Verstehen Sie den Unterschied zwischen Primärliteratur, Sekundärliteratur und Tertiärliteratur. Lernen Sie, wie Sie die drei Literaturtypen richtig erkennen, korrekt verwenden und wissenschaftlich zitieren – mit praktischen Beispielen für alle Fachbereiche.
In der Wissenschaft unterscheiden wir zwischen drei grundlegenden Literaturtypen, die in jeder akademischen Arbeit eine zentrale Rolle spielen. Die korrekte Unterscheidung zwischen Primärliteratur, Sekundärliteratur und Tertiärliteratur ist fundamental für wissenschaftliches Arbeiten und bestimmt maßgeblich die Qualität Ihrer Recherche.
Originalquellen und Erstveröffentlichungen. Primärliteratur enthält Informationen aus erster Hand und wurde nicht durch Interpretationen anderer gefiltert.
Werke, die Primärliteratur analysieren, interpretieren oder kommentieren. Sie setzen sich mit Originalquellen auseinander und ordnen diese ein.
Nachschlagewerke, die Primär- und Sekundärliteratur zusammenfassen. Sie dienen der ersten Orientierung, nicht als Hauptquelle.
Die korrekte Verwendung der drei Literaturtypen ist kein akademischer Selbstzweck: Primärliteratur liefert originale Erkenntnisse, Sekundärliteratur hilft beim Verstehen und Einordnen, während Tertiärliteratur lediglich der ersten Orientierung dient. Wissenschaftliche Arbeiten sollten primär auf Primär- und Sekundärliteratur basieren – wer hauptsächlich Tertiärliteratur zitiert, zeigt mangelnde Recherchekompetenz.
Primärliteratur bezeichnet Originalquellen, die Informationen aus erster Hand enthalten. Es handelt sich um Werke, die nicht auf anderen Quellen basieren, sondern originale Gedanken, Forschungsergebnisse oder Ereignisbeschreibungen präsentieren. In der wissenschaftlichen Hierarchie bildet Primärliteratur die wichtigste und wertvollste Quellenart.
Originalität: Enthält neue, erstmalig veröffentlichte Informationen oder Gedanken
Authentizität: Stammt direkt von den Urhebern oder unmittelbaren Zeugen
Unmittelbarkeit: Keine Vermittlung durch Interpretationen Dritter
Forschungsgegenstand: Primärliteratur ist das, was analysiert wird – nicht das, was analysiert
Primärliteratur existiert in unterschiedlichsten Formen, abhängig vom Fachgebiet:
Literatur: Johann Wolfgang von Goethe: Faust. Der Tragödie erster Teil (1808)
Philosophie: Immanuel Kant: Kritik der reinen Vernunft (1781)
Geschichte: Anne Franks Tagebuch (1942-1944)
Naturwissenschaft: Charles Darwin: On the Origin of Species (1859)
Medizin: Fleming, A. (1929): "On the Antibacterial Action of Cultures of a Penicillium" (Original-Forschungsartikel)
Sozialwissenschaft: Max Weber: Die protestantische Ethik und der Geist des Kapitalismus (1904/05)
Bibliothekskataloge (OPAC) durchsuchen, Sonderbestände nutzen, Archive für historische Dokumente aufsuchen
Google Scholar, JSTOR, PubMed oder fachspezifische Datenbanken nach Originalstudien durchsuchen
In Sekundärliteratur genannte Primärquellen identifizieren und beschaffen (Schneeballprinzip)
Institutionelle Repositorien, Open-Access-Archive, digitalisierte Sammlungen durchsuchen
Sekundärliteratur bezeichnet Werke, die sich mit Primärliteratur auseinandersetzen – sie analysieren, interpretieren, kommentieren oder bewerten diese. Sekundärliteratur liefert keine originalen Forschungsergebnisse, sondern verarbeitet und kontextualisiert bestehende Primärquellen.
