Scoping Review in Bachelorarbeit & Masterarbeit – Methodik, Aufbau & Beispiele

Was ein Scoping Review ist, wie er sich vom systematischen Review unterscheidet, wie der korrekte Aufbau aussieht – und welche Fehler Studierende bei dieser Methode am häufigsten machen.

Scoping vs. systematischer Review
Schritt-für-Schritt-Aufbau
Forschungsfragen-Beispiele
Geeignete Datenbanken
Häufige Fehler

1. Was ist ein Scoping Review?

Ein Scoping Review (auch: Scoping Study) ist eine Methode der systematischen Literaturrecherche, bei der ein Themenfeld breit kartiert wird. Der Begriff „Scoping" kommt aus dem Englischen und bedeutet so viel wie „den Umfang abstecken" oder „das Feld sondieren".

Im Gegensatz zum klassischen systematischen Review beantwortet ein Scoping Review keine eng gefasste Interventionsfrage, sondern kartiert: Was wurde zu einem Thema überhaupt geforscht? Welche Konzepte, Definitionen und Ansätze existieren? Wo gibt es Forschungslücken? Wer forscht dazu?

„A scoping review aims to map the key concepts underpinning a research area and the main sources and types of evidence available." – Arksey & O'Malley, 2005

Wofür steht das „Scoping"?

Der Begriff beschreibt genau das, was die Methode tut: das Feld abstecken (to scope out). Ein Scoping Review beantwortet nicht, was besser wirkt – er beantwortet, was überhaupt vorhanden ist. Das macht ihn ideal für Themen, die noch wenig erforscht sind, für interdisziplinäre Felder mit uneinheitlicher Terminologie oder für den Einstieg in ein neues Forschungsgebiet.

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Typische Erkenntnisse eines Scoping Reviews

  • Welche Definitionen und Konzepte existieren in der Literatur?
  • In welchen Fachbereichen wurde das Thema untersucht?
  • Welche Methoden wurden eingesetzt?
  • Welche Forschungslücken bestehen?
  • Welche Populationen wurden untersucht?
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Historische Entwicklung

Der Begriff wurde 2005 von Arksey und O'Malley geprägt. Seitdem wurde die Methodik durch Levac, Colquhoun & O'Brien (2010) erweitert und vom Joanna Briggs Institute (JBI) weiterentwickelt. Heute ist der Scoping Review im akademischen Bereich – besonders in Gesundheitswissenschaften, Sozialer Arbeit und Pädagogik – etabliert.

2. Scoping Review vs. systematischer Review vs. Literaturreview

Viele Studierende verwechseln die drei zentralen Review-Typen. Die Unterschiede sind jedoch grundlegend – sie betreffen nicht nur die Methodik, sondern auch die Forschungsfrage und den Verwendungszweck.

MerkmalNarrativer LiteraturreviewScoping ReviewSystematischer Review
ZielÜberblick geben, Stand der Forschung beschreibenThemenfeld kartieren, Konzepte und Lücken identifizierenKlare Forschungsfrage beantworten (Evidenz synthetisieren)
FragetypBreit und offenWeit gefasst, explorativEng und spezifisch (PICO)
SuchstrategieNicht systematisch dokumentiertSystematisch und reproduzierbarHochgradig strukturiert und reproduzierbar
QualitätsbewertungKeineNicht zwingendPflicht (Risk of Bias)
Typischer KontextSeminararbeit, Theorieteil einer BachelorarbeitBachelorarbeit, Masterarbeit, ProjektberichteDissertation, Fachzeitschriften, Cochrane
ZeitaufwandNiedrigMittelSehr hoch

💡 Entscheidungshilfe: Welcher Review-Typ passt zu meiner Arbeit?

Wenn die Frage lautet: „Was weiß man überhaupt zu Thema X?" → Scoping Review.
Wenn die Frage lautet: „Wirkt Intervention X bei Zielgruppe Y besser als Z?" → Systematischer Review.
Wenn die Frage lautet: „Welche theoretischen Ansätze gibt es zu X?" → Narrativer Literaturreview.

3. Wann ist ein Scoping Review in Abschlussarbeiten sinnvoll?

Ein Scoping Review eignet sich besonders gut für Abschlussarbeiten, wenn bestimmte Voraussetzungen gegeben sind. Gleichzeitig gibt es Kontexte, in denen andere Review-Formen besser passen.

