Ist Ghostwriting legal?

Die juristische Wahrheit über Ghostwriting in Deutschland: Rechtliche Grundlagen, aktuelle Urteile, Grauzonen und was Sie unbedingt wissen müssen, bevor Sie einen Ghostwriter beauftragen.

🎯 Die kurze Antwort

Ja, Ghostwriting ist in Deutschland grundsätzlich LEGAL.

ABER: Die Nutzung der Texte kann illegal sein – insbesondere wenn Sie:

  • ❌ Eine eidesstattliche Erklärung unterschreiben, in der Sie versichern, die Arbeit selbst verfasst zu haben
  • ❌ Die Arbeit als eigene Prüfungsleistung an einer Hochschule einreichen
  • ❌ Täuschungsabsicht haben und dadurch einen unrechtmäßigen Vorteil erlangen (Betrug nach § 263 StGB)

Die Lösung: Ghostwriting-Texte dürfen nur als Mustervorlage oder Orientierungshilfe genutzt werden!

📹 Ist Ghostwriting legal? Unsere Erklärung im Video

Was ist Ghostwriting überhaupt?

Ghostwriting bezeichnet die Erstellung von Texten im Auftrag einer anderen Person, wobei der tatsächliche Verfasser (der "Ghostwriter") anonym bleibt und in der Öffentlichkeit nicht als Autor genannt wird.

Typische Ghostwriting-Bereiche:

  • Literatur: Biografien, Romane, Sachbücher (Barack Obama, Michelle Obama, Prinz Harry)
  • Politik: Reden, Pressemitteilungen, Positionspapiere
  • Wirtschaft: Fachartikel, Whitepapers, Unternehmenspublikationen
  • Journalismus: Kolumnen, Gastbeiträge
  • Akademisch: Hausarbeiten, Bachelor-/Masterarbeiten, Dissertationen

💡 Historischer Kontext

Ghostwriting ist keine moderne Erfindung! Bereits in der Antike ließen sich Platon und Kaiser Augustus ihre Reden schreiben. US-Präsident John F. Kennedy gewann 1957 den Pulitzer-Preis für "Profiles in Courage" – geschrieben von seinem Assistenten Ted Sorensen.

In Literatur, Politik und Wirtschaft ist Ghostwriting seit Jahrhunderten etabliert und gesellschaftlich akzeptiert. Problematisch wird es nur im akademischen Kontext.

Rechtliche Grundlagen in Deutschland

1. Zivilrechtliche Einordnung

Ghostwriting als Dienstleistungsvertrag

Juristisch handelt es sich bei Ghostwriting um einen Dienstleistungsvertrag nach § 611 BGB bzw. einen Werkvertrag nach § 631 BGB:

  • Ghostwriter (Auftragnehmer): Erstellt den vereinbarten Text gegen Vergütung
  • Kunde (Auftraggeber): Zahlt die vereinbarte Vergütung
  • Nutzungsrechte: Werden vertraglich übertragen (§ 31 UrhG)

Fazit: Der Vertragsabschluss selbst ist LEGAL – es handelt sich um eine normale Dienstleistung wie jede andere auch.

2. Urheberrechtliche Situation

Wer ist Urheber?

Wichtig: Der Ghostwriter bleibt rechtlich immer der Urheber des Textes (§ 7 UrhG). Das Urheberrecht ist in Deutschland nicht übertragbar (§ 29 UrhG).

Was übertragen wird:

  • Nutzungsrechte (§ 31 UrhG): Der Kunde erhält das Recht, den Text zu nutzen, zu veröffentlichen, zu bearbeiten
  • Ausschließliche Nutzungsrechte: Standard bei Ghostwriting – der Ghostwriter darf den Text nicht mehr anderweitig verwenden
  • Verzicht auf Namensnennung: Der Ghostwriter verzichtet vertraglich auf sein Recht auf Namensnennung (§ 13 UrhG)

Fazit: Die urheberrechtliche Konstruktion ist LEGAL, solange vertraglich korrekt geregelt.