Bezug zur Primärquelle: Setzt sich explizit mit bestehenden Originalwerken auseinander
Interpretativ: Deutet, erklärt oder bewertet Primärliteratur
Kontextualisierend: Ordnet Primärquellen in größere Zusammenhänge ein
Vermittelnd: Macht Primärliteratur zugänglicher oder verständlicher
Literaturinterpretation: Schöne, Albrecht (1994): "Faust. Kommentare" (Interpretation von Goethes Faust)
Biografie: Safranski, Rüdiger (2004): "Schiller oder Die Erfindung des Deutschen Idealismus"
Wissenschaftlicher Review: Smith, J. (2020): "Climate Change: A Systematic Review of Recent Studies" (Meta-Analyse existierender Klimastudien)
Kommentar: Maunz/Dürig: Grundgesetz-Kommentar (Auslegung des Grundgesetzes)
Lehrbuch: Samuelson, P. & Nordhaus, W.: "Economics" (Zusammenfassung volkswirtschaftlicher Theorien)
Verzerrungsgefahr: Sekundärliteratur filtert Informationen durch die Perspektive des Autors – eigene Prüfung der Primärquelle bleibt wichtig.
Fehlende Aktualität: Sekundärliteratur kann veraltet sein, während die Primärquelle zeitlos bleibt.
Ketten-Zitation vermeiden: Immer versuchen, zur Primärquelle vorzudringen statt Sekundärzitate zu verwenden.
Tertiärliteratur fasst Primär- und Sekundärliteratur in kompakter, übersichtlicher Form zusammen. Es handelt sich um Nachschlagewerke und Überblicksdarstellungen, die der schnellen Orientierung dienen. Tertiärliteratur ist hochgradig kondensiert und verzichtet auf wissenschaftliche Tiefe zugunsten von Zugänglichkeit.
Zusammenfassend: Komprimiert Wissen aus vielen Primär- und Sekundärquellen
Überblicksorientiert: Bietet breite Übersicht statt wissenschaftlicher Detailtiefe
Nachschlagecharakter: Dient primär als Einstiegs- und Orientierungshilfe
Allgemeinverständlich: Verzichtet auf Fachterminologie zugunsten der Zugänglichkeit
Klassisches Lexikon: Brockhaus Enzyklopädie (Eintrag zu "Französische Revolution")
Online-Enzyklopädie: Wikipedia-Artikel zu beliebigem Thema
Wörterbuch: Duden – Rechtschreibung und Bedeutungserklärungen
Fachhandbuch: "Handbuch der Psychologie" (Überblick über Teilgebiete)
Bibliografie: MLA International Bibliography (Literaturlisten ohne Interpretation)
Als Hauptquelle: Wissenschaftliche Arbeiten dürfen sich NICHT primär auf Tertiärliteratur stützen. Wikipedia, Brockhaus & Co. sind kein Ersatz für wissenschaftliche Quellen.
Unkritische Übernahme: Tertiärliteratur bietet vereinfachte Darstellungen, die wissenschaftlichen Ansprüchen oft nicht genügen.
Fehlende Wissenschaftlichkeit: Viele Dozenten akzeptieren Tertiärliteratur gar nicht als zitierfähige Quelle.
Wikipedia ist die meistgenutzte Tertiärliteratur-Quelle, aber umstritten:
| Vorteile | Nachteile |
|---|---|
| Schneller Themeneinstieg | Keine Qualitätssicherung durch Peer-Review |
| Umfassende Verlinkungen | Veränderlichkeit der Inhalte |
| Quellenangaben am Artikelende | An vielen Unis nicht zitierfähig |
| Viele Themen abgedeckt | Oft oberflächliche Darstellung |
Empfehlung: Nutzen Sie Wikipedia zur ersten Orientierung, aber zitieren Sie die dort angegebenen Primär- und Sekundärquellen direkt – nicht Wikipedia selbst.
