Plagiat ist geistiger Diebstahl und in Hausarbeiten, Bachelorarbeiten und anderen wissenschaftlichen Arbeiten streng verboten. Erfahren Sie, was ein Plagiat ist, welche Arten es gibt und wie Sie Plagiate sicher vermeiden.
Dies umfasst die vollständige oder teilweise Übernahme von Texten, Ideen, Abbildungen, Gliederungen oder wissenschaftlichen Erkenntnissen – ohne den ursprünglichen Urheber zu nennen oder die Quelle anzugeben.
Etymologie: Das Wort "Plagiat" stammt vom lateinischen plagiarius (= Menschenräuber, Sklavenhändler). Der römische Dichter Martial verwendete den Begriff erstmals, als ein Kollege seine Gedichte als eigene vortrug.
In wissenschaftlichen Arbeiten ist 0% Plagiat erlaubt. Bereits die ungekennzeichnete Übernahme eines einzigen fremden Satzes gilt als Plagiat und kann zur Bewertung mit "nicht bestanden" (5,0) oder schlimmeren Konsequenzen führen.
| Merkmal | ✓ Korrektes Zitat | ✗ Plagiat |
|---|---|---|
| Kennzeichnung | Anführungszeichen oder Einrückung | Keine Kennzeichnung |
| Quellenangabe | Fußnote oder In-Text-Verweis mit Seitenzahl | Fehlt komplett oder unvollständig |
| Literaturverzeichnis | Vollständige Quellenangabe vorhanden | Quelle fehlt oder unvollständig |
| Erkennbarkeit | Für Leser klar erkennbar als fremder Text | Erscheint als eigene Leistung |
Der entscheidende Unterschied: Beim Zitat ist für den Leser klar ersichtlich, dass der Inhalt von jemand anderem stammt. Beim Plagiat wird diese Information verschleiert oder weggelassen.
→ Mehr erfahren: Richtig zitieren in wissenschaftlichen Arbeiten
In der Wissenschaft unterscheidet man verschiedene Plagiatsformen – vom Vollplagiat bis zur Alibi-Fußnote. Hier die 8 wichtigsten Arten mit konkreten Beispielen:
Definition: Bei einem Vollplagiat werden ganze Texte und Abschnitte aus einer Quelle übernommen und stehen ohne Quellenangabe. Wenn eine komplette wissenschaftliche Arbeit (zum Beispiel eine fremde Masterarbeit) als eigene Leistung ausgegeben wird, handelt es sich um ein Vollplagiat.
Im ersten und letzten Fall spricht man von einer vorsätzlichen Täuschung. Beim 2. und 3. Fall handelt es sich um Fehler beim wissenschaftlichen Arbeiten.
Definition: Bei der Halbsatzflickerei wird ein Teil eines Satzes umgeschrieben. Durch die Änderung von einzelnen Sätzen entsteht ein Flickwerk von Plagiaten, das sich entweder durch die ganze oder stellenweise durch die wissenschaftliche Arbeit zieht. Für die Halbsatzflickerei werden Synonyme, Umstellung von Aufzählungen oder das Austauschen von halben Sätzen genutzt.
Auch eine ganze Umstellung eines Satzes oder ein Austauschen oder Weglassen von Satzteilen gelten als Halbsatzflickerei.
Definition: Bei einem Zitatsplagiat werden darauffolgende Quellen und Zitate nicht selbst recherchiert, sondern aus einer anderen Quelle übernommen (Sekundärzitate). Der Plagiator gibt nur die Quellenangabe zu den Original-Zitaten an. Somit täuscht der Verfasser vor, die Zitate selbst herausgesucht zu haben. Oft werden dazu noch die anliegenden Textstellen plagiiert.
Definition: Beim Strukturplagiat wird eine Struktur (zum Beispiel Gliederung) oder Idee übernommen, ohne die Originalquelle zu nennen.
Definition: Bei einem Übersetzungsplagiat wird ein fremdsprachiger Text übersetzt und als eigene Erkenntnis in einen wissenschaftlichen Text eingefügt (ohne Quellenangabe). Durch die Übersetzung soll der Täuschungsversuch getarnt werden.
