Computational Chemistry in der Masterarbeit & Dissertation

DFT-Rechnungen, Molecular Dynamics und quantenchemische Analysen: So dokumentieren, begruenden und praesentieren Sie computergestuetzte Berechnungen in Ihrer Chemie-Thesis – mit korrekter Methodenbeschreibung, Funktional-/Basissatzwahl und reproduzierbaren Ergebnissen.

DFT (B3LYP, M06-2X, ωB97X-D)
Molecular Dynamics
Gaussian / ORCA / VASP
Energieprofile
Uebergangszustaende

Im Team von Business And Science arbeiten promovierte theoretische Chemiker, die selbst publiziert haben – mit Gaussian, ORCA und VASP, auf DFT- und Post-Hartree-Fock-Niveau. Sie übernehmen Funktionalauswahl mit Benchmark-Begründung, Überganszustandssuche mit IRC-Bestätigung und die Erstellung publikationsreifer Energieprofile. Computational-Chemistry-Projekte gehören zu den Arbeiten, bei denen der Methodenteil über die Note entscheidet – und genau dort setzen wir an.

1. Computational Chemistry: Einordnung & Stellenwert in der Thesis

Computational Chemistry umfasst alle Methoden, die chemische Probleme mit mathematischen Modellen und Computeralgorithmen loesen. In der Thesis kommt sie in zwei Varianten vor: als eigenstaendige theoretische Arbeit (rein computerguestuetzt, ohne Labor) oder als Ergaenzung zu experimentellen Ergebnissen (z.B. DFT-Rechnungen zur Unterstuetzung einer Strukturzuordnung).

MethodeAnsatzTypische SystemgroesseThesis-Einsatz
DFTElektronendichtefunktional1–500 AtomeGeometrien, Energien, Reaktionsmechanismen, Spektrenvorhersage
Ab-initio (HF, MP2, CCSD(T))Wellenfunktionsbasiert1–50 AtomeBenchmark-Rechnungen, hochgenaue Energien, Referenzwerte
Semiempirisch (PM7, GFN2-xTB)Parametrisierte Naeherung100–10.000 AtomeKonformationssuche, Voroptimierung, grosse Molekuele
Molecular Dynamics (MD)Newtonsche Mechanik + Kraftfeld10.000–1.000.000 AtomeProteine, Loesungsmitteleffekte, Materialien, Dynamik
Ab-initio MD (AIMD)DFT-basierte Dynamik50–500 AtomeReaktionsdynamik, Protonentransfer, Festkoerper
Periodische DFTDFT mit periodischen RandbedingungenEinheitszelle (10–500 Atome)Festkoerper, Oberflaechen, Katalyse, Materialdesign

Ob rein theoretische Dissertation mit VASP-Oberflächenrechnungen oder DFT-Ergänzung zu einer experimentellen Masterarbeit – wir haben Autoren, die beide Szenarien aus eigener Forschungspraxis kennen. Bringen Sie bereits optimierte Strukturen oder Gaussian-Logfiles mit, übernehmen wir Interpretation, Thermochemie-Korrektur und Ergebnisdarstellung.

Computational Chemistry: Wann eigenstaendig, wann ergaenzend?

Eigenstaendige Thesis: Die gesamte Arbeit basiert auf Rechnungen – kein Labor. Typisch in Physikalischer Chemie, Theoretischer Chemie, Materialwissenschaft. Der Methodenteil muss besonders ausfuehrlich sein. Ergaenzend: DFT-Rechnungen stuetzen experimentelle Ergebnisse – z.B. Bestaetigung eines Reaktionsmechanismus, Vorhersage von NMR-Verschiebungen oder IR-Frequenzen, Erklaerung der Stereoselektivitaet einer Reaktion. In beiden Faellen: Methodenwahl begruenden.

2. DFT-Rechnungen: Funktionale & Basissaetze

Die Dichtefunktionaltheorie (DFT) ist die meistverwendete Methode der Computational Chemistry. Die zentrale Entscheidung: Welches Funktional und welchen Basissatz verwende ich? Diese Wahl bestimmt die Genauigkeit und den Rechenaufwand – und muss in der Thesis begruendet werden.

