Dissertation Einleitung schreiben: Der ultimative Leitfaden 2025

Die Einleitung ist das Aushängeschild Ihrer Dissertation – hier entscheidet sich, ob Prüfer weiterlesen oder das Interesse verlieren. Erfahren Sie, wie Sie eine überzeugende Einleitung schreiben, die von der ersten Seite an fesselt.

📝 Aufbau & Struktur
⏰ Timing
✅ Beispiele
⚠️ Fehler vermeiden
8-10%
der Gesamtarbeit
15-25
Seiten typisch
3-5x
Überarbeitungen
Am Ende
schreiben!

Warum die Einleitung über Erfolg oder Misserfolg entscheidet

Die Einleitung Ihrer Dissertation ist Ihr wissenschaftlicher Elevator Pitch. In nur 15-25 Seiten müssen Sie Ihr Forschungsthema überzeugend präsentieren, die Relevanz begründen und einen klaren Fahrplan für die gesamte Arbeit liefern.

⚠️ Der erste Eindruck ist bleibend

Die Einleitung ist oft das erste Kapitel, das Ihr Prüfer liest. Ein schwacher Einstieg kann den Eindruck von der gesamten Arbeit negativ beeinflussen – selbst wenn Hauptteil und Fazit exzellent sind. Investieren Sie ausreichend Zeit in dieses Kapitel!

🎯

Orientierung geben

Die Einleitung ist die Landkarte Ihrer Dissertation. Leser sollen verstehen: Wohin führt die Reise? Welche Route nehmen Sie? Was ist das Ziel?

💡

Interesse wecken

Warum sollte jemand 300 Seiten Ihrer Arbeit lesen? Die Einleitung muss überzeugen, dass Ihr Thema relevant, spannend und wissenschaftlich wertvoll ist.

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Wissenschaftlichkeit etablieren

Hier zeigen Sie, dass Sie den Forschungsstand kennen, methodisch sauber arbeiten und einen originären Beitrag leisten.

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Roter Faden beginnt

Die Einleitung eröffnet den roten Faden, der sich durch die gesamte Arbeit zieht. Sie schreibt Schecks, die das Fazit einlösen muss.

Die 6 unverzichtbaren Kernfunktionen

Eine exzellente Dissertationseinleitung erfüllt sechs kritische Funktionen gleichzeitig. Fehlt eine davon, wirkt die Einleitung unvollständig.

1. Relevanz des Themas begründen

Zweck: Den größeren Zusammenhang herstellen – gesellschaftliche und wissenschaftliche Relevanz

Inhalt:

  • Warum ist Ihr Themenbereich gesellschaftlich oder wissenschaftlich wichtig?
  • Welche aktuellen Entwicklungen machen Forschung in diesem Bereich nötig?
  • Welche praktischen Implikationen haben Ihre Erkenntnisse?

Stil: Überzeugend argumentieren, aber sachlich bleiben. Keine Übertreibungen ("das wichtigste Thema unserer Zeit").

✅ Gute Formulierungen:

  • "Die zunehmende Bedeutung von X macht eine systematische Untersuchung erforderlich..."
  • "Angesichts der gesellschaftlichen Relevanz von Y ist es überraschend, dass..."
  • "Die praktischen Implikationen von Z erfordern eine wissenschaftlich fundierte Analyse..."

❌ Zu vermeiden:

  • "Es ist wichtig zu untersuchen..." (zu vage)
  • "Heutzutage ist... sehr relevant" (Floskel)
  • "Man sollte sich mit... beschäftigen" (unpräzise)

2. Forschungslücke identifizieren

Zweck: Rechtfertigung Ihrer Forschung – warum ist Ihre Arbeit nötig?

Inhalt:

  • Was wissen wir bereits? (Forschungsstand kurz skizzieren)
  • Was wissen wir noch NICHT? (Die Lücke)
  • Wo gibt es Widersprüche in der bisherigen Forschung?

Stil: Kritisch, aber konstruktiv. Würdigen Sie bestehende Forschung, bevor Sie Lücken aufzeigen.

Strategien zur Lückendarstellung:

  • Thematische Lücke: "Während umfangreiche Forschung zu A existiert, bleibt B weitgehend unerforscht..."
  • Methodische Lücke: "Bisherige Studien nutzten primär X; ein Ansatz mit Y fehlt bislang..."
  • Kontextuelle Lücke: "Die meisten Studien konzentrieren sich auf Kontext A, Kontext B wurde vernachlässigt..."
  • Empirische Lücke: "Trotz theoretischer Bedeutung von Z fehlen empirische Belege für..."

3. Forschungsfrage präzise formulieren

Zweck: Klare Zielsetzung definieren – was wollen Sie herausfinden?

Eine gute Forschungsfrage ist CLEAR:

  • Clear (Klar): Eindeutig formuliert, keine Interpretationsspielräume
  • Limited (Begrenzt): Spezifisch genug, um in 3-5 Jahren bearbeitbar zu sein
  • Evaluable (Evaluierbar): Beantwortbar mit verfügbaren Methoden
  • Academic (Akademisch): Wissenschaftlich relevant, nicht nur praktisch
  • Researchable (Forschbar): Zugang zu Daten/Material möglich

Struktur Ihrer Forschungsfragen:

  • Hauptfrage: Die übergeordnete Leitfrage Ihrer gesamten Arbeit
  • Teilfragen (2-4): Spezifische Fragen, die gemeinsam die Hauptfrage beantworten

4. Eigenen Beitrag definieren

Zweck: Mehrwert Ihrer Arbeit verdeutlichen – was ist Ihre Originalität?

Inhalt:

  • Welchen wissenschaftlichen Beitrag leistet Ihre Arbeit?
  • Was unterscheidet Ihren Ansatz von bisheriger Forschung?
  • Welche neuen Erkenntnisse erwarten Sie?

Stil: Selbstbewusst, aber nicht überheblich. "Diese Arbeit trägt bei..." statt "Diese bahnbrechende Studie revolutioniert..."