Die drei Literaturtypen unterscheiden sich in mehreren fundamentalen Dimensionen:
| Kriterium | Primärliteratur | Sekundärliteratur | Tertiärliteratur |
|---|---|---|---|
| Inhalt | Originale Gedanken, neue Forschung | Interpretation von Primärliteratur | Zusammenfassung von Primär- & Sekundärliteratur |
| Quelle | Aus erster Hand | Aus zweiter Hand | Aus dritter Hand |
| Funktion | Forschungsgegenstand | Analyse & Kontextualisierung | Überblick & Orientierung |
| Wissenschaftlicher Wert | Höchster Wert | Hoher Wert | Geringer Wert |
| Zitierwürdigkeit | Bevorzugt zu zitieren | Legitim zu zitieren | Meist nicht zitierfähig |
| Tiefe | Original-Details | Analytische Tiefe | Oberflächlich |
| Verwendungszweck | Basis der Argumentation | Einordnung & Diskussion | Erste Orientierung |
| Beispiel Geschichte | Zeitgenössischer Augenzeugenbericht | Historische Analyse des Ereignisses | Lexikon-Eintrag zum Ereignis |
| Beispiel Literatur | Goethes Faust | Faust-Interpretation | Brockhaus-Eintrag zu Faust |
Thema: Klimawandel
Primärliteratur:
IPCC (2021): "Climate Change 2021: The Physical Science Basis" – Original-Forschungsbericht mit neuen Datenauswertungen
Sekundärliteratur:
Rahmstorf, S. & Schellnhuber, H.J. (2019): "Der Klimawandel: Diagnose, Prognose, Therapie" – Analyse und Interpretation der Klimaforschung
Tertiärliteratur:
Wikipedia-Artikel "Klimawandel" – Zusammenfassender Überblick über das Thema
Die Zuordnung zu Primär-, Sekundär- oder Tertiärliteratur ist nicht immer eindeutig. Folgende Fragen helfen bei der Einordnung:
Enthält das Werk neue, originale Forschung oder Gedanken? → Primärliteratur
Setzt es sich mit anderen Werken auseinander? → Sekundärliteratur
Fasst es bekanntes Wissen zusammen? → Tertiärliteratur
Ist der Autor Urheber der Ideen/Forschung? → Primärliteratur
Analysiert der Autor fremde Werke? → Sekundärliteratur
Kompiliert der Autor Wissen? → Tertiärliteratur
Präsentiert das Werk neue Erkenntnisse? → Primärliteratur
Interpretiert/erklärt es bestehende Werke? → Sekundärliteratur
Dient es als Nachschlagewerk? → Tertiärliteratur
Beschreibt das Werk eigene empirische Erhebungen? → Primärliteratur
Wertet es bestehende Studien aus? → Sekundärliteratur
Verzichtet es auf wissenschaftliche Methoden? → Tertiärliteratur
Manche Werke sind je nach Verwendungszweck unterschiedlich einzuordnen:
Entscheidend ist: Welche Funktion hat die Quelle in IHRER Arbeit?
| Indikator | Primärliteratur | Sekundärliteratur | Tertiärliteratur |
|---|---|---|---|
| Titel | Thematisch eigenständig | Oft "über", "zu", "Analyse von" | "Handbuch", "Lexikon", "Enzyklopädie" |
| Quellenangaben | Wenige oder keine | Viele Verweise auf Primärquellen | Kaum wissenschaftliche Belege |
| Aufbau | Forschungslogik | Analytische Struktur | Alphabetisch/thematisch sortiert |
| Sprache | Fachsprachlich oder literarisch | Wissenschaftlich-analytisch | Allgemeinverständlich |
| Umfang | Variabel | Meist umfangreich | Kurze Artikel |
Universitätsbibliotheken (OPAC-Kataloge), Staatsbibliotheken, Spezialarchive für historische Dokumente, Digitale Archive
Google Scholar, PubMed (Medizin), arXiv (Naturwissenschaften), JSTOR, Web of Science, Scopus
Institutional Repositories der Universitäten, CORE, BASE (Bielefeld Academic Search Engine), PubMed Central
Schneeballsystem: In Sekundärliteratur genannte Primärquellen identifizieren und beschaffen
Review-Sections, Forschungsübersichten, Critical Essays in wissenschaftlichen Journals
Suchtipps: "Review", "Meta-Analysis", "State of the Art" als Suchbegriffe
Wissenschaftliche Buchpublikationen, die Primärquellen analysieren
Suchtipps: Autor + Werk + "Interpretation", "Analyse", "Kommentar"
IBR Online (Internationale Bibliographie der Rezensionen), Fachrezensionsportale
Die Verteilung der Literaturtypen hängt von der Art Ihrer Arbeit ab:
| Arbeitstyp | Primärliteratur | Sekundärliteratur | Tertiärliteratur |
|---|---|---|---|
| Empirische Arbeit | 70-80% (eigene Daten + Vergleichsstudien) | 20-30% (theoretischer Rahmen) | 0% (nur zur Vorbereitung) |
| Literaturanalyse | 60-70% (zu analysierende Werke) | 30-40% (Interpretationshilfen) | 0% (nicht zitierfähig) |
| Theoretische Arbeit | 40-50% (Grundlagentexte) | 50-60% (Sekundäranalysen) | 0-5% (nur Definitionen) |
| Review-Artikel | 30-40% (originale Studien) | 60-70% (bestehende Reviews) | 0% (nicht verwendet) |
Tertiärliteratur dominiert: Lexika, Handbücher für ersten Überblick
Sekundärliteratur hilft: Reviews zeigen Forschungsstand, verweisen auf wichtige Primärquellen
Primärliteratur dominiert: Originalquellen bilden Basis Ihrer Argumentation, Sekundärliteratur zur Einordnung
Mix aus Primär- und Sekundärliteratur: Eigene Ergebnisse mit Forschungsstand abgleichen
Die Zitierweise unterscheidet sich grundsätzlich NICHT nach Literaturtyp, sondern nach Zitierstil (Harvard, APA, Deutsche Zitierweise etc.). Allerdings gibt es einige Besonderheiten:
Primärliteratur wird wie jede wissenschaftliche Quelle zitiert – nach den Regeln Ihres gewählten Zitierstils.