✅ Scoping Review ist sinnvoll, wenn …

  • Das Thema noch wenig erforscht ist und kein Überblick existiert
  • Die Terminologie im Feld uneinheitlich ist
  • Das Forschungsfeld interdisziplinär aufgestellt ist
  • Die Frage lautet: „Was wurde dazu geforscht?"
  • Ein breiter Überblick sinnvoller ist als eine enge Evidenzsynthese
  • Keine ausreichende Studienlage für einen systematischen Review vorhanden ist

⚠️ Scoping Review ist weniger geeignet, wenn …

  • Eine klare Wirksamkeitsfrage beantwortet werden soll
  • Quantitative Effektgrößen verglichen werden sollen (Meta-Analyse)
  • Die Hochschule explizit einen anderen Review-Typ vorschreibt
  • Das Thema bereits durch mehrere systematische Reviews erschlossen ist

Eignet sich ein Scoping Review für eine Bachelorarbeit?

Ja – ein Scoping Review kann durchaus als Methode für eine Bachelorarbeit gewählt werden, wenn das Thema und die Forschungsfrage passen. Der Aufwand ist geringer als bei einem vollständigen systematischen Review, der methodische Anspruch jedoch deutlich höher als bei einem narrativen Literaturreview. Die Wahl sollte mit dem Betreuer abgestimmt werden – nicht alle Studiengänge kennen den Scoping Review als anerkannte Methodik.

4. Aufbau & Struktur eines Scoping Reviews

Ein Scoping Review folgt einer klar strukturierten Gliederung. Die Struktur ähnelt einer empirischen Arbeit, hat aber eigenständige Abschnitte, die den Review-Prozess transparent dokumentieren.

AbschnittInhaltTypische Länge
EinleitungRelevanz des Themas, Forschungslücke, Ziel des Reviews1–2 Seiten
MethodikSuchstrategie, Datenbanken, Ein-/Ausschlusskriterien, Selektionsprozess (PRISMA-ScR)2–4 Seiten
ErgebnisseDatenextraktion, Charakteristika der eingeschlossenen Studien, thematische Synthese8–15 Seiten
DiskussionInterpretation, Forschungslücken, Limitationen des Reviews3–5 Seiten
FazitZusammenfassung, Implikationen für Forschung und Praxis1 Seite
AnhangSuchstrings, PRISMA-Flowchart, Extraktionstabellevariabel

⚠️ Methodenteil muss reproduzierbar sein

Der entscheidende Unterschied zum narrativen Literaturreview: Die Suche muss so dokumentiert sein, dass eine andere Person dieselbe Suche durchführen und dieselben Treffer erhalten könnte. Suchstrings, Datenbanken, Zeitraum und Selektionskriterien müssen vollständig angegeben werden.

5. Die 6 Schritte des Scoping Reviews nach Arksey & O'Malley

Das am häufigsten zitierte Rahmenwerk für Scoping Reviews stammt von Arksey und O'Malley (2005) und wurde von Levac et al. (2010) erweitert. Es umfasst sechs Schritte:

1

Forschungsfrage formulieren

Die Frage muss weit gefasst, explorativ und auf Kartierung ausgerichtet sein. Nicht: „Wirkt X?" – Sondern: „Was weiß die Forschung über X?" Das Rahmenwerk PCC (Population, Concept, Context) hilft bei der Strukturierung.

Beispiel Pflegewissenschaft

„Welche Konzepte und Interventionen zur Sturzprävention bei älteren Menschen in stationären Pflegeeinrichtungen sind in der Literatur dokumentiert?"

2

Relevante Studien identifizieren

Entwicklung einer umfassenden Suchstrategie für mehrere Datenbanken. Zusätzlich: Handsuche in relevanten Zeitschriften, Suche in grauer Literatur (Berichte, Leitlinien). Suchbegriffe und Suchstrings vollständig dokumentieren.

3

Studien auswählen (Selektion)

Titel und Abstract werden nach vorab definierten Ein- und Ausschlusskriterien gescreent. Im zweiten Schritt folgt die Volltextprüfung. Der gesamte Prozess wird im PRISMA-ScR-Flowchart visualisiert.

4

Daten extrahieren (Charting)

Für jede eingeschlossene Studie werden relevante Informationen in einer Extraktionstabelle erfasst: Autor, Jahr, Land, Studiendesign, Stichprobe, Hauptbefunde. Diese Tabelle ist im Anhang vollständig beizufügen.

