Die Danksagung ist das Einzige in Ihrer Diplomarbeit, das nicht bewertet wird – und trotzdem gelesen wird. Vom Betreuer, vom Zweitkorrektor, vom betrieblichen Mentor. Ein falscher Ton, ein vergessener Name oder ein Rechtschreibfehler auf dieser einen Seite kann den professionellen Gesamteindruck ruinieren, den 120 Seiten fehlerfreie Wissenschaft aufgebaut haben. Dieser Guide zeigt, wie Sie die Danksagung richtig schreiben – mit Vorlagen, die Sie direkt anpassen können.
Kurze Antwort: Nein – in den allermeisten Prüfungsordnungen ist die Danksagung optional. Sie gehört nicht zum bewerteten Teil der Arbeit und hat keinen Einfluss auf die Note. Aber: Sie wird gelesen. Und sie prägt den ersten Eindruck, den der Prüfer bekommt, bevor er Ihre Einleitung aufschlägt.
Die Danksagung ist ein reiner Dank an Personen und Institutionen, die Sie unterstützt haben. Sie ist kurz (½ bis 1 Seite) und steht nach dem Titelblatt, vor dem Inhaltsverzeichnis.
Das Vorwort ist umfassender: Es kann die Motivation für das Thema erklären, den Entstehungskontext der Arbeit beschreiben und eine Danksagung enthalten. Es wird eher bei Dissertationen und Büchern verwendet, seltener bei Diplomarbeiten.
Empfehlung: Bei einer Diplomarbeit reicht eine eigenständige Danksagung. Ein separates Vorwort ist nur nötig, wenn Sie erklären müssen, warum die Arbeit in einem ungewöhnlichen Kontext entstanden ist (z. B. Firmenwechsel, Projektänderung).
Position: Nach dem Titelblatt, vor dem Inhaltsverzeichnis. Wird nicht im Inhaltsverzeichnis gelistet (oder optional als unnummerierter Eintrag).
Seitenzählung: Zählt als römisch nummerierte Seite (i, ii, iii…) – nicht als Teil der arabischen Seitenzählung des Fließtextes. Bei manchen Universitäten: gar keine Seitenzahl auf der Danksagung.
Umfang: ½ bis 1 Seite. Maximal 1,5 Seiten bei Diplomarbeiten mit komplexem Entstehungskontext (Unternehmenskooperation, Doppelbetreuung, Stipendium). Alles darüber wirkt unverhältnismäßig.
Prüfungsordnung prüfen: Manche Institute haben spezifische Vorgaben zur Platzierung. Im Zweifel: Fragen Sie Ihren Betreuer oder schauen Sie in erfolgreiche Diplomarbeiten Ihres Instituts.
Die Reihenfolge in einer Danksagung folgt einer ungeschriebenen Etikette: vom Formellsten zum Persönlichsten, vom Akademischen zum Privaten. Wer diese Hierarchie missachtet – etwa den Professor vergisst oder den Hund vor dem Betreuer nennt –, riskiert einen Fauxpas, der hängenbleibt.
Erstbetreuer (Professor/Professorin): Immer an erster Stelle. Namentlich nennen, mit korrektem Titel. Bedanken Sie sich für die Themenstellung, die fachliche Betreuung und die konstruktiven Gespräche. Auch wenn die Betreuung minimal war – der Erstbetreuer wird immer erwähnt.
Zweitkorrektor: Falls namentlich bekannt und am Prozess beteiligt, direkt nach dem Erstbetreuer.
Betrieblicher Betreuer: Bei Diplomarbeiten im Unternehmen: der Fachvorgesetzte, der Sie im Betrieb begleitet hat. Nennen Sie den Namen, die Position und das Unternehmen.
Unternehmen: Bei einer externen Diplomarbeit: Danken Sie dem Unternehmen für die Möglichkeit, die Arbeit dort zu schreiben, für den Zugang zu Daten und Ressourcen. Namensnennung des Unternehmens nur, wenn kein Sperrvermerk dagegen spricht.