2.1 Gaengige Funktionale

FunktionalTypStaerkenSchwaechenEmpfohlener Einsatz
B3LYPHybrid-GGABreit validiert, schnell, gute GeometrienSchlechte Dispersion, mittlere BarrierenGeometrien, Thermochemie (mit D3-Korrektur)
M06-2XMeta-Hybrid-GGAGute nichtkovalente Wechselwirkungen, BarrierenSchwere Elemente problematischOrganische Reaktionsmechanismen, Barrieren
ωB97X-DRange-Separated Hybrid + DispersionGute Balance Genauigkeit/Kosten, Dispersion inkludiertEtwas langsamer als B3LYPAllrounder fuer organische Chemie
PBE / PBE0GGA / Hybrid-GGAEffizient fuer Festkoerper, gute GitterparameterBandluecken unterschaetzt (PBE)Periodische Rechnungen, Materialien
BP86GGASchnell, gute Geometrien fuer UebergangsmetalleKeine exakte Austausch-BeimischungUebergangsmetallkomplexe, IR-Frequenzen
TPSS / TPSShMeta-GGA / HybridGute UebergangsmetallchemieDispersion fehltAnorganische Komplexe, Spinzustaende

Die Wahl zwischen ωB97X-D für organische Mechanismen, PBE-D3 für periodische Systeme oder BP86 für Übergangsmetalle ist keine Geschmacksfrage – sie muss durch Benchmark-Literatur gestützt werden. Genau diese Begründung liefern unsere Autoren im Methodenteil mit, inklusive der passenden Referenzen.

2.2 Dispersionskorrektur

Dispersion ist (fast) immer noetig

Klassische Funktionale (B3LYP, PBE) unterschaetzen van-der-Waals-Wechselwirkungen systematisch. Die empirische Dispersionskorrektur D3(BJ) (Grimme, 2011) behebt das Problem mit minimalem Rechenaufwand. In der Thesis: Verwenden Sie immer eine Dispersionskorrektur, es sei denn, Sie begruenden explizit, warum nicht (z.B. rein kovalente Systeme ohne nichtkovalente Interaktionen). Angabe: „B3LYP-D3(BJ)" oder „PBE-D3(BJ)". Referenz: Grimme et al., J. Chem. Phys. 2010, 132, 154104.

2.3 Basissaetze

BasissatzGroesseEinsatzBemerkung
6-31G(d)Klein (Double-Zeta)Voroptimierung, grosse SystemeFuer Energien zu klein – nur fuer Geometrien
6-311+G(d,p)Mittel (Triple-Zeta)Guter Kompromiss fuer organische MolekueleStandard fuer Bachelorarbeit
def2-TZVPMittel-gross (Triple-Zeta)Allrounder, gut fuer UebergangsmetalleEmpfohlen als Standard (Ahlrichs-Basissaetze)
def2-QZVPGross (Quadruple-Zeta)Basisssatzlimitnaehe, BenchmarkSingle-Point-Energien auf optimierter Geometrie
cc-pVTZ / aug-cc-pVTZMittel-grossHochgenaue Ab-initio-Rechnungen (MP2, CCSD(T))Korrelationskonsistente Basissaetze (Dunning)
Formulierungsbeispiel Methodenteil

Alle DFT-Rechnungen wurden mit dem Programm Gaussian 16 Rev. C.01 durchgefuehrt. Geometrieoptimierungen und Frequenzanalysen erfolgten auf dem B3LYP-D3(BJ)/def2-TZVP-Niveau. Energien wurden auf dem B3LYP-D3(BJ)/def2-QZVP-Niveau als Single-Point-Rechnungen auf den optimierten Geometrien bestimmt. Loesungsmitteleffekte (Dichlormethan) wurden mit dem SMD-Modell (Marenich, Cramer, Truhlar, J. Phys. Chem. B 2009, 113, 6378) beruecksichtigt. Alle stationaeren Punkte wurden durch Frequenzanalyse charakterisiert: Minima zeigen keine imaginaeren Frequenzen, Uebergangszustaende genau eine.