5

Ergebnisse zusammenfassen & berichten

Die extrahierten Daten werden thematisch sortiert und synthetisiert. Keine Qualitätsbewertung der Studien erforderlich. Ergebnisse werden deskriptiv dargestellt: Was wurde gefunden, in welcher Häufung, mit welchem Fokus?

6

Konsultation (optional nach Levac et al.)

Der optionale sechste Schritt sieht vor, Expertinnen und Experten oder Betroffene zu konsultieren, um die Ergebnisse zu validieren. In Bachelorarbeiten und Masterarbeiten wird dieser Schritt häufig weggelassen.

6. Forschungsfragen für den Scoping Review formulieren

Die Forschungsfrage ist der zentrale Ausgangspunkt. Beim Scoping Review hilft das PCC-Rahmenwerk (Population, Concept, Context) – im Gegensatz zum PICO-Schema des systematischen Reviews, das auf Interventionsvergleiche ausgerichtet ist.

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P – Population

Welche Personengruppe oder welches Setting wird betrachtet? Ältere Menschen, Studierende, stationäre Pflegeeinrichtungen, Grundschulen, KMU …

💡

C – Concept

Welches Konzept, welches Phänomen, welche Intervention wird kartiert? Sturzprävention, Digital Leadership, Resilienz, KI-gestützte Diagnostik …

🌍

C – Context

In welchem Kontext, welchem Setting oder welcher Region wird die Frage betrachtet? Deutschsprachiger Raum, stationäre vs. ambulante Versorgung, DACH …

Beispiel-Forschungsfragen nach Fachbereichen

Pflegewissenschaft / Gesundheit

„Welche Interventionen zur Förderung der Mundgesundheit bei pflegebedürftigen älteren Menschen in deutschen Pflegeheimen sind in der internationalen Literatur dokumentiert?"

Soziale Arbeit

„Welche Konzepte und Definitionen von Empowerment werden in der deutschen Fachliteratur der Sozialen Arbeit seit 2000 verwendet?"

BWL / Management

„Welche Führungsmodelle werden in der Literatur zu Remote Leadership diskutiert, und welche Forschungslücken bestehen?"

Pädagogik / Bildungswissenschaften

„Welche digitalen Lernformate werden in der Literatur zur inklusiven Bildung auf Grundschulebene beschrieben?"

Psychologie

„Welche Messinstrumente zur Erfassung von Work-Life-Balance sind in der Forschungsliteratur seit 2010 eingesetzt worden?"

7. Geeignete Datenbanken für den Scoping Review

Die Suchstrategie eines Scoping Reviews umfasst mindestens zwei bis drei wissenschaftliche Datenbanken, ergänzt durch eine Handsuche und ggf. Suche in grauer Literatur. Die Wahl der Datenbanken hängt vom Fachbereich ab.

DatenbankFachbereichBesonderheit
PubMed / MEDLINEMedizin, Gesundheitswissenschaften, PflegeGrößte biomedizinische Datenbank; kostenlos zugänglich
CINAHLPflegewissenschaft, GesundheitsberufeSpezifisch für Pflege und paramedizinische Berufe
PsycINFOPsychologie, PädagogikUmfassendste psychologische Datenbank
PSYNDEXPsychologie (deutschsprachig)Deutschsprachige Psychologie-Literatur
SSOARSoziale Arbeit, SoziologieOpen Access; viele deutschsprachige Volltexte
ERICPädagogik, BildungswissenschaftenGrößte pädagogische Forschungsdatenbank
Business Source CompleteBWL, Management, HRUmfassend für Wirtschaftswissenschaften
Cochrane LibraryMedizin, GesundheitHochwertige systematische Reviews als Sekundärquelle
Web of Science / ScopusFächerübergreifendZitiertheit und Impact-Analyse
Google ScholarFächerübergreifendErgänzend für graue Literatur – kein Ersatz

💡 Suchstring dokumentieren – so geht's

Für PubMed-Suchen wird der vollständige Suchstring mit allen MeSH-Terms und booleschen Operatoren im Methodenteil oder Anhang abgebildet. Beispiel: ("fall prevention"[MeSH] OR "falls"[tiab]) AND ("nursing home"[MeSH] OR "residential care"[tiab]) AND ("older adults"[MeSH]). Der Zugriffsdatum der Datenbanksuche muss angegeben werden.