3. Strafrechtliche Perspektive

⚠️ Hier wird es kritisch!

Das Schreiben selbst ist NICHT strafbar. Strafbar werden kann die Nutzung des Textes:

§ 156 StGB – Falsche Versicherung an Eides statt:

Wer eine eidesstattliche Erklärung abgibt, in der er versichert, die Arbeit selbst verfasst zu haben, obwohl dies nicht stimmt, macht sich strafbar.

  • 💰 Geldstrafe oder
  • ⏱️ Freiheitsstrafe bis zu 3 Jahren

§ 263 StGB – Betrug:

Wer durch Täuschung (fremde Arbeit als eigene ausgeben) einen unrechtmäßigen Vorteil erlangt (Studienabschluss, damit besserer Job), kann sich wegen Betrugs strafbar machen.

  • 💰 Geldstrafe oder
  • ⏱️ Freiheitsstrafe bis zu 5 Jahren

Wichtig: Diese Straftatbestände betreffen den Auftraggeber, nicht den Ghostwriter (siehe unten)!

Wichtige Gerichtsurteile zum Ghostwriting

🏛️ OLG Frankfurt (2009)

Aktenzeichen: 11 U 51/08

Datum: 01.09.2009

Kernaussage:

Eine Vereinbarung, in der sich der Urheber (Ghostwriter) verpflichtet, seine Urheberschaft zu verschweigen, und dem Auftraggeber gestattet, die Arbeit als seine eigene zu veröffentlichen, ist nicht zu beanstanden.

Bedeutung: Dieses Grundsatzurteil bestätigt die Legalität von Ghostwriting-Verträgen in Deutschland.

🏛️ OLG Düsseldorf (2011)

Aktenzeichen: 20 U 116/10

Datum: 08.02.2011

Kernaussage:

Wenn ein Doktorand gegenüber der Hochschule eine eidesstattliche Erklärung abgibt, in der er versichert, die Arbeit ohne fremde Hilfe geschrieben zu haben, kann der Doktortitel aberkannt werden, wenn sich herausstellt, dass die Arbeit von einem Ghostwriter stammt.

Bedeutung: Die Nutzung ghostwriter-erstellter Texte als eigene Prüfungsleistung ist illegal und hat Konsequenzen.

📜 Aktuelle Rechtslage 2025

Status: Keine gesetzliche Regelung

Situation:

Es gibt in Deutschland kein Gesetz, das Ghostwriting oder die Vermittlung von Ghostwritern explizit verbietet oder sanktioniert.

Deutsche Hochschulen und die Hochschulrektorenkonferenz (HRK) streben zwar ein gesetzliches Verbot an, konnten dies aber bisher nicht durchsetzen.

Bedeutung: Ghostwriting bleibt legal, solange keine Täuschung bei Prüfungsleistungen vorliegt.

Die Grauzone: Mustervorlage vs. Täuschung

⚠️ Das Problem der "Mustervorlage"

Seriöse Ghostwriting-Agenturen formulieren in ihren AGB, dass erstellte Texte ausschließlich als Mustervorlage dienen. Das ist eine rechtliche Absicherung.

Die Realität: Viele Studierende nutzen die Texte dennoch 1:1 als eigene Arbeit – in der Hoffnung, nicht erwischt zu werden.

Das Risiko: Hochschulen werden immer besser darin, Ghostwriting zu erkennen (Plagiatssoftware, KI-Detektoren, Schreibstil-Analysen).

Was bedeutet "Mustervorlage" konkret?

✅ Erlaubte Nutzung

  • Orientierung: Verstehen, wie eine wissenschaftliche Arbeit strukturiert ist
  • Lernhilfe: Erkennen, wie man Argumente aufbaut
  • Quelleninspiration: Sehen, welche Literatur relevant ist
  • Methodenverständnis: Nachvollziehen, wie man eine Methode anwendet
  • Formulierungshilfe: Lernen, wie man wissenschaftlich formuliert

Wichtig: Sie schreiben dann Ihre eigene Arbeit – inspiriert, aber eigenständig!