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Funktionalwahl mit Benchmark-Referenz, Basissatzprotokoll mit Single-Point-Korrektur, Dispersionskorrektur als Standard und nicht als Ausnahme – so sieht ein Computational-Methodenteil aus, der Gutachter überzeugt. Und so arbeiten die theoretischen Chemiker in unserem Team.

3. Geometrieoptimierung & Frequenzanalyse

Geometrieoptimierung

Findet die energetisch guenstigste Struktur (lokales Minimum auf der Potentialenergieflaeche). In der Thesis dokumentieren: Funktional/Basissatz, Konvergenzkriterien (Energie, Gradient, Verschiebung), ob Symmetriebeschraenkungen verwendet wurden, Startgeometrie (woher?).

  • Konvergenz pruefen: Ist die Optimierung konvergiert? Maximale Anzahl Iterationen erreicht?
  • Mehrere Konformere: Haben Sie verschiedene Startgeometrien getestet? Das globale Minimum finden erfordert Konformationssuche.
  • Loesungsmittel: Wurde ein implizites Loesungsmittelmodell (PCM, SMD, COSMO) verwendet?

Frequenzanalyse

Berechnet die Schwingungsfrequenzen und bestaetigt die Natur des stationaeren Punktes. In der Thesis ist die Frequenzanalyse Pflicht fuer jeden optimierten stationaeren Punkt.

  • Minimum: Keine imaginaeren Frequenzen (alle positiv)
  • Uebergangszustand: Genau eine imaginaere Frequenz (entlang der Reaktionskoordinate)
  • Thermochemie: Frequenzanalyse liefert ZPE (Zero-Point Energy), ΔH, ΔG bei 298.15 K und 1 atm
  • IR-Vorhersage: Berechnete Frequenzen mit Skalierungsfaktor multiplizieren (z.B. 0.967 fuer B3LYP/6-311+G(d,p))

4. Uebergangszustaende & Energieprofile

Die Berechnung von Uebergangszustaenden (TS) und Reaktionsprofilen ist die Koenigsdisziplin der Computational Chemistry in der organischen und anorganischen Chemie. Ein korrekt berechneter Uebergangszustand erklaert die Selektivitaet einer Reaktion und stuetzt den vorgeschlagenen Mechanismus.

Uebergangszustand-Suche: Workflow

  • 1. Startstruktur: Manuelle Konstruktion (Bindung auf Halbweg zwischen Edukt und Produkt) oder QST2/QST3-Methode (Gaussian) bzw. NEB (ORCA, VASP)
  • 2. TS-Optimierung: Opt=(TS, CalcFC) oder Opt=(TS, CalcAll) in Gaussian. Bergling/OptTS in ORCA
  • 3. Frequenzanalyse: Genau eine imaginaere Frequenz? Visualisieren: Zeigt die Schwingung entlang der erwarteten Reaktionskoordinate?
  • 4. IRC (Intrinsic Reaction Coordinate): Bestaetigt, dass der TS Edukt und Produkt verbindet. In beide Richtungen berechnen (forward/reverse)
  • 5. Energieprofil: Relative Energien (ΔG) aller stationaeren Punkte (Edukte, Intermediate, TS, Produkte) als Diagramm darstellen

TS-Suche, IRC-Bestätigung, ΔG-Korrektur mit quasiharmonischen Näherungen und CYLview-Darstellung der Energieprofile – dieser vollständige Workflow ist für unsere theoretischen Chemiker Tagesgeschäft, nicht Sonderprojekt.

Energieprofil in der Thesis darstellen

Das Energieprofil (Reaktionskoordinate vs. freie Enthalpie ΔG) ist die zentrale Abbildung einer mechanistischen Studie. X-Achse: Reaktionskoordinate (qualitativ, mit Strukturbezeichnungen). Y-Achse: Relative freie Enthalpie in kcal/mol oder kJ/mol (Edukte = 0). Jeder stationaere Punkt wird als horizontale Linie dargestellt, verbunden durch gestrichelte Linien ueber die Uebergangszustaende. Strukturen als Miniaturen neben den Energieniveaus zeigen. Software: Origin, Matplotlib, oder spezialisiert: GoodVibes (fuer quasiharmonische Korrekturen). Darstellungs-Details im Abbildungen-Guide.

