Zwei Pakete, abgestimmt auf den Umfang einer Doktorarbeit
Für den Preis einer Plagiatsprüfung zählt ausschließlich die Länge; eine Prüfseite umfasst 2.000 Anschläge. Die meisten geisteswissenschaftlichen Dissertationen liegen im oberen Paket, viele medizinische Doktorarbeiten im unteren.
Dissertationen über 350 Prüfseiten oder Habilitationsschriften: Fragen Sie über das Kontaktformular nach einem Einzelangebot. Kurze Doktorarbeiten der Medizin unter 80 Prüfseiten deckt das 24-€-Paket ab.
Warum die Dissertation strenger geprüft wird als jede andere Arbeit
Mit der Promotion geben Sie eine eidesstattliche Versicherung ab, dass Sie alle Hilfsmittel angegeben haben. Danach wird die Dissertation veröffentlicht: als Buch, als Pflichtexemplar in Bibliotheken oder digital auf dem Hochschulserver.
Damit kann jede Formulierung jederzeit durch eine neue Plagiatsprüfung laufen, mit Software, die es heute noch nicht gibt. Viele Promotionsordnungen kennen keine Frist, nach der ein Plagiat folgenlos bliebe; die Aberkennung des Doktorgrades ist auch nach vielen Jahren möglich. Welche Namen das schon betroffen hat, dokumentiert unsere Übersicht zur Plagiatsaffäre.
Titelverlust nach Plagiat: wie Fakultäten entscheiden
Ein markierter Fund bei einer Plagiatsprüfung löst noch kein Verfahren aus, und nicht jedes Verfahren endet mit dem Entzug des Doktorgrades. Darüber befindet die Fakultät beziehungsweise ihr Promotionsausschuss im Einzelfall, auf Grundlage von Promotionsordnung und Landeshochschulgesetz. Das Gremium hat dabei Ermessen und wägt ab:
Menge
Wie viele Stellen ohne Nachweis gibt es, und wie viel Text umfassen sie im Verhältnis zur gesamten Doktorarbeit?
Ort
Stehen die Übernahmen in Einleitung und Forschungsüberblick oder im eigenen Beitrag, auf dem die Promotion beruht? Letzteres wiegt schwerer.
Absicht
Deuten Muster wie umgestellte Satzteile oder verschleierte Quellen auf Täuschung hin, oder handelt es sich um vereinzelte Nachlässigkeit?
Eine Verjährung sehen viele Promotionsordnungen nicht vor und führen daher auch erneute Plagiatsprüfungen druch. Annette Schavan verlor ihren Doktorgrad 2013, über drei Jahrzehnte nach der Promotion; das Verwaltungsgericht Düsseldorf bestätigte den Entzug. Für Promovierende heißt das: Je weniger unbelegte Fragmente eine Dissertation enthält, desto geringer ist das Risiko, und beeinflussen lässt sich diese Zahl nur vor der Einreichung. Welche Verfahren öffentlich bekannt wurden und welchen Ausgang sie nahmen, dokumentiert unsere Übersicht zur Plagiatsaffäre.
Wo Doktorarbeiten verwundbar sind
Die typischen Fehler einer Dissertation unterscheiden sich von denen einer Masterarbeit. Fünf Stellen verdienen während der Plagiatsprüfung besondere Aufmerksamkeit, bevor das Manuskript an den Promotionsausschuss geht:
Eigene Vorveröffentlichungen
Bei einer kumulativen Promotion sind Ihre Aufsätze Teil der Dissertation. Jede Übernahme aus einem bereits erschienenen Paper braucht den Verweis darauf, sonst gilt sie als Selbstplagiat.
Übersetzte Passagen
Wer englische oder französische Fachliteratur ins Deutsche überträgt und nur sinngemäß belegt, riskiert ein Übersetzungsplagiat. Software erkennt solche Stellen kaum, menschliche Gutachter dagegen schon.
Abbildungen und Tabellen
Grafiken, Schemata und Tabellen aus fremden Werken benötigen eine Quellenangabe, auch wenn Sie sie nachgezeichnet oder umgestaltet haben.
Übernommene Gliederung
Folgt Ihr Theorieteil Kapitel für Kapitel dem Aufbau eines Standardwerks, kann das als Strukturplagiat gewertet werden, obwohl kein Satz identisch ist.
KI-geglätteter Text
Auch eigene Absätze, die ein Sprachmodell umformuliert oder übersetzt hat, können als maschinell erzeugt auffallen. Immer mehr Promotionsordnungen verlangen, KI-Hilfen offenzulegen.