Definition: Beim Eigenplagiat handelt es sich um eine Mehrfachveröffentlichung des eigenen Textes. Hierbei werden der eigene Text oder Teile in einer anderen wissenschaftlichen Arbeit wiederverwendet, ohne auf die Original-Quelle zu verweisen.
Warum ist das problematisch? In der Wissenschaft darf dieselbe Leistung nicht mehrfach als neue Erkenntnis ausgegeben werden. Bei Prüfungsleistungen würde man dieselbe Arbeit zweimal geltend machen.
Definition: Bei der Alibi-Fußnote werden die Fußnoten so gesetzt, dass der Plagiator vortäuscht, nur eine Textstelle zitiert zu haben. Dabei werden der ganze Text bzw. anliegende Textstellen auch plagiiert, aber nicht als solche gekennzeichnet.
Nur ein kleiner Teil hat eine Fußnote, der Rest ist ebenfalls plagiiert.
Definition: Bei einem Bild- oder Tabellenplagiat wird eine fremde Abbildung oder Tabelle als eigene Darstellung und ohne Quellenangabe angeführt.
Wichtig: Auch bei selbst erstellten Grafiken, die auf fremden Daten basieren, muss die Datenquelle angegeben werden (z.B. "Eigene Darstellung nach Müller 2023, S. 45").
Die Abbildung wurde ohne Quellenangabe übernommen.
Wenn Sie eine Quelle im Text korrekt zitiert haben, aber versehentlich im Literaturverzeichnis vergessen haben, wird das in der Regel nicht als Plagiat, sondern als Formfehler gewertet. Die Konsequenz ist meist ein Punktabzug für wissenschaftliches Arbeiten, aber keine Note 5,0.
Um solche Fehler zu vermeiden, nutzen Sie am besten ein automatisches Literaturverzeichnis in Word oder ein Tool wie Citavi.
In wissenschaftlichen Arbeiten gibt es keinen tolerierbaren Prozentsatz für Plagiate. Bereits die ungekennzeichnete Übernahme eines einzelnen fremden Satzes erfüllt den Tatbestand eines Plagiats und kann Konsequenzen nach sich ziehen.
Es gibt grundsätzlich keinen Prozentwert, ab dem eine wissenschaftliche Arbeit als Plagiat gewertet wird. Der Eigenanteil der Arbeit muss auch ohne die plagiierten Stellen einen Mehrwert haben und darf kein absichtliches Plagiat (kein Täuschungsversuch) sein.
Viele Studierende verwechseln den Ähnlichkeitsscore einer Plagiatssoftware mit tatsächlichem Plagiat. Das ist falsch!
| Ähnlichkeitsscore (z.B. 23%) | Tatsächliches Plagiat |
|---|---|
| Zeigt % der Übereinstimmungen mit anderen Texten | Nur ungekennzeichnete fremde Inhalte |
| Inkludiert korrekte Zitate, Fachtermini, Standardformulierungen | Kann 0% sein trotz hohem Score |
| Muss manuell geprüft werden | Ergibt sich aus der Prüfung |
Das bedeutet NICHT: 23% der Arbeit sind Plagiat
Das bedeutet: 23% der Arbeit zeigen Übereinstimmungen mit anderen Quellen. Davon könnten sein:
→ In diesem Beispiel wären nur 1% tatsächliches Plagiat, aber der Score zeigt 23%.
Nutzen Sie vor Abgabe eine professionelle Plagiatsprüfung und prüfen Sie JEDE markierte Stelle manuell nach. Nur so können Sie sicher sein, dass Ihre Arbeit 0% Plagiat enthält.
Die BAS-Plagiatsprüfung vergleicht Ihre Arbeit mit über 70 Milliarden Quellen und zeigt Ihnen genau, welche Stellen überprüft werden müssen.
Die Folgen eines Plagiats hängen von mehreren Faktoren ab: Umfang, Täuschungsabsicht, Art der Arbeit und Hochschulordnung. Der Umgang mit Plagiaten ist in Deutschland nicht einheitlich geregelt, da die Grenze zwischen einem Plagiat mit Täuschungsabsicht und einem wissenschaftlichen Fehler fließend verläuft – egal ob es sich um eine Seminararbeit, Diplomarbeit oder Doktorarbeit handelt.