ΔE vs. ΔH vs. ΔG – was angeben?

Gutachter erwarten ΔG (freie Enthalpie) bei 298.15 K fuer Reaktionen in Loesung – nicht ΔE (elektronische Energie ohne thermische Korrekturen). ΔE allein ueberschaetzt Barrieren und ignoriert entropische Beitraege. Protokoll: Geometrieoptimierung + Frequenzanalyse (liefert thermische Korrekturen) → ΔG = ΔE + ΔZPE + ΔH_therm - TΔS. Bei Loesungsmittelrechnungen: SMD- oder PCM-Korrektur auf Gasphase-Thermochemie aufaddieren.

5. Molecular Dynamics (MD) in der Thesis

Molecular Dynamics simuliert die zeitliche Entwicklung eines molekularen Systems unter dem Einfluss eines Kraftfelds. In der Thesis kommt MD bei Proteinen, Loesungsmitteleffekten, Materialien und Festkoerpern zum Einsatz.

Pflichtangaben fuer MD im Methodenteil

  • Software: GROMACS, AMBER, NAMD, LAMMPS, VASP (fuer AIMD)
  • Kraftfeld: Name und Version (z.B. AMBER ff14SB, CHARMM36m, OPLS-AA, GAFF2)
  • System: Anzahl Atome, Box-Groesse, Loesungsmittelmodell (TIP3P, SPC/E), Gegenionen
  • Equilibrierung: NVT- und NPT-Phasen mit Dauer, Thermostat (Nose-Hoover, Berendsen), Barostat
  • Produktionslauf: Dauer (ns, μs), Zeitschritt (typisch 2 fs mit SHAKE/LINCS-Constraints), Temperatur, Druck
  • Langreichweitige Wechselwirkungen: PME (Particle Mesh Ewald) fuer Elektrostatik, Cutoff fuer van-der-Waals
  • Analyse: RMSD, RMSF, Radiale Verteilungsfunktion, freie Energie (Umbrella Sampling, Metadynamics)

Klassische MD

Kraftfeldbasiert: Atome als klassische Teilchen, keine Elektronen. Schnell (Mikrosekunden-Zeitskala), grosse Systeme (Millionen Atome). Limitierung: Keine Bindungsbrueche, keine Reaktionen.

Thesis-Einsatz: Protein-Ligand-Interaktionen, Membranen, Polymerdynamik, Kristallkeimbildung.

Ab-initio MD (AIMD / Born-Oppenheimer MD)

DFT-basiert: Kraefte aus quantenchemischer Rechnung bei jedem Zeitschritt. Langsam (Pikosekunden), kleine Systeme. Kann Bindungsbrueche und Reaktionen simulieren.

Thesis-Einsatz: Reaktionsdynamik, Protonentransfer, Wasser an Oberflaechen, Katalyse.

6. Software & Dokumentation

SoftwareMethodenLizenzTypischer Einsatz
Gaussian 16DFT, HF, MP2, CCSD(T), TD-DFTKommerziell (Campuslizenz)Standard fuer Molekuel-DFT, Organische Chemie
ORCA 5DFT, DLPNO-CCSD(T), CASSCF, TD-DFTKostenlos (akademisch)Alternative zu Gaussian, stark bei Uebergangsmetallen
VASPPeriodische DFT (PAW, Plane-Wave)KommerziellFestkoerper, Oberflaechen, Materialien
Quantum ESPRESSOPeriodische DFT (Plane-Wave)Open SourceFestkoerper, AIMD (kostenlose Alternative zu VASP)
TURBOMOLEDFT, RI-Approximation, TDDFTKommerziellGrosse Molekuele (effiziente RI-Methoden)
GROMACSKlassische MDOpen SourceBiomolekulare Simulationen, Polymere
AMBERKlassische MDKommerziellProtein-Ligand, Pharma

