGVO
2.2 AGG (Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz)
2.3 Betriebsverfassungsrecht
3. KI im Bewerbungsverfahren
3.1 Technische Funktionsweise
3.2 Anwendungsbereiche
4. Datenschutzrechtliche Bewertung
4.1 Rechtsgrundlage der Verarbeitung
4.2 Transparenzpflichten
4.3 Betroffenenrechte
5. Diskriminierungsrisiken
5.1 Bias in Algorithmen
5.2 AGG-Konformität
6. Fazit
Titel: Inklusion in der Grundschule: Konzeption eines Förderplans
Gliederung:
1. Einleitung
2. Theoretische Grundlagen
2.1 Inklusionsbegriff
2.2 Rechtliche Rahmenbedingungen
2.3 Didaktische Konzepte
3. Ausgangslage
3.1 Vorstellung der Schule
3.2 Ist-Analyse
4. Förderkonzept
4.1 Zielsetzung
4.2 Methodische Bausteine
4.3 Zeitplan
5. Evaluation
5.1 Evaluationsmethoden
5.2 Erfolgskriterien
6. Fazit und Ausblick
Titel: Die Darstellung der Frauenbewegung in Zeitungsartikeln der 1970er Jahre
Gliederung:
1. Einleitung
2. Historischer Kontext
2.1 Zweite Frauenbewegung
2.2 Medienlandschaft der 1970er
3. Methodik
3.1 Quellenauswahl
3.2 Diskursanalyse nach Foucault
4. Analyse
4.1 Themenschwerpunkte
4.2 Sprachliche Muster
4.3 Unterschiede nach Medium
5. Diskussion
5.1 Interpretation der Befunde
5.2 Einordnung in Forschungsstand
6. Fazit
→ Weitere Beispiele: Hausarbeit Beispiele nach Fachbereich
Achte auf diese formalen Regeln, um eine professionelle Gliederung zu erstellen:
1, 1.1, 1.1.1, 1.2, 2, 2.1, 2.2, 2.2.1, 2.2.2, 3...
Vorteile: Übersichtlich, in Deutschland am weitesten verbreitet
I, A, 1, a, aa, bb, 2, B, II...
Vorteile: Hierarchie optisch klarer, aber komplizierter
| Regel | Erklärung | Beispiel |
|---|---|---|
| A-B-Regel | Jedes Kapitel braucht mind. 2 Unterkapitel | ✓ 2.1 + 2.2 | ✗ nur 2.1 |
| Max. 3 Ebenen | Nicht tiefer als x.x.x gliedern | ✓ 2.1.1 | ✗ 2.1.1.1 |
| Mindestlänge | Jedes Unterkapitel mind. 0,5 Seiten | Sonst nicht als eigenes Kapitel |
| Einheitlichkeit | Gleiches Muster bei allen Überschriften | Nicht mischen: Substantive + Fragen |
| Sprechende Titel | Überschriften sollen Inhalt benennen | ✓ "Methodik" | ✗ "Teil 3" |
Problem: Mehr als 3 Hierarchieebenen (1.1.1.1) macht die Struktur unübersichtlich.
Lösung: Maximal bis zur dritten Ebene (1.1.1) gliedern, danach im Fließtext strukturieren.
Problem: Kapitel 2 hat nur Unterkapitel 2.1, aber kein 2.2.
Lösung: Mindestens 2 Unterkapitel oder den Inhalt direkt ins Hauptkapitel integrieren.
Problem: Ergebnisse vor Methodik oder Fazit vor Diskussion.
Lösung: Standardstruktur einhalten: Theorie → Methode → Empirie → Diskussion.
Problem: Kapitel heißen nur "Analyse" oder "Diskussion" ohne Spezifikation.
Lösung: Konkret benennen: "Inhaltsanalyse von 20 Experteninterviews".
Problem: Einleitung 5 Seiten, Hauptteil 8 Seiten, Fazit 3 Seiten.
Lösung: 10-80-10 Regel beachten, Hauptteil muss deutlich umfangreichster Teil sein.
Problem: Mischung aus Substantiven und Verben: "2.1 Definition", "2.2 Wie wird gemessen?"