5. Methodisches Vorgehen erläutern

Zweck: Glaubwürdigkeit etablieren – wie gehen Sie wissenschaftlich vor?

Inhalt:

  • Welchen methodischen Ansatz wählen Sie? (qualitativ, quantitativ, mixed methods)
  • Welche Daten erheben/analysieren Sie?
  • Warum ist diese Methode für Ihre Fragestellung geeignet?

Tipp: In der Einleitung reicht ein Überblick. Details gehören ins Methodenkapitel.

6. Aufbau der Arbeit beschreiben

Zweck: Orientierung für den Leser – Was erwartet ihn wo?

Struktur:

  • Kapitel 1 (Einleitung): Was steht hier? (Meta-Information)
  • Kapitel 2-X: Kurze Beschreibung jedes Hauptkapitels (2-3 Sätze)
  • Letztes Kapitel (Fazit): Was wird dort behandelt?

✅ Gute Formulierung:

"Die Dissertation gliedert sich in sechs Kapitel. Nach dieser Einleitung entwickelt Kapitel 2 den theoretischen Rahmen auf Basis der Institutional Theory. Kapitel 3 erläutert das methodische Vorgehen, insbesondere die Fallstudienanalyse. Kapitel 4 präsentiert die empirischen Befunde..."

💡 Die Rahmenfunktion: Einleitung ↔ Fazit

Kritisch: Einleitung und Fazit bilden einen Rahmen um Ihre Arbeit. Sie müssen perfekt aufeinander abgestimmt sein:

  • Forschungsfragen in der Einleitung → müssen im Fazit beantwortet werden
  • Ziele in der Einleitung → müssen im Fazit evaluiert werden
  • Versprechungen in der Einleitung → müssen im Fazit erfüllt werden

Tipp: Schreiben Sie Einleitung und Fazit parallel am Ende. Checken Sie beide Kapitel gegenseitig ab!

Wann schreibe ich die Einleitung? (Die wichtigste Frage!)

🎯 Die goldene Regel

Schreiben Sie die Einleitung NICHT am Anfang, sondern AM ENDE Ihres Schreibprozesses!

Warum erst am Ende?

Die Einleitung ist paradox: Sie steht am Anfang, aber Sie können sie nur am Ende schreiben. Warum?

❌ Das Problem: Zu früh schreiben

Wenn Sie die Einleitung zu Beginn schreiben:

  • Sie kennen Ihre Ergebnisse noch nicht
  • Ihre Struktur ändert sich während des Schreibens
  • Sie müssen die Einleitung 10x umschreiben
  • Zeitverschwendung und Frustration

✅ Die Lösung: Erst am Ende

Wenn Sie die Einleitung am Ende schreiben:

  • Sie kennen Ihre Arbeit komplett
  • Sie wissen genau, was Sie erreicht haben
  • Sie können präzise beschreiben, was kommt
  • Der rote Faden ist klar

Die richtige Reihenfolge beim Schreiben

Phase 1: Hauptkapitel (Jahr 1-3)

Schreiben Sie zuerst Ihre inhaltlichen Kapitel: Theorie, Methode, Empirie, Diskussion. Sammeln Sie währenddessen Stichpunkte für die Einleitung.

Phase 2: Fazit (Jahr 3-4)

Nachdem der Hauptteil steht, schreiben Sie das Fazit. Jetzt wissen Sie, was Sie erreicht haben und können es zusammenfassen.

Phase 3: Einleitung (Jahr 4)

JETZT schreiben Sie die Einleitung. Mit Fazit und Hauptteil fertig können Sie präzise beschreiben, wohin die Reise führt.

Phase 4: Feinschliff (Jahr 4)

Überarbeiten Sie Einleitung und Fazit parallel. Checken Sie, ob sie perfekt zusammenpassen. 3-5 Überarbeitungsrunden sind normal!

⚠️ Ausnahme: Ihr Betreuer will die Einleitung früh sehen

Manche Betreuer verlangen schon nach 1-2 Jahren einen Einleitungsentwurf. Das ist ok! Schreiben Sie eine vorläufige Version und kennzeichnen Sie sie klar:

"Einleitung (Entwurf, Stand: [Datum])"

Machen Sie sich und Ihrem Betreuer klar: Das ist nicht die finale Version. Sie werden sie am Ende komplett überarbeiten.

Die Stichpunkt-Methode: Schreiben Sie WÄHREND der Arbeit mit

✨ Profi-Tipp: Das Einleitungs-Dokument

Legen Sie von Anfang an ein separates Dokument "Einleitung_Notizen.docx" an. Immer wenn Ihnen während des Schreibens ein Gedanke kommt "Das muss in die Einleitung!", notieren Sie ihn dort.

Typische Notizen:

  • "Forschungslücke: Niemand hat X und Y kombiniert untersucht"
  • "Relevanz: 2024er Studie zeigt 45% Anstieg bei Z → zitieren!"
  • "Methode: Begründen, warum Interviews besser als Fragebogen"
  • "Kapitel 4 wurde umstrukturiert → in Aufbau erwähnen"

Am Ende haben Sie 80% der Einleitung bereits in Stichpunkten. Sie müssen nur noch ausformulieren!

Aufbau & Struktur: Wie gliedere ich die Einleitung?

Option 1: Ohne Untergliederung (bis 15 Seiten)

Für kürzere Einleitungen: Ein fortlaufender Text ohne Unterkapitel. Alle 6 Funktionen werden integriert behandelt.