Dokumentation: Was in den Methodenteil gehoert

Checkliste Computational-Methodenteil

  • Software: Name, Version, Revisionsnummer (z.B. Gaussian 16, Rev. C.01)
  • Methode: Funktional, Basissatz, Dispersionskorrektur (z.B. B3LYP-D3(BJ)/def2-TZVP)
  • Loesungsmittelmodell: PCM, SMD oder COSMO mit Loesungsmittel und ε
  • Konvergenzkriterien: Opt=tight, Int=UltraFine (oder aequivalent)
  • Frequenzanalyse: Durchgefuehrt? Skalierungsfaktor fuer IR-Vergleich?
  • Fuer TS: Suchmethode (QST2, NEB), IRC bestaetigt?
  • Thermochemie: Temperatur, Druck, quasiharmonische Korrekturen?
  • Rechenressourcen: Cluster/HPC-System, Anzahl Kerne, Rechenzeit (optional, aber gute Praxis)
  • Visualisierung: Software fuer Strukturdarstellung (GaussView, Avogadro, CYLview, PyMOL)
Koordinaten im Anhang

Gutachter und Reviewer erwarten zunehmend, dass kartesische Koordinaten (XYZ) aller optimierten Strukturen im Anhang oder als Supporting Information verfuegbar sind. In der Dissertation: Entweder als Tabelle im Anhang oder als elektronisches Supplement (ZIP-Datei mit .xyz- oder .log-Dateien).

7. Haeufige Fehler bei Computational Chemistry in der Thesis

Funktionalwahl nicht begruendet

B3LYP wird verwendet, weil es „ueblich" ist – ohne Begruendung, warum es fuer die spezifische Fragestellung geeignet ist. Verweisen Sie auf Benchmark-Studien, die zeigen, dass das gewaehlte Funktional fuer Ihre Reaktionsklasse gute Ergebnisse liefert.

Keine Dispersionskorrektur

B3LYP ohne D3-Korrektur fuer Systeme mit nichtkovalenten Wechselwirkungen. Seit Grimme (2010) gibt es keinen Grund mehr, auf Dispersionskorrektur zu verzichten – der Rechenaufwand ist minimal.

Keine Frequenzanalyse

Geometrie wird optimiert, aber die Frequenzanalyse fehlt. Ohne Frequenzanalyse koennen Sie nicht zeigen, ob die Struktur ein Minimum oder ein Sattelpunkt ist. Gutachter erkennen das sofort.

ΔE statt ΔG berichtet

Elektronische Energien (ΔE) werden als Reaktionsenergien praesentiert. Fuer Vergleich mit Experiment: ΔG (freie Enthalpie bei 298 K) verwenden. ΔE ignoriert Zero-Point-Energy und entropische Beitraege.

Zu kleiner Basissatz fuer Energien

6-31G(d) fuer Energien – das ist ein Geometrie-Basissatz. Fuer zuverlaessige Energien mindestens Triple-Zeta (def2-TZVP oder 6-311+G(d,p)). Besser: Single-Point-Energie mit groesserem Basissatz auf optimierter Geometrie.

TS ohne IRC-Bestaetigung

Ein Uebergangszustand wird gefunden, aber der IRC (Intrinsic Reaction Coordinate) wird nicht berechnet. Ohne IRC koennen Sie nicht beweisen, dass der TS die richtigen Edukte und Produkte verbindet.

Haeufig gestellte Fragen zu Computational Chemistry in der Thesis

Welches Funktional soll ich verwenden?

Das haengt von der Fragestellung ab. Organische Reaktionsmechanismen: ωB97X-D oder M06-2X (gute Barrieren und nichtkovalente Wechselwirkungen). Geometrien und Thermochemie: B3LYP-D3(BJ) (breit validiert, kostenguenstig). Uebergangsmetalle: BP86, TPSS oder TPSSh (gute Spinzustaende). Festkoerper: PBE oder PBE-D3(BJ). Hochgenaue Energien: DLPNO-CCSD(T) (goldener Standard, verfuegbar in ORCA). Regel: Begruenden Sie Ihre Wahl mit einem Literaturverweis auf eine Benchmark-Studie fuer Ihre Reaktionsklasse.

