Abbildung direkt übernehmen
Sie übernehmen eine Abbildung unverändert aus einer Quelle (Buch, Journal, Website). Die Originalquelle muss vollständig angegeben werden.
Quelle: Müller (2023), S. 45
Lernen Sie, wie Sie Abbildungen in wissenschaftlichen Arbeiten korrekt zitieren und beschriften – mit Beispielen für eigene Darstellungen, Abbildungen in Anlehnung an und übernommene Grafiken.
Abbildungen sind ein wichtiger Bestandteil wissenschaftlicher Arbeiten. Sie helfen dabei, komplexe Zusammenhänge zu visualisieren, Forschungsergebnisse anschaulich darzustellen und den Lesefluss aufzulockern. Als Abbildungen gelten Grafiken, Diagramme, Schemata, Fotos, Bilder und ähnliche visuelle Darstellungen.
In Bachelorarbeiten und Masterarbeiten, aber auch beim Ghostwriting für Hausarbeiten, beim Ghostwriting für Seminararbeiten und in Diplomarbeiten werden folgende Elemente als Abbildungen bezeichnet:
• Diagramme: Balken-, Linien-, Kreis- und Säulendiagramme
• Grafiken: Schaubilder, Flowcharts, Organigramme
• Schemata: Modelle, Prozessdarstellungen, Konzeptdarstellungen
• Fotos: Fotografien, Screenshots, Bildmaterial
• Karten: Landkarten, Lagepläne, geografische Darstellungen
Tabellen werden separat gezählt und in einem eigenen Tabellenverzeichnis aufgeführt!
Abbildungen in der Bachelorarbeit oder Masterarbeit sind besonders sinnvoll, wenn Sie komplexe Daten oder Zusammenhänge vermitteln möchten. Eine gut gestaltete Abbildung kann oft mehr aussagen als mehrere Absätze Text. Setzen Sie Abbildungen jedoch gezielt ein – zu viele Abbildungen können den Lesefluss stören.
Jede Abbildung in Ihrer wissenschaftlichen Arbeit muss im Text referenziert werden! Abbildungen stehen nie für sich allein. Verweisen Sie im Fließtext auf die Abbildung, z.B.: „Wie in Abbildung 1 dargestellt..." oder „(vgl. Abb. 2)".
Beim Abbildungen zitieren unterscheidet man drei Arten: 1:1 übernommene Abbildungen, modifizierte Abbildungen („in Anlehnung an") und eigene Darstellungen. Je nach Art müssen Sie die Quelle unterschiedlich angeben:
Sie übernehmen eine Abbildung unverändert aus einer Quelle (Buch, Journal, Website). Die Originalquelle muss vollständig angegeben werden.
Sie erstellen eine Abbildung basierend auf einer Vorlage, passen sie aber an (z.B. übersetzen, erweitern, vereinfachen).
Sie erstellen eine Abbildung komplett selbst, z.B. basierend auf Ihren Forschungsergebnissen oder eigenen Überlegungen.
Das korrekte Beschriften von Abbildungen in wissenschaftlichen Arbeiten folgt einem standardisierten Aufbau. Jede Abbildung benötigt eine vollständige Beschriftung, die aus mehreren Elementen besteht. Diese Regeln gelten für alle akademischen Arbeitstypen – von der Hausarbeit über die Seminararbeit bis zum Ghostwriting für Doktorarbeiten.
1. Abbildungsnummer: Fortlaufende Nummerierung (Abb. 1, Abb. 2, ...)
2. Titel/Beschreibung: Kurze, prägnante Beschreibung des Inhalts
3. Quellenangabe: Herkunft der Abbildung (Autor, Jahr, Seite)
Format 1: Quellenangabe in neuer Zeile
Abb. 1: Phasen des Design-Thinking-Prozesses
Quelle: Müller (2023), S. 78
Format 2: Quellenangabe in Klammern
Abb. 2: Entwicklung der Marktanteile 2020-2024 (Quelle: Eigene Darstellung)
Format 3: Mit „in Anlehnung an"
Abb. 3: Modifiziertes AIDA-Modell
Quelle: Eigene Darstellung in Anlehnung an Schmidt (2022), S. 134
| Element | Empfehlung |
|---|---|
| Position | Unter der Abbildung (nicht darüber!) |
| Schriftgröße | 1-2 pt kleiner als Fließtext (z.B. 10 pt bei 12 pt Text) |
| Ausrichtung | Linksbündig oder zentriert (einheitlich!) |
| Abstand | 6-12 pt Abstand zur Abbildung |
| Nummerierung | Fortlaufend durch die gesamte Arbeit |
Die Formulierung „in Anlehnung an" oder „eigene Darstellung in Anlehnung an" verwenden Sie, wenn Sie eine bestehende Abbildung als Vorlage nutzen, diese aber verändert haben. Dies ist eine der häufigsten Formen beim Abbildungen zitieren in Bachelorarbeiten und Masterarbeiten.