Option 2: Mit Untergliederung (15+ Seiten empfohlen)

Bei längeren Einleitungen: Unterkapitel schaffen Übersichtlichkeit. Hier drei bewährte Strukturen:

📘 Struktur A: Klassisch (Naturwissenschaften, Medizin)

1 Einleitung (integriert: Hinführung, Relevanz, Forschungslücke, Forschungsfrage)
1.1 Ziele der Arbeit
1.2 Methodisches Vorgehen
1.3 Aufbau der Arbeit

📗 Struktur B: Ausführlich (Geisteswissenschaften, Sozialwissenschaften)

1 Einleitung (integriert: Hinführung, Relevanz)
1.1 Forschungsstand und Forschungslücke
1.2 Forschungsfragen und Ziele
1.3 Theoretischer Rahmen
1.4 Methodisches Vorgehen
1.5 Aufbau der Arbeit

📙 Struktur C: Kompakt (BWL, Wirtschaftswissenschaften)

1 Einleitung (integriert: Hinführung, Problemstellung)
1.1 Forschungsfragen und Zielsetzung
1.2 Forschungsdesign
1.3 Gang der Untersuchung

💡 Welche Struktur für mein Fach?

Unsicher, was in Ihrem Fachbereich üblich ist?

  1. Laden Sie sich 3-5 exzellente Dissertationen aus Ihrem Fachbereich herunter (summa cum laude wenn möglich)
  2. Schauen Sie, wie diese ihre Einleitung strukturieren
  3. Gibt es ein Muster? Übernehmen Sie die bewährte Struktur!
  4. Fragen Sie Ihren Doktorvater, ob er Präferenzen hat

Monografische vs. Kumulative Dissertation

📚 Monografische Dissertation

Was ist das? Eine zusammenhängende, in sich abgeschlossene Arbeit (die klassische Form).

Einleitung:

  • 15-25 Seiten typisch
  • Führt durch die GESAMTE Arbeit
  • Alle 6 Funktionen erfüllen
  • Detaillierte Kapitelübersicht

📑 Kumulative Dissertation

Was ist das? 3-5 eigenständige Publikationen + Rahmenschrift (oft in Naturwissenschaften).

Einleitung:

  • 5-10 Seiten typisch (kürzer!)
  • Fokus: Übergeordneter Zusammenhang
  • Wie hängen die Papers zusammen?
  • Eigener Beitrag zu jedem Paper

Hinweis: Jedes Paper hat bereits eine eigene Einleitung. Die Rahmeneinleitung schafft den übergeordneten Kontext.

Der erste Satz: Wie fange ich an?

Der verflixte erste Satz! Viele Doktoranden kämpfen damit, die leere Seite zu füllen. Der Einstieg ist wichtig – er entscheidet, ob Leser neugierig werden oder abschalten.

❌ Die schlechtesten Anfänge

  • "In dieser Dissertation geht es um..." → Langweilig, bürokratisch, uninspiriert
  • "Das Thema X ist sehr wichtig." → Floskel, keine Substanz
  • "Seit Jahrhunderten beschäftigt sich die Menschheit mit..." → Zu weit ausgeholt, irrelevant
  • "Zunächst möchte ich definieren, was unter X zu verstehen ist." → Zu trocken, Definition kommt später

5 bewährte Eröffnungsstrategien

1️⃣ Die Zahl

Strategie: Beginnen Sie mit einer überraschenden Statistik oder Zahl.

"87% der deutschen KMU verfügen über keine Digitalisierungsstrategie (Bitkom, 2024). Diese Lücke gefährdet die Wettbewerbsfähigkeit von 3,5 Millionen Unternehmen und macht systematische Forschung zu Implementierungsbarrieren dringend erforderlich."

2️⃣ Das aktuelle Ereignis

Strategie: Verknüpfen Sie Ihr Thema mit einem aktuellen Ereignis oder Trend.

"Die COVID-19-Pandemie hat die Telemedizin binnen Monaten von einer Nischenlösung zum Mainstream katapultiert. Während 2019 nur 2% der Konsultationen digital stattfanden, waren es 2023 bereits 35% (DAK, 2023). Diese rasante Entwicklung wirft grundlegende Fragen zur rechtlichen Regulierung auf."

3️⃣ Der Widerspruch

Strategie: Präsentieren Sie einen Widerspruch oder ein Paradox, das Ihre Forschung motiviert.

"Obwohl Deutschland über eines der fortschrittlichsten Recycling-Systeme weltweit verfügt, landen jährlich 300.000 Tonnen Elektroschrott im Hausmüll (UBA, 2024). Dieses Paradox zwischen regulatorischem Anspruch und faktischem Verhalten bildet den Ausgangspunkt dieser Dissertation."

4️⃣ Das Zitat

Strategie: Beginnen Sie mit einem prägnanten Zitat einer Autorität – aber Vorsicht, nicht abgedroschen!

"'Daten sind das neue Öl' postulierte The Economist 2017. Doch während Öl verbraucht wird, vermehren sich Daten exponentiell. Diese Analogie greift zu kurz und verschleiert fundamentale Unterschiede, die diese Arbeit systematisch untersucht."

5️⃣ Die konkrete Szene

Strategie: Beschreiben Sie eine konkrete Situation, die Ihr Thema illustriert (nicht bei allen Fächern geeignet!).

"Am 15. März 2023 erschütterte der Zusammenbruch der Silicon Valley Bank das globale Finanzsystem. Binnen 48 Stunden zogen Kunden 42 Milliarden Dollar ab – nicht am Bankschalter, sondern per Smartphone-App. Diese Episode demonstriert die disruptive Kraft digitaler Finanzinfrastrukturen, die im Zentrum dieser Dissertation stehen."

6️⃣ Die Forschungslücke direkt

Strategie: Für sehr spezifische Themen – direkt zur Forschungslücke.

"Während die Auswirkungen von Mikroplastik auf marine Ökosysteme umfassend erforscht sind, bleiben terrestrische Systeme weitgehend unerforscht. Diese Dissertation schließt diese Lücke durch eine systematische Analyse von Bodenproben in 15 Landwirtschaftsregionen Deutschlands."

✨ Trick gegen Schreibblockaden

Sie finden einfach keinen Einstieg? Kein Problem!

  1. Schreiben Sie einen Platzhalter-Satz: "In dieser Dissertation geht es um X."
  2. Schreiben Sie den Rest der Einleitung.
  3. Kommen Sie zum ersten Satz zurück und ersetzen Sie ihn mit einer der obigen Strategien.