Was eine softwaregestützte Plagiatsprüfung bei Doktorarbeiten leistet
Universitätsbibliotheken, die ihren Promovierenden eine Plagiatsprüfung anbieten, raten zu Recht dazu, jeden Bericht von Hand nachzuarbeiten. Ein Scanner ist ein Suchwerkzeug; die Bewertung treffen Sie selbst. Diese Übersicht zeigt, worauf Sie sich verlassen können:
| Art der Übernahme | Erkennt der Scanner? | Ihre Aufgabe |
|---|---|---|
| Wörtlich übernommene Sätze | zuverlässig | Beleg ergänzen oder als Zitat setzen |
| Leicht umgestellte Paraphrasen | meist | neu formulieren, Quelle angeben |
| Maschinell geschriebene Absätze | als Hinweis | prüfen, offenlegen oder selbst neu schreiben |
| Übersetzungen aus Fremdsprachen | kaum | fremdsprachige Quellen selbst gegenlesen |
| Abbildungen, Tabellen, Gliederung | nein | Abbildungsnachweise und Aufbau manuell kontrollieren |
Für die Handarbeit an den letzten beiden Zeilen eignen sich Phrasensuche und Bildersuche; beides erklärt der Ratgeber Plagiate finden. Welche Datenbestände hinter dem Abgleich stehen, beschreibt die Seite zur Plagiatssoftware.
Ablauf: Dissertation und Plagiat-Scanner
Bei Doktorarbeiten ist die Plagiatsprüfung technisch dieselbe wie bei kürzeren Arbeiten, organisatorisch nicht. In der Praxis funktioniert dieses Vorgehen:
1. Fassung festlegen
Prüfen Sie genau die Datei, die Sie einreichen wollen, als PDF mit Fußnoten. Bei Dissertationen stehen viele Belege in den Anmerkungen, und auch diese soll der Abgleich erfassen.
2. Quelleneditionen abtrennen
Anhänge mit abgedruckten Archivquellen, Gesetzestexten oder Datentabellen erzeugen nur erwartbare Treffer. Speichern Sie solche Teile separat und sparen Sie so Prüfseiten.
3. Bericht nach Kapiteln sichten
Arbeiten Sie den Bericht Kapitel für Kapitel durch und notieren Sie zu jedem Treffer, ob er belegt, harmlos oder zu überarbeiten ist. Diese Liste hilft später auch bei Rückfragen des Promotionsbüros.
4. Lücken von Hand schließen
Übersetzte Stellen, Abbildungen und Gliederung kontrollieren Sie anschließend manuell, denn dort endet die Reichweite jeder Plagiatsprüfung per Software.
Viele Promotionsbüros lassen eingereichte Doktorarbeiten inzwischen routinemäßig durch eine eigene Plagiatsprüfung laufen. Wer seine Doktorarbeit vorher prüfen lässt, sieht dieselben Stellen zuerst.
Doktorarbeit überprüfen lassen: zwei sinnvolle Zeitpunkte
Vor der Einreichung
Wenn das Manuskript steht und die Betreuer ihre Anmerkungen gegeben haben. Findet diese erste Plagiatsprüfung Lücken, lassen sich Belege noch ohne Formalitäten nachtragen.
Vor der Veröffentlichung
Zwischen Disputation und Druck ändert sich oft viel: Auflagen der Gutachter, gekürzte Kapitel, ein neues Vorwort. Die Verlagsfassung verdient deshalb eine eigene Prüfung.
Welche Quote die Plagiatsprüfung zeigen darf
Eine Quote von null gibt es bei keiner Dissertation: Fachbegriffe, Gesetzeszitate, Normtitel und korrekt gesetzte Zitate zählen immer mit, in Rechtswissenschaft und Medizin mehr als in der Philosophie. Entscheidend ist eine andere Zahl, nämlich die der Treffer ohne Nachweis. Die muss bei einer Doktorarbeit null sein, ganz gleich, wie niedrig der Gesamtwert ausfällt.
Promovierende fragen uns
Kann ich eine englischsprachige Dissertation prüfen?
Ja, englische Manuskripte gleicht der Scanner ebenso ab wie deutsche. Arbeiten in Spanisch oder Französisch gehen ebenfalls.
Darf ich meine Dissertation vor der Einreichung selbst gegenprüfen?
Ja. Die eidesstattliche Versicherung verlangt eine eigenständige Arbeit, verbietet aber keine Kontrolle der eigenen Belege. Im Gegenteil: Ein Abgleich vor dem Einreichen gehört zur Sorgfalt, die gute wissenschaftliche Praxis erwartet.
Plagiatsprüfung Doktorarbeit kostenlos – gibt es das?
Manche Hochschulbibliotheken bieten Promovierenden einen Zugang zu ihrer Plagiatsprüfung an; fragen Sie dort nach. Offen im Internet verfügbare Checker begrenzen dagegen die Textmenge so stark, dass ein Manuskript von mehreren hundert Seiten kaum sinnvoll zu prüfen ist.
Was passiert mit meinem Manuskript nach dem Abgleich?
Die Datei verschwindet vom Server; ein Vergleichsbestand entsteht daraus nicht. Das ist bei einer unveröffentlichten Dissertation wichtig, damit Ihr eigener Text später nicht als fremde Quelle auftaucht.
Übersicht aller Pakete: Plagiatsprüfung. Vorherige Abschlussstufe: