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Nobelpreisträger von H-P

Die bekanntesten Nobelpreisträger von H-P geordnet:

Hans Fischer wurde 1881 in Höchst am Main geboren. Sein Vater war Chemiker und Direktor einer Wiesbadener chemischen Fabrik. Hans Fischer besuchte die Grundschule in Wiesbaden und legte 1899 das Abitur ab. Er studierte anschließend in Lausanne, in München und in Marburg die Chemie und Medizin. 1904 schrieb er schließlich bei Theodor Zincke in Marburg seine Doktorarbeit in Chemie zum Thema „Beiträge zur Kenntnis der 4-Oxy-1,2-toluysäre“. 1908 folge die Promotion in München bei Friedrich von Müller zum Dr. med. mit der Promotionsschrift „Zur Kenntnis des carcinomatösen Mageninhalts“.

Hans Fischer wählte im Jahre 1945 den Freitod

Von 1908 bis 1915 wirkte Hans Fischer an der Zweiten Medizinischen Klinik in München. Von 1910 bis 1911 realisierte er außerdem einen Forschungsaufenthalt am Ersten Chemischen Institut in Berlin. 1912 konnte er sich als Professor für Innere Medizin habilitieren. 1913 ging er an das Physiologische Institut München. 1915 folgte die Berufung zum außerordentlichen Professor an der Medizinischen Fakultät der Universität München. 1916 folgte Hans Fischer einem Ruf als Professor für Medizinische Chemie an die Universität Innsbruck, 1918 an die Universität Wien. Den Wiener Lehrstuhl für Medizinische Chemie hatte Fischer bis 1921 inne. In diesem Jahr wurde er Lehrstuhlinhaber für organische Chemie an der Technischen Hochschule München. 1930 wurde Hans Fischer schließlich der Nobelpreis für Chemie verliehen, für seine Arbeiten „über den strukturellen Aufbau der Blut- und Pflanzenfarbstoffe und für die Synthese des Hämins“. Die kriegsbedingte Zerstörung seines Institutes und die damit einhergehende völlige Zerstörung aller seiner wissenschaftlichen Arbeit konnte Hans Fischer nicht verwinden. Daher wählte er aus Verzweiflung im Frühjahr 1945 den Freitod. Er war Mitglied der Leopoldina, Geheimer Regierungsrat und seit dem Jahre 1936 auch Inhaber der Ehrendoktorwürde der Universität Harvard sowie korrespondierendes Mitglied der Preußischen Akademie der Wissenschaften.

Hans von Euler-Chelpin kam im Jahre 1873 in Augsburg zur Welt. Als Sohn eines bayerischen Generalmajors verbrachte er seine Kindheit in Wasserburg am Inn und besuchte später die königlichen Realschulen in Augsburg, in Würzburg und in Ulm. Nachdem er in München das Abitur abgelegt hatte, absolvierte Hans von Euler-Chelpin seinen einjährigen Wehrdienst und schrieb sich schließlich zum Studium an der Münchner Kunstakademie ein. Da die Farbenlehre ihn faszinierte, wechselte er schließlich zur Chemie. Dieses Studium verfolge er zunächst in München, später dann in Berlin. Hier schrieb er schließlich im Jahre 1895 seine Doktorarbeit zum Thema „Über die Einwirkung von Molybdänantrioxyd“.

Hans von Euler-Chelpin nahm die schwedische Staatsbürgerschaft an

Nach seiner Promotion wurde Hans von Euler-Chelpin wissenschaftlicher Mitarbeiter an den Universitäten in Berlin und in Göttingen. Ab 1897 wirkte er schließlich in Stockholm, wo er sich 1899 auch habilitieren konnte, um als Privatdozent für physikalische Chemie zu lehren. Im Jahre 1902 nahm er schließlich die schwedische Staatsbürgerschaft an. 1906 erfolgte dann seine Berufung zum Ordinarius für allgemeine Chemie und organische Chemie an der Universität Stockholm. Der Forschungsschwerpunkt von Hans von Euler-Chelpin lag auf den Untersuchungen zur Zuckervergärung. Im Jahre 1929 erhielt er gemeinsam mit dem britischen Chemiker Sir Arthur Harden den Nobelpreis für Chemie: „für ihre Forschung über die Zuckervergärung und deren Anteil der Enzyme an diesem Vorgang“. 1929 wurde Hans von Euler-Chelpin zum Direktor des erst unlängst etablierten Instituts für Vitamine und Biochemie an der Universität Stockholm berufen. Auch nach seiner Emeritierung im Jahre 1941 setzte Hans von Euler-Chelpin seine Forschungen fort. Er war Mitglied verschiedener Akademien der Wissenschaften und wurde im Jahre 1958 auch mit dem Großen Verdienstkreuz mit Stern des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland geehrt. Hans von Euler-Chelpin verstarb im Jahre 1964 in Stockholm.

Harold C. Urey kam 1893 in Walkerton im Bundesstaat Indiana zur Welt. Er studierte zunächst an der University of Montana Zoologie und erwarb hier im Jahre 1917 den Bachelor-Titel. Er wechselte später zum Fach Chemie und schrieb schließlich im Jahre 1923 an der University of California in Berkeley seine Doktorarbeit über „Die Verteilung der Elektronen in den Energieniveaus des Wasserstoffatoms und thermodynamische Berechnungen zu gasartigen Molekülen“. Anschließend wirkte er als Instructor für Chemie und Associate für Chemie bei der Barrett Chemical Company, an der University of Montana, an der Universität Kopenhagen und an der John Hopkins University. 1929 wurde Harold C. Urey Professor an der New Yorker Columbia University, später lehrte er auch an der University of Chicago und in San Diego an der University of California. 1970 wurde Harold C. Urey schließlich emeritiert.

Harold C. Urey wirkte am Manhattan-Projekt mit

Harold C. Urey beschäftigte sich hauptsächlich mit der Trennung von Isotopen und mit den Spektren von Atomen und Molekülen. Er entdeckte 1931 das sogenannte Deuterium, den schweren Wasserstoff und erhielt dafür schließlich im Jahre 1934 den Nobelpreis für Chemie. Während des gesamten Zweiten Weltkriegs war er mit seinem Team sehr stark in das berühmte Manhattan-Projekt involviert und gehört somit zu den Vätern der Atombombe. In seinen späteren Lebensjahren wendete er sich insbesondere der Erforschung der Frühstadien von Planeten und der Uratmosphäre und damit letztendlich der wissenschaftlichen Erforschung der Entstehung des Lebens im Universum zu. Er entwickelte das berühmte Miller-Urey-Experiment zur Simulation der Uratmosphäre auf der Erde im Labor. Harold C. Urey war auch Träger der Goldmedaille der Royal Astronomical Society, Fellow der American Physical Society und Mitglied der National Academy of Sciences. Harold C. Urey verstarb im Jahre 1981 in Kalifornien. 1985 wurde ein Mondkrater nach ihm benannt.

Henri Bergson wurde im Jahre 1859 in Paris geboren. Er war der Sohn eines jüdischen Komponisten aus Polen und einer englischen Mutter. Seine Kindheit verbrachte er abwechselnd in London und Paris. In Paris besuchte er zunächst das Lycée Fontanes, ehe er sich schließlich für ein Studium der Literatur und der Philosophie an der renommierten École normale supérieure entschied, um Gymnasialprofessor zu werden. Nach dem erfolgreichen Abschluss seiner Studien erhielt er 1881 Anstellungen als Gymnasiallehrer, fand daneben allerdings Zeit, um wissenschaftliche Artikel über römische Philosophie zu veröffentlichen. 1889 schrieb er schließlich seine Doktorarbeit zum Thema „Essai sur les données immédiates de la conscience“.