❌ Verbotene Nutzung

  • Copy-Paste: Text 1:1 übernehmen
  • Minimale Änderungen: Nur einzelne Wörter austauschen
  • Als eigene Leistung ausgeben: Mit eidesstattlicher Erklärung einreichen
  • Ohne substanzielle Eigenleistung: Keine eigenen Gedanken/Analysen

Konsequenz: Strafbarkeit nach § 156 StGB und/oder § 263 StGB, Exmatrikulation!

💡 Die juristische Feinheit

Warum schreiben Agenturen "Mustervorlage" in die AGB?

Aus zwei Gründen:

  1. Absicherung: Wenn der Kunde die Vorlage trotzdem 1:1 einreicht, hat die Agentur vertraglich festgehalten, dass das nicht erlaubt ist
  2. Wissensschutz: Der Ghostwriter weiß damit nicht "sicher", dass die Arbeit als Prüfungsleistung eingereicht wird (siehe unten)

Aber: Diese AGB-Klausel schützt Sie als Kunden NICHT vor strafrechtlichen Konsequenzen, wenn Sie die Arbeit trotzdem einreichen!

Strafrechtliche Risiken: Wer macht sich strafbar?

1. Für den Auftraggeber (Studierenden)

❌ Hohes Risiko!

§ 156 StGB – Falsche Versicherung an Eides statt:

  • Tatbestand: Sie unterschreiben eine eidesstattliche Erklärung, in der Sie versichern, die Arbeit selbst und ohne fremde Hilfe verfasst zu haben
  • Strafe: Geldstrafe oder Freiheitsstrafe bis zu 3 Jahren
  • Eintragung: Ins Führungszeugnis, was Jobchancen massiv beeinträchtigt

§ 263 StGB – Betrug:

  • Tatbestand: Durch Täuschung (fremde Arbeit als eigene ausgeben) einen Vermögensvorteil erlangen (Studienabschluss → besserer Job, höheres Gehalt)
  • Strafe: Geldstrafe oder Freiheitsstrafe bis zu 5 Jahren
  • Zivilrechtlich: Schadensersatzforderungen der Hochschule möglich

Hochschulrechtliche Sanktionen:

  • 🚫 Exmatrikulation
  • ❌ Note "nicht ausreichend" (5,0)
  • 🏛️ Aberkennung des Titels (auch Jahre später noch möglich!)
  • 💰 Bußgelder bis zu 50.000 € (je nach Bundesland)
  • 📜 Sperre für weitere Prüfungsversuche

2. Für den Ghostwriter

✅ Grundsätzlich geringes Risiko

Wichtig: Der Ghostwriter macht sich in der Regel NICHT strafbar, solange:

  • ✓ Er die Arbeit als "Mustervorlage" deklariert
  • ✓ Er nicht wissentlich und gewollt daran mitwirkt, dass die Arbeit als Prüfungsleistung eingereicht wird
  • ✓ Er keine Beihilfe zum Betrug leistet

ABER: Beihilfe/Anstiftung möglich!

Wenn der Ghostwriter sicher weiß, dass die Arbeit 1:1 als Prüfungsleistung eingereicht wird und dies auch will, kann er sich wegen Beihilfe zum Betrug (§ 263, 27 StGB) strafbar machen.

Deshalb: Seriöse Agenturen formulieren in den AGB, dass Texte nur als Vorlage dienen, und dokumentieren dies vertraglich.

3. Für die Agentur

Rechtslage für Ghostwriting-Agenturen

Grundsätzlich: Agenturen handeln legal, solange sie:

  • ✓ In den AGB klarstellen, dass Texte nur als Mustervorlage dienen
  • ✓ Keine aktive Täuschungshandlung fördern
  • ✓ Transparente Verträge anbieten
  • ✓ Nutzungsrechte korrekt übertragen

Diskussion: Es gibt Bestrebungen, Agenturen zu verbieten, die gezielt akademisches Ghostwriting anbieten. Bislang gibt es aber keine entsprechende Gesetzgebung in Deutschland.

