Indirekte Zitate

Im Gegensatz zum direkten Zitat geben indirekte Zitate einen Text wieder, ohne den exakten Wortlaut der Quelle zu nennen. Auch wenn die Quelle nicht eins-zu-eins übernommen wird, muss sie beim indirekten Zitat angegeben werden. Indirekte Zitate dürfen den Inhalt nicht verfälschen und müssen ihn im Sinne des Autoren wiedergeben. Dabei darf der Inhalt auch nicht aus seinem Gesamtkontext herausgerissen werden. Indirekte Zitate verwendet man in wissenschaftlichen Arbeiten wie Referaten, Abstracts oder sonstigen Hausarbeiten.

Beim indirekten Zitat wird das Zitat nicht mit Anführungszeichen gekennzeichnet. Es muss durch andere Angaben kenntlich gemacht werden.

Hier gibt es verschiedene Zitierweisen:

  • Man nennt den Autor und verweist auf seine Aussage. Die komplette Quellenangabe muss dann im Literaturverzeichnis angegeben werden: Laut Jensgens ist es sehr schwer nachzuvollziehen, warum Person Y auf diese Weise reagieren würde.
  • Wenn man den Autor nicht im Fließtext nennt, muss man indirekte Zitate mit „vgl.“ kennzeichnen. Das „vgl.“ steht für „vergleiche“ und wird in der Regel in einer Klammer nach dem indirekten Zitat gesetzt. Dem „vgl.“ folgt die Quellenangabe in Kurzform: Die In-Gruppe versucht mit negativen Bemerkungen sich von der Out-Gruppe abzugrenzen (vgl. Jäger 2001, S. 77). Anstatt „vgl.“ kann auch ein nach verwendet werden: Die In-Gruppe versucht mit negativen Bemerkungen sich von der Out-Gruppe abzugrenzen (nach Jäger 2001, S. 77).
  • Indirekte Zitate versus sinngemäße Zitate

    Indirekte Zitate sollte man nicht mit sinngemäßen Zitaten verwechseln. Ein sinngemäßes Zitat wird verwendet, wenn man mit einem eigenen Text auf eine Theorie, einen Autor oder eine Methode Bezug nimmt. Dann setzt man die Quelle in eine Klammer und gibt die vollständige Quelle dann im Literaturverzeichnis an: Die „Dekonstruktion“ (Jacues Derrida) kann als Methode folgenden Aspekt erklären.

    Konjunktiv bei indirekten Zitaten

    Eine Möglichkeit, indirekte Zitate zu kennzeichnen, ist der Konjunktiv. So würde beispielsweise ein indirektes Zitat dann so lauten: Eine Konfliktbewältigungsstrategie wäre ein Versöhnungsgespräch mit Mediation (vgl. Kreuz 2005). Da der Konjunktiv den Lesefluss erschweren kann, wird in vielen Fällen die Variante mit Nennung des Autors bevorzugt: Laut Kreuz ist eine Konfliktbewältigungsstrategie ein Versöhnungsgespräch mit Mediation.