Henri Bergson fand international als Philosoph Anerkennung

Henri Bergson publizierte ab 1896 mehrere philosophische Schriften, welche auch aktuellste Erkenntnisse aus der Hirnforschung berücksichtigten. Im Jahre 1900 folgte er schließlich einem Ruf an das Collège de France als Lehrstuhlinhaber für Griechische Philosophie. 1901 wählte man ihn zum Mitglied der Académie des sciences morales et politiques. Auch außerhalb Frankreichs wurde er nun bekannt mit Schriften über den psychologischen Ursprung des Glaubens und das menschliche Vertrauen in das Gesetz der Kausalität. 1903 wurde er schließlich am Collège de France Lehrstuhlinhaber für moderne Philosophie. Er hielt Vorträge auf internationalen Philosophen-Kongressen und an der New Yorker Columbia University. 1913 wurde ihm schließlich der Vorsitz der British Society for Psychical Research übertragen. Im Jahre 1914 erfolgten seine Aufnahme in die Académie française sowie die Wahl zum Offizier der Ehrenlegion. Im Ersten Weltkrieg erwies sich Henri Bergson als französischer Patriot. 1920 nahm er den Ehrendoktortitel der Universität Cambridge an. 1921 legte er sein Lehrstuhlamt nieder und wirkte als Präsident der Commission Internationale de la Coopération Intellectuelle, die als Vorläufer der Unesco gilt. 1927 wurde ihm schließlich der Nobelpreis für Literatur verliehen: „Als Anerkennung für seine reichen und belebenden Ideen und die glänzende Kunst, womit sie vorgetragen werden“. Henri Bergson starb 1941 in Paris.

Ferinand Frederic Henri Moissan wurde im Jahre 1852 in Paris geboren. Er studierte Chemie und war dann anschließend am naturwissenschaftlichen Museum in Paris beschäftigt. Hier war er für die Bodenkulturen zuständig und wurde später auch Leiter der praktischen Arbeiten. Im Jahre 1880 verfasste Henri Moissan seine Doktorarbeit zu „Thesen über die Cyanogen-Serien“. 1886 wurde er schließlich zum Professor an der höheren Schule für Pharmazie und gleichzeitig auch zum Professor für Chemie an der Universität von Paris berufen. Sein Forschungsschwerpunkt lag in dieser Zeit bei den Cyanverbindungen, den Oxiden des Eisens, den Chromverbindungen, den Fluorverbindungen, den Karbiden, Siliciden und anderem mehr.

Henri Moissan erlangte Weltruhm durch die Darstellung des Fluors

Zu Weltruhm gelangte Henri Moissan jedoch am 26. Juni des Jahres 1886. Nach bereits etlichen Fehlschlägen glückte ihm an jenem Tag die elektrochemische Gewinnung von reinem und elementarem Fluor durch eine spezielle und eigens von ihm zu diesem Zweck entwickelte Apparatur. Ferner gelang ihm die Darstellung von reinem Bor und im Jahre 1893 die erstmalige Erzeugung kleiner künstlicher Diamanten unter Laborbedingungen. 1904 reiste Moissan in die Vereinigten Staaten von Amerika und entdeckte dort in einem Meteoritenkrater das nach ihm benannte Mineral Moissanit, dessen Eigenschaften denen des Diamants recht nahe kommen. 1892 zeigte Henri Moissan der Öffentlichkeit, dass sich elektrische Öfen im großtechnischen Umfang zur Herstellung von Karbid eignen. 1902 glückte ihm schließlich der Nachweis der Silicium-Wasserstoff-Verbindung Monositan. Henri Moissan erfuhr im Verlaufe seiner wissenschaftlichen Tätigkeit zahlreiche Ehrungen. So wurde ihm bereits 1896 die Davy-Medaille zugesprochen. Die Krone dieser Ehrungen bildet jedoch zweifellos der Nobelpreis für Chemie, welchen Henri Moissan im Jahre 1906 erhielt: „als Anerkennung des großen Verdienstes, das er sich durch seine Untersuchung und Isolierung des Elements Fluor sowie durch die Einführung des nach ihm benannten elektrischen Ofens in den Dienst der Wissenschaft erworben hat“.

Ferinand Frederic Henri Moissan wurde im Jahre 1852 in Paris geboren. Er studierte Chemie und war dann anschließend am naturwissenschaftlichen Museum in Paris beschäftigt. Hier war er für die Bodenkulturen zuständig und wurde später auch Leiter der praktischen Arbeiten. Im Jahre 1880 verfasste Henri Moissan seine Doktorarbeit zu „Thesen über die Cyanogen-Serien“. 1886 wurde er schließlich zum Professor an der höheren Schule für Pharmazie und gleichzeitig auch zum Professor für Chemie an der Universität von Paris berufen. Sein Forschungsschwerpunkt lag in dieser Zeit bei den Cyanverbindungen, den Oxiden des Eisens, den Chromverbindungen, den Fluorverbindungen, den Karbiden, Siliciden und anderem mehr.

Henri Moissan erlangte Weltruhm durch die Darstellung des Fluors

Zu Weltruhm gelangte Henri Moissan jedoch am 26. Juni des Jahres 1886. Nach bereits etlichen Fehlschlägen glückte ihm an jenem Tag die elektrochemische Gewinnung von reinem und elementarem Fluor durch eine spezielle und eigens von ihm zu diesem Zweck entwickelte Apparatur. Ferner gelang ihm die Darstellung von reinem Bor und im Jahre 1893 die erstmalige Erzeugung kleiner künstlicher Diamanten unter Laborbedingungen. 1904 reiste Moissan in die Vereinigten Staaten von Amerika und entdeckte dort in einem Meteoritenkrater das nach ihm benannte Mineral Moissanit, dessen Eigenschaften denen des Diamants recht nahe kommen. 1892 zeigte Henri Moissan der Öffentlichkeit, dass sich elektrische Öfen im großtechnischen Umfang zur Herstellung von Karbid eignen. 1902 glückte ihm schließlich der Nachweis der Silicium-Wasserstoff-Verbindung Monositan. Henri Moissan erfuhr im Verlaufe seiner wissenschaftlichen Tätigkeit zahlreiche Ehrungen. So wurde ihm bereits 1896 die Davy-Medaille zugesprochen. Die Krone dieser Ehrungen bildet jedoch zweifellos der Nobelpreis für Chemie, welchen Henri Moissan im Jahre 1906 erhielt: „als Anerkennung des großen Verdienstes, das er sich durch seine Untersuchung und Isolierung des Elements Fluor sowie durch die Einführung des nach ihm benannten elektrischen Ofens in den Dienst der Wissenschaft erworben hat“.

Henrik Pontoppidan kam 1857 im dänischen Fredericia zur Welt. Er entstammte einer Pastorenfamilie und verbrachte seine Kindheit im Osten Jütlands. Ein Ingenieursstudium, welches er am Polytechnikum in Kopenhagen begonnen hatte, brach er schon bald wieder ab. Seinen Lebensunterhalt bestritt Henrik Pontoppidan während dieser Zeit durch Tätigkeiten als Volksschullehrer und als Journalist. Er debütierte früh als Erzähler und konnte Deutschland, Österreich und die Schweiz sowie Italien und Norwegen bereisen.

Henrik Pontoppidan schilderte vor allem das zeitgenössische Leben in Dänemark

Während eines Großteils seines Lebens pflegte Henrik Pontoppidan ein Künstlerdasein. Er reiste viel, zog häufig um und war gelegentlich auch auf staatliche Zuschüsse angewiesen, um seinen Lebensunterhalt bestreiten zu können. In seinem literarischen Schaffen erwies er sich als genauer Beobachter des zeitgenössischen Lebens in seinem Heimatland Dänemark. Sein Hauptwerk „Hans im Glück“, ein Roman, welcher zwischen 1898 und 1904 in insgesamt 8 Bänden erschien, gilt als eines der umfangreichsten literarischen Werke Dänemarks und wurde von den Zeitgenossen des Autors viel und gern gelesen. Henrik Pontoppidan überzeugte jedoch durch diverse weitere Werke. Als einflussreicher Vertreter des dänischen Naturalismus bediente er sich stets einer klaren und einfachen Sprache. Sein Stil ist jedoch auch durch Hintergründigkeit und Ironie geprägt. Viele biografische Details aus dem Leben des Verfassers finden sich auch in den Lebensläufen seiner Protagonisten wieder. Im Jahre 1917 wurde Henrik Pontoppidan schließlich der Nobelpreis für Literatur zuerkannt, den er sich allerdings mit Karl Gjellerup teilen musste. Gegen Ende seines Lebens war Henrik Pontoppidan nahezu blind und taub. Er übte großen Einfluss auf unterschiedliche Denker und Philosophen aus, darunter beispielsweise auch Georg Lukács, Ernst Bloch sowie Jean Améry. In seinem Spätwerk erwies sich Henrik Pontoppidan nicht nur als dänischer Patriot, sondern außerdem auch als ein Kritiker des Fortschritts. Er starb im Jahre 1943 in Kopenhagen.

