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Teilnehmende Beobachtung und nicht teilnehmende Beobachtung

Sowohl die teilnehmende als auch die nicht teilnehmende Beobachtung ist eine Feldforschung, bei der der Beobachter die beobachteten Menschen/Tiere/Ereignisse in deren natürlichen Umgebung beobachtet. Bei beiden Arten der Beobachtung fokussiert sich der Forscher nur auf ausgewählte Merkmale, die für die Forschungsfrage relevant sind.

Definitionen

Teilnehmende Beobachtung

Bei der teilnehmenden Beobachtung ist der Forscher nicht nur ein Beobachter, sondern selbst auch ein Teil der Beobachtung. Somit kann die Beobachtung ohne die Teilnahme des Forschers nicht durchgeführt werden. Dabei werden zwei Arten unterschieden:

Aktive Teilnahme: Der Forscher ist an der Beobachtung aktiv beteiligt (z. B. führt die Befragung durch)

Passive Teilnahme: Der Forscher hat eine untergeordnete Rolle (z. B. nimmt die Rolle eines Zuschauers ein)

Nicht teilnehmende Beobachtung

Bei der nicht teilnehmenden Beobachtung ist der Forscher kein Teil der Beobachtung. Die Anwesenheit des Forschers ist nicht mal zwingend notwendig, da die Beobachtungen auch von einer anderen Person aufgezeichnet werden können, sodass der er sich die Beobachtung zeitlich und örtlich unabhängig anschauen bzw. anhören kann.

Ziel der teilnehmenden und nicht teilnehmenden Beobachtungen ist die Bedarfserhebung, Bewertung und Verbesserung der eigenen Skills. Beobachtungen werden oft in den Sozialwissenschaften eingesetzt (z. B. in Kindergärten).

Vorteile der teilnehmenden und nicht teilnehmenden Beobachtung

Nachteile der teilnehmenden und nicht teilnehmenden Beobachtung

Wie führt man eine teilnehmende Beobachtung durch?

  • Vorbereitung

    Im Vorfeld müssen Sie die Zielsetzung für die teilnehmende Beobachtung bestimmt werden, damit Sie die Beobachtung so anpassen, dass bestimmte Merkmale bestmöglich beobachtet werden können. Um bestimmte Reaktionen festhalten zu können, müssen im Vorhinein die besten Positionen für die teilnehmende Beobachtung ausgewählt werden. Allerdings dürfen Sie auch nicht vergessen, dass auch unvorhergesehene Reaktionen auftreten können. Damit Sie auch diese dokumentieren können, müssen Sie auch vorher Positionswechsel einplanen, um nicht während der Beobachtung überrumpelt zu werden.
    Neben den Genehmigungen müssen Sie ggf. auch an einen Fragebögen denken. Wir empfehlen die Beobachtung mit einer Kamera aufzunehmen, damit Sie immer wieder zu der Beobachtung zurückkehren können. Dadurch kann Ihnen etwas bei mehrmaligen Ansehen erst auffallen, worauf Sie ohne die Aufnahme nie gestoßen wären.
    Sie sollten unbedingt vor der Beobachtung einen Testlauf durchlaufen, um eventuell noch kleine Anpassungen durchzuführen.

  • Durchführung

    Die teilnehmende Beobachtung muss so gestaltet werden, dass der Beobachter einen möglichst geringen Einfluss auf die beobachteten Personen hat. Bei vielen beobachteten Personen müssen Sie ggf. auf weitere Beobachter oder mehrere Kameras zurückgreifen.
    Je länger und häufiger die teilnehmende Beobachtung stattfindet, desto repräsentativer werden die Ergebnisse. Auch die Anzahl der beobachteten Personen beeinflusst die Repräsentativität.

  • Auswertung

    Anschließend Sie sollten Ihre Notizen (die Sie während der Beobachtung und in der Nachbearbeitung erstellt haben) zusammenfassen. Aus diesen muss eindeutig hervorgehen: Wer und welche Handlungen zu einer bestimmten Zeit unternommen hat. Dabei werden alle beobachteten Personen unter bestimmten Merkmalen verglichen, um Übereinstimmungen und Unterschiede festzustellen und zu interpretieren.

Voraussetzungen