Harvard (im Text):
Darwin beschreibt den Prozess der natürlichen Selektion detailliert (Darwin 1859: 56-62).
Harvard (Literaturverzeichnis):
Darwin, Charles (1859): On the Origin of Species by Means of Natural Selection, London: John Murray.
APA (im Text):
Der Prozess der natürlichen Selektion wurde ausführlich beschrieben (Darwin, 1859, S. 56-62).
Deutsche Zitierweise (Fußnote, Vollbeleg):
¹ Darwin, Charles: On the Origin of Species by Means of Natural Selection, London: John Murray 1859, S. 56-62.
Sekundärliteratur wird identisch zu Primärliteratur zitiert. ABER: Vermeiden Sie Sekundärzitate!
Ein Sekundärzitat liegt vor, wenn Sie eine Primärquelle zitieren, die Sie nur aus Sekundärliteratur kennen (nicht aus dem Original).
Beispiel: In einem Buch über Goethe lesen Sie: "Goethe schrieb 1774: 'Ich bin so glücklich, mein Bester...'" – Sie zitieren nun Goethe, ohne sein Original gelesen zu haben.
Lösung: Beschaffen Sie immer die Primärquelle! Nur wenn absolut unmöglich (z.B. verlorene Quelle), verwenden Sie die Formulierung "zitiert nach":
Goethe (1774, zitiert nach Müller 2020: 45) beschreibt sein Glücksgefühl...
Harvard (Monografie):
Safranski (2004: 234) interpretiert Schillers Freiheitsbegriff als revolutionären Akt.
Harvard (Aufsatz in Sammelband):
Die Interpretation von Faust als Prototyp des modernen Menschen ist weitverbreitet (Schöne 1994: 12-15).
APA (Review-Artikel):
Meta-Analysen zeigen einen konsistenten Zusammenhang (Smith & Johnson, 2020).
Tertiärliteratur gilt in den meisten wissenschaftlichen Kontexten als nicht zitierwürdig. Ausnahmen:
Harvard:
Der Begriff "Ghostwriter" wird definiert als "Verfasser, der für einen anderen (vor allem gegen Honorar) anonyme Beiträge liefert" (Duden 2023: Online).
Literaturverzeichnis:
Duden (2023): Ghostwriter, URL: https://www.duden.de/rechtschreibung/Ghostwriter [Zugriff: 04.12.2025].