Rechtslage nach Arbeitstyp

Die rechtliche Situation unterscheidet sich je nach Art der Arbeit. Wir haben für die wichtigsten Arbeitstypen detaillierte Analysen erstellt:

📄 Hausarbeit

Rechtslage: Ähnlich wie Bachelor-/Masterarbeit, aber:

  • Oft keine eidesstattliche Erklärung nötig
  • Geringere Strafen bei Entdeckung
  • Dennoch: Täuschungsversuch nach Prüfungsordnung
→ Hausarbeit schreiben lassen

🎓 Bachelorarbeit

Rechtslage: Kritisch!

  • Eidesstattliche Erklärung zwingend
  • Hohe Gewichtung (15-20% der Gesamtnote)
  • Bei Entdeckung: Exmatrikulation wahrscheinlich
  • Strafrechtlich: § 156 StGB, ggf. § 263 StGB
→ Bachelorarbeit schreiben lassen

🎓 Masterarbeit

Rechtslage: Sehr kritisch!

  • Eidesstattliche Erklärung zwingend
  • Hohe Gewichtung (20-30% der Gesamtnote)
  • Bei Entdeckung: Exmatrikulation wahrscheinlich
  • Strafrechtlich: § 156 StGB, ggf. § 263 StGB
→ Rechtslage Masterarbeit → Masterarbeit schreiben lassen

📚 Doktorarbeit

Rechtslage: Höchstes Risiko!

  • Eidesstattliche Erklärung zwingend
  • Bei Entdeckung: Titelaberkennung (auch Jahre später!)
  • Strafrechtlich: § 156 StGB, § 263 StGB
  • Karriereende in Wissenschaft/öffentlichem Dienst
  • Medialer Skandal (siehe Guttenberg, Schavan)
→ Doktorarbeit schreiben lassen

Professionelle Unterstützung: Unsere Services im Überblick

Sie benötigen Hilfe bei Ihrer wissenschaftlichen Arbeit? Wir bieten verschiedene Services – alle transparent, seriös und rechtlich abgesichert:

📝 Ghostwriting (Mustervorlage)

Was wir bieten:

  • Akademische Mustervorlagen als Orientierung
  • Von Experten mit PhD-Abschluss
  • Individuelle Themenerarbeitung
  • Transparent und rechtlich abgesichert
  • Nur zur Nutzung als Vorlage

Preis: Ab 50€/Seite, je nach Fachbereich

→ Ghostwriting anfragen

✏️ Lektorat & Korrekturlesen

Was erlaubt ist:

  • Rechtschreibung, Grammatik, Interpunktion korrigieren
  • Sprachlichen Stil verbessern
  • Satzstellung optimieren
  • Formatierung anpassen

Preis: 200-600€ für Bachelorarbeit

→ Lektorat anfragen

🎯 Coaching & Beratung

Was wir anbieten:

  • Themenfindung und Eingrenzung
  • Strukturierung und Gliederung
  • Methodenberatung
  • Feedback zu Entwürfen
  • Hilfe bei Schreibblockaden

Preis: 500-1.500€ je nach Umfang

→ Coaching anfragen

📊 Statistik-Hilfe

Was wir anbieten:

  • Erklärung statistischer Methoden
  • Hilfe bei SPSS/R/Stata
  • Interpretation von Ergebnissen
  • Überprüfung der Analysen

Preis: 300-800€

→ Statistik-Hilfe anfragen

📖 Literaturrecherche

Was wir anbieten:

  • Recherche relevanter Quellen
  • Aufbereitung von Literatur
  • Erstellen von Literaturlisten
  • Zusammenfassungen von Papers