Kann ich eine rein theoretische Bachelorarbeit schreiben?

Grundsaetzlich ja, aber es haengt von der Universitaet und dem Betreuer ab. Bachelorarbeiten in Computational Chemistry sind moeglich, aber seltener als experimentelle Arbeiten. Typische Themen: DFT-Studie eines Reaktionsmechanismus, Konformationsanalyse eines Naturstoffs, Benchmark-Vergleich von Funktionalen. Der Vorteil: Keine Laborzeit, alle Ergebnisse reproduzierbar. Der Nachteil: Der Methodenteil muss sehr detailliert sein, und die Interpretation erfordert ein solides theoretisches Verstaendnis. In der Masterarbeit und Dissertation ist Computational Chemistry ein etablierter Schwerpunkt.

Wie gehe ich mit Loesungsmitteleffekten um?

Drei Ansaetze: (1) Implizites Loesungsmittelmodell (PCM, SMD, COSMO): Loesungsmittel als Kontinuum mit Dielektrizitaetskonstante ε. Einfach, kostenguenstig, Standard fuer die meisten Thesis-Arbeiten. SMD (Marenich, Cramer, Truhlar) ist derzeit das empfohlene Modell. (2) Explizites Loesungsmittel: Einige Loesungsmittelmolekuele werden in die Berechnung einbezogen (z.B. Wasserstoffbrueckenbindungen). Aufwendiger, aber noetig bei starker spezifischer Solvatation. (3) Hybrid: Explizite erste Solvathuelle + implizites Modell fuer den Rest. In der Thesis: Mindestens ein implizites Modell verwenden. Begruenden, welches Modell und welches Loesungsmittel (ε-Wert angeben).

Wie bestaetge ich einen Uebergangszustand?

Drei Schritte: (1) Frequenzanalyse: Genau eine imaginaere Frequenz. (2) Visualisierung: Die imaginaere Schwingung muss entlang der erwarteten Reaktionskoordinate verlaufen (z.B. Bindungsbruch/-bildung). Nutzen Sie GaussView, Avogadro oder Molden zur Visualisierung. (3) IRC: Intrinsic Reaction Coordinate in beide Richtungen (forward und reverse) berechnen. Der IRC muss zu den erwarteten Edukten und Produkten fuehren. Erst wenn alle drei Kriterien erfuellt sind, ist der TS bestaetigt. In der Thesis: Alle drei Kriterien dokumentieren.

Gaussian oder ORCA – welche Software soll ich nutzen?

Gaussian 16 ist der historische Standard – breit validiert, riesige Nutzerbasis, exzellente Dokumentation. Nachteil: teuer (Campuslizenz noetig). ORCA 5 ist kostenlos fuer Akademiker und in vielen Bereichen gleichwertig oder ueberlegen: bessere Uebergangsmetall-Methoden (DLPNO-CCSD(T)), effizientere Algorithmen (RI-Approximation), aktive Weiterentwicklung. Fuer periodische Rechnungen: VASP (kommerziell) oder Quantum ESPRESSO (Open Source). Fuer MD: GROMACS (Open Source) oder AMBER. Empfehlung: Verwenden Sie, was an Ihrem Lehrstuhl Standard ist – das erleichtert den Support.

Wie stelle ich berechnete Strukturen in der Thesis dar?

Molekuele: GaussView, CYLview (speziell fuer Reaktionsmechanismen, kostenlos), Avogadro (Open Source), PyMOL (Proteine). Fuer Publikationsqualitaet: CYLview erzeugt Raytracing-Bilder direkt. Energieprofile: Origin oder Matplotlib (Python). Horizontale Linien fuer stationaere Punkte, gestrichelte Linien fuer TS-Verbindungen, Miniaturstrukturen neben den Niveaus. Orbitale: GaussView oder Avogadro fuer HOMO/LUMO, Elektrostatisches Potential (ESP). Kristallstrukturen (periodisch): VESTA (kostenlos, Standard fuer Festkoerperchemie). Details im Abbildungen-Guide.

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