Die Technische Universität Berlin ist Berlins Flaggschiff für Ingenieurwissenschaften, Informatik, Mathematik und Naturwissenschaften. LaTeX statt Word, IEEE statt APA, Messunsicherheiten statt Prosa – wer an der TU schreibt, schreibt nach den Regeln der technischen Präzision. Dieser Leitfaden zeigt, welche Standards an welcher Fakultät gelten.
| Fakultät | Zitier- & Formatstandard | Besonderheit |
|---|---|---|
| Elektrotechnik & Informatik (Fak. IV) | IEEE, ACM; LaTeX | Implementierung + Evaluation, GitHub-Repos als Anhang |
| Verkehrs- & Maschinensysteme (Fak. V) | DIN-konform, IEEE; LaTeX/Word | FEM-Simulationen, CAD-Dokumentation, Industrie-Kooperation |
| Planen Bauen Umwelt (Fak. VI) | DIN-Normen, institutsspezifisch | Technische Zeichnungen, BIM-Modelle, Baurecht |
| Mathematik & Naturwiss. (Fak. II) | AMS/APS/ACS; LaTeX | Formale Beweisführung, Fehlerrechnung, SI-Einheiten |
| Prozesswissenschaften (Fak. III) | ACS/institutsspezifisch; LaTeX/Word | Laborprotokolle, Verfahrenstechnik, Lebensmitteltechnologie |
| Wirtschaft & Management (Fak. VII) | APA/Harvard; Word | Quantitative Methoden, Wirtschaftsingenieurwesen |
| Geisteswiss. (Fak. I) | Institutsspezifisch | Kleinste TU-Fakultät, Philosophie, Sprachen, Bildungswiss. |
Die TU Berlin wurde 1879 als Königliche Technische Hochschule gegründet und ist mit rund 35.000 Studierenden die größte technische Universität Deutschlands. Ihr Campus in Charlottenburg – direkt an der Straße des 17. Juni – beherbergt sieben Fakultäten, von denen sechs einen naturwissenschaftlich-technischen Schwerpunkt haben. Die siebte (Geisteswissenschaften) ist bewusst klein gehalten und versteht sich als interdisziplinäre Ergänzung.
Was die TU von HU und FU fundamental unterscheidet: Hier zählen Daten, nicht Deutungen. Eine Bachelorarbeit am Institut für Werkstofftechnik wird nicht nach der Eleganz der Argumentation bewertet, sondern nach der Korrektheit der Messwerte, der Vollständigkeit der Fehlerrechnung und der Nachvollziehbarkeit der Versuchsdokumentation. Ähnlich in der Informatik: Eine Masterarbeit, die einen Algorithmus vorschlägt, muss diesen implementieren, evaluieren und mit dem State of the Art vergleichen – eine rein theoretische Diskussion reicht nicht.
Die TU ist zudem der Berliner Standort mit der engsten Industrie-Anbindung. Fraunhofer-Institute (IPK, HHI, FOKUS), Siemens, Deutsche Bahn und zahlreiche Startups kooperieren direkt mit TU-Lehrstühlen. Rund 40 % aller Masterarbeiten an den ingenieurwissenschaftlichen Fakultäten entstehen in Unternehmenskooperation – mit eigenen Regeln für Sperrvermerke und Geheimhaltung.
An der TU Berlin gibt es keine „gut formulierte" Arbeit, die trotz falscher Ergebnisse besteht. Hier gilt: Erst die Berechnung, dann der Text. Die Dokumentation folgt der Methode – nicht umgekehrt.
An den meisten TU-Fakultäten ist LaTeX das erwartete Satzsystem für Abschlussarbeiten. Das gilt insbesondere für Mathematik, Physik, Informatik, Elektrotechnik und zunehmend auch Maschinenbau. Word wird toleriert, aber wer LaTeX beherrscht, signalisiert technische Kompetenz – und hat bei der Formatierung von Formeln, Algorithmen und Abbildungen einen klaren Vorteil.
Viele TU-Fachgebiete stellen eigene LaTeX-Vorlagen bereit – entweder als .cls-Datei oder als Overleaf-Template. Falls kein offizielles Template vorhanden ist, hat sich scrreprt (KOMA-Script) als Standard für deutschsprachige Abschlussarbeiten etabliert. Für englischsprachige Arbeiten wird häufig report oder book mit dem geometry-Paket verwendet. Empfehlung: Fragen Sie Ihren Betreuer nach einem Template, bevor Sie selbst eines bauen.
An der TU ist BibLaTeX mit Biber-Backend der aktuelle Standard – nicht mehr das ältere BibTeX. Für IEEE-Stil: style=ieee; für numerische Zitation in den Naturwissenschaften: style=numeric-comp; für APA (Fakultät VII): style=apa. Der häufigste Fehler: Studierende verwenden ein veraltetes .bst-File statt BibLaTeX und erzeugen Zitierformate, die keinem Standard entsprechen. Tipp: Nutzen Sie Zotero oder JabRef für die .bib-Datei-Pflege.
