Die Problemstellung ist das Fundament Ihrer wissenschaftlichen Arbeit. Lernen Sie, wie Sie eine überzeugende Problemstellung für Bachelorarbeit, Masterarbeit oder Exposé formulieren – mit konkreten Beispielen und Schritt-für-Schritt-Anleitung.
Die Problemstellung ist das Herzstück jeder wissenschaftlichen Arbeit. Sie beschreibt ein konkretes Forschungsproblem, das Sie mit Ihrer Bachelorarbeit oder Masterarbeit lösen möchten. Eine gut formulierte Problemstellung in der wissenschaftlichen Arbeit beantwortet die zentrale Frage: Warum ist diese Forschung wichtig und notwendig?
Die Problemstellung (auch: Forschungsproblem) ist eine präzise Beschreibung eines wissenschaftlichen oder praktischen Problems, das durch die Arbeit gelöst werden soll. Sie bildet den Ausgangspunkt der Forschung, steht in der Einleitung und begründet die Relevanz des Themas für Wissenschaft und/oder Praxis.
Eine überzeugende Problemstellung der Bachelorarbeit oder Problemstellung der Masterarbeit erfüllt mehrere Funktionen: Sie weckt das Interesse der Leser, zeigt die Forschungslücke auf und gibt der gesamten Arbeit eine klare Richtung. Ohne eine präzise Problemstellung fehlt Ihrer Arbeit das Fundament – Sie würden zwar ein Thema bearbeiten, aber der rote Faden wäre unklar.
1. Relevanz begründen: Warum ist das Thema wichtig? Welches Problem existiert?
2. Forschungslücke aufzeigen: Was wissen wir noch nicht? Wo fehlt Wissen?
3. Interesse wecken: Warum sollte jemand diese Arbeit lesen?
4. Struktur geben: Die Problemstellung ist der rote Faden für die gesamte Arbeit.
Die Problemstellung steht in der Einleitung Ihrer wissenschaftlichen Arbeit – typischerweise nach einer kurzen Hinführung zum Thema und vor der Formulierung der Forschungsfrage. Sie umfasst in der Regel 1–3 Sätze, kann aber in der Einleitung ausführlicher erläutert werden.
Eine vollständige Problemstellung besteht aus mehreren Elementen, die zusammen die Basis für Ihre Forschung bilden. Die Problemstellung und Zielsetzung sind dabei eng miteinander verknüpft:
1. Einführung in die Thematik (Kontext)
Beschreiben Sie die Ausgangslage und ordnen Sie Ihre Arbeit in den größeren Forschungskontext ein. Was ist der Hintergrund? Welche Entwicklungen sind relevant?
2. Das eigentliche Problem (Kernproblem)
Benennen Sie konkret, welches Problem besteht. Was funktioniert nicht? Welches Wissen fehlt? Wo gibt es einen Widerspruch zwischen Theorie und Praxis?
3. Zielsetzung und Lösungsansatz
Formulieren Sie, was Ihre Arbeit erreichen soll. Wie wollen Sie das Problem lösen? Welchen Beitrag leistet Ihre Forschung?
Die eigentliche Problemstellung sollte in 1–2 Sätzen formulierbar sein. Wenn Sie mehr brauchen, ist Ihr Problem vermutlich noch nicht ausreichend eingegrenzt. Die Einbettung in der Einleitung (Kontext, Hintergrund, Zielsetzung) kann jedoch mehrere Absätze umfassen.
Viele Studierende verwechseln Problemstellung, Forschungsfrage und Zielsetzung. Obwohl sie zusammenhängen, erfüllen sie unterschiedliche Funktionen:
1. Problemstellung: „In der Praxis zeigt sich, dass viele KMU bei der Digitalisierung scheitern."
2. Forschungsfrage: „Welche Faktoren beeinflussen den Erfolg von Digitalisierungsprojekten in KMU?"
3. Zielsetzung: „Ziel dieser Arbeit ist es, Erfolgsfaktoren zu identifizieren und praxisnahe Handlungsempfehlungen abzuleiten."