Preis: 200-500€

✅ Warum professionelle Unterstützung sinnvoll ist

  1. Transparenz: Alle Services sind vertraglich abgesichert und transparent
  2. Lerneffekt: Sie entwickeln eigene Fähigkeiten durch Coaching und Beratung
  3. Qualität: Erfahrene Experten mit akademischem Hintergrund
  4. Flexibilität: Verschiedene Services je nach Bedarf kombinierbar
  5. Langfristig wertvoll: Kompetenzen, die Sie im gesamten Studium und Beruf nutzen können

Wenn Sie trotzdem Ghostwriting nutzen: So bleiben Sie legal

⚠️ Wichtiger Hinweis

Wir raten ausdrücklich davon ab, Ghostwriting-Texte als eigene Prüfungsleistung einzureichen. Die folgenden Tipps dienen dazu, Ghostwriting legal als Lernhilfe zu nutzen.

7 Regeln für legale Nutzung

1. Als Vorlage, nicht als Endprodukt

Nutzen Sie den Text ausschließlich als Mustervorlage:

  • ✓ Struktur verstehen
  • ✓ Argumentationslogik nachvollziehen
  • ✓ Literatur identifizieren
  • ✓ Wissenschaftlichen Stil lernen

Dann: Ihre eigene Arbeit schreiben!

2. Substanzielle Eigenleistung

Wenn Sie Teile übernehmen:

  • ✓ Mindestens 60-70% eigener Content
  • ✓ Eigene Gedanken, Analysen, Schlussfolgerungen
  • ✓ Eigene Datenerhebung/Auswertung
  • ✓ Eigene kritische Reflexion

3. Keine eidesstattliche Erklärung unterzeichnen

Kritisch: Bei den meisten Abschlussarbeiten Pflicht!

Wenn Sie eine eidesstattliche Erklärung unterschreiben müssen, dürfen Sie KEINEN ghostwriter-erstellten Text verwenden – auch nicht teilweise.

Alternative: Nur Lektorat/Coaching nutzen

4. Transparenz gegenüber Betreuer

Ehrlichkeit zahlt sich aus:

Fragen Sie Ihren Betreuer: "Darf ich eine Musterarbeit zur Orientierung nutzen?"

Die meisten Dozenten sagen: "Ja, aber schreiben Sie Ihre eigene Arbeit!"

5. Seriöse Anbieter wählen

Achten Sie auf:

  • ✓ Klare AGB ("nur Mustervorlage")
  • ✓ Transparente Preise
  • ✓ Qualifizierte Autoren (PhD)
  • ✓ Plagiatsprüfung
  • ✓ Impressum & Datenschutz

→ Seriöse Agentur finden

6. Dokumentieren Sie Ihren Prozess

Sichern Sie sich ab:

  • ✓ Speichern Sie alle Zwischenstände
  • ✓ Dokumentieren Sie Ihr eigenes Recherchieren
  • ✓ Zeigen Sie Versionen Ihrem Betreuer

→ Bei Plagiatsvorwurf können Sie Eigenleistung nachweisen

❌ Das dürfen Sie AUF KEINEN FALL tun:

  1. Text 1:1 übernehmen und mit eidesstattlicher Erklärung einreichen
  2. Nur minimale Änderungen vornehmen (einzelne Wörter austauschen)
  3. Mehrere Kommilitonen denselben Text nutzen lassen (wird sofort auffallen!)
  4. Denken "wird schon nicht auffallen" – Hochschulen haben heute sehr gute Erkennungsmethoden!

Häufig gestellte Fragen zu Ghostwriting & Legalität

Ist Ghostwriting in Deutschland grundsätzlich legal?
Ja, Ghostwriting ist in Deutschland grundsätzlich legal.

Das Erstellen von Texten im Auftrag ist eine normale Dienstleistung und juristisch als Werkvertrag (§ 631 BGB) oder Dienstleistungsvertrag (§ 611 BGB) zu werten. Es gibt kein Gesetz, das Ghostwriting verbietet.

