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Zitieren

Das Zitieren und Referieren (indirektes Zitieren) bildet eine Grundvoraussetzung der Wissenschaft. Dadurch können Inhalte und Ideen einfacher dem Urheber zugeordnet werden. Darüber hinaus zeigt der Verfasser dem Leser, mit welchen themenrelevanten Inhalten er sich befasst und verarbeitet hat. Die Nutzung von Zitaten dient nicht nur der Auseinandersetzung, sondern auch zur Interpretierung und Widerlegung von bereits existierenden Ansätzen sowie zur Unterstützung eigener Thesen.  Zitate sind ein relevanter Bestandteil, der einen Mehrwert bietet und nicht wegzudenken ist, sodass ein Wegfall eine Lücke in der These entstehen lassen würde. Wenn ein Zitat diese Voraussetzung nicht erfüllt und nur zur Illustration dient (Zitat-Collagen), sollte man auf das Zitat verzichten. Dennoch sollte man nicht gänzlich auf Zitate oder Referate (indirekte Zitate) verzichten, da dies als Mangel an Wissenschaftlichkeit interpretiert und unter Umständen als Leistungsnachweis nicht anerkannt wird. Des Weiteren stehen Arbeiten mit fehlenden Nachweisen grundsätzlich unter Plagiatsverdacht (Plagiatsprüfung). Plagiate, d. h. nicht als Zitat/Referat gekennzeichnete Übernahme von Gedankengut, werden bestraft. Bei zu vielen Zitaten oder Referaten wirkt der Eigenanteil der Arbeit zu gering, um eine herausragende Bewertung zu erhalten. Daher gilt es, ein ausgeglichenes Maß an Zitaten zu finden. Generell sollten indirekte Zitate wesentlich häufiger als direkte Zitate genutzt werden.

Direktes Zitieren

Unter einem direkten Zitat wird die wörtliche Übernahme von Textpassagen/Inhalten aus einer fremden Quelle begriffen. Bei der Übernahme muss das Zitat formal und inhaltlich unverändert bleiben. Dabei gilt es Folgendes zu beachten:

  • Direkte Zitate werden durch Anführungszeichen oder eine kursive Schriftart sowie eine entsprechende Quelle (im Text, Fuß- oder Endnote) gekennzeichnet.
  • Sekundärzitate sollten nur dann genutzt werden, wenn kein Zugriff auf die Primärquelle möglich ist
  • Auslassungen werden durch […] gekennzeichnet
  • Hervorhebungen im Originaltext (z. B. Unterstreichung, S p e r r u n g , CAPSLOCK, Kursivdruck, Fettdruck) müssen zwingend beim direkten Zitieren übernommen werden. Das betrifft auch Rechtschreib- und Druckfehler sowie veraltete Schreibweisen.

Beispiel:

“Aufgabe der Produktpolitik ist die Zusammensetzung des Leistungsprogramms eines Unternehmens” (Scheffler 2014: 6)

Indirektes Zitieren

Bei einem indirekten Zitat werden fremde Textpassagen/Inhalte paraphrasiert. Zwar sind diese auch zu kennzeichnen, jedoch ohne Anführungszeichen u. ä. Kennzeichnungen, sondern mit einer Quellenangabe (im Text, in Fuß- oder Endnote). Indirekte Zitate müssen inhaltlich unverändert (im Sinne des Verfassers) bleiben. Zwar werden fremde Inhalte in eigene Worte gefasst, jedoch ist es immer ratsam eine Quellenangabe einzufügen, sodass das Gedankengut stets dem richtigen Verfasser zugeordnet werden kann.

  • Paraphrasierte Abschnitte werden mit vgl./nach gekennzeichnet

 

 

Beispiel:

Unter der Produktpolitik werden alle Leistungsarten eines Unternehmens verstanden. (vgl. Scheffler 2014: 6)

So zitiert man in WORD

Wichtige Abkürzungen

o. V. = ohne Verfasser

et al. = u. a. (mehrere Verfasser)

Jg.    = Jahrgang

o. S.  = ohne Seitenangabe

o. J.   = ohne Jahresangabe

Hrsg. = Herausgeber

o. O. = ohne Ortsangabe

f.       = folgende Seite

Bd.    = Band

Kurzbeleg und Langbeleg

Durch Kurzbelege im Text wird auf vollständige Angaben im Literaturverzeichnis (Langbelege) verwiesen. Zitate/Belege müssen durch eine einheitliche Formatierung für den Leser überprüfbar und nachvollziehbar sein.

Die APA Zitierweise (American Psychological Association)  ist vor allem in allen natur- und sozialwissenschaftlichen Fachrichtungen gültig.