Stipendiengeber: Studienstiftung, DAAD, Konrad-Adenauer-Stiftung etc. – wenn die Arbeit gefördert wurde, ist die Erwähnung Pflicht (oft sogar vertraglich).
Forschungsgruppen / Institute: Wenn Sie in einem Forschungsprojekt eingebettet waren, das Personal oder Infrastruktur bereitgestellt hat.
Interviewpartner / Studienteilnehmer: Wenn Ihre Empirie auf Interviews oder Umfragen basiert – ein kurzer Dank an die Teilnehmer (anonymisiert, keine Namen).
Statistiker / Methodenberater: Wenn jemand bei der statistischen Auswertung geholfen hat.
Korrekturleser / Lektoren: Wer Ihre Arbeit Korrektur gelesen hat – Kommilitonen, Freunde, professionelle Lektoren.
Bibliothekare / Archivare: Besonders bei historischen oder archivbasierten Arbeiten – ein Dank an die Mitarbeiter, die Sie bei der Recherche unterstützt haben. Bei Unsicherheit zum Aufbau Ihrer Diplomarbeit hilft unser separater Ratgeber.
Familie: Eltern, Geschwister – besonders wenn sie Sie finanziell oder emotional unterstützt haben. Hier darf es persönlicher werden als in Stufe 1–3.
Partner/Partnerin: Ein Satz reicht – aber er sollte aufrichtig sein, nicht floskelhaft.
Freunde / WG-Mitbewohner: Optional. Nur erwähnen, wenn die Unterstützung konkret war (Korrekturlesen, moralischer Beistand in der Endphase).
Tipp: Der private Teil sollte maximal 2–3 Sätze umfassen. Alles darüber verschiebt den Ton der Danksagung von professionell zu persönlich – und der Erstleser ist Ihr Professor.
Die Danksagung ist kein Nebenschauplatz – sie ist das menschliche Gesicht Ihrer Arbeit. Der Betreuer, der Sie monatelang begleitet hat, wird seinen Namen als Erstes suchen. Wenn er ihn nicht findet, hat das Konsequenzen – nicht für die Note, aber für die Beziehung.
Die folgenden Vorlagen sind Ausgangspunkte – passen Sie sie an Ihre Situation, Ihren Betreuer und Ihren Ton an. Kein Copy-Paste ohne Anpassung: Prüfer erkennen generische Danksagungen sofort.
Für distanzierte Betreuungsverhältnisse, große Institute, externe Diplomarbeiten mit Firmenbeteiligung.
Für eine intensive Betreuung, langjährige Zusammenarbeit, persönliche Verbundenheit.
Für Studierende, die es kurz halten wollen – ohne unhöflich zu wirken.
[Name des Betreuers]: Vollständiger Name mit korrektem Titel (Prof. Dr., Dr., PD Dr.). Im Zweifel: Auf der Institutshomepage nachschauen – ein falscher Titel ist peinlich.
[Universität/Institut]: Offizieller Name, korrekt geschrieben.
[Firma]: Nur nennen, wenn kein Sperrvermerk das verbietet. Bei Sperrvermerk: „einem Unternehmen der [Branche]".
[Ort und Datum]: Der Ort, an dem Sie die Arbeit einreichen (nicht der Wohnort). Monat und Jahr, kein exaktes Datum.
Ton: Passen Sie den Ton an das Verhältnis zu Ihrem Betreuer an. Wenn Sie ihn/sie siezen: formale Variante. Wenn Sie über Jahre zusammengearbeitet haben: persönliche Variante.
1. Den Professor vergessen. Der Erstbetreuer ist die Person, die Ihre Arbeit benotet. Wenn er oder sie in der Danksagung nicht vorkommt – und die Partnerin, die Katze und der Barista vom Café um die Ecke schon –, ist das kein Versehen, sondern ein Signal. Prüfer nehmen das persönlich. Zu Recht.