Die Kennzeichnung „in Anlehnung an" ist erforderlich, wenn Sie:
• Eine Abbildung ins Deutsche übersetzen
• Elemente hinzufügen oder entfernen
• Die Darstellung vereinfachen
• Das Design anpassen (Farben, Formen)
• Mehrere Quellen kombinieren
• Ein Modell auf Ihren Kontext übertragen
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, eine modifizierte Abbildung zu kennzeichnen. Alle folgenden Varianten sind korrekt:
• Quelle: Eigene Darstellung in Anlehnung an Müller (2023), S. 45
• Quelle: In Anlehnung an Schmidt/Weber (2022), S. 89
• Quelle: Modifiziert nach Meier (2021), S. 112
• Quelle: Erweitert nach Becker et al. (2020), S. 67
• Quelle: Eigene Darstellung basierend auf Daten von Statista (2024)
Situation: Sie übersetzen das „Technology Acceptance Model" von Davis (1989) ins Deutsche und passen es an Ihren Forschungskontext an.
Korrekte Beschriftung:
Abb. 4: Technologieakzeptanzmodell im Kontext der E-Learning-Nutzung
Quelle: Eigene Darstellung in Anlehnung an Davis (1989), S. 320
Im Literaturverzeichnis:
Davis, F. D. (1989). Perceived Usefulness, Perceived Ease of Use, and User Acceptance of Information Technology. MIS Quarterly, 13(3), 319-340.
Eine eigene Darstellung ist eine Abbildung, die Sie komplett selbst erstellt haben – ohne Vorlage aus einer externen Quelle. Dies ist häufig bei der Darstellung eigener Forschungsergebnisse, selbst entwickelten Modellen oder Visualisierungen Ihrer Argumentation der Fall.
Die Kennzeichnung „Quelle: Eigene Darstellung" verwenden Sie, wenn:
• Sie Ihre eigenen Forschungsergebnisse visualisieren (z.B. Umfrageergebnisse)
• Sie ein eigenes Modell oder Konzept entwickelt haben
• Sie einen Prozess Ihrer Arbeit darstellen
• Die Abbildung ohne externe Vorlage entstanden ist
• Sie Daten aus mehreren Quellen kombinieren und neu visualisieren
Bei einer eigenen Darstellung benötigen Sie keine Quellenangabe im Literaturverzeichnis. Die Beschriftung unter der Abbildung lautet einfach:
Forschungsergebnisse:
Abb. 5: Verteilung der Antworten zur Kundenzufriedenheit (n=245)
Quelle: Eigene Darstellung
Eigenes Modell:
Abb. 6: Konzeptionelles Rahmenmodell der Arbeit
Quelle: Eigene Darstellung
Basierend auf eigener Erhebung:
Abb. 7: Altersverteilung der Befragten
Quelle: Eigene Darstellung basierend auf eigener Erhebung
Basierend auf Sekundärdaten:
Abb. 8: Entwicklung der Nutzerzahlen 2020-2024
Quelle: Eigene Darstellung basierend auf Daten von Statista (2024)
Wenn Sie eine bestehende Abbildung als Inspiration genutzt haben, auch wenn Sie sie stark verändert haben, müssen Sie dies mit „in Anlehnung an" kennzeichnen. „Eigene Darstellung" ohne Zusatz bedeutet, dass die Idee und Umsetzung komplett von Ihnen stammt.
Alle Abbildungen in Ihrer Bachelorarbeit oder Masterarbeit müssen in einem Abbildungsverzeichnis aufgeführt werden. Das Verzeichnis steht nach dem Inhaltsverzeichnis und vor der Einleitung.
Das Abbildungsverzeichnis enthält für jede Abbildung die Nummer, den Titel und die Seitenzahl. Die Quellenangabe erscheint hier nicht – sie steht nur unter der Abbildung im Text und im Literaturverzeichnis.
Abbildungsverzeichnis
Abb. 1: Aufbau der Arbeit .................................................. 5
Abb. 2: Phasen des Design-Thinking-Prozesses ................ 12
Abb. 3: Technologieakzeptanzmodell ................................ 18
Abb. 4: Altersverteilung der Befragten .............................. 34
Abb. 5: Ergebnisse zur Kundenzufriedenheit .................... 38
Abb. 6: Zusammenfassung der Handlungsempfehlungen ... 52
In Microsoft Word können Sie ein automatisches Abbildungsverzeichnis erstellen. Voraussetzung: Sie müssen alle Abbildungen über „Verweise" → „Beschriftung einfügen" beschriftet haben. Dann: „Verweise" → „Abbildungsverzeichnis einfügen". Das Verzeichnis aktualisiert sich automatisch bei Änderungen!
Neben der Quellenangabe unter der Abbildung müssen übernommene und modifizierte Abbildungen auch im Literaturverzeichnis aufgeführt werden. Eigene Darstellungen erscheinen dort nicht.
| Abbildungstyp | Unter der Abbildung | Im Literaturverzeichnis |
|---|---|---|
| 1:1 Übernahme | ✅ Quelle: Autor (Jahr), S. X | ✅ Vollständige Quellenangabe |
| In Anlehnung an | ✅ Eigene Darstellung in Anlehnung an... | ✅ Vollständige Quellenangabe |
| Eigene Darstellung | ✅ Quelle: Eigene Darstellung | ❌ Nicht erforderlich |
Die Formatierung im Literaturverzeichnis richtet sich nach Ihrer gewählten Zitierweise (APA, Harvard, deutsche Zitierweise etc.). Grundsätzlich gelten die gleichen Regeln wie für Literaturquellen.