Henryk Sienkiewicz kam im Jahre 1846 im damaligen Kongresspolen zur Welt. Er war das älteste Kind von insgesamt fünf Sprösslingen einer verarmten Landadeligen. Die Kindheit des späteren Nobelpreisträgers wurde insbesondere sehr stark durch den strengen Patriotismus seines Vaters beeinflusst. Die Familie übersiedelte schließlich in die Hauptstadt Warschau, wo es Henryk Sienkiewicz ermöglicht wurde, Geschichte und Literatur an der dortigen Universität zu studieren. Im Anschluss an seine Studien war er gezwungen, sich als Hauslehrer zu verdingen.

Der historische Roman bildete den Kern im Schaffen von Henryk Sienkiewicz

Etwa ab dem Jahre 1872 begann Henryk Sienkiewicz schließlich damit, kurze satirische Texte zu veröffentlichen und regelmäßig Feuilletons für eine Zeitung zu schreiben. Er bereiste ausgiebig die USA und publizierte auch seine Reiseeindrücke. Der Rhythmus von Reisen und Schreiben sollte schließlich sein ganzes Leben und Schaffen bestimmen. Er bereiste auch Afrika und entdeckte dann den historischen Roman als das Sujet seines literarischen Wirkens. Meist thematisierte er in seinen umfänglichen und mehrbändigen Romanwerken gesellschaftliche und politische Ereignisse aus der polnischen Geschichte. Besonders der im Jahre 1896 erschienene und später auch mit Sir Peter Ustinov verfilmte Roman „Quo vadis“ sollte ihn berühmt und bekannt machen. Im Jahre 1905 wurde Henryk Sienkiewicz der Nobelpreis für Literatur zugesprochen: „Auf Grund seiner großartigen Verdienste als epischer Schriftsteller“. Kurz nach Ausbruch des Ersten Weltkrieges verließ Henryk Sienkiewicz jedoch sein Heimatland Polen und siedelte in die Schweiz über. Dort verstarb er schließlich im Jahre 1916. Doch wurde er später exhumiert, umgebettet und in der polnischen Hauptstadt Warschau beigesetzt. Der Ruhm von Henryk Sienkiewicz dauert bis heute an und ist nicht nur allein auf seiner Rezeption in Polen begründet. Er engagierte sich von der Schweiz aus durch die Unterstützung polnischer Kriegsopfer und war Mitorganisator der Warschauer Vorsichtskasse für Schriftsteller und Journalisten.

Hermann Emil Fischer wurde im Jahre 1852 in Euskirchen geboren und gilt als der Begründer der klassischen organischen Chemie schlechthin. Der spätere Nobelpreisträger für Chemie absolvierte sein Abitur als Klassenprimus und wollte allerdings Mathematik und Physik studieren. Der Vater, ein erfolgreicher Euskirchener Unternehmer, zwang ihn allerdings, auf das Studium dieser „brotlosen Künste“ zu verzichten und stattdessen eine Kaufmannslehre aufzunehmen. Diese brach Hermann Emil Fischer jedoch ab und studierte schließlich an der Universität Bonn Chemie. Seine erste Doktorarbeit musste der junge Chemiker allerdings abbrechen, da ihm die hierzu dringend benötigte Apparatur unerwartet zu Bruch gegangen war. Stattdessen promovierte er nun ab 1874 bei Adolf von Bayer über die „Acetylierung von Phenolphtaleinfarbstoffen“.

Der spätere Nobelpreisträger für Chemie analysierte zunächst Mineralwasser

Bereits während seines Studiums war Hermann Emil Fischer damit beauftragt worden, Mineralwasser aus dem Oberelsass chemisch zu analysieren. Aufgrund dieser Tätigkeit konnte er sich schließlich im Jahre 1878 in München mit einer Arbeit über Hydrazine habilitieren. Seine analytischen Fähigkeiten führten schließlich dazu, dass er 1879 ordentlicher Professor für analytische Chemie in München wurde. Über Erlangen und Würzburg, wo er verschiedene Institute leitete, gelangte Emil Fischer schließlich in die Reichshauptstadt Berlin.

Ein Nobelpreisträger für Chemie, der den Ersten Weltkrieg für gerechtfertigt hält

Im Jahre 1902 erhielt Hermann Emil Fischer schließlich den Nobelpreis für Chemie zugesprochen, als Anerkennung seiner Verdienste auf dem Gebiet der Zucker- und Purin-Gruppen. Beim Ausbruch des Ersten Weltkriegs zählte er zu den Mitunterzeichnern des berühmten “Manifests der 93”, welches den deutschen Einmarsch in das neutrale Belgien als absolut gerechtfertigt bezeichnete. Später war auch der spätere Nobelpreisträger für Chemie gezwungen an der chemischen Steigerung der Wirksamkeit deutscher Geschosse mitzuwirken. Zeitweilig war Emil Fischer sogar Mitarbeiter von Fritz Haber, welcher an Giftgas für den Fronteinsatz arbeitete. Gegen Kriegsende, inzwischen gezeichnet von verschiedenen Krankheiten, bereute er seinen früheren Einsatz für den Krieg. Nachdem er Mitte 1919 erfahren hatte, dass er unheilbar an Darmkrebs erkrankt war, ordnete er seinen Nachlass und setzte seinem Leben mit Zyankali ein Ende.

Irène Joliot-Curie kam im Jahre 1897 in Paris zur Welt. Bereits ihre Eltern Marie und Pierre waren Nobelpreisträger gewesen. Sie wuchs in der Obhut ihres Großvaters auf und absolvierte das Collège Sévigné. Während des Ersten Weltkrieges assistierte sie ihrer Mutter Marie beim Aufbau und beim Betrieb einer mobilen Röntgenstation und studierte nebenher Mathematik und Physik an der Universität von Paris. Beide Studiengänge schloss sie im Jahre 1920 mit einem Lizenziat ab, um sodann als unbezahlte wissenschaftliche Mitarbeiterin und später auch als Unterassistentin am Institut ihrer Mutter zu arbeiten. Hier lernte Irène Joliot-Curie den Chemielaboranten Fréderic Joliot kennen, den sie im Jahre 1926 heiratete. Sie verfasste ihre Doktorarbeit über die von Polonium emittierten Alphastrahlen.

Irène Joliot-Curie engagierte sich stark in der Politik

1934 trat Irène Joliot-Curie gemeinsam mit ihrem Mann dem Aktionskomitee antifaschistischer Intellektueller bei. Sie hatte erkannt, dass es notwendig war, sich auch als Wissenschaftlerin stark in der Politik zu organisieren. Zunächst wurde ihr jedoch gemeinsam mit ihrem Mann der Nobelpreis für Chemie für die Entdeckung der künstlichen Radioaktivität verliehen. Die Preisverleihung erfolgte im Jahre 1935. 1936 trat Irène Joliot-Curie schließlich als Staatssekretärin für Wissenschaft und Forschung in die Volksfront-Regierung unter Léon Blum ein. Sie war damit eine der ersten französischen Frauen, welche in ein Kabinett berufen wurden. Sie füllte diese Position allerdings nur drei Monate lang aus und nahm im Jahre 1937 eine Dozentenstelle an der Sorbonne an. Bereits seit 1935 litt Irène Joliot-Curie an Tuberkulose und musste sich mehrfach in der Schweiz behandeln lassen. 1945 wurde sie Kommissarin für Atomenergie in Frankreich. Da sie der kommunistischen Bewegung nahe stand, wurde ihre Amtszeit jedoch nicht verlängert. Insgesamt vier Mal bewarb sich Irène Joliot-Curie zwischen 1951 und 1954 vergebens um einen Sitz in der französischen Akademie der Wissenschaften. Sie starb 1956 an einer Leukämie und erhielt ein Staatsbegräbnis.

Irving Langmuir kam im Jahre 1881 in Brooklyn, New York, zur Welt. An der New Yorker Columbia University erhielt er den Abschluss als Bachelor of Science im Fach Bergbau. 1903 wechselte er zu Walter Nernst nach Göttingen und forschte dort am Institut für Physikalische Chemie. Im Jahre 1906 schrieb er hier seine Doktorarbeit über das Thema „Von der partiellen Neukombinierung abgesonderter Gase während der Abkühlung“. Zurückgekehrt in die USA, lehrte und forschte Langmuir schließlich am Stevens Institute of Technology in Hoboken und dann im General Electrics Forschungslabor in New York.

