Spektroskopie in der Bachelorarbeit & Masterarbeit

NMR, IR, Massenspektrometrie & UV-Vis: So dokumentieren, interpretieren und praesentieren Sie spektroskopische Daten in Ihrer Chemie-Thesis – mit korrekter Signalzuordnung, vollstaendigen Geraeteparametern und wissenschaftlicher Darstellung.

NMR-Auswertung
IR-Interpretation
Massenspektrometrie
UV-Vis
Experimentalteil-Angaben

Unsere Autoren – darunter promovierte Chemiker mit jahrelanger Erfahrung in NMR-Auswertung, massenspektrometrischer Strukturbestätigung und IR-basierter Funktionsgruppenanalytik – begleiten Abschlussarbeiten von der Signalzuordnung über die Spektreninterpretation bis zur publikationsreifen Darstellung im Experimentalteil. Seit 2012 hat unsere Ghostwriting-Agentur über 12.000 akademische Arbeiten realisiert, einen wachsenden Anteil davon in der experimentellen Chemie.

1. Die vier Saeulen der Spektroskopie in der Chemie-Thesis

Vier spektroskopische Methoden dominieren die Strukturaufklaerung und Charakterisierung in chemischen Abschlussarbeiten. Jede Methode liefert unterschiedliche Informationen – zusammen ergeben sie ein vollstaendiges Bild.

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NMR

Kernresonanzspektroskopie – Molekuelstruktur: Welche Atome sind wie verknuepft? Konnektivitaet, Stereochemie, Konformation.

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IR

Infrarotspektroskopie – Funktionelle Gruppen: Welche Bindungstypen sind vorhanden? OH, NH, C=O, C-H.

MS

Massenspektrometrie – Molekuelmasse und Fragmentierung: Wie schwer ist das Molekuel? Wie zerfaellt es?

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UV-Vis

UV-Vis-Spektroskopie – Elektronische Uebergaenge: Konjugation, Chromophore, Konzentrationsbestimmung.

Vergleichbare spektroskopische Auswertungen begleiten wir regelmäßig – von der vollständigen NMR-Signalzuordnung über die IR-Bandeninterpretation bis zur HRMS-Dokumentation neuer Verbindungen. Wenn Sie bereits gemessene Spektren mitbringen, steigen unsere Autoren direkt in die Interpretation und Darstellung ein.

Welche Spektroskopie fuer welchen Thesis-Typ?

Bachelorarbeit: 1H-NMR + IR + Schmelzpunkt sind Mindeststandard fuer Synthesearbeiten. MS ist ein Plus. Masterarbeit: 1H-NMR + 13C-NMR + mindestens ein 2D-Experiment (COSY, HSQC oder HMBC) + IR + MS + Elementaranalyse. Dissertation: Vollstaendige Charakterisierung mit allen verfuegbaren Methoden, inklusive Kristallstrukturanalyse (XRD) bei neuen Verbindungen. In der Stoffcharakterisierung finden Sie die Details zu XRD, DSC und Elementaranalyse.

2. NMR-Spektroskopie in der Thesis

Die Kernresonanzspektroskopie ist die wichtigste spektroskopische Methode in der organischen und anorganischen Chemie. Ein korrekt ausgewertetes NMR-Spektrum beweist die Struktur Ihrer Verbindung – ein schlecht ausgewertetes zerstoert die Glaubwuerdigkeit Ihrer gesamten Arbeit.

2.1 Was in den Experimentalteil gehoert

Pflichtangaben fuer NMR im Experimentalteil

  • Geraet: Hersteller und Modell (z.B. Bruker Avance III HD), Feldstaerke in MHz (z.B. 400 MHz fuer 1H, 101 MHz fuer 13C)
  • Loesungsmittel: Deuteriertes Loesungsmittel (CDCl3, DMSO-d6, D2O, CD3OD etc.)
  • Referenz: Interner Standard (TMS = 0.00 ppm) oder Loesungsmittelreferenz (CDCl3 = 7.26 ppm fuer 1H, 77.16 ppm fuer 13C)
  • Temperatur: Messtemperatur, falls abweichend von Raumtemperatur (relevant bei dynamischen Prozessen)

2.2 NMR-Daten korrekt angeben

Die NMR-Signalzuordnung im Experimentalteil folgt einem standardisierten Format. Hier das Format, das Gutachter und Fachjournale (Organic Letters, JACS, Angewandte Chemie) erwarten:

// 1H-NMR Format:
1H NMR (400 MHz, CDCl3): δ = 7.42 (d, J = 8.2 Hz, 2H, H-Ar), 7.28 (d, J = 8.2 Hz, 2H, H-Ar), 4.15 (q, J = 7.1 Hz, 2H, OCH2), 1.26 (t, J = 7.1 Hz, 3H, CH3) ppm.

