Kumulative Dissertation

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Definition | Kumulative Dissertation

Die kumulative Dissertation (auch Publikationsdissertation oder Sammeldissertation genannt) basiert auf mehreren Publikationen in Fachzeitschriften, die zu einer Dissertationsschrift zusammengefasst werden. Bei der üblichen Doktorarbeit handelt es sich nur um einen einzelnen Text.

Kein standardisiertes Verfahren

In der DACH-Region gibt es keine einheitlichen Ausschlusskriterien für die Qualität der Veröffentlichungen, die eingereicht werden. Generell werden 2 Ansätze verfolgt:

Klassifizierung der Journals

Fachzeitschriften werden in A-, B- und C-Journals unterteilt.
1 Veröffentlichung im A-Journal = 2 Veröffentlichungen im B-Journal = 3 Veröffentlichungen im C-Journal

Prüfungskommission

Die Doktormutter bzw. der Doktorvater entscheidet, welche Veröffentlichungen mit eingereicht werden können und welche ausgeschlossen werden.

Beliebte Fachbereiche für kumulative Dissertation

Sozialwissenschaften

Naturwissenschaften

Wirtschaftswissenschaften

Kommt auch Ihre Fachrichtung in Frage?

Schauen Sie in die Promotionsordnung Ihrer Fakultät oder fragen Sie im Studierendensekretariat nach.

Wie oft werden kumulative Dissertationen verfasst?

Kumulative Dissertationen in Deutschland

Nur 22% aller Promovierenden haben sich 2014/2015 für eine kumulative Dissertation entschieden. Davon waren 44% aus dem Bereich der Naturwissenschaften.

  • Dissertation als Monografie
  • kumulative Dissertation

Vorteile kumulative Dissertation

Zeitaufwand

Sowohl das Schreiben als auch die Begutachtung einer kumulativen Dissertation nehmen wesentlich weniger Zeit in Anspruch.

Reichweite

Die kumulative Dissertation wird nicht ausschließlich von den Prüfern begutachtet, sondern auch von vielen weiteren Experten. Fachzeitschriften haben eine wesentlich höhere Reichweite als Monografien

Aktualität

In den Ingenieur- und Naturwissenschaften sowie der Medizin werden aktuelle Forschungsergebnisse nicht in Monografien publiziert, sondern in Fachzeitschriften. Somit können Sie wesentlich schneller neue Erkenntnisse veröffentlichen, sodass Ihnen keiner zuvorkommt.

Motivation

Die Motivation für das Schreiben einer Dissertation mit über 200 Seiten ist geringer als bei vielen kleineren Fachartikeln. Jede Veröffentlichung ist eine Motivation, die Sie bei einer Monografie nicht haben!

Nachteile kumulative Dissertation

Planung

Die Veröffentlichung von Fachbeiträgen ist nicht abschätzbar, sodass das Ende des Promotionsverfahrens schwierig planbar ist. Bei einer Monografie fällt die Karriereplanung wesentlich einfacher.

Einheitlichkeit

Viele Promotionsordnungen gehen weder auf die Quantität der Fachartikel noch auf die Qualität der Fachzeitschriften ein. Des Weiteren wird auch selten darauf eingegangen, wie hoch der Anteil des Promovierenden bei mehreren Autoren sein muss. Die Anforderungsunterschiede fallen zwischen den Universitäten / Fakultäten relativ groß aus.

Fachzeitschrift

Die Qualität der Fachzeitschrift muss ein entsprechendes Ansehen vorweisen. Renommierte Fachzeitschriften verfügen über strenge Publikationskriterien (Peer-Review-Verfahren), sodass Sie auch mit Ablehnungen rechnen müssen.

Eigenanteil

Ihr Eigenanteil muss klar abgrenzbar sein. Nicht selten schreiben unbekannte Autoren einen Artikel gemeinsam mit einem bekannten Autor, um das Peer-Review-Verfahren zu bestehen.
Einige Promotionsordnungen akzeptieren allerdings solche Fachartikel für eine kumulative Dissertation nicht. Daher fragen Sie vorab bei Ihrer Universität nach.

Achtung

Oft werden Review-Artikel, Patente, Buchbeiträge, Proceedings-Publikationen usw. nicht akzeptiert!

Aufbau einer kumulativen Dissertation

Der Aufbau einer kumulativen Dissertation unterscheidet sich nicht allzu stark von einer Doktorarbeit als Monografie. Beide Dissertationsschriften beinhalten eine Zusammenfassung, Abstract, EinleitungProblemstellung und Zielsetzung und Diskussion.

Im Gegensatz zur Monographie verfügt die kumulative Dissertation über eine Synopsis (kumulativer Teil der Dissertation), in der alle Veröffentlichungen in den Journals zusammengefasst und in eine logische Reihenfolge gebracht werden (roter Faden).

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