Qualitative Inhaltsanalyse

In der empirischen Forschung ist die qualitative Inhaltsanalyse eine Methode, um Daten auszuwerten. Dabei bietet diese Form der Auswertung eine Struktur, um Inhalte, die man zum Beispiel durch ein Interview oder eine Gruppendiskussion erhalten hat, zu ordnen, kategorisieren und somit zu strukturieren.
Mit der qualitativen Inhaltsanalyse wählt man eine Analysemethode, die systematisch und intersubjektiv ist. Diese Merkmale sind bei der Auswertung von Interviews, Bildern oder Videos notwendig, um den wissenschaftlichen Standards gerecht zu werden. Mittels der qualitativen Inhaltsanalyse ist eine Interpretation des Materials möglich.
Die quantitative Inhaltsanalyse geht auf ihren Entwickler Philipp Mayring zurück. Mittlerweile wurde sie von anderen Wissenschaftlern weiterentwickelt, wie beispielsweise von Siegfried Jäger. Eingesetzt wird sie vor allem in den Disziplinen, in denen Text- und Bildmaterial ausgewertet werden muss. Dazu zählt unter anderem die Sozialforschung, Ethnologie, Kommunikations- sowie Literaturwissenschaft. Hier wird sie für kleine wissenschaftliche Arbeiten wie Hausarbeiten, sowie umfangreiche Diplom- oder Masterarbeiten genutzt.

Die qualitative Inhaltsanalyse nach Philipp Mayring

Mayring schreibt ein genaues Vorgehen für die qualitative Inhaltsanalyse vor:

  • Festlegung des vorhanden Materials, um den Materialumfang zu dokumentieren und repräsentative Textstellen zu ermitteln. Die Ermittelung erfolgt im Hinblick auf die Beantwortung der Forschungsfrage.
  • Im nächsten Schritt wird die Entstehungssituation des Materials analysiert. Hier wird erörtert, welche Motive und Ziele bei der Materialzusammenstellung im Vordergrund waren. Des Weiteren werden konkrete Angaben zum Material gemacht, beispielsweise wer interviewt wurde, wo das Material entstanden ist und welche Gegebenheiten die Atmosphäre bei der Erstellung beeinflusst haben könnten.
  • Dann wird die Analyserichtung festgelegt. Bei dieser wird bestimmt, unter welchem Aspekt man das Material analysieren möchte. Die Analyserichtung wird anhand der Forschungsfrage ausgewählt.
  • Bei der qualitativen Inhaltsanalyse kommt es darauf an, dass das Ergebnis der Analyse intersubjektiv und nachprüfbar ist. Deshalb muss die Inhaltsanalyse in den dazugehörigen wissenschaftlichen Diskurs eingeordnet werden. Damit ist gemeint, dass die aktuelle Diskussion zur Forschungsfrage in die Inhaltsanalyse mit einfließt und die Fragestellung ein theoretisches Fundament erhält.
  • Nach der theoretischen Differenzierung folgt die Definition der Analysetechnik, die man für die qualitative Inhaltsanalyse wählt.
  • Als nächsten Schritt wird definiert, in welche Maßeinheit das Material eingeteilt wird, was untersucht werden sollen. Damit ist gemeint, dass die Texteinheit festgelegt wird, die zur Auswertung zur Verfügung steht. Die kleinste Texteinheit ist die Kodiereinheit. Bei der größten Texteinheit spricht man von der Kontexteinheit.
  • Nachdem diese Schritt ausgearbeitet wurden, folgt die Materialanalyse.
  • Die drei Analysetechniken für qualitative Inhaltsanalyse

    Es gibt drei Analysetechniken, die für die qualitative Inhaltsanalyse gewählt werden können:

  • Strukturierende Inhaltsanalyse, bei der bestimmte Kriterien aus dem Material herausgefiltert werden, die für die Gesamtheit seine stehen.
  • Die Explizierende Inhaltsanalyse trägt Hintergrundinformationen zu dem analysierenden Material dazu, um unklare Stellen besser zu verstehen.
  • Bei der zusammenfassenden Inhaltsanalyse wird das Ausgangsmaterial so weit reduziert, dass nur noch wesentliche Aspekte stehen bleiben. Das Resultat ist ein kurzer Text, der dann analysiert wird.