// 13C-NMR Format:
13C NMR (101 MHz, CDCl3): δ = 166.8 (C=O), 140.2 (C-Ar), 129.5 (CH-Ar), 128.1 (CH-Ar), 60.9 (OCH2), 14.3 (CH3) ppm.

// Aufbau: Verschiebung (Multiplizitaet, J-Kopplung, Anzahl H, Zuordnung)
Multiplizitaets-Abkuerzungen

s = Singulett, d = Dublett, t = Triplett, q = Quartett, quint = Quintett, m = Multiplett, dd = Dublett vom Dublett, dt = Dublett vom Triplett, br s = breites Singulett (z.B. OH, NH).

2.3 2D-NMR-Experimente

ExperimentKorrelationInformationWann in der Thesis?
COSY1H–1HZeigt, welche Protonen benachbart sind (2–3 Bindungen)Standardmaessig ab Masterarbeit
HSQC1H–13C (direkt)Welches H sitzt an welchem C? Ersetzt DEPT bei der ZuordnungEmpfohlen ab Masterarbeit
HMBC1H–13C (2–3 Bindungen)Fernkorrelation – verbindet getrennte FragmentstrukturenBei komplexen Strukturen, Naturstoffen
NOESY / ROESY1H–1H (Raum)Raeumliche Naehe – Stereochemie, KonformationBei stereochemischen Fragestellungen
DEPT-13513C-EditierungUnterscheidet CH3, CH2, CH und quartaere C-AtomeStandard ab Bachelorarbeit

Unsere Autoren arbeiten routinemäßig mit COSY, HSQC und HMBC und unterstützen bei der Kombination mehrerer 2D-Experimente zur eindeutigen Strukturaufklärung – auch bei komplexen Kopplungsmustern und überlappenden Signalbereichen.

Haeufigster NMR-Fehler in der Thesis

NMR-Verschiebungen werden angegeben, aber nicht zugeordnet. Gutachter erwarten: Jedes Signal wird einem Atom oder einer Gruppe im Molekuel zugewiesen. Eine Zuordnung wie „7.42 (d, J = 8.2 Hz, 2H)" ohne Angabe, welche Protonen gemeint sind, ist unvollstaendig. Korrekt: „7.42 (d, J = 8.2 Hz, 2H, H-2/H-6, Ar)". Bei komplexen Molekuelen: Nummerierungsschema im Text definieren und die Nummerierung in der Zuordnung verwenden.

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Genau diese analytische Sorgfalt – lückenlose Signalzuordnung, korrekte Kopplungskonstanten, journaltaugliche Formatierung – ist der Anspruch, den unsere Autoren an jede spektroskopische Auswertung stellen.

3. IR-Spektroskopie in der Thesis

Die Infrarotspektroskopie identifiziert funktionelle Gruppen und ist ein schneller „Fingerabdruck" einer Verbindung. In der Thesis dient IR primaer zur Bestaetigung erwarteter funktioneller Gruppen – oder zum Nachweis, dass eine Reaktion stattgefunden hat (z.B. Verschwinden der OH-Bande nach Veresterung).

Pflichtangaben fuer IR im Experimentalteil

  • Geraet: Hersteller und Modell (z.B. Bruker ALPHA II FT-IR)
  • Messtechnik: ATR (Attenuated Total Reflection), KBr-Pressling oder Film
  • Messbereich: Typisch 4000–400 cm-1

Wichtige IR-Banden fuer die Thesis

Wellenzahl (cm-1)ZuordnungErscheinungsbildTypischer Thesis-Kontext
3600–3200O-H (Alkohol, Carbonsaeure)Breit, starkVeresterung: Bande verschwindet
3500–3300N-H (Amin, Amid)Mittel, 1 oder 2 BandenAmidbildung: neue Bande bei ~3300
3000–2850C-H (sp3, sp2)Mittel-starkImmer vorhanden bei organischen Verbindungen
2260–2100C≡C, C≡NSchwach-mittelAlkin-Synthesen, Nitrilgruppen
1750–1680C=O (Ester, Amid, Saeure, Keton)Stark, scharfKernbande fuer Carbonylchemie
1680–1600C=C (Alken, Aromat)MittelKonjugation, aromatische Systeme
1300–1000C-O (Ether, Ester, Alkohol)StarkEtherbildung, Schutzgruppen
Formulierungsbeispiel Experimentalteil

IR (ATR): ν̃ = 3356 (br, O-H), 2978 (m, C-H), 1712 (s, C=O, Ester), 1602 (m, C=C, Ar), 1245 (s, C-O) cm-1.