Mit dieser Schritt-für-Schritt-Anleitung können Sie systematisch eine überzeugende Problemstellung schreiben. Jeder Schritt bringt Sie näher an eine präzise Formulierung:
Grenzen Sie Ihr Thema zeitlich, räumlich und inhaltlich ein. Je spezifischer, desto besser. Fragen Sie sich: Welchen Aspekt des Themas möchte ich untersuchen? Welche Perspektive nehme ich ein?
Recherchieren Sie den aktuellen Forschungsstand. Was wurde bereits untersucht? Wo gibt es Widersprüche, offene Fragen oder fehlendes Wissen? Die Lücke ist Ihr Ausgangspunkt.
Formulieren Sie das Problem in einem Satz. Vermeiden Sie vage Formulierungen wie „immer mehr" oder „zunehmend" – nutzen Sie konkrete Zahlen und Fakten, wenn möglich.
Erklären Sie, warum die Lösung des Problems wichtig ist. Für wen ist es relevant? Welche Konsequenzen hat es, wenn das Problem nicht gelöst wird? (wissenschaftlich und/oder praktisch)
Deuten Sie an, wie Sie das Problem lösen wollen. Welche Methode werden Sie verwenden? Was ist das Ziel Ihrer Untersuchung? Dies leitet zur Forschungsfrage über.
Testen Sie Ihre Problemstellung: Ist sie in 1–2 Sätzen formulierbar? Ist das Problem klar erkennbar? Ist die Relevanz deutlich? Kann das Problem mit Ihrer Arbeit bearbeitet werden?
Die folgenden Leitfragen helfen Ihnen, alle relevanten Aspekte Ihrer Problemstellung zu durchdenken. Beantworten Sie diese Fragen, bevor Sie formulieren:
Die folgenden Problemstellung-Beispiele zeigen, wie eine gute Formulierung in verschiedenen Fachrichtungen aussehen kann. Jedes Beispiel einer Problemstellung enthält Kontext, Problem und Relevanz:
Der demografische Wandel und der Fachkräftemangel zwingen Unternehmen, ihre Attraktivität als Arbeitgeber zu steigern. Insbesondere die Generation Z, die bis 2025 rund 27 % der Erwerbstätigen ausmachen wird, stellt neue Anforderungen an potenzielle Arbeitgeber.
Obwohl zahlreiche Studien die allgemeinen Werte der Generation Z beschreiben, fehlt es an empirischen Untersuchungen, welche konkreten Employer-Branding-Maßnahmen diese Zielgruppe tatsächlich ansprechen und zu Bewerbungen motivieren.
Für Unternehmen ist diese Wissenslücke problematisch, da ineffektive Recruiting-Maßnahmen hohe Kosten verursachen und offene Stellen länger unbesetzt bleiben.
Im Exposé spielt die Problemstellung eine besonders wichtige Rolle. Sie ist das zentrale Element, mit dem Sie Ihren Betreuer überzeugen, dass Ihr Forschungsvorhaben relevant und durchführbar ist. Die Exposé-Problemstellung sollte daher besonders sorgfältig formuliert werden.
Ausführlicher als in der Einleitung: Im Exposé haben Sie mehr Raum, um das Problem zu erläutern (ca. ½–1 Seite).
Forschungsstand einbeziehen: Zeigen Sie, dass Sie die Literatur kennen und die Lücke identifiziert haben.
Durchführbarkeit andeuten: Das Problem muss mit den verfügbaren Ressourcen bearbeitbar sein.
Überzeugungskraft: Das Exposé ist ein „Verkaufsargument" – die Problemstellung muss Interesse wecken.