Mehr zum korrekten Zitieren finden Sie in unseren ausführlichen Ratgebern:
Primärliteratur:
• Goethe, Johann Wolfgang von (1808): Faust. Der Tragödie erster Teil
• Kafka, Franz (1915): Die Verwandlung
• Brecht, Bertolt (1928): Die Dreigroschenoper
Sekundärliteratur:
• Schöne, Albrecht (1994): Faust. Kommentare
• Binder, Hartmut (1979): Kafka-Kommentar zu sämtlichen Erzählungen
• Knopf, Jan (2012): Brecht-Handbuch
Tertiärliteratur:
• Metzler Literatur Lexikon: Eintrag "Faust"
• Wikipedia: "Die Verwandlung (Kafka)"
Primärliteratur:
• Caesar, Gaius Julius (58-49 v.Chr.): Commentarii de bello Gallico (Gallischer Krieg)
• Akten aus dem Bundesarchiv zum Zweiten Weltkrieg
• Zeitungsberichte von 1989 zum Mauerfall
Sekundärliteratur:
• Winkler, Heinrich August (2000): Der lange Weg nach Westen (Deutsche Geschichte 1806-1990)
• Mommsen, Theodor (1854-1856): Römische Geschichte
• Kershaw, Ian (1998): Hitler 1889-1936 (Biografie)
Tertiärliteratur:
• Brockhaus: Eintrag "Französische Revolution"
• Historisches Lexikon der Schweiz
Primärliteratur:
• Watson, J.D. & Crick, F.H.C. (1953): "Molecular Structure of Nucleic Acids" (DNA-Struktur, Nature)
• Eigene empirische Studie mit Originaldaten
• Klinische Studie: "Efficacy of Drug X in Treatment of Disease Y"
Sekundärliteratur:
• Review-Artikel: "DNA Replication: A Comprehensive Review"
• Meta-Analyse mehrerer klinischer Studien
• Lehrbuch: Campbell Biology (fasst Forschungsstände zusammen)
Tertiärliteratur:
• Wikipedia: "DNA"
• Spektrum Lexikon der Biologie
Primärliteratur:
• Weber, Max (1904/05): Die protestantische Ethik und der Geist des Kapitalismus
• Eigene Umfrage oder Interviewstudie
• Milgram, Stanley (1963): "Behavioral Study of Obedience" (Original-Experiment)
Sekundärliteratur:
• Schluchter, Wolfgang (2015): Max Webers "Religionssoziologie" (Interpretation)
• Systematische Literaturreviews zu sozialwissenschaftlichen Themen
• Zimbardo, Philip (2007): The Lucifer Effect (analysiert Milgram- und Stanford-Experiment)
Tertiärliteratur:
• Fachlexikon Soziologie
• Wikipedia: "Weber, Max"
Primärliteratur:
• Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland
• BVerfGE 7, 198 (Lüth-Urteil) – Gerichtsentscheidungen
• Richtlinie 2009/136/EG (EU-Cookie-Richtlinie)
Sekundärliteratur:
• Maunz/Dürig: Grundgesetz-Kommentar
• Palandt: Bürgerliches Gesetzbuch (Kommentar)
• Juristische Fachaufsätze, die Rechtsprechung analysieren
Tertiärliteratur:
• Creifelds Rechtswörterbuch
• Juraforum.de (Online-Lexikon)
Primärliteratur:
• Porter, Michael E. (1980): Competitive Strategy (Originaltheorie)
• Eigene empirische Unternehmensbefragung
• Geschäftsberichte von Unternehmen (als Primärquelle für Finanzdaten)
Sekundärliteratur:
• Welge, Martin K. & Al-Laham, Andreas (2012): Strategisches Management (analysiert Porters Theorien)
• Systematische Literaturreviews zu BWL-Themen
• Fallstudienanalysen
Tertiärliteratur:
• Gabler Wirtschaftslexikon
• Investopedia (Online-Finanzlexikon)
Studierende stützen ihre Arbeit hauptsächlich auf Wikipedia, Lexika oder Lehrbücher statt auf wissenschaftliche Primär- und Sekundärquellen.
Lösung: Tertiärliteratur nur für ersten Überblick nutzen, dann zu wissenschaftlichen Quellen übergehen.
Eine Quelle wird zitiert, ohne dass man sie selbst gelesen hat – man übernimmt das Zitat aus Sekundärliteratur.
Beispiel: Sie lesen in einem Buch: "Einstein sagte 1905..." und zitieren Einstein, ohne sein Original gelesen zu haben.
Lösung: Primärquelle immer selbst beschaffen! Nur im Notfall "zitiert nach" verwenden.
Eine Interpretation wird als Primärquelle behandelt oder umgekehrt.
Beispiel: Ein Buch über Goethes Faust wird als Primärliteratur zitiert, obwohl es Sekundärliteratur ist.
Lösung: Immer fragen: Ist dies das Originalwerk oder eine Analyse davon?
In schnelllebigen Forschungsfeldern wird auf 20-30 Jahre alte Sekundärliteratur zurückgegriffen, obwohl neuere Erkenntnisse vorliegen.
Lösung: Aktualität prüfen! Besonders in empirischen Wissenschaften auf aktuelle Reviews achten.
Lehrbücher sind Tertiär- oder bestenfalls Sekundärliteratur – sie fassen Wissen zusammen, sind aber keine Forschungsquellen.
Lösung: Lehrbücher zur Einarbeitung nutzen, dann in den Quellenangaben der Lehrbücher nach Primärquellen suchen.