4. Massenspektrometrie in der Thesis

Die Massenspektrometrie liefert die Molekuelmasse und damit den direktesten Beweis, dass die gewuenschte Verbindung vorliegt. Hochaufloesende Massenspektrometrie (HRMS) bestaetigt die Summenformel.

Pflichtangaben fuer MS im Experimentalteil

  • Geraet: Hersteller und Modell
  • Ionisierungsmethode: ESI (Elektrospray), EI (Elektronenstoss), MALDI, APCI, FAB
  • Modus: Positiv- oder Negativmodus (bei ESI)
  • Fuer HRMS: Berechnete exakte Masse und gemessene exakte Masse (auf 4 Dezimalstellen)
IonisierungsmethodeGeeignet fuerTypische IonenThesis-Relevanz
ESI (Elektrospray)Polare, mittelgrosse bis grosse Molekuele; Biomolekuele[M+H]+, [M+Na]+, [M-H]-Standard fuer organische Synthese, Pharma, Biochemie
EI (Elektronenstoss)Kleine, fluechtable, unpolare MolekueleM+. (Radikalkation), FragmenteGekoppelt mit GC (GC-MS); klassische Fragmentierung
MALDIGrosse Molekuele: Proteine, Polymere, Dendrimere[M+H]+, [M+Na]+Polymerchemie, Biochemie, Materialwissenschaft
APCIMittel-polare, thermisch stabile Verbindungen[M+H]+Ergaenzung zu ESI bei unpolaren Analyten

Unsere Autoren kennen die Unterschiede zwischen ESI, EI und MALDI und wählen die Ionisierungsmethode passend zur Verbindungsklasse – sprechen Sie uns an, wenn Sie Unterstützung bei der MS-Dateninterpretation oder der HRMS-Dokumentation neuer Verbindungen benötigen.

Formulierungsbeispiel Experimentalteil

MS (ESI+): m/z = 279.1 [M+H]+, 301.1 [M+Na]+. HRMS (ESI+): ber. fuer C15H18N2O3 [M+H]+: 279.1390, gef.: 279.1387.

HRMS ist bei neuen Verbindungen Pflicht

Wenn Sie eine neue, bisher nicht beschriebene Verbindung synthetisiert haben, reicht ein niedrig aufgeloestes Massenspektrum nicht aus. Gutachter und Fachjournale verlangen HRMS (High-Resolution Mass Spectrometry) als Beweis der Summenformel. Die Abweichung zwischen berechneter und gemessener Masse sollte unter 5 ppm liegen.

5. UV-Vis-Spektroskopie in der Thesis

Die UV-Vis-Spektroskopie misst elektronische Uebergaenge und wird in der Thesis fuer zwei Zwecke eingesetzt: Konzentrationsbestimmung (Lambert-Beer-Gesetz) und Charakterisierung elektronischer Eigenschaften (Konjugation, Chromophore, Bandluecken).

Quantitative Anwendung

Lambert-Beer-Gesetz: A = ε · c · d. Kalibriergeradenerstellen (mindestens 5 Konzentrationen, R2 > 0.999), Extinktionskoeffizient ε bestimmen. Lineare Arbeitsbereich pruefen.

Thesis-Kontext: Enzymkinetik, Konzentrationsbestimmung, Gleichgewichtskonstanten, Reaktionskinetik.

Qualitative Anwendung

Absorptionsmaxima (λmax) und Extinktionskoeffizienten (ε) charakterisieren das Chromophorsystem. Verschiebungen (bathochrom/hypsochrom) zeigen Strukturaenderungen an.

Thesis-Kontext: Farbstoffe, Photokatalyse, Halbleiter (Bandluecke via Tauc-Plot), Solvatochromie.

Sprechen Sie uns an, wenn Sie eine kinetische Studie oder Bandlückenbestimmung planen – unsere Autoren haben Erfahrung mit Lambert-Beer-Kalibrierungen, Tauc-Plot-Auswertungen und der Darstellung von UV-Vis-Daten in Origin.

Formulierungsbeispiel Experimentalteil

UV-Vis (CHCl3): λmax (ε) = 256 (12400), 328 (8900), 452 (2100) nm (L mol-1 cm-1).