Die Problemstellung im Exposé für Bachelorarbeit oder Masterarbeit folgt typischerweise diesem Aufbau:
1. Thematische Einführung (2–3 Sätze): Worum geht es grundsätzlich? Welches Themenfeld wird behandelt?
2. Stand der Forschung (3–5 Sätze): Was wissen wir bereits? Welche Studien gibt es? Wo sind die Lücken?
3. Das konkrete Problem (1–2 Sätze): Was genau ist das Problem, das Sie bearbeiten wollen?
4. Relevanz (2–3 Sätze): Warum ist die Lösung wichtig? Für wen? Mit welchen Konsequenzen?
5. Ihr Beitrag (1–2 Sätze): Wie wollen Sie das Problem lösen? Was ist Ihr Ansatz?
Formulierungen wie „immer mehr", „zunehmend" oder „ein großes Problem" ohne konkrete Zahlen und Fakten.
Das Problem ist so umfassend, dass es im Rahmen einer Bachelorarbeit nicht bearbeitet werden kann.
Es wird ein Thema beschrieben, aber kein konkretes Problem. „Social Media ist wichtig" ist kein Problem.
Das Problem wird genannt, aber nicht erklärt, warum die Lösung wichtig ist.
Problemstellung und Forschungsfrage werden verwechselt oder sind nicht aufeinander abgestimmt.
Das Problem wurde bereits umfassend erforscht – es gibt keine Lücke, die Ihre Arbeit füllen könnte.
Die Problemstellung ist eine präzise Beschreibung des Forschungsproblems, das Sie mit Ihrer Bachelorarbeit lösen möchten. Sie steht in der Einleitung, begründet die Relevanz Ihres Themas und gibt der gesamten Arbeit eine klare Richtung. Eine gute Problemstellung umfasst 1–2 Sätze und zeigt eine Forschungslücke auf.
Eine Problemstellung formulieren Sie in 5 Schritten: (1) Thema eingrenzen, (2) Forschungslücke identifizieren, (3) Problem konkret benennen, (4) Relevanz begründen, (5) Lösungsansatz skizzieren. Das Problem sollte in 1–2 Sätzen formulierbar sein und mit Fakten statt vagen Aussagen belegt werden.
Die Problemstellung beschreibt das Problem (Aussagesatz), die Forschungsfrage stellt eine konkrete Frage an die Forschung (W-Frage). Die Forschungsfrage folgt logisch aus der Problemstellung. Beispiel: Problemstellung: „Es fehlt an Wissen über X" → Forschungsfrage: „Wie beeinflusst X den Faktor Y?"
Die Problemstellung steht in der Einleitung – typischerweise nach einer kurzen thematischen Hinführung und vor der Forschungsfrage. Sie bildet den Übergang vom allgemeinen Thema zur spezifischen Fragestellung Ihrer Arbeit.
Die eigentliche Problemstellung sollte in 1–2 Sätzen formuliert sein. Die Einbettung in der Einleitung (Kontext, Hintergrund, Relevanz) kann mehrere Absätze umfassen. Wenn Sie mehr als 2 Sätze für das Problem selbst benötigen, ist es vermutlich noch nicht ausreichend eingegrenzt.
Im Exposé ist die Problemstellung ausführlicher (ca. ½–1 Seite). Sie enthält: thematische Einführung, Stand der Forschung, das konkrete Problem, Relevanz und Ihren Lösungsansatz. Die Exposé-Problemstellung muss Ihren Betreuer überzeugen, dass Ihr Forschungsvorhaben sinnvoll ist.
Die Problemstellung beschreibt das Problem („Es fehlt an Wissen über X"), die Zielsetzung formuliert das angestrebte Ergebnis („Ziel ist es, X zu untersuchen"). Die Zielsetzung folgt auf die Problemstellung und konkretisiert, was die Arbeit erreichen soll.
Ja, professionelle Unterstützung bei der Formulierung der Problemstellung ist möglich. Ein erfahrener Ghostwriter kann Ihnen helfen, das Problem präzise zu formulieren, die Forschungslücke zu identifizieren und die Relevanz überzeugend darzustellen. Bachelorarbeit-Coaching bietet hier wertvolle Orientierung.
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