Lösung: Einheitlicher Stil bei allen Überschriften (entweder nur Substantive oder nur Fragesätze).
Problem: Kapitel wirken wie Einzelteile ohne erkennbaren Zusammenhang.
Lösung: Jedes Kapitel muss zur Beantwortung der Forschungsfrage beitragen.
Problem: Während des Schreibens ändert sich die Struktur, Gliederung wird nicht angepasst.
Lösung: Gliederung ist ein Arbeitsdokument – regelmäßig überarbeiten!
Erst die Hauptkapitel festlegen, dann Unterkapitel ausarbeiten. Nicht umgekehrt!
Die erste Gliederung ist selten perfekt. Plane 2-3 Überarbeitungsrunden ein.
Nutze Mind-Maps oder Flussdiagramme, um die Struktur zu visualisieren.
Zeige die Gliederung anderen: Ist der rote Faden auch für Außenstehende erkennbar?
| ❌ Schlecht | ✅ Besser |
|---|---|
| Analyse | Inhaltsanalyse von Instagram-Profilen |
| Theorie | Theoretische Grundlagen der Selbstdarstellung |
| Ergebnisse | Ergebnisse der quantitativen Umfrage (N=200) |
| Teil 3 | Methodisches Vorgehen der empirischen Studie |
Schreibe alle Überschriften nacheinander auf und lies sie wie eine Geschichte. Ergibt sich eine logische Erzählung von der Einleitung bis zum Fazit? Wenn ja, hast du eine gute Gliederung!
→ Professionelle Unterstützung: Lektorat Hausarbeit | Coaching
Beginne mit der Forschungsfrage, sammle erste Literatur, definiere 3-5 Hauptkapitel für den Hauptteil und unterteile diese in jeweils 2-4 Unterkapitel. Achte auf eine logische Reihenfolge und sprechende Überschriften.
Typischerweise 5-8 Hauptkapitel inklusive Einleitung und Fazit. Der Hauptteil besteht meist aus 3-6 Kapiteln. Die genaue Anzahl hängt vom Thema und Umfang ab.
Maximal bis zur dritten Ebene (z.B. 2.1.1). Tiefere Gliederungen machen die Struktur unübersichtlich. Bei Bedarf im Fließtext mit Absätzen weiter strukturieren.
Die Gliederung ist ein Arbeitsplan, kein starres Korsett. Während des Schreibens können und sollten Anpassungen vorgenommen werden, wenn sie die Argumentation verbessern.
Nach der Themenfindung und erster Literaturrecherche, aber vor dem Schreiben. Die Gliederung sollte mit der Betreuer:in abgestimmt werden, bevor du mit dem eigentlichen Schreiben beginnst.
Ja, das ist möglich und oft sinnvoll bei Einleitung und Fazit. Im Hauptteil sollten Kapitel aber in der Regel untergliedert werden, wenn sie mehr als 3-4 Seiten umfassen.
Überschriften sollten präzise den Inhalt des Kapitels benennen. Vermeide zu allgemeine Begriffe wie "Analyse" oder "Theorie" – sei konkret: "Inhaltsanalyse von 50 Instagram-Posts" ist besser.
Nein, nicht alle Kapitel müssen gleich viele Unterkapitel oder gleichen Umfang haben. Wichtig ist die inhaltliche Logik, nicht die formale Symmetrie.
In Fachdatenbanken, bei deiner Uni-Bibliothek oder auf Plattformen wie GRIN. Noch besser: Frage deine Betreuer:in nach guten Beispielen aus deinem Fachbereich.
In Deutschland ist die dezimale Gliederung (1, 1.1, 1.1.1) Standard und wird meist bevorzugt. Prüfe die Vorgaben deiner Hochschule.
Ja, das ist sogar normal und oft notwendig. Dokumentiere größere Änderungen und stimme sie mit deiner Betreuer:in ab.
Für die Besprechung mit der Betreuer:in reichen Hauptkapitel und Unterkapitel. Für deinen eigenen Schreibplan kannst du noch detaillierter werden (Stichpunkte zu jedem Kapitel).
Ob Coaching zur Strukturierung, Lektorat der fertigen Arbeit oder vollständige Mustervorlage – unsere Ghostwriter helfen dir bei jedem Schritt.
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