ABER: Die Nutzung der ghostwriter-erstellten Texte kann illegal sein – insbesondere wenn Sie:
• Eine eidesstattliche Erklärung unterschreiben ("selbst verfasst")
• Den Text als eigene Prüfungsleistung einreichen
• Dadurch einen unrechtmäßigen Vorteil erlangen (Studienabschluss)

Fazit: Beauftragung = legal. Täuschung = illegal.
Macht sich der Ghostwriter strafbar?
In der Regel NEIN.

Der Ghostwriter macht sich nicht strafbar, solange er:
• Die Arbeit als "Mustervorlage" deklariert
• Nicht wissentlich und gewollt daran mitwirkt, dass die Arbeit als Prüfungsleistung eingereicht wird
• Keine Beihilfe zum Betrug leistet

Ausnahme: Wenn der Ghostwriter sicher weiß, dass die Arbeit 1:1 als Prüfungsleistung eingereicht wird, und dies auch will, kann er sich wegen Beihilfe zum Betrug (§ 263, 27 StGB) strafbar machen.

Deshalb: Seriöse Agenturen formulieren in den AGB, dass Texte nur als Vorlage dienen.
Was passiert, wenn ich erwischt werde?
Die Konsequenzen sind gravierend:

Strafrechtlich:
• § 156 StGB (Falsche Versicherung an Eides statt): Geldstrafe oder Freiheitsstrafe bis zu 3 Jahren
• § 263 StGB (Betrug): Geldstrafe oder Freiheitsstrafe bis zu 5 Jahren
• Eintragung ins Führungszeugnis → Jobchancen massiv beeinträchtigt

Hochschulrechtlich:
• Exmatrikulation
• Note "nicht ausreichend" (5,0)
• Aberkennung des Titels (auch Jahre später noch möglich!)
• Bußgelder bis zu 50.000 € (je nach Bundesland)
• Sperre für weitere Prüfungsversuche

Karriere:
• Ende der wissenschaftlichen Karriere
• Schwierigkeiten im öffentlichen Dienst
• Medialer Skandal (bei prominenten Fällen)
• Rufschädigung

Fazit: Das Risiko ist es nicht wert!
Wie erkennen Hochschulen Ghostwriting?
Hochschulen werden immer besser darin, Ghostwriting zu erkennen:

1. Plagiatssoftware:
Turnitin, PlagScan, Urkund etc. vergleichen Ihre Arbeit mit Millionen von Dokumenten

2. KI-Detektoren:
Tools erkennen, ob Texte von KI oder Ghostwritern stammen (Schreibstil-Muster)

3. Schreibstil-Analyse:
Dozenten kennen Ihren Stil aus Hausarbeiten – ein plötzlich anderer Stil fällt auf

4. Mündliche Prüfungen:
Viele Unis führen Kolloquien/Verteidigungen ein – wenn Sie Ihre Arbeit nicht erklären können, wird es auffällig

5. Inhaltliche Prüfung:
Dozenten erkennen, wenn Argumentation nicht zu Ihnen passt oder zu komplex ist

6. Technische Hinweise:
Metadaten in Word-Dateien, unpassende Formatierung, inkonsistente Zitierweise

7. Whistleblower:
Kommilitonen, Ex-Partner, Ghostwriter selbst können Sie melden

Fazit: Die Entdeckungswahrscheinlichkeit steigt jährlich!
Sind Lektorat und Korrekturlesen legal?
Ja, Lektorat und Korrekturlesen sind vollständig legal und von Hochschulen akzeptiert!

Umfang eines Lektorats:
• Rechtschreibung, Grammatik, Interpunktion korrigieren
• Sprachlichen Stil verbessern (Satzstellung, Wortwahl)
• Formatierung anpassen
• Auf Kohärenz und Verständlichkeit prüfen

Abgrenzung:
Ein Lektorat nimmt keine inhaltlichen Änderungen vor, fügt keine neuen Argumente hinzu und schreibt die Arbeit nicht neu.