Wikipedia wird als Quelle im Literaturverzeichnis aufgeführt und zitiert.
Lösung: Wikipedia nutzen, um Thema zu verstehen und Quellen zu finden – aber die dort genannten Originalquellen zitieren, nicht Wikipedia selbst.
Alle gefundenen Quellen werden unkritisch verwendet, ohne Seriosität zu prüfen.
Lösung: Immer prüfen: Wer ist der Autor? Ist die Quelle peer-reviewed? Ist der Verlag renommiert?
Primärliteratur enthält originale Informationen aus erster Hand (z.B. Goethes Faust, wissenschaftliche Studien). Sekundärliteratur analysiert, interpretiert oder kommentiert Primärliteratur (z.B. eine Faust-Interpretation). Der Hauptunterschied: Primärliteratur IST das Forschungsobjekt, Sekundärliteratur BESCHREIBT es.
Tertiärliteratur sind Nachschlagewerke wie Lexika, Enzyklopädien oder Wikipedia, die Primär- und Sekundärliteratur zusammenfassen. Sie sollten in wissenschaftlichen Arbeiten nicht zitiert werden – Ausnahme: Definitionen aus dem Duden oder Fachlexika, wenn explizit erforderlich.
Fragen Sie sich: Ist dies das Original (Primär) oder eine Analyse/Interpretation eines Originals (Sekundär)? Beispiel: Goethes Faust = Primär. Ein Buch über Faust = Sekundär. Beachten Sie: Manche Werke können je nach Verwendungszweck beide Rollen einnehmen!
In wissenschaftlichen Arbeiten sollten 60-80% Primärliteratur und 20-40% Sekundärliteratur verwendet werden. Je nach Arbeitstyp kann das Verhältnis variieren: Empirische Arbeiten nutzen mehr Primär-, theoretische Arbeiten mehr Sekundärliteratur.
Primärliteratur finden Sie in: Universitätsbibliotheken (OPAC-Kataloge), wissenschaftlichen Datenbanken (Google Scholar, JSTOR, PubMed), Archiven (für historische Dokumente) und Open-Access-Repositorien. Nutzen Sie auch das Schneeballprinzip: Literaturverzeichnisse in Sekundärliteratur führen zu Primärquellen.
Ein Sekundärzitat liegt vor, wenn Sie eine Primärquelle zitieren, die Sie nur aus Sekundärliteratur kennen (nicht im Original gelesen). Das ist problematisch, da Sie die Aussage nicht verifizieren können. Vermeiden Sie Sekundärzitate, indem Sie immer die Primärquelle beschaffen. Nur wenn absolut unmöglich, verwenden Sie "zitiert nach".
Lehrbücher sind meist Sekundär- oder Tertiärliteratur, da sie bestehende Forschung zusammenfassen statt neue zu produzieren. Sie eignen sich gut für die Einarbeitung, sollten aber nicht als Hauptquellen dienen. Nutzen Sie die in Lehrbüchern genannten Quellen, um zu den Originalstudien zu gelangen.
Ja! Die Einordnung hängt vom Verwendungszweck ab. Beispiel: Max Webers "Protestantische Ethik" ist Primärliteratur, wenn Sie Webers Theorie untersuchen. Sie ist Sekundärliteratur, wenn Sie historische Quellen über den Protestantismus suchen und Weber diese analysiert.
Wikipedia dürfen Sie zur ersten Orientierung nutzen, aber nicht zitieren. Wikipedia ist Tertiärliteratur und an den meisten Universitäten nicht zitierfähig. Besser: Nutzen Sie die Quellenangaben am Ende von Wikipedia-Artikeln, um zu wissenschaftlichen Primär- und Sekundärquellen zu gelangen, und zitieren Sie diese.
Primärliteratur wird nach den Standard-Zitierregeln Ihres gewählten Zitierstils zitiert (Harvard, APA, Deutsche Zitierweise etc.). Es gibt keine speziellen Regeln für Primärliteratur – entscheidend ist, dass Sie sie als Originalquelle korrekt belegen und im Literaturverzeichnis vollständig angeben.
Ja! Unsere erfahrene Ghostwriter-Agentur aus Berlin unterstützt Sie bei der Literaturrecherche, beim korrekten Umgang mit Primär- und Sekundärliteratur und beim Verfassen Ihrer Bachelorarbeit, Masterarbeit oder Hausarbeit – mit höchsten wissenschaftlichen Standards.
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