Irving Langmuir entwickelte die Kondensationsquecksilbervakuumpumpe

Irving Langmuir erweiterte diverse Theorien in der Chemie und Physik, entwickelte die Kondensationsquecksilbervakkumpumpe, die mit Gas gefüllte Wolfram-Glühlampe, diverse Vakuum-Radioröhren sowie ein spezielles Verfahren zum Schweißen mit atomarem Wasserstoff. Seine Forschungen waren stets sehr praxisbezogen und konzentrierten sich vor allem auf das Gebiet der Oberflächenchemie. Irving Langmuir ging außerdem in die Geschichte ein, als derjenige Wissenschaftler, welcher als erster überhaupt mit Plasma arbeitete. Er war es auch, der ionisierende Gase letztendlich Plasma nannte. Während des Ersten Weltkrieges war er damit beauftragt, ein Labor zu leiten, in welchem Verfahren zur Ortung von U-Booten entwickelt wurden. 1924 kreierte Langmuir das Konzept der sogenannten Elektronentemperatur. Dieses ermöglichte später ein besonderes Messverfahren zur Temperaturermittlung. Ebenso entwickelte er gemeinsam mit Katherine Blodgett ein Konzept der sogenannten zweidimensionalen Physik zur Beschreibung der Oberflächenchemie und Oberflächenstruktur. Im Jahre 1932 wurde Irving Langmuir der Nobelpreis für Chemie verliehen: Für seine „Entdeckungen und Untersuchungen zur Oberflächenchemie“. Die Dosis der Oberflächenchemie wird seither in der Einheit Langmuir angegeben. In den 1940er Jahren beschäftigte sich Langmuir schließlich als Mitarbeiter von General Electrics mit Möglichkeiten zur künstlichen Beeinflussung des Wetters. Irving Langmuir verstarb im Jahre 1957 in Woods Hole, in Massachusetts.

Jacinto Benavente kam im Jahre 1866 in Madrid zur Welt. Er studierte zunächst Jura, brach dieses Studium dann allerdings ohne Abschluss ab. Als Erbe des umfangreichen Vermögens seines verstorbenen Vaters, der ein berühmter und hoch angesehener Arzt gewesen war, unternahm er ausgedehnte Reisen durch ganz Europa, auf denen er unter anderem auch als Laienschauspieler und sogar als Zirkusdirektor arbeitete. Nach Spanien zurückgekehrt, arbeitete er als Journalist für diverse Zeitungen und Zeitschriften und brachte es so schließlich bis zum Chefredakteur. Nebenbei schrieb er Theaterstücke, welche landesweit berühmt wurden und ihn bekannt machten.

Jacinto Benavente wurde Intendant des spanischen Nationaltheaters

Besonders das Theaterstück „Gente conocida“ bildete die Basis seiner überaus glanzvollen Karriere als Dramatiker. Seine Verdienste um das traditionsreiche spanische Theater wurden schließlich mit der Ernennung zum Intendanten des spanischen Nationaltheaters gewürdigt. Während seines lebenslangen schriftstellerischen Wirkens verfasste Jacinto Benavente annähernd 200 Stücke. Damit trug er, wie Zeitgenossen beeindruckt feststellen konnten, zu einer enormen Wiederbelebung der spanischen Bühnenkunst und Dramatik bei. Dies wurde auch weltweit bekannt, so dass ihm schließlich im Jahre 1922 der Nobelpreis für Literatur verliehen wurde: „Für die glückliche Weise, in der er die ehrenvollen Traditionen des spanischen Dramas weitergeführt hat.“ Während des spanischen Bürgerkrieges erwies sich Jacinto Benavente als äußerst konservativ und als Unterstützer General Francos. Unter dieser politischen Haltung litt besonders seine Reputation im Ausland. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges, im Jahre 1947, wurde er Ehrenpräsident des Internationalen Schriftsteller- und Komponistenverbandes. Jacinto Benavente gilt bis heute als der Schöpfer einer modernen spanischen Theatertradition. Er blieb lebenslang unverheiratet und verstarb schließlich im Jahre 1954 in seiner Heimatstadt Madrid. Die Wirkung, welche er mit seiner Dramatik und Dichtkunst erzielte, war so enorm, dass sie weit über den spanischsprachigen Kulturraum hinaus reichte.

James Batcheller Sumner kam im Jahre 1887 in Canton, Massachusetts, zur Welt. Er begann 1906 zunächst, Elektrotechnik an der Harvard University zu studieren. Bereits nach nur wenigen Wochen wechselte er allerdings das Studienfach und belegte von nun an Chemie. Bereits während der Abfassung seiner Abschlussarbeit publizierte James Batcheller Sumner erste Artikel über seine Versuche, Papaverin künstlich herzustellen. 1910 beendete er sein Studium erfolgreich, arbeitete vorübergehend in einer Strickerei seines Onkels, unterrichtete für ein Semester Chemie am Mt. Allison College in Sackville, New Brunswick und nahm schließlich eine Stelle als Assistent innerhalb des Fachbereiches Chemie am Worcester Polytechnic Institute in Worcester an. Er entschloss sich jedoch rasch, seine Studien in Harvard wieder aufzunehmen und wurde hier im Jahre 1913 zum Master graduiert. 1914 schrieb er schließlich in Harvard bei Otto Folin seine Doktorarbeit zum Thema „Die Bildung von Harnstoff im Tierkörper“. Auszüge aus dieser Dissertation wurden im renommierten „Journal of Biological Chemistry“ publiziert.

Die Enzyme bildeten den Forschungsschwerpunkt von James Batcheller Sumner

Nachdem James Batcheller Sumner 1914 Assistenzprofessor für Biochemie an der Cornell University in Ithaca geworden war, wandte er sich besonders der Erforschung der Enzyme zu. Im Jahre 1926 gelang es ihm erstmalig, ein Enzym, Urease, zu isolieren und zu kristallisieren. 1938 folgte James Batcheller Sumner schließlich einem Ruf als Professor für Biochemie an die zoologische Fakultät des College of Arts and Sciences. Er wurde hier außerdem Direktor der Abteilung für Biochemie und Leiter des Laboratoriums für Enzymchemie. Im Jahre 1946 wurde James Batcheller Sumner schließlich die Hälfte des Nobelpreises zugestanden: „Für seine Entdeckung der Kristallisierbarkeit von Enzymen“. Die andere Hälfte des Nobelpreises für Chemie des Jahres 1946 ging an John Howard Northrop und an Wendell Meredith Stanley. In den 1950er Jahren erkrankte James Batcheller Sumner an Krebs. Dieser Krankheit erlag er im Sommer 1955.

Jean Frédéric Joliot-Curie wurde 1900 in Paris geboren. Er absolvierte das Lycée Lakanal in Sceaux in der Nähe von Paris und absolvierte anschließend ein Studium der Chemie. Im Jahre 1925 wurde Joliot-Curie schließlich Assistent von Marie Curie am Institut du Radium. Später heiratete er die Tochter von Marie Curie. 1930 schrieb er seine Doktorarbeit über Thesen zur Elektrochemie radioaktiver Elemente. Im Jahre 1935 erhielt er gemeinsam mit seiner Frau Irène den Nobelreis für Chemie.

Jean Frédéric Joliot-Curie wurde Präsident des Weltfriedensrates

1937 wurde Joliot-Curie schließlich zum Professor am Collège de France berufen. Während der deutschen Besetzung Frankreichs wirkte er im Widerstand der Résistance. 1941 war er Präsident der Nationalen Front des Widerstands und stand der Kommunistischen Partei nahe. 1943 wählte man ihn in die Académie des sciences. Nach Kriegsende avancierte Joliot-Curie zum Direktor am Centre national de la recherche scientifique und zum Hochkommissar für Atomenergie. 1948 war er der technische Leiter des ersten Baus eines französischen Atommeilers. Hier weigerte er sich dann allerdings, am Bau einer französischen Atombombe mitzuwirken. 1950 wurde Joliot-Curie Präsident des Weltfriedensrates sowie korrespondierendes Mitglied der Deutschen Akademie der Wissenschaften zu Berlin. Dieses Jahr wurde für ihn eine Zeitspanne diverser Ehrungen, denn er erhielt den Stalinpreis für Frieden und die Ehrendoktorwürde der Universität Lubmin. In seinen letzten Lebensjahren wirkte Joliot-Curie als Professor an der Sorbonne und engagierte sich außerdem beim Aufbau des Instituts für Kernphysik in Orsay. Er starb im Sommer des Jahres 1958 in Paris und gilt bis heute als einer der bedeutendsten französischen Chemiker des frühen 20. Jahrhunderts, welcher sich insbesondere um die Möglichkeiten der Synthese eines Radionuklids durch den Beschuss des Elements Aluminium mit Alphateilchen verdient machte. Seine Forschungsergebnisse zur Kernspaltung gelten noch heute als wegweisend in der Chemie.