2. Zu emotional. „Danke an meinen Seelenhund Buddy, der mich durch die dunkelsten Stunden getragen hat" – das hat in einem Instagram-Post seinen Platz, nicht in einer wissenschaftlichen Arbeit. Die Danksagung darf persönlich sein, aber sie steht im Kontext einer akademischen Prüfungsleistung. Der Ton sollte warmherzig, aber professionell sein.
3. Rechtschreibfehler. 120 Seiten Diplomarbeit fehlerfrei – und dann ein Tippfehler im Namen des Professors. Das ist wie ein Fleck auf dem Hemd beim Bewerbungsgespräch: Es ändert nichts an der Qualifikation, aber es ist das, woran man sich erinnert. Lassen Sie die Danksagung – gerade weil sie kurz ist – besonders sorgfältig Korrektur lesen. Auch die Einleitung wird besonders aufmerksam gelesen – beide Textstellen verdienen Perfektion.
4. Generisch und austauschbar. „Ich danke allen, die mich unterstützt haben." – Das könnte in jeder Arbeit stehen, in jedem Fach, an jeder Universität. Prüfer merken, wenn die Danksagung eine Floskel ist. Nennen Sie konkrete Personen und konkrete Beiträge: „Danke an [Name] für die Einführung in die SAP-Datenbank" statt „Danke an alle, die mir geholfen haben."
5. Firmenname bei Sperrvermerk. Ihre Arbeit unterliegt einem Sperrvermerk – aber in der Danksagung steht: „Danke an die BMW Group für den Zugang zu internen Logistikdaten." Das ist ein Verstoß gegen die Vertraulichkeitsvereinbarung. Bei gesperrten Arbeiten: Firmenname anonymisieren oder weglassen.
| Kriterium | 🟢 Bachelorarbeit | 🔵 Masterarbeit | 🟠 Diplomarbeit |
|---|---|---|---|
| Danksagung üblich? | Optional; bei vielen BA-Arbeiten wird darauf verzichtet | Zunehmend üblich, besonders bei empirischen Arbeiten | Fast immer vorhanden; wird erwartet |
| Typischer Umfang | 3–5 Sätze (½ Seite) | ½–¾ Seite | ¾–1 Seite |
| Betrieblicher Betreuer? | Selten (nur bei Praxissemester-Arbeiten) | Zunehmend häufig (Unternehmenskooperationen) | Sehr häufig (Dual-Betreuer-Modell) |
| Stipendium erwähnen? | Nur wenn gefordert | Ja, wenn die Arbeit gefördert wurde | Ja – oft vertraglich verpflichtend |
| Persönlicher Teil? | 1 Satz (Familie) reicht | 2–3 Sätze | 2–4 Sätze; bei intensivem Studium auch emotional |
| Ort & Datum? | Optional | Üblich | Standard (Ort, Monat, Jahr) |
Für einen vollständigen Vergleich aller Arbeitstypen: Diplomarbeit vs. Bachelorarbeit vs. Masterarbeit – der große Vergleich.
Wer die Danksagung schreibt, ist im Endspurt. Der Inhalt steht, die Argumentation ist fertig – jetzt geht es um den letzten Feinschliff, der den Unterschied zwischen „gut" und „professionell" macht:
120 Seiten ohne einen einzigen Fehler abgeben – das ist der Anspruch. Ein professionelles Lektorat prüft Ihre gesamte Arbeit auf Rechtschreibung, Grammatik, Stil, Kohärenz und Fachterminologie. Dazu gehört auch die Danksagung: korrekte Titel, konsistente Anrede, fehlerfreie Namen. Ein Fehler im Fließtext ist ärgerlich; ein Fehler im Namen des Professors ist unverzeihlich.