Formelnsatz: amsmath, amssymb, siunitx (für SI-Einheiten – an der TU Pflicht).
Abbildungen: graphicx, subcaption; Vektorgrafiken als PDF, nicht als PNG.
Algorithmen: algorithm2e oder algorithmicx – Pseudocode muss einheitlich formatiert sein.
Code-Listings: listings oder minted – mit Syntaxhighlighting und Zeilennummern.
Tabellen: booktabs (keine vertikalen Linien, nur \toprule, \midrule, \bottomrule).
Querverweise: hyperref, cleveref – automatisierte Verweise auf Gleichungen, Abbildungen, Tabellen.
Glossar/Abkürzungen: glossaries – in technischen Arbeiten mit vielen Abkürzungen unverzichtbar.
Die größte Fakultät der TU – und die mit den klarsten Erwartungen. Informatik-Arbeiten müssen einen Implementierungsteil enthalten: Code, Architektur, Evaluation. Rein theoretische Arbeiten sind selten und werden nur bei starkem formalen Beitrag akzeptiert. Zitierstandard: IEEE oder ACM. Viele Fachgebiete erwarten eine Related-Work-Sektion, die den Stand der Technik systematisch aufarbeitet. Arbeiten werden häufig auf Englisch verfasst. Software-Architektur, Machine Learning und IT-Sicherheit sind die häufigsten Schwerpunkte.
Maschinenbau, Fahrzeugtechnik, Luft- und Raumfahrt, Schiffs- und Meerestechnik. Arbeiten beinhalten häufig FEM-Simulationen (ANSYS, Abaqus), CFD-Berechnungen oder CAD-Konstruktionen. DIN-Normen (DIN EN ISO 2768 für Toleranzen, DIN 1302 für Formelzeichen) sind keine Empfehlung, sondern Pflicht. Technische Zeichnungen müssen normgerecht sein – inklusive Bemaßung, Stückliste und Oberflächenangaben. Viele Arbeiten entstehen in Kooperation mit Siemens, BMW, Rolls-Royce oder DLR.
Bauingenieurwesen, Architektur, Geodäsie, Umwelttechnik, Stadt- und Regionalplanung. Hier treffen ingenieurwissenschaftliche Präzision und gestalterischer Anspruch aufeinander. Bauingenieur-Arbeiten folgen den Eurocodes und DIN-Normen – mit korrekter Nachweisführung und Teilsicherheitsbeiwerten. Architektur-Arbeiten kombinieren Entwurfszeichnungen, Modelle und eine schriftliche Dokumentation. BIM-Modellierung (Building Information Modeling) gewinnt als Arbeitsmethode zunehmend an Bedeutung.
Mathematik, Physik, Chemie. In der Mathematik ist die formale Beweisführung das Herzstück jeder Arbeit – Notation, Definitionen und Theoreme müssen konsistent sein. LaTeX ist hier absoluter Standard. In der Physik: SI-Einheiten (via siunitx), vollständige Fehlerrechnung nach GUM-Standard, Angabe von Messunsicherheiten. In der Chemie: Experimentalteil nach ACS-Standard, Spektroskopie-Daten korrekt dokumentiert.
Technische Abschlussarbeit oder Projektbericht?
LaTeX-Formatierung, FEM-Simulation, Code-Evaluation, DIN-konforme Dokumentation – aus einer Hand.Rund 40 % der Masterarbeiten an den technischen Fakultäten der TU entstehen in Zusammenarbeit mit Unternehmen – von DAX-Konzernen bis zu Berliner Deep-Tech-Startups. Das hat Vorteile (Praxisrelevanz, Datenzugang, Netzwerk), aber auch besondere Anforderungen:
Unternehmensarbeiten enthalten fast immer einen Sperrvermerk. Das bedeutet: Die Arbeit wird für 3–5 Jahre nicht veröffentlicht, nicht in der Bibliothek zugänglich gemacht und darf nicht zitiert werden. Prüfer akzeptieren das, erwarten aber, dass die wissenschaftliche Methodik davon unberührt bleibt. Ein Sperrvermerk schützt Daten – er senkt nicht den Qualitätsanspruch.
Bei Industrie-Kooperationen haben Sie zwei Betreuer: einen akademischen (TU-Professor oder Mitarbeiter) und einen im Unternehmen. Beide haben unterschiedliche Erwartungen. Der akademische Betreuer bewertet Methodik, Stand der Forschung und wissenschaftliche Stringenz. Der Unternehmensbetreuer will praktische Ergebnisse. Die Kunst liegt darin, beiden gerecht zu werden – das gelingt nur mit einem sauberen Exposé, das vorab von beiden Seiten abgesegnet wird.
Unternehmens-Datensätze sind oft nicht öffentlich zugänglich. Prüfer an der TU erwarten trotzdem Reproduzierbarkeit: Beschreiben Sie den Datensatz so präzise, dass ein Leser mit ähnlichen Daten Ihre Analyse nachvollziehen könnte. Das bedeutet: Datenherkunft, Preprocessing-Schritte, Parameterwahl, Evaluationsmetriken – alles dokumentiert. Bei Code-basierten Arbeiten: ein gut dokumentiertes Repository (README, Requirements, Reproduktionsskript).