John Howard Northrop kam 1871 in Yonkers, Bundesstaats New York, zur Welt. Sein Vater war Hochschullehrer für Zoologie an der renommierten New Yorker Columbia University. Seine Mutter wirkte als Lehrerin für Botanik am Hunter College. Er studierte Chemie an der Columbia University in New York. Hier schrieb er schließlich im Jahre 1915 auch seine Doktorarbeit zum Thema „Die Essenz von Phosphor in der Stärke“. Im Zweiten Weltkrieg leistete John Howard Northrop sogenannte kriegswichtige Arbeit, indem er nämlich im Auftrag des U. S. Army Chemical Warfare Services daran forschte, ob und wie sich Aceton und Ethanol durch Fermentation erzeugen ließen.

John Howard Northrop isolierte das Pepsin

Im Jahre 1929 gelang es John Howard Northrop, das Pepsin zu isolieren und zu klassifizieren. Er klassifizierte es, indem er es den Proteinen zuordnete. 1938 gelang es ihm außerdem, als erstem Wissenschaftler überhaupt, Bakteriophagen zu isolieren, welche er als Nukleoproteine charakterisierte. Es glückte John Howard Northrop im Verlaufe seiner weiteren Forschungen außerdem auch noch, ein Proenzym des Pepsins, nämlich das Pepsinogen, zu isolieren und anschließend auch zu kristallisieren. Gleiches gelang ihm in seinem Labor auch mit dem Trypsin, dem Chymotrypsin und der Carboxypeptidase. 1932 wählte man ihn daraufhin zum Mitglied der Leopoldina. 1939 publizierte er das Werk „Crystalline Enzymes: The Chemistry of Pepsin, Trypsin, and Bacteriophage“, für welches er sogleich mit der Daniel Giraud Elliot-Medaille der National Academy of Sciences geehrt wurde. 1946 wurde ihm gemeinsam mit Wendell Meredith Stanley die Hälfte des Nobelpreises für Chemie zugesprochen: „Für ihre Darstellung von Enzymen und Virus-Proteinen in reiner Form“. Die andere Hälfte des Nobelpreises des Jahres 1946 erhielt James Batcheller Sumner. 1949 wurde er offizielles Mitglied der American Academy of Arts and Sciences. Von 1916 bis 1961 wirkte er am Rockefeller Institute for Medical Research. Später als Professor für Bakteriologie und Biophysik an der University of California in Berkeley. Er verstarb 1987 in Wickenburg.

John Galsworthy kam 1867 im englischen Kingston Hill zur Welt. Er war der Sohn vermögender Eltern und konnte demzufolge eine Privatschule in Harrow besuchen. Anschließend studierte er am renommierten New College der Universität Oxford Jura und wurde 1890 Barrister-at-Law (Rechtsanwalt). Diese Tätigkeit kam seinen beruflichen Neigungen jedoch nicht entgegen, so dass er den Beruf des Anwalts aufgab und stattdessen zur See fuhr. Hier konnte er Bekanntschaft mit dem bekannten polnischen Schriftsteller Joseph Conrad schließen. Von nun an entwickelte er ein reges Interesse für die Literatur und publizierte erste Werke unter dem Pseudonym John Sinjohn.

John Galsworthy wurde der erste Präsident der internationalen Autorenvereinigung P.E.N.

Im Jahre 1906 wurde das erste Schauspiel aus der Feder von John Galsworthy aufgeführt. Durch den Erfolg beflügelt, verfasste er noch im selben Jahr den ersten Roman seiner erfolgreichen Serie „The Forsyte Saga“, die zu den klassischen Werken der englischen Literatur gezählt wird. 1931 wurde er schließlich zum ersten Präsidenten der neu gegründeten internationalen Schriftstellervereinigung P.E.N. gewählt. Auch wurde er Mitglied der American Academy of Arts and Sciences. John Galsworthy verfasste vor allem sozialkritische Romane und Theaterstücke. Sogar Sigmund Freud schätzte seine belletristischen Werke und nannte ihn einen “feinsinnigen Engländer”. Meist kritisierte John Galsworthy mit feiner Ironie das englische Großbürgertum und den Adel in seinem Romanen und Dramen. Ebenso häufig porträtierte er jedoch unglücklich verheiratete Frauen. Damit prangerte er das britische Klassensystem in seinem Schaffen an. Im Jahre 1932 wurde ihm schließlich der Nobelpreis für Literatur zugesprochen: „Für die vornehme Schilderungskunst, die in ‚The Forsyte Saga‘ ihren höchsten Ausdruck findet“. Im darauf folgen Jahr verstarb John Galsworthy schließlich an einem Gehirntumor. Sein umfangreiches Werk wird noch heute mit großem Genuss rezipiert. Auch außerhalb Großbritanniens findet sein belletristisches Schaffen breite Anerkennung.

José Echegaray wurde 1832 in Madrid geboren. Er verbrachte seine Kindheit in Murcia und studierte dann zunächst in Madrid an der Escuela Técnica Superior de Ingenieros de Caminos, Canales y Puertos die Ingenieurswissenschaften, um nach seinem Abschluss im Jahre 1853 einige Zeit im Ingenieursberuf zu arbeiten. Ab 1868 wirkte er jedoch als Dozent an der Escuela Técnica Superior de Ingenieros de Caminos, Canales y Puertos und wurde außerdem Mitglied der Akademie der Naturwissenschaften und später sogar der Präsident dieser Akademie. José Echegaray wurde außerdem Abgeordneter im spanischen Parlament, beteiligte sich als solcher aktiv an den Parlamentsdebatten, so dass er schließlich mit dem Amt des Ministers für wirtschaftliche Entwicklung und Finanzen betraut wurde. Als Minister gründete er die Bank von Spanien und führte im ganzen Lande das Papiergeld ein. Doch bald schon stellten sich erst literarische Erfolge als Dramatiker ein.

José Echegaray legte sein Amt als Minister nieder, um hauptberuflich als Dramatiker zu wirken

Insgesamt verfasste José Echegaray während seines literarischen Wirkens mehr als 70 Dramen, sowohl in Versform, wie auch in Prosa. Er orientierte sich dabei strikt an der traditionellen romantischen Schule der spanischen Literatur, bemühte sich jedoch stets auch darum, seinen Stil zu modifizieren und zu variieren. Er schrieb unter verschiedenen Pseudonymen und ließ sich auch von Vertretern der europäischen Literatur sehr stark beeinflussen. Darunter von Henrik Ibsen, Alexandre Dumas und von Hermann Sudermann. Im Jahre 1904 wurde José Echegaray schließlich gemeinsam mit Frédéric Mistral der Nobelpreis für Literatur verliehen: „Mit Bezug auf seine umfassende und geistreiche Verfasserschaft, die auf selbständige und originelle Weise die großen Traditionen des spanischen Schauspiels wiederbelebt hat“. Im Jahre 1905 wurde José Echegaray schließlich nochmals zum Finanzminister ernannt. Er blieb jedoch seiner literarischen Neigung stets treu und ebnete auch vielen Nachwuchs-Literaten den Weg.

Karl Gjellerup wurde 1857 im dänischen Roholte geboren. Er war der Sohn eines Pfarrers und der Neffe eines bekannten Schriftstellers. Bereits während der Schulzeit begann er damit, Dramen zu verfassen. Er schrieb sich jedoch, dem Wunsch seines Vaters folgend, für das Studium der Theologie in Kopenhagen ein. 1878 konnte er sein Studium mit dem Prädikat Summa cum laude abschließen. Unter einem Pseudonym veröffentlichte er weitere Werke, die ihn mit namhaften zeitgenössischen Künstlern in Kontakt brachten. Aufgrund einer Erbschaft war es ihm möglich, Deutschland und die Schweiz, Russland und Griechenland ausgiebig zu bereisen.