Der Umgang mit Plagiaten hängt davon ab, ob die Prüfer beim Plagiator eine Täuschungsabsicht erkennen. Versehentlich vergessene Anführungszeichen bei ansonsten korrekter Zitation werden meist als Formfehler gewertet, während systematische Plagiate als Täuschungsversuch gelten.
Wann: Bei eindeutigem Plagiat mit Täuschungsabsicht
Folge: Die Arbeit wird mit 5,0 bewertet und muss wiederholt werden (falls Wiederholungsversuch noch möglich)
Häufigkeit: Häufigste Konsequenz bei Hausarbeiten, Seminararbeiten und Abschlussarbeiten
Wann: Bei schwerwiegenden oder wiederholten Täuschungsversuchen
Folge: Der Studiengang kann nicht mehr abgeschlossen werden
Häufigkeit: Selten, aber möglich bei systematischem Betrug
Wann: Bei mehrfacher Wiederholung oder besonders schwerem Betrug
Folge: Ausschluss von der Hochschule, ggf. Sperrung für andere Hochschulen
Häufigkeit: Sehr selten, meist erst beim 2. oder 3. Verstoß
Rechtslage: In Baden-Württemberg ist Plagiat seit 2009 explizit als Exmatrikulationsgrund im Landeshochschulgesetz verankert
Wann: Bei Plagiaten in bereits abgeschlossenen Abschlussarbeiten (Bachelor/Master/Promotion)
Folge: Der akademische Grad wird aberkannt und darf nicht mehr geführt werden, oft öffentliche Bekanntmachung
Verjährung: Viele Hochschulordnungen sehen keine Verjährungsfristen vor – der Titel kann auch Jahrzehnte später noch aberkannt werden
Kriterium: "Planmäßige und nicht nur vereinzelte" Plagiate (VGH Baden-Württemberg)
Einige Hochschulen sehen Ordnungsgelder vor, die aber in der Praxis selten verhängt werden:
| Hochschule | Erstfall | Wiederholungsfall |
|---|---|---|
| Heinrich-Heine-Uni Düsseldorf | 200-250 € | 450-500 € |
| Uni Münster (theoretisch möglich) | Bis 50.000 € | Bis 50.000 € |
| Durchschnitt Deutschland | 100-1.000 € | 500-2.000 € |
Wichtig: Das Ordnungsgeld wird meist nicht automatisch verhängt – es liegt im Ermessen der Hochschule. In vielen Fällen wird es gar nicht erhoben.
In den vergangenen Jahren mussten sich viele Politiker mit Plagiatsvorwürfen auseinandersetzen:
→ Alle bekannten Fälle finden Sie hier: Plagiatsaffären A-Z
Wenn gegen Sie ein Plagiatsvorwurf erhoben wird:
Unabsichtliche Plagiate entstehen meist durch schlechte Organisation und Zeitdruck. Mit diesen 8 Tipps vermeiden Sie Plagiate sicher:
Notieren Sie bei JEDER Information sofort: Autor, Jahr, Seite. Nutzen Sie Tools wie Citavi, Zotero oder Excel für Ihre Literaturrecherche.
Trennen Sie in Notizen klar: Was ist fremder Inhalt (→ Quelle angeben)? Was sind eigene Gedanken (→ markieren mit [eigene Idee])?
Fügen Sie Quellenangaben WÄHREND des Schreibens ein, nicht erst später. "Das mache ich später" führt fast immer zu vergessenen Quellen!
Formulieren Sie fremde Gedanken in eigenen Worten um – und geben Sie trotzdem die Quelle an! Paraphrasen brauchen ebenfalls Quellenangaben.
Machen Sie sich mit den Zitierregeln vertraut (APA, Harvard, deutsche Zitierweise). Jede Hochschule hat Vorgaben – ein Ghostwriter wird diese Regeln selbstverständlich beachten.
Pflegen Sie jede Quelle sofort ins Literaturverzeichnis ein – am besten automatisch per Word oder Citavi.