Bevor Sie abgeben: Lassen Sie Ihre Arbeit durch eine Plagiatsprüfung laufen – Turnitin, PlagScan oder iThenticate. Nicht weil Sie abgeschrieben haben, sondern weil versehentliche Textübereinstimmungen (unmarkierte Zitate, Paraphrasen zu nah am Original) vorkommen und im Nachhinein schwer zu erklären sind. Der Check dauert wenige Stunden und gibt Ihnen die Sicherheit, die Sie für die Abgabe brauchen.
Seitenränder, Schriftgröße, Zeilenabstand, Kopfzeilen, Seitenzählung (römisch → arabisch), Abbildungsverzeichnis, Tabellenverzeichnis, Abkürzungsverzeichnis – alles muss den Vorgaben Ihrer Prüfungsordnung entsprechen. Eine professionelle Formatierung stellt sicher, dass Ihr Layout den formalen Anforderungen genügt – und dass die Danksagung genau dort steht, wo sie hingehört.
Die Arbeit steht – der Feinschliff fehlt?
Lektorat, Plagiatsprüfung und Formatierung als Gesamtpaket: damit die letzten Meter genauso professionell sind wie die ersten 120 Seiten.Nein – und aus nachvollziehbaren Gründen. Die Zusammenarbeit mit einer Ghostwriting-Agentur ist vertraulich; eine Erwähnung in der Danksagung würde die Vertraulichkeit brechen. Wenn Sie Unterstützung bei der Auswertung oder dem Korrektorat erhalten haben, können Sie allgemein danken: „Danke an alle, die durch fachliche Beratung und Korrekturlesen zum Gelingen dieser Arbeit beigetragen haben." Ohne Namen, ohne Details.
Am Ende. Die Danksagung ist das Letzte, was Sie schreiben – und das Erste, was im Dokument steht. Der Grund: Erst wenn die Arbeit fertig ist, wissen Sie, wem Sie tatsächlich danken müssen. Vielleicht hat jemand in Monat 4 geholfen, an den Sie zu Beginn nicht gedacht hätten. Außerdem vermeiden Sie, Danksagungen für Personen zu schreiben, die sich im Prozess als weniger hilfreich erwiesen haben als erwartet.
In der Danksagung: immer siezen, auch wenn Sie sich im persönlichen Umgang duzen. Die Danksagung ist Teil eines formalen Dokuments, das auch von Dritten gelesen wird (Zweitkorrektor, Prüfungsamt, spätere Leser). Eine Danksagung, die den Professor duzt, wirkt in diesem Kontext unangemessen – unabhängig davon, wie das Betreuungsverhältnis tatsächlich war.
Bei einem Sperrvermerk gilt: Keine Firmennamen, keine Abteilungsbezeichnungen, keine Personennamen aus dem Unternehmen – es sei denn, die Sperrvereinbarung erlaubt es explizit. Formulieren Sie stattdessen: „Mein Dank gilt dem kooperierenden Unternehmen für die Möglichkeit, diese Arbeit in einem praxisnahen Umfeld zu verfassen, sowie meinem betrieblichen Betreuer für die fachliche Unterstützung." Im Zweifel: Die Sperrvereinbarung lesen oder den betrieblichen Betreuer fragen.
Die Grundstruktur ist gleich, aber es gibt Nuancen: In Österreich sind Danksagungen bei Diplomarbeiten nahezu obligatorisch und oft etwas ausführlicher als in Deutschland – besonders bei Arbeiten an der TU Wien oder der Uni Wien. In der Schweiz (ETH, Universität Zürich) wird ein nüchterner Ton bevorzugt – formale Variante, keine Emotionen. In Deutschland variiert es stark nach Fachbereich: Geisteswissenschaftler schreiben persönlicher als Ingenieure. Zur Verteidigung Ihrer Diplomarbeit sollten Sie die Danksagung übrigens nicht vortragen – das passiert häufiger, als man denkt.
Lektorat, Plagiatsprüfung und Formatierung für den letzten Feinschliff – oder Unterstützung von Anfang an. Wir beraten, was zu Ihrem Stand passt.
Jetzt anfragen Preisübersicht