Kurzbeleg

Beim Kurzbeleg wird nur der Autor(en) und Erscheinungsjahr genannt. Dabei bestehen drei Option für das indirekte Zitat:

  • “… frühere Forschungen (Freud, 1900)
  • “… schon Freud (1900) wies darauf hin…”
  • “Bereits 1900 stellte Freud fest…”

Bei zwei Autoren:

  • “… frühere Forschungen (Müller & Hagen, 1900)
  • “… schon Müller und Hagen (1900) wiesen darauf hin…”

Bei 3 und mehr Autoren:

beim 1. Zitat “… frühere Forschungen (Müller, Hagen, Waller, 1900)

ab dem 2. Mal “… frühere Forschungen (Müller et al., 1900)

Bei mehreren Quellen müssen die Quellen mit einem Semikolon getrennt werden:

“… frühere Forschungen (Müller et al., 1900; Freud, 1966)

Direkte Zitate müssen hingegen obligatorisch mit einer Seitenzahl zitiert werden:

“Wort rufen Affekte hervor und sind allgemeine Mittel zur Beeinflussung der Menschen untereinander.” (Freud, 1966, S. 10)

Bei längeren Zitaten (ab 40 Wörtern) erfolgt das Zitat nach einem Absatz und wird eingerückt; dabei stehen 2 Option zur Verfügung:

  • FLIEßTEXT

“Zitatanfang …………………………………………………………….

……………………………………………………………………………….

……………………………………………………………….Zitatende” (Freud, 1966, S. 10)

  • Freud (1966) definiert das Phänomen folgendermaßen:

“Zitatanfang …………………………………………………………….

……………………………………………………………………………….

……………………………………………………………….Zitatende” (S. 10)

Bei Sekundärzitaten muss obligatorisch die Anmerkung zitiert nach erscheinen:

“In den Forschungen von Freud (1966, zitiert nach Böhn, 1990, S. 20)

Bei Online-Quellen:

“… an aktuellen Beispielen” (business-and-science.de, o. S.)

Langbeleg

Beim Langbeleg muss eine vollständige Quellenangabe erfolgen:

Einzelwerke: Autor, A. (Jahreszahl). Titel des Werkes. Ort: Verlag (falls Band/Auflage enthalten: Autor, A. (Jahreszahl). Titel des Werkes (Band/Auflage). Ort: Verlag

Hannemann, M. (2012). Die 4 Fertigkeiten (3. Auflage). München: Klett

Sammelwerke: Autor, A. (Jahreszahl). Kapitel. In A. Autor (Hrsg.), Titel (Seitenzahl). Ort: Verlag.

Müller, B. (1997). DAF-Unterricht. In W. Spreicher & F. Mahnke (Hrsg.), Entwicklung in der Mittelstufe (S. 261–271). München: Klett.

Magazine: Autor, D. & Autor, D. (Jahreszahl). Artikeltitel. Zeitschrift/Magazine, Ausgabe, Seitenzahl.

Hebner, F. (2010). Neues aus dem Westen. Stern, 340 (6), 39–43.

Online-Quellen: Website (Jahreszahl). Titel. Verfügbar unter Link [Datum].

Business And Science (2017). Vorlage für Hausarbeit. Verfügbar unter https://business-and-science.de/wp-content/uploads/2017/02/Vorlage-Hausarbeit.docx [11.05.2017].

Die Harvard Zitierweise (von Universität Harvard entwickelt) ist vor allem in allen wirtschafts- und sozialwissenschaftlichen Fachrichtungen gültig.

Kurzbeleg

Beim Kurzbeleg wird nur der Autor(en), Erscheinungsjahr und Seitenzahl genannt. Dabei bestehen 3 Option für ein indirektes Zitat:

“… frühere Forschungen (Freud 1900: 25)
“… schon Sigmund Freud (1900: 25) wies darauf hin…”
“Bereits 1900 stellte Freud (25) fest…”

Bei zwei Autoren:

“… frühere Forschungen (Müller / Hagen 1900: 39-45)
“… schon Müller und Hagen (1900: 39-45) wiesen darauf hin…”

Bei 3 und mehr Autoren:

 “… frühere Forschungen (Müller et al. 1900: 12)

“… bereits Müller et al. (1900: 39-45)

Bei mehreren Quellen müssen die Quellen mit einem Semikolon getrennt werden:

“… frühere Forschungen (Müller et al., 1900: 4; Freud 1966: 44)

Bei längeren Zitaten (ab 40 Wörtern) erfolgt das Zitat nach einem Absatz und wird eingerückt; dabei stehen 2 Option zur Verfügung:

FLIEßTEXT

“Zitatanfang …………………………………………………………….