8. PRISMA-ScR – das Reporting-Framework für Scoping Reviews

PRISMA-ScR (Preferred Reporting Items for Systematic reviews and Meta-Analyses extension for Scoping Reviews) ist das offizielle Reporting-Framework für Scoping Reviews. Es wurde 2018 von Tricco et al. in JAMA veröffentlicht und hat sich seitdem als Standard etabliert.

Das PRISMA-ScR-Flowchart

Das PRISMA-Flowchart visualisiert den gesamten Selektionsprozess von der Datenbanksuche bis zu den eingeschlossenen Studien. Es zeigt vier Phasen: Identifizierung (Treffer aus Datenbanken + Handsuche), Screening (Entfernung von Duplikaten, Titel/Abstract-Screening), Eignung (Volltextprüfung) und Einschluss (endgültig eingeschlossene Studien). Dieses Flowchart gehört in den Methodenteil oder als Abbildung direkt in die Ergebnisse.

📋

PRISMA-ScR Checkliste – Kernanforderungen

  • Titel als Scoping Review kennzeichnen
  • Forschungsfrage mit PCC-Elementen formulieren
  • Eligibility-Kriterien vorab definieren und begründen
  • Suchstrategie für alle Datenbanken vollständig angeben
  • Selektionsprozess im Flowchart darstellen
  • Datenextraktion systematisch beschreiben
  • Ergebnisse deskriptiv und analytisch zusammenfassen
🔑

Unterschied PRISMA vs. PRISMA-ScR

PRISMA (für systematische Reviews und Meta-Analysen) enthält spezifische Elemente zur Risikobewertung und Bias-Analyse – diese entfallen bei PRISMA-ScR. Für Scoping Reviews ist PRISMA-ScR die korrekte Vorlage. Die offizielle Checkliste ist unter prisma-statement.org abrufbar.

9. Typische Fehler beim Scoping Review in Abschlussarbeiten

Scoping Review mit narrativem Review verwechselt

Der häufigste Fehler: Die Arbeit nennt sich „Scoping Review", ist aber ein unsystematischer narrativer Überblick ohne dokumentierte Suchstrategie. Ein Scoping Review braucht reproduzierbare Suchstrings, Selektionskriterien und ein PRISMA-Flowchart.

Forschungsfrage zu eng formuliert

Wenn die Frage zu spezifisch ist (z.B. auf eine Intervention zugeschnitten), passt ein Scoping Review nicht. Die Frage muss kartierend und offen sein – nicht auf eine Wirksamkeitshypothese ausgerichtet.

Nur eine Datenbank durchsucht

Ein Scoping Review auf PubMed-Basis allein ist methodisch unvollständig. Mindestens zwei bis drei themenrelevante Datenbanken müssen durchsucht werden, ergänzt durch Handsuche und Prüfung grauer Literatur.

PRISMA-ScR nicht angewendet

Wer PRISMA (für systematische Reviews) statt PRISMA-ScR verwendet oder das Flowchart ganz weglässt, verletzt die methodischen Standards. Betreuer an deutschen Hochschulen kennen den Unterschied.

Qualitätsbewertung eingebaut

Ein Scoping Review enthält keine formale Qualitätsbewertung (Risk of Bias) der eingeschlossenen Studien. Wer das trotzdem einbaut, vermischt die Methodik mit der eines systematischen Reviews.

Selektionsprozess nicht dokumentiert

Wie viele Treffer gab es? Wie viele wurden nach Titel/Abstract ausgeschlossen? Warum? Ohne lückenlose Dokumentation ist der Review nicht reproduzierbar – ein zentrales Qualitätsmerkmal dieser Methode.

10. Scoping Review nach Fachbereichen – Beispiele und Besonderheiten

🏥

Gesundheit & Pflege

Besonders verbreitet. Typische Datenbanken: PubMed, CINAHL, Cochrane. Rahmenwerk: JBI-Scoping-Review-Methodik. Häufig mit PICO verwechselt – das gilt nur für systematische Reviews.

→ Ghostwriter Gesundheitsmanagement

🧠

Psychologie

Scoping Reviews kartieren Messinstrumente, Definitionen oder Konzeptentwicklungen. Datenbanken: PsycINFO, PSYNDEX. Zitierweise: APA 7.

→ Ghostwriter Psychologie

👥

Soziale Arbeit

Scoping Reviews zu Konzepten wie Empowerment, Inklusion, Resilienz. Datenbanken: SSOAR, Social Work Abstracts, ASSIA. Starke Orientierung an deutschsprachiger Literatur.