6. Spektroskopie im Experimentalteil dokumentieren

Der Experimentalteil enthaelt fuer jede synthetisierte Verbindung einen vollstaendigen Satz analytischer Daten. Die Reihenfolge ist in der Chemie konventionell festgelegt:

1

Synthesevorschrift

Edukte, Loesungsmittel, Bedingungen, Aufarbeitung, Reinigung, Ausbeute. Details im Experimentalteil-Guide.

2

Physikalische Daten

Schmelzpunkt (Smp.) oder Siedepunkt, optische Drehung [α]D (bei chiralen Verbindungen), Rf-Wert (DC).

3

1H-NMR

Frequenz, Loesungsmittel, alle Signale mit Verschiebung, Multiplizitaet, Kopplungskonstante, Integralverhaeltnis, Zuordnung.

4

13C-NMR

Frequenz, Loesungsmittel, alle Signale mit Verschiebung und Zuordnung. DEPT-Information (CH3, CH2, CH, Cq) ist ein Plus.

5

IR

Messtechnik (ATR/KBr), ausgewaehlte diagnostische Banden mit Zuordnung.

6

MS / HRMS

Ionisierungsmethode, wichtigste Peaks (Molekuelion, Addukte). Bei neuen Verbindungen: HRMS mit berechneter und gemessener Masse.

7

Elementaranalyse (optional)

Berechnete und gefundene Werte fuer C, H, N (ggf. weitere Elemente). Abweichung sollte unter 0.4% liegen.

7. Spektren im Hauptteil und im Anhang darstellen

Im Hauptteil (Ergebnisteil)

Nur Spektren, die Sie im Text ausfuehrlich interpretieren. Typisch: NMR-Spektrum der Schluesselverbindung mit Signalzuordnung direkt im Spektrum (Pfeile oder Nummerierung), Vergleich Edukt vs. Produkt (z.B. IR: Verschwinden der OH-Bande), UV-Vis-Absorptionsspektrum mit markierten λmax-Werten.

Software: MestReNova (NMR), Origin/OriginPro (alle Spektrentypen), TopSpin (Bruker NMR). Details im Abbildungen-Guide.

Im Anhang (Spektrenanhang)

Alle uebrigen Spektren – systematisch geordnet nach Verbindungsnummer. Jedes Spektrum mit: Verbindungsname und -nummer, Spektrentyp (1H-NMR, 13C-NMR, IR, MS), Messparameter (Frequenz, Loesungsmittel). Der Anhang ist besonders in der Masterarbeit und Dissertation Standard.

Formatierung: Ein Spektrum pro Seite, Querformat fuer NMR, Achsenbeschriftung mit Einheiten, Verbindungsnummer oben rechts.

8. Haeufige Fehler bei Spektroskopie in der Thesis

Signale ohne Zuordnung

NMR-Verschiebungen werden aufgelistet, aber keinem Atom zugeordnet. Ein unzugeordnetes Spektrum beweist nichts – es zeigt nur, dass Sie gemessen haben. Gutachter erwarten: Jedes Signal = ein Atom oder eine Gruppe im Molekuel.

Geraeteparameter fehlen

Weder Geraet noch Frequenz noch Loesungsmittel angegeben. Ohne diese Angaben ist die Messung nicht reproduzierbar. Das ist kein Formfehler – es ist ein methodischer Mangel.

Kopplungskonstanten fehlen oder sind falsch

J-Kopplungen werden nicht angegeben oder nicht korrekt abgelesen. Die Kopplungskonstante J ist ein strukturelles Argument: Sie unterscheidet cis von trans (Alkene), axial von equatorial (Cyclohexane), ortho von meta (Aromaten).

IR: Nur die „wichtigen" Banden angegeben

Im Experimentalteil werden nur 2–3 IR-Banden aufgefuehrt. Das reicht nicht – geben Sie alle diagnostisch relevanten Banden an. Mindestens: O-H/N-H (falls vorhanden), C-H, C=O, C=C, C-O.

MS: Nur Molekuelion, keine Fragmente

Bei EI-Massenspektrometrie gehoeren die wichtigsten Fragmentierungen dazu – sie stuetzen die Strukturzuordnung. Bei ESI genuegt typischerweise [M+H]+ und [M+Na]+, aber HRMS sollte immer angegeben werden.

Spektren im Anhang ohne Beschriftung

Spektren werden als Bilddateien eingefuegt, aber ohne Achsenbeschriftung, ohne Verbindungsnummer, ohne Angabe des Loesungsmittels. Der Anhang muss ohne Rueckgriff auf den Haupttext verstaendlich sein.