……………………………………………………………………………….

……………………………………………………………….Zitatende” (Freud 1966: 10)

Freud (1966) definiert das Phänomen folgendermaßen:

“Zitatanfang …………………………………………………………….

……………………………………………………………………………….

……………………………………………………………….Zitatende” (10)

Bei Sekundärzitaten muss zwingend die Anmerkung zitiert nach erscheinen:

“In den Forschungen von Freud (von Freud 1966, zitiert nach Böhn 1990: 20)

Bei Online-Quellen:

“Einer Umfrage nach… (Statistisches Bundesamt Deutschland 2011).”

Langbeleg

Beim Langbeleg muss die Quelle vollständig genannt werden:

Einzelwerke: Autor, Vorname (Jahreszahl): Titel des Werkes, Ort: Verlag. (falls Band/Auflage enthalten: Autor, Vorname (Jahreszahl): Titel des Werkes, Band/Auflage, Ort: Verlag.

Wegmann, Gerhard (2002): Leitzinssatz, 6. Aufl., München: Verlag Franz Vahlen.

Sammelwerke: Autor, Vorname (Jahreszahl): Kapitel, in: Vorname Autor (Hrsg.), Titel, Ort: Verlag, Seitenzahl.

Müller, Albert (2003): Der Fremde, in: Barbara Wegweiser (Hrsg.), Ein Lesebuch mit Bildern, München: Klett, S. 105-114.

Magazine: Autor, Vorname / Autor, Vorname (Jahreszahl): Artikeltitel. Zeitschrift/Magazine, Ausgabe, Seitenzahl.

Fechner, Robert / Neusteiger, Manuel  (2010): Marketing-Mix. Stern, in: Die Zeit, Jg. 61, Nr. 52, S. 27.

Online-Quellen: Website (Jahreszahl): Titel, [online] Link [Datum].

Statistisches Bundesamt Deutschland (2006): Fast 30% aller Kinder kamen 2005 außerehelich zur Welt, [online] http://www.destatis.de/presse/deutsch/pm2007/zdw4.htm [25.01.2007].

Die Chicago Zitierweise (Chicago Manual of Style) wird vor allem in Qualifizierungs- und Facharbeiten in der Schweiz genutzt. Bei dieser Zitierweise stehen 2 Zitationsformen zur Auswahl:

  • in den Fußnoten (vollständige Zitierweise)
  • im Fließtext (Kurze Zitierweise)

Da, die Fußnoten-Zitierweise dem Langbeleg (Literaturverzeichnis) der Zitierweise im Fließtext entspricht, wird nur die Fließtext-Ziatation erläutert.

Kurzbeleg

Beim Kurzbeleg wird nur der Autor(en), Erscheinungsjahr und Seitenzahl aufgeführt:

“… frühere Ergebnissen (Freud 1900, 25)

Bei zwei Autoren:

(Wester und Gaben 1999, 18-39)

Bei 3 und mehr Autoren:

(Seller et al. 2014, 262)

Bei mehreren Quellen müssen die Quellen mit einem Semikolon getrennt werden:

(Duck et al. 2000, 4; Seller 2014, 44)

Bei längeren Zitaten (ab 40 Wörtern) erfolgt das Zitat nach einem Absatz und wird eingerückt; dabei stehen 2 Option zur Verfügung:

FLIEßTEXT

“Zitatanfang …………………………………………………………….

……………………………………………………………………………….

……………………………………………………………….Zitatende” (Freud 1966, 10)

Freud (1966) definiert das Phänomen folgendermaßen:

“Zitatanfang …………………………………………………………….

……………………………………………………………………………….

……………………………………………………………….Zitatende” (10)

Bei Sekundärzitaten muss zwingend die Anmerkung zitiert nach erscheinen:

“In den Forschungen von Freud (Freud 1966, zitiert nach Böhn 1990, 20)

Bei Online-Quellen:

“Einer Umfrage nach… (Business And Science).”

Langbeleg

Beim Langbeleg muss die Quelle vollständig genannt werden:

Einzelwerke: Autor, Vorname. Jahreszahl. Titel des Werkes. Ort: Verlag. (falls Band/Auflage enthalten: Autor, Vorname. Jahreszahl. Titel des Werkes. Band/Auflage. Ort: Verlag.

Wittmann, Mandy. 2014. Splitt-Testing. Chicago: University of Chicago Press.

Sammelwerke: Autor, Vorname. Jahreszahl. Kapitel. In Titel, herausgegeben von Vorname Autor, Seitenzahl. Ort: Verlag.

Mohn, Udo. 2009. Unternehmensbewertung. In Einführung in die Betriebswirtschaftslehre, herausgegeben von Rolf Mann und Thomas Müller, S. 79–99. München: Klett.