Der Platzhalter-Satz ist wie ein Arbeitstitel – er hilft Ihnen, anzufangen, ohne perfekt sein zu müssen. Später ersetzen Sie ihn!

Das Trichter-Modell: Von breit zu spezifisch

Eine gute Einleitung folgt der Trichter-Logik: Sie beginnt breit (allgemeine Relevanz) und verengt sich schrittweise bis zu Ihrer spezifischen Forschungsfrage.

Die 4 Stufen des Trichters

Stufe 1: Allgemeiner Kontext

Gesellschaftliche/wissenschaftliche Relevanz des Themenbereichs

Stufe 2: Ihr Forschungsfeld

Spezifischer Bereich innerhalb des Themas

Stufe 3: Forschungslücke

Was ist noch unerforscht?

Stufe 4: Ihre Forschungsfrage

Ihr spezifischer Ansatz

Beispiel: Trichter in Aktion (BWL-Dissertation)

Gut: Der Trichter funktioniert

[Stufe 1: Allgemein]

Die Digitalisierung transformiert alle Bereiche der Wirtschaft. Laut OECD (2024) investieren Unternehmen weltweit jährlich über 2 Billionen Dollar in digitale Technologien. Deutsche Unternehmen hinken jedoch hinterher: Nur 23% haben eine umfassende Digitalstrategie implementiert (Bitkom, 2024).

[Stufe 2: Spezifischer]

Besonders kritisch ist die Situation bei kleinen und mittleren Unternehmen (KMU). Während Großunternehmen durchschnittlich 4,2% ihres Umsatzes in Digitalisierung investieren, sind es bei KMU nur 1,8% (ifo Institut, 2023). KMU beschäftigen 60% aller Arbeitnehmer in Deutschland – ihre Digitalisierung ist volkswirtschaftlich entscheidend.

[Stufe 3: Forschungslücke]

Die bisherige Forschung konzentrierte sich primär auf Großunternehmen (z.B. Porter & Heppelmann, 2014; Westerman et al., 2014). Die spezifischen Barrieren, mit denen KMU konfrontiert sind – begrenzte Ressourcen, fehlende IT-Expertise, Risikoaversion – wurden kaum systematisch untersucht. Insbesondere fehlen Erkenntnisse zu erfolgreichen Implementierungsstrategien in ressourcenbeschränkten Kontexten.

[Stufe 4: Ihre Forschung]

Diese Dissertation analysiert Digitalisierungsbarrieren und Erfolgsfaktoren in deutschen KMU. Die zentrale Forschungsfrage lautet: Welche organisationalen Faktoren ermöglichen erfolgreiche Digitalisierung in ressourcenbeschränkten mittelständischen Unternehmen? Basierend auf 45 Fallstudien entwickelt diese Arbeit ein KMU-spezifisches Reifegradmodell für digitale Transformation.

⚠️ Häufiger Fehler: Zu schnell zu spezifisch

Problem: Manche Doktoranden springen direkt zu ihrer Forschungsfrage, ohne den Kontext aufzubauen.

Folge: Leser verstehen nicht, warum das Thema relevant ist. Der "So what?"-Faktor fehlt.

Lösung: Nehmen Sie sich 2-3 Absätze Zeit, um von allgemein zu spezifisch zu kommen. Der Trichter braucht Raum!

Vor/Nach-Beispiele: Aus schlecht wird gut

Nichts lehrt besser als konkrete Beispiele. Hier sehen Sie typische Fehler und wie man sie behebt:

Beispiel 1: Relevanz begründen

Schlecht: Vage und floskelhaft
"Die Digitalisierung ist ein wichtiges Thema in der heutigen Zeit. Viele Unternehmen beschäftigen sich damit. Es gibt verschiedene Aspekte, die relevant sind. Diese Arbeit untersucht die Digitalisierung in deutschen KMU. Das Ziel ist es, Erkenntnisse zu gewinnen."
Gut: Konkret, mit Daten, überzeugend
"Deutsche KMU investierten 2024 nur 2,3% ihres Umsatzes in digitale Transformation – halb so viel wie ihre europäischen Wettbewerber (EU-Kommission, 2024). Diese Investitionslücke gefährdet die Wettbewerbsfähigkeit von 3,5 Millionen Unternehmen und 18 Millionen Arbeitsplätzen. Während bisherige Forschung vor allem Großunternehmen untersuchte (Porter & Heppelmann, 2014; Westerman et al., 2014), bleiben die spezifischen Barrieren für KMU weitgehend unerforscht. Diese Dissertation analysiert..."

Was wurde verbessert?

  • ✅ Konkrete Zahlen statt vager Aussagen ("wichtig")
  • ✅ Zitationen zeigen, dass Sie Forschung kennen
  • ✅ Klare Forschungslücke identifiziert
  • ✅ Volkswirtschaftliche Bedeutung herausgestellt

Beispiel 2: Forschungsfrage formulieren

Schlecht: Zu breit, unpräzise
"Diese Arbeit beschäftigt sich mit Künstlicher Intelligenz im Gesundheitswesen. Es soll untersucht werden, welche Rolle KI spielen kann und welche Probleme es gibt. Außerdem werden rechtliche Aspekte betrachtet."
Gut: Spezifisch, klar, evaluierbar
"Diese Dissertation untersucht die zivilrechtliche Haftung bei KI-gestützten medizinischen Diagnosen. Die zentrale Forschungsfrage lautet: Wer haftet, wenn ein Algorithmus eine Fehldiagnose stellt – Arzt, Krankenhaus, Software-Hersteller oder KI-Entwickler?

Diese Hauptfrage wird durch drei Teilfragen konkretisiert:
1. Welche Zurechnungsmodelle bietet das deutsche Haftungsrecht für autonome Systeme?
2. Wie lassen sich diese Modelle auf medizinische KI-Diagnostik übertragen?
3. Wo besteht gesetzgeberischer Handlungsbedarf zur Schließung von Haftungslücken?