Karl Gjellerup orientierte sich an Goethe, Heine, Schiller, Kant, Schopenhauer und Nietzsche

Mit seiner lyrischen Tragödie “Brynhild” gelang Karl Gjellerup schließlich im Jahre 1884 der endgültige literarische Durchbruch. Erließ sich in Dresden nieder und schrieb fortan auf Deutsch, nachdem er bislang in seiner Muttersprache Dänisch publiziert hatte. Er orientierte sich vor allem an Goethe, an Heine und Schiller, aber auch an den Philosophen Kant, Schopenhauer und Nietzsche. Um die Jahrhundertwende setzte Karl Gjellerup sich intensiv mit dem Buddhismus auseinander. 1917 wurde ihm schließlich der Nobelpreis für Literatur zuerkannt: „Für seine vielseitige, reiche und von hohen Idealen getragene Dichtung.“ Das Preisgeld verwendete der Dichter dazu, um sich in seiner Wahlheimat Dresden-Klotzsche eine Villa zu kaufen. Bereits ein Jahr nach der Entgegennahme des Nobelpreises, welchen er kriegsbedingt erst im Sommer 1918 zugeschickt bekam, verstarb Karl Gjellerup in Dresden-Klotzsche. Dort wurde er auch beigesetzt. Den heute kaum mehr bekannten Literaten ehrte die Stadt Dresden im Jahre 2004 damit, dass sie eine Straße im Stadtteil Klotzsche, in welchem er einst lebte, nach Karl Gjellerup benannte. Er war mit einer gebürtigen Dresdnerin verheiratet und hinterließ ein umfangreiches Werk, das sich überwiegend aus Dramen und belletristischen Werken zusammensetzt. Darunter befinden sich auch mehrbändige Romane.

Knut Hamsun kam 1859 im norwegischen Garmo zur Welt. Er war der Sohn eines Dorfschneiders und wuchs auf einem abgelegenen Hof auf, welchen die Familie im Jahre 1863 erworben hatte. Er erlebte hier in seiner Kindheit fast noch feudale Verhältnisse auf dem Lande. Als Neunjähriger wurde er auf den Pfarrhof eines Onkels geschickt, um hier diverse Hilfsdienste zu leisten, da sich seine Familie hoch verschuldet hatte. Er erlernte den Beruf des Kaufmanns, arbeitete als Ladengehilfe und begann während dieser Zeit, erste Verse zu schreiben. 1875, gerade einmal 16 Jahre alt, wanderte er durch Norwegen, verdingte sich dabei als Hafenarbeiter, als fahrender Händler und auch als Gemeindeschreiber.

Das literarische Schaffen Knut Hamsuns steht im Schatten seiner Kollaboration mit den deutschen Nationalsozialisten

Seit 1877 publizierte Knut Hamsun erste belletristische Werke, ehe er schließlich 1882 in die USA auswanderte. Dort arbeitete er vor allem in Chicago in unterschiedlichen Berufen, musste aber aufgrund einer Erkrankung 1875 nach Norwegen zurückkehren. Sein 1890 erschienener Roman „Hunger“ gilt als erster bedeutsamer literarischer Erfolg. Er erwarb einen Hof und veröffentlichte mehrere Romane, von denen insbesondere die 1917 unter dem Titel „Segen der Erde“ erschienene Lebensbeschreibung eines norwegischen Ödlandbauern großes Aufsehen erregte. Thomas Mann verehrte Knut Hamsun sehr, dem im Jahre 1920 schließlich der Nobelpreis für Literatur zugesprochen wurde: „Für sein monumentales Werk ‚Segen der Erde‘“. Hamsun bewunderte das nationalsozialistische Deutschland, sah es als Gegengewicht zu dem von ihm verachteten britischen Imperialismus und rechtfertigte sogar die Verfolgung der europäischen Juden. Er war ein begeisterter Anhänger von Vidkun Quisling und traf auch Hitler und Goebbels persönlich. Nach Hitlers Suizid veröffentlichte Knut Hamsun einen Nachruf auf den Diktator in der Zeitung „Aftenposten“. Nach Kriegsende wurde er wegen Kollaboration und Landesverrat angeklagt und zu einer hohen Geldstrafe verurteilt. Er starb 1952 in Norwegen.

Leopold Ružička kam 1887 in Österreich-Ungarn zur Welt. Er legte im slawonischen Osijek das Abitur ab und begann schließlich im Jahre 1906 an der Technischen Hochschule Karlsruhe ein Studium der Chemie. Sein Hauptaugenmerk galt jedoch stets der Organischen Chemie. Im Jahre 1910 schrieb er dann bei Hermann Staudinger seine Doktorarbeit zur Thematik „Über Phenylmethylketen“. Im Anschluss wurde Ružička durch seinen Doktorvater Hermann Staudinger als Assistent aufgenommen. 1912 folgte Leopold Ružička jedoch einem Ruf als Assistent an die ETH Zürich. 1918 konnte er aufgrund ausgiebiger Kooperation mit einer der ältesten Parfümfabriken Europas seine Habilitationsschrift vorlegen. 1918 erhielt er das Bürgerrecht der Stadt Zürich. 1923 wurde Leopold Ružička Titularprofessor an der ETH. Von 1926 bis 1929 wirkte er dann als Professor für organische Chemie in Utrecht.

Leopold Ružička forschte vor allem über vielgliedrige Ringe und über Terpene

Im Jahre 1929 kehrte Leopold Ružička an die ETH Zürich zurück und widmete sich vor allem dem Aufbau eines Laboratoriums. 1938 wechselte Leopold Ružička an die Universität Basel. Gemeinsam mit Adolf Butenandt erhielt er im Jahre 1939 den Nobelpreis für Chemie: „Für seine Arbeiten an Polymethylenen und höheren Terpenen“. Vielgliedrige Ringe und Terpene sowie Steroide und Sexualhormone bildeten den Schwerpunkt seiner Forschungstätigkeit. Ružička synthetisierte außerdem aus einer bestimmten Chrysanthemenpflanze Insektizide, die später wirksam zum Einsatz kamen. Auch fand er eine Prozedur, welche es ihm erlaubte, männliche Geschlechtshormone synthetisch darzustellen. Ružička war ein aktiver Gegner sämtlicher Kernwaffen und zugleich ein passionierter Kunstsammler. Er rief eine nach ihm benannte Kunststiftung ins Leben. Ebenfalls nach ihm benannt wurde ein Preis, welchen die ETH alljährlich an junge und in der Schweiz arbeitende Chemiker verleiht. Leopold Ružička verstarb im Jahre 1976 in Mammern, im Kanton Thurgau. Er wurde auf dem Friedhof Fluntern beerdigt.

Maurice Maeterlinck wurde 1862 in Gent geboren. Er war der Sohn wohlhabender französischsprachiger Eltern und studierte nach dem Abschluss der Schule zunächst Jura. Bereits während seines Studiums hatte er Gedichte und diverse kurze Erzählungen verfasst, welche er jedoch später vernichtete. Nach seinem Studium lebte er einige Monate in Paris und wurde dort 1890 mit einem Schauspiel unter dem Titel „La princesse Maleine“ bereits berühmt. In der Folgezeit verfasste er Dramen. Eines davon wurde später als Oper durch Claude Debussy adaptiert. Neben seinem lyrischen Schaffen wurden jedoch auch zahlreiche Prosa- und auch Bühnenwerke bekannt.

Maurice Maeterlinck wurde geadelt und erwarb ein Schloß in Nizza

Schon bald avancierte Maurice Maeterlinck zu einem der wichtigsten Vertreter der künstlerischen Strömung des Symbolismus in der Literatur. Der Mensch und dessen generelle Hilflosigkeit gegenüber dem Tod bildeten das zentrale Sujet dieser Stilrichtung. Im Jahre 1911 wurde Maurice Maeterlinck schließlich der Nobelpreis für Literatur zugesprochen: „Auf Grund seiner vielseitigen literarischen Wirksamkeit, besonders seiner dramatischen Schöpfungen, die sich durch Phantasiereichtum auszeichnen und durch einen poetischen Idealismus, der, mitunter in der verschleierten Form des Märchenspiels, tiefe Eingebung offenbart und auf geheimnisvolle Weise Gefühl und Ahnung des Lesers anredet“. Maurice Maeterlinck erwarb im Jahre 1930 ein Schloss in Nizza. 1932 wurde er durch den belgischen König Albert I. geadelt und durfte seither den Grafentitel führen. 1939 floh er vor den Nazis in die USA. Nach seiner Rückkehr nach Europa, welche im Jahre 1947 erfolgte, lebte Maurice Maeterlinck schließlich wieder in Nizza. Hier verstarb er dann im Jahre 1949. Maurice Maeterlinck war mit zahlreichen literarischen Größen seiner Zeit gut bekannt gewesen. Darunter unter anderem mit Stéphane Mallarmé und außerdem auch mit Villiers de l’Isle-Adam. Vor allem seine Wirkung auf die französischsprachige Literatur in der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg war groß.