Wichtig: Viele Hochschulen empfehlen, dass Sie Lektorat/Korrekturlesen in der Danksagung erwähnen. Prüfen Sie Ihre Prüfungsordnung!

→ Professionelles Lektorat anfragen
Ist Ghostwriting bei Doktorarbeiten besonders riskant?
Ja, bei Doktorarbeiten ist das Risiko besonders hoch!

Warum?
1. Eidesstattliche Erklärung: Zwingend erforderlich, falsche Erklärung = Straftat
2. Hohe Aufmerksamkeit: Dissertationen werden oft veröffentlicht und öffentlich diskutiert
3. Langfristige Konsequenzen: Titel kann auch 10-20 Jahre später noch aberkannt werden (siehe Guttenberg, Schavan)
4. Medialer Skandal: Besonders bei prominenten Personen
5. Karriereende: In Wissenschaft, öffentlichem Dienst, Politik meist irreparabler Schaden
6. Rechtliche Verfolgung: Staatsanwaltschaft ermittelt häufiger als bei Bachelor/Master

Bekannte Fälle:
• Karl-Theodor zu Guttenberg (Verteidigungsminister, 2011)
• Annette Schavan (Bildungsministerin, 2013)
• Franziska Giffey (Familienministerin, 2021)

Was bedeutet "Mustervorlage" konkret?
"Mustervorlage" ist eine rechtliche Absicherung der Agenturen.

Was es bedeutet:
Die erstellte Arbeit dient ausschließlich zur:
• Orientierung (wie strukturiert man eine wissenschaftliche Arbeit?)
• Lernhilfe (wie argumentiert man wissenschaftlich?)
• Quelleninspiration (welche Literatur ist relevant?)
• Methodenverständnis (wie wendet man eine Methode an?)

Was es NICHT bedeutet:
Sie dürfen die Arbeit NICHT:
• 1:1 als eigene Prüfungsleistung einreichen
• Nur minimal verändern (einzelne Wörter austauschen)
• Mit eidesstattlicher Erklärung unterschreiben

Die Realität:
Viele Studierende ignorieren dies und reichen die Arbeit trotzdem ein. Die AGB-Klausel schützt aber nur die Agentur – NICHT den Studierenden vor strafrechtlichen Konsequenzen!

Empfehlung: Nutzen Sie die Vorlage wirklich nur zur Orientierung und schreiben Sie Ihre eigene Arbeit!
Warum gibt es kein Gesetz gegen Ghostwriting?
Es gibt mehrere Gründe:

1. Vertragsfreiheit:
In Deutschland gilt das Prinzip der Vertragsfreiheit (§ 311 Abs. 1 BGB). Menschen dürfen grundsätzlich Verträge über Dienstleistungen abschließen – auch über Schreibdienstleistungen.

2. Abgrenzungsprobleme:
Wo zieht man die Grenze?
• Ist Lektorat erlaubt? (Ja)
• Ist Coaching erlaubt? (Ja)
• Ist "starke Beratung" erlaubt? (Grauzone)
• Ab wann wird es "Ghostwriting"? (Schwer definierbar)

3. Schwierige Durchsetzung:
Ein Verbot wäre kaum kontrollierbar:
• Agenturen würden ins Ausland abwandern
• Schwarzmarkt würde entstehen
• Enforcement sehr schwierig

4. Bestehende Regelungen:
Hochschulen haben bereits Instrumente:
• Prüfungsordnungen verbieten Täuschung
• Eidesstattliche Erklärung (§ 156 StGB)
• Betrugs-Tatbestand (§ 263 StGB)

5. Politische Prioritäten:
Bislang kein mehrheitlicher politischer Wille für ein Verbot

Aktuelle Entwicklung:
Die Hochschulrektorenkonferenz (HRK) und viele Hochschulen fordern ein gesetzliches Verbot. Ob und wann das kommt, ist offen.

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