Basierend auf einer dogmatischen Analyse und einem Rechtsvergleich mit den USA entwickelt diese Arbeit einen Lösungsvorschlag für ein KI-spezifisches Haftungsregime im Medizinrecht."

Was wurde verbessert?

  • ✅ Von "KI im Gesundheitswesen" (viel zu breit) zu "KI-Diagnostik-Haftung" (spezifisch)
  • ✅ Konkrete Hauptfrage mit klarem Fokus
  • ✅ Teilfragen strukturieren die Untersuchung
  • ✅ Methodischer Ansatz (dogmatisch + Rechtsvergleich) genannt
  • ✅ Eigener Beitrag erkennbar (Lösungsvorschlag)

Mehr zu rechtswissenschaftlichen Dissertationen: Doktorarbeit Jura | Dissertationsthemen Jura

Fachspezifische Besonderheiten

Jede Disziplin hat eigene Konventionen für Einleitungen. Hier die wichtigsten Unterschiede:

🔬 Naturwissenschaften (Chemie, Physik, Biologie)

Typische Länge: 10-15 Seiten (kürzer!)

Besonderheiten:

  • Hypothesen explizit formulieren
  • Experimentelles Design skizzieren
  • Vorab-Ergebnisse andeuten ("Es wird gezeigt, dass...")
  • Viel Wert auf Methodik
  • Oft kumulative Dissertationen

⚕️ Medizin

Typische Länge: 8-12 Seiten (sehr kurz!)

Besonderheiten:

  • Klinische Relevanz stark betonen
  • Patient:innen-Nutzen herausstellen
  • Studiende sign (prospektiv/retrospektiv etc.)
  • Ethikvotum erwähnen
  • Häufig: "Material und Methoden" = separates Kapitel

Themen & Tipps

🎨 Geisteswissenschaften (Geschichte, Germanistik, Philosophie)

Typische Länge: 20-30 Seiten (länger!)

Besonderheiten:

  • Theoretischer Rahmen sehr ausführlich
  • Quellenlage beschreiben (bei Geschichte)
  • Begriffsdefinitionen wichtig
  • Methodenreflexion (Hermeneutik etc.)
  • Oft: Forschungsstand = eigenes Kapitel

→ Philosophie

📊 Sozialwissenschaften (Soziologie, Politikwissenschaft, Psychologie)

Typische Länge: 15-20 Seiten

Besonderheiten:

  • Forschungsstand sehr ausführlich
  • Theoretische Grundlagen wichtig
  • Mixed Methods oft = komplexeres Design
  • Gesellschaftliche Relevanz betonen
  • Operationalisierung von Konzepten

→ Ghostwriter Psychologie

⚖️ Jura

Typische Länge: 12-18 Seiten

Besonderheiten:

  • Rechtspolitische Relevanz betonen
  • Aktuelle Rechtsprechung einbeziehen
  • Gesetzesänderungen/Reformen erwähnen
  • Rechtsvergleich wenn vorhanden
  • Dogmatischer vs. empirischer Ansatz

→ Rechtswissenschaftliche Promotion

💼 BWL / Wirtschaftswissenschaften

Typische Länge: 12-18 Seiten

Besonderheiten:

  • Praxisrelevanz stark betonen
  • Implikationen für Management
  • Empirische vs. theoretische/konzeptionelle Arbeit
  • Wirtschaftliche Bedeutung herausstellen
  • Fallstudien/Branchen definieren

→ Doktorarbeit BWL

💡 Internationale Dissertationen

Promovieren Sie in englischer Sprache? Beachten Sie:

  • Englische Einleitungen sind oft kürzer und strukturierter
  • "Introduction" = meist ohne Unterkapitel bei 10-15 Seiten
  • Direkterer Schreibstil ("This thesis argues..." statt "Es wird argumentiert...")
  • Mehr Fokus auf "contribution" (Eigenleistung) schon in Einleitung

10 häufige Fehler – und wie Sie sie vermeiden

❌ Fehler 1: Zu lang oder zu kurz

Problem: 5 Seiten bei 300 Seiten Gesamt (zu kurz) oder 50 Seiten (zu lang)

Lösung: Faustregel: 8-10% der Gesamtarbeit. Bei 300 Seiten = 20-30 Seiten Einleitung.

❌ Fehler 2: Zu allgemein

Problem: 5 Seiten Geschichte des Themas, kein Bezug zur eigenen Arbeit

Lösung: Kommen Sie zügig vom Allgemeinen zum Spezifischen. Der Trichter darf nicht endlos breit sein!

❌ Fehler 3: Versprechungen nicht eingehalten

Problem: In Einleitung steht "Kapitel 5 analysiert X", aber Kapitel 5 tut das nicht

Lösung: Schreiben Sie Einleitung AM ENDE. Checken Sie jeden Satz gegen die fertige Arbeit!

❌ Fehler 4: Methodik fehlt

Problem: Keine Erwähnung, wie Sie vorgehen

Lösung: Methodisches Vorgehen ist PFLICHT in der Einleitung. Mindestens 1 Absatz (bei NaWi mehr).

❌ Fehler 5: Forschungsfrage unklar

Problem: "Es wird untersucht, wie..." ohne konkrete Frage

Lösung: Formulieren Sie 1 klare Hauptfrage + 2-4 Teilfragen. Nutzen Sie Fragewörter (Wie? Warum? Inwiefern?).

❌ Fehler 6: Langweilige Sprache

Problem: "Es wird davon ausgegangen..." "Man kann sagen..." "Es ist anzunehmen..."

Lösung: Aktiv statt Passiv! "Diese Arbeit zeigt..." statt "Es wird gezeigt..."

❌ Fehler 7: Forschungslücke nicht überzeugend

Problem: "Niemand hat das bisher untersucht" (oft faktisch falsch!)

Lösung: Würdigen Sie bestehende Forschung, dann zeigen Sie präzise, was fehlt. "Während X erforscht ist, bleibt Y unklar..."

