Qualitative Inhaltsanalyse Mayring

Qualitative Inhaltsanalyse leicht erklärt!

In der empirischen Sozialforschung ist die qualitative Inhaltsanalyse eine Auswertungsmethode für Daten. Dabei bietet diese Form der Auswertung eine Struktur, um Inhalte, die durch ein Interview oder eine Gruppendiskussion erhoben wurden, zu ordnen, kategorisieren und zu strukturieren.

Theoretische Grundlagen
Praxis-Beispiel
Text und Bilder
Eingesetzt wird sie vor allem in den Disziplinen, in denen Text- und Bildmaterial ausgewertet werden.
Systematisch und intersubjektiv
Eine Analysemethode, die systematisch und intersubjektiv ist. Diese Merkmale sind bei der Auswertung von Interviews, Bildern oder Videos notwendig, um den wissenschaftlichen Standards gerecht zu werden.
Philipp Mayring
Die quantitative Inhaltsanalyse geht auf ihren Entwickler Philipp Mayring zurück. Mittlerweile wurde sie von anderen Wissenschaftlern weiterentwickelt, wie beispielsweise von Siegfried Jäger
Vorgehensweise qualitative Inhaltsanalyse
1. Festlegung des Materials
Festlegung des vorhandenen Materials, um den Materialumfang zu dokumentieren und repräsentative Textstellen zu ermitteln. Die Ermittlung erfolgt im Hinblick auf die Beantwortung der Forschungsfrage.
2. Analyse der Entstehungssituation
Anschließend wird die Entstehungssituation des Materials analysiert. Hier wird erörtert, welche Motive und Ziele bei der Materialzusammenstellung im Vordergrund waren. Des Weiteren werden konkrete Angaben zum Material gemacht, beispielsweise wer interviewt wurde, wo das Material entstanden ist und welche Gegebenheiten die Atmosphäre bei der Erstellung beeinflusst haben könnten.
3. Formale Charakteristika des Materials
Für die qualitative Inhaltsanalyse muss die Art des zu analysierenden Materials festgelegt und dokumentiert werden. Die als Basis dienende Interviews / Gruppendiskussionen werden nach Art der Transkription, deren Konventionen beleuchtet, um Eigenarten zu berücksichtigen.
4. Festlegung der Analyserichtung
Bei diesem Schritt wird bestimmt, unter welchem Aspekt das Material analysiert wird. Die Analyserichtung wird anhand der Forschungsfrage ausgewählt.
5. Theoretische Differenzierung der Fragestellung
Bei der qualitativen Inhaltsanalyse kommt es darauf an, dass das Ergebnis der Analyse intersubjektiv und nachprüfbar ist. Deshalb muss die Inhaltsanalyse in den dazugehörigen wissenschaftlichen Diskurs eingeordnet werden. Damit ist gemeint, dass die aktuelle Diskussion zur Forschungsfrage in die Inhaltsanalyse mit einfließt und die Fragestellung ein theoretisches Fundament erhält.
6. Bestimmung der Kategorienbildung
An dieser Stelle muss entschieden werden, welches inhaltsanalytische Verfahren Anwendung finden soll. Mayring stellt die Verfahren a) Zusammenfassung, b) Explikation und c) Strukturierung zur Wahl, welche weiter unten kompakt beschrieben werden.
7. Definition der Analyseeinheit
Hier wird definiert, in welche Maßeinheit das Material eingeteilt wird und was untersucht werden soll. Damit ist die festgelegte Texteinheit gemeint. Die kleinste Texteinheit ist die Kodiereinheit und die größte Texteinheit die Kontexteinheit.
8. Durchführung der MaterialanalyseExplizierende Qualitätsanalyse 
Bei der Materialanalyse stehen 3 Methoden zur Verfügung:
Deduktive QualitätsanalyseInduktive QualitätsanalyseExplizierende Qualitätsanalyse
9. Interpretation der Ergebnisse
Zum Schluss folgt die Interpretation des Kategoriensystems, um mit Hilfe der Kategorien die Fragestellungen zu beantworten.
10. Bibliografie
Hier sind alle benutzten Quellen zu nennen.
Deduktive, induktive und explizierende Inhaltsanalyse nach Mayring
Deduktive Inhaltsanalyse
Die deduktive Inhaltsanalyse nach Mayring (auch strukturierende Inhaltsanalyse genannt) filtert bestimmte Kriterien aus dem Material heraus, die die Gesamtheit repräsentieren soll. Dabei werden die Kategorien vorab bestimmt.
Deduktive Kategorienbildung
Induktive Inhaltsanalyse
Bei der induktiven Inhaltsanalyse nach Mayring (auch zusammenfassende Inhaltsanalyse genannt) wird das Material auf die wesentlichsten Aussagen reduziert und in Kategorien zusammengefasst. Die Kategorienbildung findet während der Analyse statt.
Induktive Kategorienbildung
Explizierende Inhaltsanalyse
Bei der Explikation werden externe Quellen mit Hintergrundinformationen für ein besseres Verständnis für den zu analysierenden Text herangezogen (z. B. Lexika).
Explizierende Vorgehensweise
Deduktive Inhaltsanalyse Vorgehen
Induktive Inhaltsanalyse Vorgehen
Explizierende Inhaltsanalyse
Qualitative Inhaltsanalyse Beispiel
Deduktive Inhaltsanalyse Beispiel
Induktive Inhaltsanalyse Beispiel
Ob eine induktive oder deduktive Kategorienbildung genutzt wird, ist u. a. davon abhängig, ob Vorwissen / Theorien über den Forschungsgegenstand bestehen.
Mayring, P. (1994). Qualitative Inhaltsanalyse. In A. Boehm, A. Mengel, & T. Muhr (Hrsg.), Texte verstehen : Konzepte, Methoden, Werkzeuge (S. 159-175). Konstanz: UVK Univ.-Verl. Konstanz
ZUR QUELLE
Gütekriterien qualitative Inhaltsanalyse
Triangulation
Die Triangulation ermöglicht einen Vergleich der Ergebnisse aus der Auswertung mit anderen Ergebnissen
Reliabilität bietet bei den qualitativen Inhaltsanalysen eine Forscher unabhängige Kodierung
Nachvollziehbarkeit
Die qualitative Inhaltsanalyse wird durch ein fest vorgeschriebenes Verfahren (Textinterpretation) nachvollziehbar
Welche Arbeiten greifen auf eine qualitative Inhaltsanalyse zurück?
Hausarbeit
Seminararbeit

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