Marie Sklodowska Curie wurde im Jahre 1867 im damaligen Kongresspolen geboren. Da Frauen in Polen nicht zum Universitätsstudium zugelassen waren, besuchte Marie Curie zunächst eine der berühmten Fliegenden Universitäten und arbeitete einige Zeit lang als Hauslehrerin bei begüterten Familien. In der ihrer Freizeit bildete sich Marie Curie autodidaktisch weiter in den Fächern Physik, Soziologie und Medizin. Im Jahre 1891 reiste sie schließlich zu ihrer Schwägerin nach Paris und schrieb sich für ein Studium der Physik an der Sorbonne ein. Obwohl sie zu Beginn ihres Studiums mit erheblichen sprachlichen Schwierigkeiten zu kämpfen hatte, schloss Marie Curie 1893 ihr Studium der Physik als Beste ab.

Das Uran wird der Forschungsgegenstand von Marie Sklodowska Curie

Zunächst erstellte Marie Curie im Auftrag der Gesellschaft zur Förderung der Nationalindustrie eine wissenschaftliche Studie über die magnetischen Eigenschaften verschiedener Stahlsorten. Daneben bereitete sie sich intensiv darauf vor, an einer höheren Mädchenschule unterrichten zu dürfen. 1896 begann sie, sich wissenschaftlich mit dem Uran und seinen Salzen zu beschäftigen und fing an, ihre Doktorarbeit über sogenannte „Becquerel-Strahlen“ zu verfassen. Letztendlich nannte sie die Arbeit jedoch „Recherches sur les substances radioactives“ (Deutsch: Untersuchungen über die radioaktiven Substanzen). Aufgrund ihrer Entdeckung des neuen Elementes Polonium wurde Curie 1898 ein finanziell hoch dotierter wissenschaftlicher Preis zuerkannt. In Anerkennung ihrer außerordentlichen Leistungen auf dem Gebiet der Strahlungsphänomene wurde Curie im Jahre 1903 schließlich der Nobelpreis für Physik gewährt. Ab 1904 wirkte sie dann als Professorin an der Sorbonne. Ein zweites Mal, im Jahre 1911, wurde Marie Curie der Nobelpreis zuerkannt. Nun allerdings der Nobelpreis für Chemie. Während des Ersten Weltkrieges arbeitete sie in Frankreich als Radiologin. 1921 ging sie nach Amerika und wurde dort auch von Präsident Warren G. Harding empfangen. Nachdem sie auch für den Völkerbund gearbeitet hatte, verstarb Marie Curie im Jahre 1934 in Sancellemoz.

Otto Wallach kam im Jahre 1847 im ostpreußischen Königsberg zur Welt. Er entstammte einer ursprünglich jüdischen, später jedoch zum Luthertum konvertierten konservativen Beamtenfamilie. Wallach studierte Chemie in Göttingen bei Friedrich Wöhler und später dann auch in Berlin bei August Wilhelm von Hofmann. Autodidaktisch erlernte er die Sprachen Englisch, Italienisch und auch Spanisch. An der Universität Göttingen verfasste er schließlich bei Hans Hübner seine Doktorarbeit zum Thema „Über vom Toluol abgeleitete neue isomere Verbindungen“. Im Jahre 1870 wurde Wallach zum engen Mitarbeiter des berühmten August Kekulé an der renommierten Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität in Bonn. Mit Ausbruch des Deutsch-Französischen Krieges von 1870/71 wurde auch Otto Wallach eingezogen und diente im Felde als Sanitäter. Eine Zeit, welche er später ausführlich in seinen Memoiren beschrieb. Nach Kriegsende wurde er schließlich im Jahre 1871 Mitarbeiter der Agfa in Berlin und wirkte dort in der Chloral-Produktion.

Bei Otto Wallach in Göttingen promovierten insgesamt 219 Doktoranden

1872 wurde Otto Wallach wiederum enger Mitarbeiter von August Kekulé in Bonn und konnte sich dort habilitieren. 1873 wurde er Privatdozent in Bonn, 1876 erhielt er eine ordentliche Professur und las über analytische und organische sowie über theoretische Chemie, über die Geschichte der Pharmazie und forschte über ätherische Öle. Von 1889 bis 1915 wirkte er schließlich in Göttingen als Direktor des dortigen Chemischen Instituts und promovierte während dieser Zeit insgesamt 219 Doktoranden. 1909 erhielt Otto Wallach die Berufung zum Präsidenten der Deutschen Chemischen Gesellschaft. Erst aus einer Zeitung erfuhr er schließlich 1910, dass ihm im der Nobelpreis für Chemie verliehen worden war. 1911 erhielt er den preußischen Roten Adlerorden III. Klasse, 1915 den preußischen Kronen-Orden II. Klasse. Ferner wurde er mit dem Ehrentitel „Geheimer Regierungsrat“ geehrt. 1930 und 1931 erlitt Wallach jeweils Schlaganfälle. Er verstarb 1931 in Göttingen und ist auch dort beigesetzt.

Otto Hahn kam 1879 in Frankfurt am Main zur Welt. Er gilt bis heute als einer der Väter der modernen Kernchemie und zählt zu den bedeutsamsten Naturwissenschaftlern der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Bereits im Alter von 15 Jahren wandte er sich der Chemie zu und experimentierte mit Freunden in der Waschküche seiner Mutter. Nach dem Abitur begann er im Jahre 1897 in Marburg ein Studium der Chemie und Mineralogie, als Nebenfächer belegte er Physik und Otto Hahn Philosophie. Seine letzten Semester verbrachte Otto Hahn in München. Dort belegte er außerdem Kunstgeschichte und schrieb im Sommer 1901 seine Doktorarbeit über „Bromderivate des Isoeugenols“. Nach der Ableistung seines einjährigen Wehrdienstes wirkte Otto Hahn schließlich als Assistent seines Doktorvaters Theodor Zincke an der Universität Marburg.

Radioaktivität bildete den Forschungsschwerpunkt von Otto Hahn

Seit 1904 forschte Otto Hahn zunächst in London. 1905 wechselte er jedoch nach Kanada, um sein Wissen bei Ernest Rutherford zu vervollkommnen. Hier kam er mit den Alphastrahlen in Berührung und begann, zur Radioaktivität zu forschen und zu publizieren. 1906 kehrte er nach Berlin zurück und wurde Mitarbeiter an der Universität. 1907 konnte er sich habilitieren und entdeckte den radioaktiven Rückstoß. Er leitete die radiochemische Abteilung am Kaiser-Wilhelm-Institut und forschte hier gemeinsam mit Lise Meitner. Während des Ersten Weltkriegs diente Hahn als Offizier in einer Spezialeinheit für chemische Kriegsführung. Ab 1916 konnte er sich jedoch verstärkt seinen Forschungen über Radium widmen. 1921 entdeckte Otto Hahn schließlich die Kernisomerie. In den 1920er Jahren schuf er das Arbeitsgebiet der angewandten Radiochemie und entdeckte 1938 gemeinsam mit Lise Meitner durch Beschuss von Uran mit Neutronen die Kernspaltung. 1944 wurde ihm der Nobelpreis für Chemie zugesprochen: „Für seine Entdeckung der Kernspaltung von Atomen“. Nach Kriegsende wurde Hahn in England interniert. Von 1948 bis 1960 wirkte er schließlich als Gründungspräsident der Max-Planck-Gesellschaft. In den 1950er und 1960er Jahren trat Otto Hahn als Gegner der Atomwaffen auf. Er verstarb 1968 in Göttingen.

Paul Heyse kam 1830 in Berlin zur Welt. Er war der Sohn eines Professors für Sprachwissenschaft und einer Mutter, welche der Familie eines preußischen Hofjuweliers entstammte. Er besuchte das Friedrich-Wilhelm-Gymnasium in seiner Heimatstadt Berlin und legte hier auch das Abitur ab. Durch seine Mutter erlangte er schon früh Zutritt zu den künstlerischen und kunstinteressierten Salons von Berlin. Hier begegnete er seinem Mentor, dem renommierten Dichter Emanuel Geibel. Angeregt durch diesen, begann Paul Heyse schließlich damit, erste Gelegenheits- und Liebesgedichte zu verfassen. 1847 nahm Paul Heyse schließlich ein Studium der klassischen Philologie in Berlin auf. 1849 schloss er sich einem bekannten Berliner Dichterkreis an. Nach nur zwei Studienjahren wechselte er jedoch an die Universität Bonn, wo er dann Kunstgeschichte und Romanistik belegte. 1850 entschied er sich, den Beruf des Dichters zu ergreifen und schrieb seine Doktorarbeit bei Friedrich Diez. Eine Liebesaffäre mit der Frau eines Professors zwang ihn jedoch, die Universität Bonn vorzeitig zu verlassen und nach Berlin zurück zu kehren.