❌ Fehler 8: Kapitelübersicht fehlt

Problem: Leser wissen nicht, was sie erwartet

Lösung: Letzter Abschnitt der Einleitung = IMMER Aufbau der Arbeit. 2-3 Sätze pro Kapitel.

❌ Fehler 9: Zu viele Abkürzungen/Fachbegriffe

Problem: Leser müssen ständig nachschlagen

Lösung: Führen Sie Fachbegriffe langsam ein. Erklären Sie beim ersten Mal. Erst ab 3. Nutzung abkürzen.

❌ Fehler 10: Relevanz nicht begründet

Problem: "Das Thema ist wichtig" ohne Begründung

Lösung: Zahlen, aktuelle Ereignisse, Widersprüche → konkret machen! "Warum sollte jemand das lesen?" beantworten.

Die 25-Punkte-Checkliste für Ihre Einleitung

Gehen Sie diese Liste durch, bevor Sie die Einleitung als "fertig" betrachten:

📝 Inhaltliche Vollständigkeit

Relevanz begründet: Gesellschaftliche UND wissenschaftliche Bedeutung des Themas erklärt
Forschungslücke überzeugend: Bestehende Forschung gewürdigt, dann Lücke präzise identifiziert
Forschungsfrage CLEAR: 1 Hauptfrage + 2-4 Teilfragen klar formuliert
Eigener Beitrag definiert: Originalität und Mehrwert Ihrer Arbeit erkennbar
Methodik erwähnt: Wie gehen Sie vor? (Mindestens 1 Absatz)
Kapitelübersicht vorhanden: Jedes Hauptkapitel in 2-3 Sätzen beschrieben

✍️ Sprache & Stil

Erster Satz fesselt: Zahl, Zitat, Widerspruch, Ereignis – nicht "In dieser Dissertation geht es um..."
Aktiv statt Passiv: "Diese Arbeit zeigt..." statt "Es wird gezeigt..."
Keine Floskeln: "Heutzutage", "in der heutigen Zeit", "Es ist wichtig" gestrichen
Präzise Sprache: Konkrete Begriffe statt vager Aussagen
Fachbegriffe erklärt: Beim ersten Auftreten erläutert, dann abgekürzt

📐 Struktur & Format

Umfang richtig: 8-10% der Gesamtarbeit
Trichter-Logik: Von allgemein zu spezifisch
Unterkapitel sinnvoll: Bei 15+ Seiten Gliederung vorhanden
Roter Faden erkennbar: Logischer Aufbau, keine Sprünge

🔗 Wissenschaftlichkeit

Literatur zitiert: Relevante Studien genannt und korrekt zitiert
Zahlen mit Quelle: Alle Statistiken haben Quellenangabe
Forschungsstand angemessen: Wichtigste Arbeiten erwähnt
Selbstbewusst, nicht überheblich: Eigener Beitrag klar, aber realistisch

✅ Rahmenfunktion

Passt zum Fazit: Forschungsfragen aus Einleitung im Fazit beantwortet
Passt zum Hauptteil: Alle versprochenen Kapitel existieren
Keine falschen Versprechen: Nur das ankündigen, was auch kommt

👥 Feedback

Betreuer gelesen: Rückmeldung vom Doktorvater eingeholt
Fachfremder Testleser: Kann jemand OHNE Fachkenntnis folgen?
3+ Überarbeitungen: Mindestens 3 Durchgänge gemacht

15 häufig gestellte Fragen

Wann schreibe ich die Einleitung?
Am Ende, nicht am Anfang!

Die goldene Regel: Schreiben Sie die Einleitung erst, wenn Hauptteil und Fazit fertig sind. Warum?

• Sie kennen dann Ihre Ergebnisse
• Die Struktur ist final
• Sie können präzise beschreiben, was kommt
• Der rote Faden ist klar

Ausnahme: Ihr Betreuer will früh einen Entwurf? Schreiben Sie eine vorläufige Version, kennzeichnen Sie sie als "Entwurf" und überarbeiten Sie sie am Ende komplett.

Profi-Tipp: Sammeln Sie während des Schreibens Stichpunkte in einem separaten Dokument. Am Ende haben Sie 80% der Einleitung bereits!
Wie lang sollte die Einleitung sein?
Faustregel: 8-10% der Gesamtarbeit

Beispielrechnungen:
• 250 Seiten Dissertation = 20-25 Seiten Einleitung
• 300 Seiten Dissertation = 24-30 Seiten Einleitung
• 400 Seiten Dissertation = 32-40 Seiten Einleitung

Fachspezifisch variabel:
Naturwissenschaften: Kürzer (10-15 Seiten)
Geisteswissenschaften: Länger (20-30 Seiten)
Medizin: Sehr kurz (8-12 Seiten)

Zu kurz: 5 Seiten bei 300 Seiten wirkt oberflächlich.
Zu lang: 50 Seiten bei 300 Seiten → Inhalte gehören in Hauptteil!
Muss ich Literatur in der Einleitung zitieren?
Ja, unbedingt!