1. Formeln ohne Einheiten. An der TU ist die Angabe von SI-Einheiten bei jeder physikalischen Größe Pflicht. „F = 120" ist kein Ergebnis – „F = 120 kN" ist eins. Nutzen Sie siunitx in LaTeX, um Einheiten konsistent zu formatieren.
2. Messergebnisse ohne Unsicherheiten. Jede Messung hat eine Unsicherheit. An der TU-Physik und den Ingenieur-Fakultäten wird erwartet, dass Sie Messunsicherheiten angeben und die Fehlerfortpflanzung dokumentieren. Ein Ergebnis ohne Fehlerbalken ist an der TU kein Ergebnis.
3. Code ohne Dokumentation. In der Informatik: Sie haben einen Prototyp implementiert, aber es gibt kein README, keine Kommentare im Code und keine Anleitung zur Reproduktion. Prüfer an Fak. IV erwarten, dass der Code ausführbar und nachvollziehbar ist – Dokumentation gehört zur Arbeit.
4. DIN-Normen nicht zitiert. In den Ingenieurwissenschaften: Sie verwenden ein Berechnungsverfahren, aber zitieren die zugrunde liegende DIN-Norm nicht. An der TU sind Normen vollwertige Quellen – mit Normennummer, Titel, Ausgabejahr. → Leitfaden: Normen korrekt zitieren.
5. Abbildungen als Screenshots. Pixelige Screenshots von Matlab-Plots, Excel-Diagramme als Bitmap oder unscharfe CAD-Exporte. An der TU wird erwartet, dass Abbildungen in Druckqualität vorliegen – idealerweise als Vektorgrafik (PDF, SVG). In LaTeX: \includegraphics mit PDF-Dateien, nicht mit JPG.
Satzsystem: LaTeX (bevorzugt) oder Word – mit dem Betreuer klären.
Template: Fachgebietseigenes Template oder KOMA-Script (scrreprt).
Zitierstandard: IEEE (Informatik, E-Technik), ACS (Chemie), AMS (Mathe) – mit BibLaTeX.
Einheiten: SI, formatiert mit siunitx. Keine Angabe ohne Einheit.
Abbildungen: Vektorgrafiken (PDF), einheitliche Beschriftung, lesbare Achsenbeschriftung.
Code: Repository mit README, Requirements, Lizenz. Im Anhang oder als separates Repo.
Normen: DIN/EN/ISO korrekt zitiert, mit Ausgabejahr.
Sperrvermerk: Falls Industrie-Kooperation – vorab mit Betreuer und Unternehmen klären.
Eigenständigkeitserklärung: Unterschrieben, als letzte Seite.
Ja – und das ist bei MINT-Arbeiten unser Standard. Wir liefern kompilierbare .tex-Dateien, saubere BibLaTeX-Bibliographien und auf Wunsch das fertige PDF. Unsere Autoren arbeiten routinemäßig mit KOMA-Script, TU-spezifischen Templates, amsmath, siunitx, booktabs, algorithm2e und allen gängigen Paketen. Auf Wunsch richten wir ein Overleaf-Projekt ein, an dem Sie mitarbeiten können.
Ja. Unsere Ingenieur-Autoren arbeiten mit ANSYS, Abaqus, COMSOL und Matlab/Simulink. Informatik-Autoren liefern Python, Java, C++ oder Rust – mit dokumentiertem Code, Evaluationsprotokoll und Reproduktionsskript. Wir schreiben nicht nur den Text, sondern erstellen auch die technischen Artefakte, die an der TU als Prüfungsleistung erwartet werden.
Ja – Arbeiten mit Sperrvermerk gehören zu unseren häufigsten Aufträgen. Wir unterliegen strengsten Vertraulichkeitsvorgaben und können auf Wunsch eine Geheimhaltungsvereinbarung (NDA) unterzeichnen. Unternehmensdaten bleiben bei uns sicher – wir arbeiten bei Bedarf auf Ihren Systemen oder in einer verschlüsselten Umgebung.
Die TU priorisiert technische Korrektheit und Reproduzierbarkeit – nicht hermeneutische Tiefe (HU) oder methodische Reflexion im sozialwissenschaftlichen Sinne (FU). An der TU zählt: Stimmen die Berechnungen? Ist der Code lauffähig? Sind die Abbildungen in Druckqualität? Einen detaillierten Vergleich finden Sie in unserem Ratgeber HU vs. FU vs. TU – Unterschiede & Gemeinsamkeiten.
Projektarbeiten/Laborberichte: 10–20 Werktage. Bachelorarbeiten (mit Implementierung): 30–45 Werktage. Masterarbeiten (mit FEM-Simulation oder Code-Evaluation): 45–65 Werktage. Bei Arbeiten mit umfangreicher Simulation empfehlen wir, frühzeitig Kontakt aufzunehmen. Preise finden Sie auf unserer Preisseite.
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