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Psychoanalytische Textinterpretation

Psychoanalytische Textinterpretation

Die psychoanalytische Textinterpretation basiert auf der Methode der Psychoanalyse von Sigmund Freud. Sigmund Freud verbindet in seinen Studien psychoanalytische Ansätze mit Texten und literarischen Werken. Laut des Psychologen bietet jeder Text eine Sammlung von Wünschen und Begierden, die unbewusst in den Text eingeflossen sind. Durch verschieden Verfahren lassen sich diese unbewussten Begierden und Aussagen entschlüsseln. Auf dieser Idee basiert auch seine Traumdeutung.

Freuds psychoanalytische Literaturtheorie untersucht einen Text nach Symbolen, die die unbewussten Phantasien und Wünsche darstellen sollen. Aber auch Figuren und Motive finden sich im Text wieder, die durch die Phantasien (laut Freud in der Regel sexuelle Begierden) entstehen und in der psychoanalytischen Textinterpretation zu deuten sind. Bei der Interpretation der Figuren steht vor allem die Charakteranalyse im Vordergrund. Denn durch sie erhält man wichtige Ergebnisse in Bezug auf die Wünsche, Phantasien und Begierden des Texterstellers.

Kritiker sehen in der psychoanalytischen Textinterpretation von Freud die Problematik, dass von dem Text auf den Autor geschlossen wird. Bei Sigmund Freud mündet die psychoanalytische Literaturtheorie in der Regel in der Beschreibung eines Autors, der irgendwelche Störungen vorweist.

Historische Entwicklung – psychoanalytische Textinterpretation

Der Freudsche Ansatz wurde weiterentwickelt und änderte seinen Fokus weg vom Autor hin zum Leser, der durch die Rezeption des Textes diesem eine Bedeutung zuschreibt. Hier spielt vor allem N.N. Holland eine bedeutende Rolle, der bei seiner psychoanalytischen Literaturtheorie die Interaktion zwischen Text und Leser in den Vordergrund stellt. Dabei geht er davon aus, dass der Rezipient eines Textes unbewusste Erwartungen und Wünsche an diesen stellt.

Im wissenschaftlichen Alltag wird die Methode der psychoanalytischen Textinterpretation wenig bis gar nicht genutzt. Vielmehr gibt es wissenschaftliche Arbeiten wie Publikationen oder Präsentationen dazu, die diese im Diskurs erklären. Als Textinterpretation hat sich die Diskursanalyse nach M. Foucaults als Methode in Haus- und Seminararbeiten durchgesetzt, die wiederum von anderen Theoretikern weiterentwickelt wurde (z.B. von Jäger).