Die meisten Plagiate entstehen unter Zeitdruck. Planen Sie realistisch: Bachelorarbeit in 1-6 Wochen – welcher Zeitrahmen passt zu Ihrer Situation?
Prüfen Sie Ihre Arbeit VOR Abgabe mit einer professionellen Plagiatsprüfung. Kostet 20-100€, verhindert aber Katastrophen. Informieren Sie sich auch über die Ghostwriter Preise, falls Sie professionelle Unterstützung benötigen.
Wenn Sie unsicher sind oder zusätzliche Sicherheit wünschen:
Hier beantworten wir die 8 häufigsten Fragen rund um Plagiate – von der Definition bis zu rechtlichen Konsequenzen.
Ein Plagiat ist die unerlaubte Übernahme fremder geistiger Leistungen ohne Kennzeichnung der Quelle. Dies umfasst Texte, Ideen, Abbildungen, Musik und andere kreative Werke. Die Übernahme kann vollständig oder teilweise, wörtlich oder sinngemäß erfolgen.
Ein Plagiat liegt bereits vor, wenn Sie einen einzigen fremden Satz ohne Quellenangabe übernehmen – egal ob wörtlich kopiert oder in eigenen Worten umformuliert. Auch die Übernahme von Ideen, Gliederungen oder Abbildungen ohne Quellenangabe gilt als Plagiat.
0% Plagiat ist erlaubt in wissenschaftlichen Arbeiten. Der "Ähnlichkeitsscore" einer Plagiatssoftware (z.B. 15% oder 30%) bedeutet nicht, dass die Arbeit zu diesem Prozentsatz aus Plagiaten besteht – er zeigt nur Übereinstimmungen mit anderen Texten an, die auch korrekte Zitate, Fachtermini oder Standardformulierungen umfassen können.
Ein Zitat ist die gekennzeichnete Übernahme fremder Inhalte mit korrekter Quellenangabe (Anführungszeichen + Fußnote + Literaturverzeichnis). Ein Plagiat ist die ungekennzeichnete Übernahme ohne Quellenangabe. Der entscheidende Unterschied: Beim Zitat ist für den Leser klar ersichtlich, dass der Inhalt von jemand anderem stammt.
Die Konsequenzen reichen je nach Schwere von Note 5,0 ("nicht bestanden") über Verlust des Prüfungsanspruchs bis zur Exmatrikulation. Bei bereits abgeschlossenen Arbeiten kann der akademische Grad aberkannt werden. Manche Hochschulen verhängen auch Ordnungsgelder (100-1.000€).
Ja. Aus rechtlicher Sicht spielt Vorsatz keine Rolle – auch unabsichtliche Plagiate sind Plagiate. Für die Bewertung durch die Hochschule ist jedoch die Täuschungsabsicht relevant: Versehentlich vergessene Anführungszeichen werden meist als Formfehler gewertet (Punktabzug), systematische Plagiate als Täuschung (Note 5,0 oder Exmatrikulation).
Ein Selbstplagiat (Eigenplagiat) liegt vor, wenn Sie eigene bereits veröffentlichte Texte oder Teile davon in einer neuen Arbeit wiederverwenden, ohne auf die Original-Veröffentlichung zu verweisen. In der Wissenschaft ist dies problematisch, da Sie dieselbe Leistung mehrfach als neue Erkenntnis geltend machen.
Professionelle Plagiatsprüfungen bieten u.a.: BAS Plagiatsprüfung (deutsch, 70+ Mrd. Quellen, DSGVO-konform), PlagScan, Turnitin, Urkund. Kostenlose Tools haben meist kleinere Datenbanken. Investieren Sie 20-100€ in eine professionelle Prüfung – es verhindert Katastrophen. → Jetzt Plagiatsprüfung starten
Als professionelle Ghostwriting-Agentur mit über 13 Jahren Erfahrung unterstützen wir Sie bei allen Aspekten wissenschaftlichen Arbeitens – von der Plagiatsvermeidung bis zur professionellen Plagiatsprüfung.
Hinweis: Wir erstellen ausschließlich Mustervorlagen zur Orientierung. Die Verwendung für Prüfungsleistungen ist nicht gestattet.