Die Einleitung ist ein wissenschaftliches Kapitel wie jedes andere. Sie MÜSSEN zitieren:

Was zitieren?
• Studien, die die Relevanz Ihres Themas belegen
• Arbeiten, die zum Forschungsstand gehören
• Statistiken und Zahlen (IMMER mit Quelle!)
• Definitionen von Fachbegriffen
• Theoretische Rahmenwerke, auf die Sie sich beziehen

Wie viel zitieren?
• Nicht so viel wie im Theoriekapitel
• Aber deutlich machen: Sie kennen die Literatur
• Richtwert: 15-30 Quellen in der Einleitung sind normal

Tipp: Fokussieren Sie auf die wichtigsten, einflussreichsten Arbeiten. Die umfassende Literaturübersicht kommt im Theoriekapitel.
Was ist der Unterschied zwischen Einleitung und Exposé?
Exposé = Vor der Promotion | Einleitung = Nach der Promotion

Aspekt Exposé Einleitung
Zeitpunkt Vor/zu Beginn der Promotion Am Ende der Promotion
Zweck Planung, Betreuer überzeugen Arbeit präsentieren
Zeitform Zukunft ("wird untersucht") Vergangenheit ("wurde untersucht")
Umfang 5-15 Seiten 15-30 Seiten
Inhalt Vorhaben, Planung Durchgeführte Forschung

Kann ich das Exposé wiederverwenden?
Teilweise! Relevanz, Forschungslücke, Forschungsfrage können übernommen werden. ABER: Alles in Vergangenheit umformulieren und deutlich erweitern!
Wie beginne ich den ersten Satz?
Nutzen Sie eine der 5 bewährten Strategien:

1️⃣ Die Zahl: "87% der deutschen KMU haben keine Digitalstrategie (Bitkom, 2024)..."
2️⃣ Aktuelles Ereignis: "Der Zusammenbruch der Silicon Valley Bank im März 2023..."
3️⃣ Widerspruch: "Obwohl Deutschland Recycling-Weltmeister ist, landen 300.000 Tonnen..."
4️⃣ Zitat: "'Daten sind das neue Öl' – doch diese Analogie greift zu kurz..."
5️⃣ Konkrete Szene: "Am 15. März 2023 zogen Kunden binnen 48h 42 Milliarden Dollar ab..."

❌ Vermeiden Sie:
• "In dieser Dissertation geht es um..."
• "Das Thema X ist wichtig..."
• "Seit Jahrhunderten beschäftigt sich..."

Trick gegen Schreibblockaden: Schreiben Sie einen Platzhalter ("In dieser Arbeit geht es um X"). Schreiben Sie den Rest. Kommen Sie zum ersten Satz zurück und ersetzen Sie ihn!
Muss ich die Methodik in der Einleitung erklären?
Ja, aber nur im Überblick!

In der Einleitung:
• Welchen methodischen Ansatz? (qualitativ/quantitativ/mixed)
• Welche Daten? (Interviews, Experimente, Archivmaterial)
• Warum diese Methode? (Kurze Begründung)
• Umfang: 1-2 Absätze reichen

Im separaten Methodenkapitel:
• Detaillierte Beschreibung
• Stichprobenauswahl
• Analyseverfahren
• Limitationen

Beispiel (Einleitung):
"Um diese Fragen zu beantworten, wurde eine qualitative Fallstudienanalyse durchgeführt. 45 semi-strukturierte Interviews mit Geschäftsführern deutscher KMU (50-250 Mitarbeiter) wurden inhaltsanalytisch ausgewertet. Die detaillierte Methodik wird in Kapitel 3 erläutert."
Was gehört NICHT in die Einleitung?
Diese Inhalte gehören in andere Kapitel:

❌ Ausführlicher Forschungsstand → Eigenes Kapitel "Stand der Forschung"
❌ Theoretische Grundlagen → Theoriekapitel
❌ Detaillierte Methodik → Methodenkapitel
❌ Ergebnisse → Ergebniskapitel (außer bei NaWi: kurze Vorausschau erlaubt)
❌ Diskussion → Diskussionskapitel
❌ Definitionen aller Fachbegriffe → Nur zentrale Begriffe; Rest später
❌ Danksagungen → Vorwort/Danksagung
❌ Persönliche Motivation → Höchstens 1-2 Sätze, wenn relevant

Die Einleitung ist ein Appetizer, kein Hauptgericht! Sie soll Lust machen weiterzulesen, nicht schon alles verraten.
Wie oft sollte ich die Einleitung überarbeiten?
Minimum: 3-5 Überarbeitungsdurchgänge

Durchgang 1: Inhalt
• Sind alle 6 Funktionen erfüllt?
• Ist die Forschungslücke überzeugend?
• Passt der Aufbau?

Durchgang 2: Struktur
• Logischer Aufbau?
• Trichter funktioniert?
• Roter Faden erkennbar?

Durchgang 3: Sprache
• Aktiv statt Passiv?
• Floskeln gestrichen?
• Präzise Begriffe?

Durchgang 4: Abgleich mit Fazit
• Forschungsfragen beantwortet?
• Ziele erreicht?
• Versprechungen eingelöst?

Durchgang 5: Feinschliff
• Rechtschreibung/Grammatik
• Zitationen korrekt?
• Formatierung einheitlich?

Tipp: Lassen Sie zwischen den Durchgängen 1-2 Wochen Pause. Mit frischem Blick sehen Sie mehr Fehler!

Professionelle Hilfe: Lektorat Dissertation | Coaching
Monografisch oder kumulativ – macht das einen Unterschied?
Ja, großer Unterschied!

📚 Monografische Dissertation:
• Eine zusammenhängende Arbeit
• Einleitung: 15-25 Seiten, führt durch GESAMTE Arbeit
• Alle 6 Funktionen erfüllen
• Detaillierte Kapitelübersicht

📑 Kumulative Dissertation:
• 3-5 eigenständige Publikationen + Rahmenschrift
• Einleitung: 5-10 Seiten (kürzer!)
• Fokus: Wie hängen die Papers zusammen?
• Eigener Beitrag zu jedem Paper
• Jedes Paper hat bereits eigene Einleitung!

Hinweis: Kumulative Dissertationen sind vor allem in Naturwissenschaften üblich. Die Rahmeneinleitung schafft den übergeordneten Kontext und erklärt den roten Faden zwischen den Papers.

Englische vs. deutsche Einleitung?
Einige Unterschiede bei internationalen Dissertationen:

Englische Einleitungen ("Introduction"):
• Tendenziell kürzer (10-15 Seiten)
• Meist OHNE Unterkapitel
• Direkterer Schreibstil ("This thesis argues..." statt "Es wird argumentiert...")
• Stärkerer Fokus auf "contribution" schon in Einleitung
• "Literature Review" oft separates Kapitel (nicht in Intro)

Deutsche Einleitungen:
• Länger (15-25 Seiten)
• Oft MIT Unterkapiteln
• Forschungsstand manchmal in Einleitung integriert
• Passive Formulierungen akzeptabler

Bei englischen Dissertationen: Schauen Sie sich 3-5 PhD Theses aus Ihrem Fachbereich an (UK/US Unis) und orientieren Sie sich an deren Struktur.