Magazine: Autor, Vorname. Artikeltitel. Zeitschrift/Magazine Ausgabe: Seitenzahl.

Smith, John. 2005. The origin of altruism. Nature 393: S. 120–140.

Online-Quellen: Website. Titel. Link (aufgerufen am Datum)

Business And Science.  Vorlagen. https://business-and-science.de/downloads (aufgerufen am 3.05.2015)

Die MLA Zitierweise (Modern Language Association) wird vor allem in Sprach- und Kulturwissenschaften genutzt. Der Verweis erfolgt bei dieser Zitierweise nicht in den Fußnoten, sondern im Text (Amerikanische Zitierweise).

Kurzbeleg

Beim Kurzbeleg wird nur der Autor(en) Seitenzahl genannt. Auf die Jahresangabe wird verzichtet.

(Freud 22-25)

“Den gleichen Ansatz verfolgt Freud (22-25)…”

Bei zwei Autoren:

“… frühere Ergebnisse (Müller und Hagen 39-45)

Bei 3 und mehr Autoren:

“… frühere Forschungen (Pouls et al. 12)

“… bereits Pouls et al. (39-45)

Bei mehreren Quellen müssen die Quellen mit einem Semikolon getrennt werden:

“… frühere Forschungen (Müller et al. 4; Freud 44  )

Bei längeren Zitaten (ab 40 Wörtern) erfolgt das Zitat nach einem Absatz und wird eingerückt; dabei stehen 2 Option zur Verfügung:

FLIEßTEXT

“Zitatanfang …………………………………………………………….

……………………………………………………………………………….

……………………………………………………………….Zitatende” (Freud 10)

Freud definiert das Phänomen folgendermaßen:

“Zitatanfang …………………………………………………………….

……………………………………………………………………………….

……………………………………………………………….Zitatende” (10)

Bei Sekundärzitaten muss zwingend die Anmerkung zitiert nach erscheinen:

“In den Forschungen… (Sagan, zitiert nach Steiner und Müller, 225)

Bei Online-Quellen:

“Den Forschungen nach… (Statistisches Bundesamt Deutschland o. S.).”

Langbeleg

Beim Langbeleg muss die Quelle vollständig genannt werden:

Einzelwerke: Autor, Vorname. Titel des Werkes. Ort: Verlag, Jahr. (falls Band/Auflage enthalten: Autor, Vorname. Titel des Werkes, Band/Auflage, Ort: Verlag.

Wegmann, Gerhard. Sprachforschung: Eine Einführung. 4. Auflage. München: Klett, 2012.

Sammelwerke: Autor, Vorname. “Beitragstitel”. Titel des Werkes. Hrsg. Vorname Autor. Ort: Verlag, Seitenzahl.

Zuber, Werner und Frank Heibert. „Entwicklung von Dialekten”. Sprachforschung. Hrsg. Heinz Hoffmann und Dieter Simmer. Göttingen: Hogrefe, 2014, 343-361.

Magazine: Autor, Vorname / Autor, Vorname. “Artikeltitel”. Zeitschrift/Magazine Jahrgang.Ausgabe (Jahreszahl): Seitenzahl.

Finner, Bjön und Oliver Seckler. “Kriminalität in den Medienwissenschaften.” Journal Hochschuldidaktik 20.2 (2009): 21-22.

Online-Quellen: Website. Titel, Abrufdatum Link < URL >

Statistisches Bundesamt Deutschland. Fast 30% aller Kinder kamen 2005 außerehelich zur Welt. 25. September 2009 < http://www.destatis.de/presse/deutsch/pm2007/zdw4.htm >

Primärliteratur zitieren

Zur Primärliteratur (Literatur von einer Person) gehören Erstveröffentlichungen von Forschungsresultaten eines Autors, wie z. B.:

  • wissenschaftliche Arbeiten (Diplomarbeiten, Dissertationen, Habilitationsschriften)
  • Forschungs-,Konferenz- und Zeitschriftenbeiträge
  • Patente

Sekundärliteratur zitieren

Zur Sekundärliteratur (Literatur über eine Person) gehört ein Überblick über den Inhalt von Originaltexten, wie z. B.:

  • Übersichtsartikel (Reviews) in Büchern/Fachmagazinen
  • Monographien über ein besonderes Fachthema
  • Referatezeitschriften

Tertiärliteratur zitieren

Zur Tertiärliteratur (Literatur über Inhalte) gehört eine Zusammenstellung von Inhalten (ohne Quellenangabe), wie z. B.:

  • Lehrbücher
  • Enzyklopädien
  • Sachbücher