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Haeufig gestellte Fragen zur Spektroskopie in der Thesis

Muss ich jede Verbindung mit allen Spektroskopie-Methoden charakterisieren?

Das haengt vom Thesis-Typ ab. Neue Verbindungen (erstmals synthetisiert) benoetigen eine vollstaendige Charakterisierung: 1H-NMR, 13C-NMR, IR, MS/HRMS und idealerweise Elementaranalyse. Bekannte Verbindungen koennen mit 1H-NMR und einem Vergleich der Literaturwerte bestaetigt werden. Faustregel: Wenn Sie die Verbindung als Produkt einer Reaktion praesentieren, muessen Sie deren Identitaet beweisen. Bei Zwischenstufen in einer mehrstufigen Synthese genuegt oft 1H-NMR + DC-Kontrolle.

Wie gehe ich mit verunreinigten Spektren um?

Ehrlichkeit ist entscheidend. Wenn ein NMR-Spektrum Verunreinigungen zeigt, gibt es drei Optionen: (1) Reinigen Sie die Probe erneut und messen Sie nochmals. (2) Kennzeichnen Sie Verunreinigungssignale als solche im Spektrum und im Text: „Das Signal bei 1.25 ppm wird Fett/Siliconfett zugeordnet." (3) Geben Sie die Reinheit quantitativ an: „laut 1H-NMR-Integration liegt die Reinheit bei ca. 92%." Verschweigen Sie Verunreinigungen niemals – Gutachter erkennen Loesungsmittelsignale, Fett und gaengige Verunreinigungen sofort. Literaturempfehlung: Fulmer et al., Organometallics, 2010, 29, 2176 (NMR-Verschiebungen gaengiger Verunreinigungen).

Welche Software nutze ich fuer die Spektrenauswertung?

NMR: MestReNova (Standardsoftware fuer Auswertung und Darstellung, Campuslizenz an vielen Unis), TopSpin (Bruker, kostenlos fuer Akademiker), ACD/NMR Processor (Freeware fuer Grundfunktionen). IR: OPUS (Bruker), SpectraManager (JASCO), oder Export und Darstellung in Origin. MS: Herstellerspezifisch (MassLynx, Xcalibur, DataAnalysis), Export nach Origin oder Excel. UV-Vis: Origin/OriginPro ist der Standard fuer Spektrenauswertung und -darstellung in der Chemie. Mehr zur Visualisierung im Abbildungen-Guide.

Wie viele Dezimalstellen bei chemischen Verschiebungen?

1H-NMR: Zwei Dezimalstellen (z.B. 7.42 ppm). 13C-NMR: Eine Dezimalstelle (z.B. 128.5 ppm). Kopplungskonstanten (J): Eine Dezimalstelle in Hz (z.B. J = 8.2 Hz). HRMS: Vier Dezimalstellen fuer die exakte Masse (z.B. 279.1390). IR: Ganzzahlig in cm-1 (z.B. 1712 cm-1). UV-Vis: Ganzzahlig in nm (z.B. λmax = 328 nm), ε als ganzzahliger Wert in L mol-1 cm-1. Diese Konventionen entsprechen den Richtlinien von Angewandte Chemie, JACS und Organic Letters.

Kann ich auf Spektroskopie-Datenbanken verweisen statt alle Daten selbst anzugeben?

Bei bekannten Verbindungen koennen Sie Ihre Daten mit Literaturwerten vergleichen: „Die spektroskopischen Daten stimmen mit den in der Literatur beschriebenen ueberein (vgl. [Referenz])." Trotzdem muessen Sie Ihre eigenen Messdaten im Experimentalteil angeben – der Verweis auf eine Datenbank (SDBS, Spectral Database for Organic Compounds) oder Literatur ersetzt nicht Ihre eigene Messung. Datenbanken wie SciFinder und Reaxys helfen bei der Recherche von Referenzspektren.

Muss ich in der Bachelorarbeit 2D-NMR-Experimente durchfuehren?

In der Bachelorarbeit sind 2D-NMR-Experimente in der Regel nicht zwingend erforderlich, aber ein starkes Plus. Wenn Ihre Signalzuordnung im 1H-NMR allein durch Multiplizitaet und chemische Verschiebung eindeutig ist, reicht das. Bei komplexeren Molekuelen (z.B. Naturstoffe, polycyclische Systeme) oder wenn die Zuordnung nicht eindeutig ist, sollten Sie mindestens ein COSY-Experiment durchfuehren. In der Masterarbeit sind COSY und HSQC de facto Standard.

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