→ Ghostwriter Soziale Arbeit

📚

Pädagogik

Reviews zu Bildungskonzepten, Lernmethoden, inklusiver Bildung. Datenbank: ERIC, PsycINFO. Oft breite Zeiträume und heterogene Studiendesigns.

→ Ghostwriter Erziehungswissenschaften

📊

BWL & Management

Scoping Reviews zu Führungskonzepten, Digitalisierungsthemen, HR-Strategien. Datenbank: Business Source Complete, Web of Science. Zitierweise: APA 7.

→ Ghostwriter BWL

⚖️

Rechtswissenschaften / Jura

Seltener eingesetzt; eher in interdisziplinären Bereichen wie Medizinrecht oder Sozialrecht. Juristische Datenbanken wie juris ergänzen die Standardsuche.

→ Ghostwriter Jura

Häufige Fragen zum Scoping Review

Was ist der Unterschied zwischen Scoping Review und systematischem Review?

Ein systematischer Review beantwortet eine enge Forschungsfrage zur Wirksamkeit einer Intervention und beinhaltet eine formale Qualitätsbewertung der Studien (Risk of Bias). Ein Scoping Review kartiert ein Themenfeld – er beantwortet, was zu einem Thema überhaupt geforscht wurde, welche Konzepte existieren und wo Forschungslücken sind. Eine Qualitätsbewertung ist nicht zwingend erforderlich.

Kann ich einen Scoping Review in meiner Bachelorarbeit machen?

Ja, ein Scoping Review ist grundsätzlich als Methode für eine Bachelorarbeit geeignet, wenn das Thema und die Forschungsfrage passen. Der Aufwand ist höher als bei einem narrativen Literaturreview, aber geringer als bei einem vollständigen systematischen Review. Wichtig: Die Methode mit dem Betreuer vorab abstimmen, da nicht alle Studiengänge sie als anerkannte Methodik kennen.

Wie viele Studien muss ein Scoping Review einschließen?

Es gibt keine Mindestzahl. Die Anzahl hängt von der Forschungsfrage, dem Thema und der Breite der Suche ab. In Masterarbeiten sind typischerweise 15–50 eingeschlossene Studien realistisch; in Bachelorarbeiten mit enger gefasstem Thema auch weniger. Wichtiger als die Anzahl ist die systematische Begründung für Ein- und Ausschluss.

Was ist PRISMA-ScR und muss ich es verwenden?

PRISMA-ScR (Preferred Reporting Items for Systematic reviews and Meta-Analyses extension for Scoping Reviews) ist das offizielle Reporting-Framework für Scoping Reviews. Es umfasst eine Checkliste und ein Flowchart, das den Selektionsprozess visualisiert. Die Verwendung ist methodisch geboten – Betreuer mit Kenntnissen in evidenzbasierter Forschung erwarten die Anwendung von PRISMA-ScR.

Wie formuliere ich eine Forschungsfrage für einen Scoping Review?

Verwende das PCC-Rahmenwerk: Population (Wer?), Concept (Was wird kartiert?), Context (In welchem Setting/Kontext?). Die Frage muss offen und explorativ sein – nicht auf eine Wirksamkeitshypothese ausgerichtet. Beispiel: „Welche Konzepte zur digitalen Transformation werden in der Fachliteratur des Bildungswesens seit 2015 diskutiert?"

Brauche ich für einen Scoping Review eine Qualitätsbewertung der Studien?

Nein. Eine formale Qualitätsbewertung (z.B. Risk of Bias nach Cochrane) ist beim Scoping Review nicht zwingend erforderlich – das ist einer der wesentlichen Unterschiede zum systematischen Review. Einige Betreuer wünschen eine kurze Charakterisierung der Studiendesigns, aber ein formales Bias-Assessment ist nicht Teil der Methodik.

Wo finde ich geeignete Literatur für meinen Scoping Review?

Die Datenbankwahl richtet sich nach dem Fachbereich: PubMed und CINAHL für Gesundheitswissenschaften und Pflege, PsycINFO für Psychologie, SSOAR für Soziale Arbeit, ERIC für Pädagogik, Business Source Complete für BWL und Management. Immer mindestens zwei bis drei Datenbanken kombinieren und Suchstrings vollständig dokumentieren.

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