Paul Heyse erhielt in der Bibliothek des Vatikans Hausverbot

Nachdem Paul Heyse erst im Jahre 1852 mit einer Dissertation über die Poesie der Troubadoure promovieren konnte, unternahm er eine Studienreise nach Italien. Da er sich, verbotener Weise, in der Bibliothek des Vatikans handschriftliche Notizen angefertigt hatte, bekam er dort Hausverbot. 1854 erhielt Paul Heyse schließlich eine Professur in romanischer Philologie an der Universität München. Hier wurde er Mitglied der Zwanglosen Gesellschaft München und gründete einen Dichterverein. Sein literarisches Schaffen umfasste vor allem Gedichte, Novellen, Romane, Dramen, aber auch eine Autobiografie. 1910 erhielt Paul Heyse als erster deutscher Belletristik-Autor schließlich den Nobelpreis für Literatur zugesprochen: „Als Huldigungsbeweis für das vollendete und von idealer Auffassung geprägte Künstlertum, das er während einer langen und bedeutenden Wirksamkeit als Lyriker, Dramatiker, Romanschriftsteller und Dichter von weltberühmten Novellen an den Tag gelegt hat“. Im selben Jahr wurde Heyse geadelt. Er verstarb 1914 in München.

Paul Sabatier wurde 1854 in Carcassonne geboren. Er gilt als der Pionier der katalytischen Hydrierung in der Organischen Chemie schlechthin. 1872 begann er jedoch zunächst erst einmal ein Studium der Physik an den renommierten Institutionen der École normale supérieure und der École polytechnique. Nachdem Paul Sabatier im Jahre 1877 seine Studien abgeschlossen hatte, wirkte er als Physiklehrer an einem Gymnasium in Nimes. Allerdings entschloss er sich rasch, seine Ausbildung fortzusetzen. So wechselte Paul Sabatier im Jahre 1878 nach Paris an das Collège de France und studierte hier unter anderem bei Louis Pasteur sowie bei Pierre Berthelot. Im Jahre 1880 schrieb Paul Sabatier schließlich seine Doktorarbeit bei Pierre Berthelot über „Thesen zur Thermochemie von Schwefel und den Metallsulfiden“. Ab 1880 lehrte er schließlich an der berühmten Faculté des Sciences von Bordeaux und ab 1882 in Toulouse Physik und Chemie. 1884 wurde Sabatier zum Professor berufen. Im Jahre 1930 wurde er emeritiert.

Paul Sabatier entwickelte den Sabatier-Prozess

Paul Sabatier entwickelte einen nach ihm benannten Prozess. Bei diesem werden Kohlenstoffdioxid und Wasser in Methan und Wasser umgewandelt. Dieser Prozess wird gegenwärtig bezüglich seiner Anwendbarkeit für lebenserhaltende Systeme von Raumfahrzeugen und Raumstationen sowie für die Herstellung von Raketentreibstoff auf dem Mars geprüft. Im Jahre 1912 erhielt Sabatier schließlich den Nobelpreis für Chemie, weil er eine Methode gefunden und weiterentwickelt hatte, um organische Verbindungen in Gegenwart fein verteilter Metalle zu hydrieren, was einen gewaltigen Fortschritt in der gesamten organischen Chemie nach sich zog. 1918 ernannte die berühmte Royal Society Sabatier zum auswärtigen Mitglied (Foreign Member). Paul Sabatier starb 1941 in Toulouse. Nach ihm sind auch ein Mondkrater, zwei benachbarte Berge in Südgeorgien und die medizinische Fakultät einer renommierten französischen Universität benannt worden.

Paul Karrer wurde im Jahre 1889 in Moskau als Sohn eines Zahnarztes geboren. Er wuchs jedoch in der Schweiz auf und schrieb sich zum Studium der Chemie an der Universität Zürich ein. Im Jahre 1911 schrieb er dort seine Doktorarbeit zum Thema „Untersuchungen über Valenzisomerie beim Kobalt”. Nach seiner Promotion blieb Paul Karrer an der Universität Zürich und arbeitete dort zunächst als Assistent für anorganische Chemie bei Alfred Werner. Von 1912 bis 1918 forschte er dann jedoch in Frankfurt am Main, vor allem zur Synthese organischer Arsenverbindungen. Zum außerordentlichen Professor für organische Chemie berufen, kehrte Karrer schließlich im Jahre 1919 nach Zürich zurück und leitete dort bis zu seiner Emeritierung, welche 1956 erfolgte, als Direktor das Chemische Institut.

Paul Karrer klärte die Struktur mehrerer Vitamine auf

Paul Karrer widmete sich in Zürich der Erforschung der Polysaccharide und seit 1926 vor allem auch der Pflanzenfarbstoffe und der Vitamine. 1931 isolierte er das Vitamin A, im Jahre 1939 schließlich auch das Vitamin K. Weitere Vitamine wurden von ihm synthetisiert. Seine wissenschaftlichen Leistungen beruhen insbesondere auf der Durchführung sogenannter stereochemischer Untersuchungen an den Aminosäuren, der Strukturaufklärung von Retinol, Riboflavin und Tocopherol sowie der Reindarstellung von Phyllochinon. Im Jahre 1927 gab er außerdem ein seither vielfach aufgelegtes „Lehrbuch der organischen Chemie“ heraus. 1937 erhielt er gemeinsam mit Walter Norman Haworth den Nobelpreis für Chemie: „Für seine Forschungen über die Carotinoide und Flavine sowie über die Vitamine A und B2“. Er war Mitglied der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina und weiterer chemischer und auch biochemischer wissenschaftlicher Gesellschaften. Er verstarb im Jahre 1971 in Zürich und ist auf dem Friedhof Fluntern beigesetzt. Nach Paul Karrer wurden eine Medaille, eine Vorlesung an der Universität Zürich und ein Krater auf dem Mond benannt.

Peter Debye wurde 1884 in Maastricht geboren. Er erhielt eine technische Ausbildung und studierte schließlich Elektrotechnik an der RWTH in Aachen. 1905 beendete Peter Debye sein Studium und wirkte zunächst als Assistent an der Hochschule. Anschließend wechselte er an die Ludwig-Maximilians-Universität nach München, studierte dort Physik und schrieb im Jahre 1908 seine Doktorarbeit über Strahlungsdruck. 1910 konnte Peter Debye sich habilitieren und die Nachfolge von Albert Einstein als Professor für Theoretische Physik an der Universität Zürich antreten. Weitere Professuren erhielt er dann in Utrecht, in Göttingen, an der ETH in Zürich, in Leipzig sowie in Berlin.

1941 wurde Peter Debye amerikanischer Staatsbürger

Im Jahre 1935 wurde Peter Deybe Direktor des Kaiser-Wilhelm-Instituts für Physik zu Berlin-Dahlem und das NS-Regime wollte ihn dazu bewegen, die deutsche Staatsbürgerschaft anzunehmen. 1936 wurde ihm der Nobelpreis für Chemie verliehen: „Für seine Beiträge zu unserer Kenntnis der Molekularstrukturen durch seine Forschungen über Dipolmomente, über die Beugung von Röntgenstrahlen und an Elektronen in Gasen“. Er ließ sich am Kaiser-Wilhelm-Institut beurlauben und ging mit seiner Familie in die USA, um an der Cornell University in Ithaca, im Bundesstaat New York, zu lehren. Im Jahre 1941 nahm Peter Debye schließlich die amerikanische Staatsbürgerschaft an und forschte über die kriegswichtigen Polymere. 1966 verstarb Peter Debye in Ithaca an einem Herzleiden. Er war Mitglied der Sächsischen Akademie der Wissenschaften, der Preußischen und der Russischen Akademie der Wissenschaften sowie der American Academy of Arts and Sciences, der Heidelberger Akademie der Wissenschaften und der Leopoldina. Neben dem Nobelpreis für Chemie wurde er auch geehrt mit der Priestley-Medaille, der Rumford-Medaille, der Franklin-Medaille und der National Medal of Science. Er leistete wissenschaftlich Herausragendes in der Quantenphysik, der Elektrochemie, der Röntgenstrukturanalyse, der Chemie elektrolytischer Lösungen sowie in der Mikrowellenspektroskopie.