Aus einem Buch:
Müller, M. (2023). Digitales Marketing in der Praxis (3. Aufl.). Springer Verlag.
Aus einem Journal:
Schmidt, A. & Weber, B. (2022). Neue Ansätze im Change Management. Journal für Betriebswirtschaft, 72(4), 123-145.
Aus dem Internet:
Statista. (2024). Anzahl der Smartphone-Nutzer in Deutschland. Abgerufen am 15. November 2024, von https://de.statista.com/...
Mit diesen Tipps gelingen Ihre Abbildungen in wissenschaftlichen Arbeiten garantiert professionell:
Verwenden Sie nur Abbildungen in hoher Auflösung. Vermeiden Sie Scans oder Screenshots in schlechter Qualität.
Texte in der Abbildung müssen auch gedruckt lesbar sein. Mindestens 8 pt Schriftgröße.
Verwenden Sie durchgehend die gleichen Farben, Schriftarten und Stile für alle Abbildungen.
Die Abbildung sollte auch ohne den Fließtext verständlich sein. Achsen, Legenden und Titel nicht vergessen!
Jede Abbildung muss im Fließtext erwähnt werden. Abbildungen stehen nie isoliert.
Balkendiagramm für Vergleiche, Liniendiagramm für Entwicklungen, Kreisdiagramm für Anteile.
Qualität vor Quantität. Jede Abbildung muss einen Mehrwert bieten und keine Redundanz zum Text darstellen.
Fortlaufend durchnummerieren: Abb. 1, Abb. 2, Abb. 3... Tabellen separat zählen.
Abbildung möglichst nah am referenzierenden Text platzieren. Bei großen Abbildungen: eigene Seite oder Anhang.
Jede fremde Abbildung braucht eine Quelle. Auch bei „in Anlehnung an" die Originalquelle nennen.
Um Abbildungen richtig zu zitieren, brauchen Sie vier Elemente: (1) eine Quellenangabe unter der Abbildung, (2) die vollständige Quelle im Literaturverzeichnis, (3) einen Verweis im Fließtext und (4) einen Eintrag im Abbildungsverzeichnis. Bei eigenen Darstellungen entfällt das Literaturverzeichnis.
Die Formulierung „eigene Darstellung in Anlehnung an" verwenden Sie, wenn Sie eine Abbildung basierend auf einer Vorlage erstellt, diese aber modifiziert haben. Das kann eine Übersetzung, Vereinfachung, Erweiterung oder Anpassung sein. Die Originalquelle muss trotzdem genannt werden.
Eine Abbildung beschriften Sie mit: (1) fortlaufender Nummer (Abb. 1), (2) aussagekräftigem Titel und (3) Quellenangabe. Die Beschriftung steht unter der Abbildung, meist in kleinerer Schriftgröße (z.B. 10 pt bei 12 pt Fließtext).
Ja, fremde und modifizierte Abbildungen müssen mit ihrer Quelle im Literaturverzeichnis aufgeführt werden. Es gelten die gleichen Regeln wie für andere Quellen. Eigene Darstellungen erscheinen nicht im Literaturverzeichnis.
Das Abbildungsverzeichnis enthält alle Abbildungen mit Nummer, Titel und Seitenzahl. In Word können Sie es automatisch erstellen: Alle Abbildungen über „Verweise" → „Beschriftung einfügen" beschriften, dann „Verweise" → „Abbildungsverzeichnis einfügen".
Das Abbildungsverzeichnis steht nach dem Inhaltsverzeichnis und vor der Einleitung. Bei mehreren Verzeichnissen ist die Reihenfolge: Inhaltsverzeichnis → Abbildungsverzeichnis → Tabellenverzeichnis → Abkürzungsverzeichnis → Einleitung.
Bei einer eigenen Darstellung schreiben Sie unter die Abbildung: „Quelle: Eigene Darstellung". Falls Sie eigene Daten verwendet haben, können Sie ergänzen: „Quelle: Eigene Darstellung basierend auf eigener Erhebung" oder „...basierend auf Daten von [Quelle]".
Ja, professionelle Unterstützung bei der Erstellung und Formatierung von Abbildungen ist möglich. Ein erfahrener akademischer Ghostwriter kann Ihnen helfen, Ihre Abbildungen korrekt zu zitieren, zu beschriften und professionell zu gestalten. Informationen zu unseren Preisen für akademisches Ghostwriting finden Sie auf unserer Website.
Sie brauchen Hilfe bei der Formatierung, beim Zitieren oder anderen Teilen Ihrer Bachelorarbeit, Masterarbeit oder beim Ghostwriting für Seminararbeiten? Unsere erfahrenen akademischen Ghostwriter unterstützen Sie professionell.
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