Kann mein Betreuer die Einleitung ablehnen?
Ja, kann er – und das ist gut so!

Häufige Gründe für Ablehnung:
• Forschungsfrage unklar oder zu breit
• Forschungslücke nicht überzeugend
• Methodisches Vorgehen fehlt
• Struktur passt nicht zur Arbeit
• Versprechungen, die nicht eingehalten werden
• Sprache zu vage oder unwissenschaftlich

Was tun bei Ablehnung?
1. Nicht persönlich nehmen – völlig normal!
2. Konkretes Feedback einholen: "Was genau fehlt?"
3. Gezielt überarbeiten
4. Erneut vorlegen

Tipp: Legen Sie die Einleitung NICHT erst 1 Woche vor Abgabe vor. Planen Sie 2-3 Feedback-Runden ein!

Zeitplanung: 3-4 Monate vor Abgabe erste Version, dann Feedback-Schleifen
Hilft die Einleitung bei der Note?
Ja, massiv! Der erste Eindruck zählt.

Psychologie der Bewertung:
• Die Einleitung ist oft das ERSTE, was Prüfer lesen
• Erster Eindruck beeinflusst die Wahrnehmung der gesamten Arbeit
• Eine exzellente Einleitung stimmt Prüfer positiv
• Eine schwache Einleitung macht skeptisch – auch wenn der Rest gut ist

Was Prüfer in der Einleitung bewerten:
• Klarheit der Forschungsfrage (20%)
• Überzeugungskraft der Forschungslücke (20%)
• Wissenschaftliche Qualität (Literatur, Methodik) (30%)
• Struktur und Lesbarkeit (20%)
• Originalität des Ansatzes (10%)

Faustformel: Eine sehr gute Einleitung kann die Note um 0,3-0,5 verbessern. Eine schlechte Einleitung kann sie um den gleichen Betrag verschlechtern.

Investieren Sie Zeit in die Einleitung – es lohnt sich!
Was mache ich bei Schreibblockaden?
7 bewährte Strategien gegen Schreibblockaden:

1. Der Platzhalter-Trick
Schreiben Sie einen simplen ersten Satz ("In dieser Arbeit geht es um X"). Schreiben Sie den Rest. Ersetzen Sie den ersten Satz am Ende.

2. Rückwärts schreiben
Beginnen Sie mit dem Aufbau der Arbeit (am einfachsten). Arbeiten Sie sich rückwärts zur Forschungsfrage vor.

3. Stichpunkte erst
Schreiben Sie die Einleitung komplett in Stichpunkten. Dann: Ausformulieren.

4. Voice-to-Text
Erzählen Sie einem Freund Ihr Thema. Nehmen Sie auf. Transkribieren. Überarbeiten.

5. Best-Practice studieren
Lesen Sie 3 exzellente Dissertationen. Wie machen die es? Übernehmen Sie die Struktur.

6. Zero Draft
Schreiben Sie eine "Wegwerf-Version" ohne Anspruch auf Qualität. Erst schreiben, dann überarbeiten.

7. Professionelle Hilfe
Coaching kann bei hartnäckigen Blockaden Wunder wirken.

Wichtig: Schreibblockaden sind NORMAL. Fast jeder Doktorand kämpft damit. Sie sind kein Zeichen mangelnder Fähigkeit!
Kann ich ChatGPT für die Einleitung nutzen?
Mit Vorsicht – als Hilfsmittel, nicht als Ersatz!

✅ Erlaubte Nutzung:
• Brainstorming für Eröffnungssätze
• Formulierungshilfen ("Wie sage ich X wissenschaftlich?")
• Strukturvorschläge für Kapitelübersicht
• Grammatik- und Stilverbesserungen
• Zusammenfassungen vereinfachen

❌ Nicht erlaubt:
• Gesamte Einleitung von ChatGPT schreiben lassen
• Forschungslücken erfinden lassen (Halluzinationen!)
• Literaturverweise generieren (oft falsch!)
• Als Ghostwriter nutzen

Risiken:
• Plagiatssoftware kann KI-Texte erkennen
• Faktenfehler ("Halluzinationen")
• Fehlende Tiefe und Originalität
• Ethische und rechtliche Probleme

Goldene Regel: KI ist ein Werkzeug wie Rechtschreibprüfung. Nutzen Sie es bewusst, aber schreiben Sie selbst!

→ KI-Tools richtig nutzen | Legal & Risiken
Brauche ich professionelle Hilfe für die Einleitung?
Nicht zwingend, aber oft hilfreich!

Wann professionelle Hilfe sinnvoll ist:
• Sie haben massive Schreibblockaden
• Deutsch/Englisch ist nicht Ihre Muttersprache
• Ihr Betreuer hat die Einleitung mehrfach abgelehnt
• Sie wollen sichergehen, dass alles perfekt ist
• Zeitdruck vor Abgabe

Welche Hilfe gibt es?

1. Lektorat:
• Sprachliche Überarbeitung
• Grammatik, Stil, Rechtschreibung
• Strukturverbesserungen
Lektorat Dissertation

2. Coaching:
• Strategische Beratung
• Strukturierung der Einleitung
• Feedback zu Argumentationslogik
Coaching Doktorarbeit

3. Ghostwriting:
• Komplette Erstellung als Vorlage
• ACHTUNG: Rechtliche Grauzone, klären Sie vorher mit Ihrer Uni!
Doktorarbeit schreiben lassen

Kosten: Lektorat Einleitung (20-30 Seiten): 300-800 € | Coaching: 500-1.500 €
→ Preise & Kosten im Detail

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